Bienenwachs allgemein und seine Echtheitsprüfung

  • Hallo zusammen - ich will dieses Jahr mit zwei Ablegern auf Dadant beginnen und bin gerade überlegen, wo ich am besten Mittelwände kaufe. Gibt es denn aktuell zuverlässige Quellen, denen man trauen kann?


    Alternativ überlege ich, ohne fremdes Wachs im Naturwabenbau zu starten und später meinen eigenen Wachskreislauf aufzubauen. Funktioniert das denn bei einem Ableger, den man Anfang Juni bekommt? (Ich möchte vermeiden, dass das Volk zu langsam wächst und dann gegen Winter zu klein ist).


  • Eine plausible Definition für eine Charge lautet: Ch = die Menge, welche in einem Arbeitsgang verarbeitet werden kann. Damit ist die Topfgröße der bestimmende Parameter.

    Wie lautet die Definition bei kontinuierlichen Produktionsprozessen? Ich könnte mir bei der industriellen Wachsumarbeitung wie bei Müller auch ein mehr oder weniger kontinuierliches Arbeiten vorstellen: Immer wieder Rohwachs in den Schmelzer nachfüllen -> Flüssigphase zum nächsten Kessel ((Dampfsterilisation?) weiterpumpen -> von dort in den Wärmekessel der Walzmaschine usw.

    Technisch denkbar wäre auch, größere Wachsmengen in mehreren Schmelzkesseln zu erhitzen und diese dann durch ein Rohrleitungssystem mit entsprechenden Absperrhähnen zusammenzuschalten, um eine größere Wachsmenge kontinuierlich verarbeiten zu können.

    Stehen bei Müller die Walzmaschinen überhaupt mal still oder laufen die im 3/4-schichtbetrieb durch?

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  • 1. Gibt es denn aktuell zuverlässige Quellen, denen man trauen kann?


    2. ...im Naturwabenbau zu starten...Funktioniert das denn bei einem Ableger, den man Anfang Juni bekommt?

    1. Je nachdem, wieviel blindes Vertrauen man bereit ist zu investieren bzw. wieviel Hoffnung, kann man Rase´s Vorschlag folgen. Der Umstand, daß Geller nachweislich verfälschte und mit Gift befrachtete MW zum imkerlichen Gebrauch zum Sonderpreis anbietet und seine Meßwwerte dazu veröffentlicht, kann man unterschiedlich interpretieren und bewerten. Ein Rückschluß, daß alle seine anderen angebotenen MW lückenlos untersucht und qualitätsgesichert sind, läßt sich nach logischen Denkgesetzen daraus aber nicht ableiten.

    Nach gängigen Standards in der Qualitätssicherung gibt es derzeit wohl nur ganz wenige, bei denen man wirklich hinschauen kann. Ein Beispiel ist IF-Mitglied Butsche:

    http://www.lagerhaus-barthelme…rf/Mittelwaende-zum-Kauf/


    2. Normalerweise sitzt ein Ableger bereits auf Waben. Die kann man in Bezug auf typische Schadbilder überprüfen. In vernünftiger Größe und gesundem Zustand baut der (ggf. unter kontinuierlicher Fütterung) im Juni auch noch mehr Wabenwerk im Naturbau auf. Vielleicht tritt Dir Dein Imkerpate noch 1 - 2 Altwaben ohne Verfälschungssymptome ab, die Du notfalls ans Brutnest hängen könntest, falls der Naturbau nicht wie erwartet ausfällt.

  • Danke ribes - die Ableger bekomme ich auf 5 Dadant Waben mit einer "frischen" F1 Königin. Abgegeben wird erst, wenn die Königin ordentlich legt - deswegen auch erst Anfang Juni. Ich werde mich mal nach Mittelwänden beim Verkäufer der Ableger erkundigen, der Naturbau würde mich aber ohnehin fast mehr interessieren. Habe nur Bedenken direkt als Anfänger damit zu starten...

  • Wo ist das Problem - Naturbau macht das Volk, nicht der Anfänger!

    Scherz beiseite: MW sind Vertrauenssache. Altwaben haben sich bereits ein- oder mehrmals in der Brut-Praxis bewährt und werden - sofern vorhanden - leichter abgetreten als MW (erspart dem Spender Arbeit mit Einschmelzen etc.).

  • Wie lautet die Definition bei kontinuierlichen Produktionsprozessen?

    Bei der kontinuirlichen Prozessführung wird ggf. die Einsatzmenge von "x" als Chargenteil festgelegt, z. B. 2000 kg Kessel wird erstmals befüllt, weitere 2000 kg kontinuierlich nachgeschmolzen. Dann sind in-Prozess-Kontrollen wichtig, die bspw. die Mischung nach jeweils 500 kg abbilden. Wichtig ist ein analytisches Bild des Kontinuums.


    Ich halte das aber für theoretisch, da wird m. E. eher chargenweise gearbeitet.


    Beste Grüße


    Rainer

  • Hallo ROli84,


    in meinem Anfängerkurs am Bieneninstitut wurde uns empfohlen, der Wachsfrage Priorität

    und größtmögliche Sorgfalt zuzumessen, da die Wabe und damit das Wachs die eigentliche "Wohnung" der Bienen ist.

    Es wurde uns generell nahegelegt , beim Zukauf von Wachs , ganz gleich für welchen Händler wir uns entscheiden, eine Rückstellprobe mit Kaufbeleg anzufertigen. D.h. grundsätzlich 1 Kilo Wachs mehr zu kaufen, dieses aufzubewahren, solange bis die verwendeten Mittelwände aus gleicher Lieferung sich entweder als in Ordnung erwiesen haben, oder eben sich als verfälschtes / kontaminiertes Schadwachs herausstellten. Nur so hätten wir überhaupt im Schadensfall verwertbare Mittel, nämlich die Rückstellprobe, in der Hand .

    Unser Lehrgangsleiter , tagtäglich mit den Schadensfällen allermöglicher Art aus der Imkerschaft konfrontiert , war sichtlich bewegt bezüglich der Ausmaße des Schadwachsskandales. Als Bediensteter einer öffentlicher Institution jedoch auch 100 % korrekt , als er zu keinerlei Preisgabe von Details zu bewegen war.

    Für mich hat sich aus den Kursinformationen, den Veröffentlichungen in der Imkerfachpresse, sowie den Veröffentlichungen hier im Imker Forum folgende Handlungsweise ergeben :


    - Kauf nur mit Analyse Zertifikat der beprobten Wachs Charge ( ich kaufe nur Wachs aus deutschen,

    ökologisch bewirtschafteten Betrieben wie Bioland, Naturland etc. ), obwohl ich keinerlei Bio

    zertifizierung anstrebe )

    - Kauf nur mit Chargennummer

    - Rückstellprobe der gekauften Charge

    - ab 2018 : Mitteilung bei der Bestellung an den Händler , dass ich eine Rückstellprobe der bestellten

    Charge anfertige und für den Schadensfall alle rechtlichen Mittel ausschöpfen werde


    - kein Zukauf von Völkern / Ablegern ohne dokumentierte Wachshistorie alternativ: direktes Vertrauen

    mir bekannter Verkäufer oder valide Empfehlungen mir bekannter Dritter.


    Beurteile selbst, wie schnell Imkereibedarfshändler reagieren würden , wenn alle Kunden , so oder

    ähnlich reagieren würden.


    Meine Bienen sind keine Endlagerstätte für vermeidbare Umweltschadstoffe.


    Meine Sichtweise !

    Ps : gerne nenne ich Dir mir bekannte Quellen per pm .

  • und später meinen eigenen Wachskreislauf aufzubauen

    Interessant fand ich zu erfahren , dass es in Österreich wohl schon einen ( oder mehrere ? )

    Wachsumarbeiter gibt, die zusammen mit dem anliefernden Imker eine Rückstellprobe

    anfertigen und jeweils einlagern. Leider habe ich es versäumt , da nachzuhaken , um genaueres

    zu erfahren. Aber wir haben ja jetzt offenbar jemanden im Imker Forum, an den man sich diesbezüglich wenden kann. Gut so !

    Vielleicht möchten die Österreichischen Kollegen etwas berichten ?

  • Kannst bei Geller bestellen. Und laß Dich nicht bekloppt machen von der Wachssekte.

    Was es hier alles gibt ! Sektionen von Imker, fraktioniert von Ralf ☻

    1) Das ist jetzt mal schlicht unverschämt. Da wurde nach einer Empfehlung gefragt, die hab ich nach bestem Wissen und Gewissen gegeben. Das ich mich Klaus freundschaftlich verbunden sehe ist kein Geheimnis, aber das hat ja auch Gründe. Die gleichen Gründe, auf Grund dessen ich die Empfehlung ausgesprochen hab.


    2) Den alten Rotz aus dem System holen ist nicht einfach. Macht man es transparent, kommt irgendwoher ein kluger Kopf und haut ohne eigenes Risiko und aus der Deckung der Sekte ein geschäftsschädigenden Kommentar raus, macht man dieses Wachs zu billig, landet es zudem trotz expliziter Warnung doch in den Kisten anstatt in Kerzen, was natürlich nie der Imker schuld ist, der nach dem Preis aufgehört hat zu lesen, sondern immer der Händler ;)


    Mann, Mann, Mann.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Was sind denn jetzt eigentlich die Ergebnisse der großen Umfrage aus D'schingen? Die Resonanz darauf ist ja eher überschaubar. Liegt das am Thema, den Beteiligten, oder am Ergebnis?


    Markus & Heike haben doch so fleißig gesammelt für den DBIB? Schön wären ja n =, die Fragen und Antworten. Dann könnte man sich selbst ein Bild machen. Oder isses für die Schublade? Könnte mir vorstellen, dann hätten viele nicht mitgemacht. Mich würde das Ergebnis wirklich interessieren, und ich finde es befremdlich, daß man da jetzt so betteln muß!


    Oder isses wieder 'geheim'? - kann ja eigentlich nicht, wenn mit meinem Mitgliedsbeitrag bezahlt.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hallo liebe Imkerfreunde ,

    das Problem Wachs beschäftigt wohl die meisten von uns. Auch ich musste feststellen, das der Lieferant meines Vertrauen, damit belastet war.

    Hier mal den ein oder anderen Tipp, wie ich das Problem für mich gelöst hab. Seit Jahren verwende ich in den Honigräumen, die Nordwabe. Dies aus Betriebswirtschaftlicher und Hygienischer Sicht. Die Bruträume werden von mir seit vergangenen Jahr, Stück für Stück auf Naturbau umgestellt. DNM Rähmchen mit Draht und Anfangsstreifen. Es geht auch ohne Anfangsstreifen, doch dann bauen die Bienen Herzförmig. Mit Streifen legt man zumindest ein wenig die Form des bauens fest. Jedoch entscheiden die Bienen selbst, wie und was Sie bauen. Wer im Naturwabenbau imkern will, sollte sich dafür wenigstens zwei - drei Jahre zur Umstellung Zeit nehmen. Erstens werden immer mal wieder dunkle Waben benötigt und zweitens, dauert es auch eine Weile bis man alle Waben umgestellt haben kann. Wer sich nun noch eine manuelle Wachspresse besorgt, der kann dann im Winter seine Mittelwände oder Anfangsstreifen aus eigenen reinem Bienenwachs selbst herstellen.

    Erst war ich etwas sekeptisch, was den Naturwabenbau angeht, doch inzwischen bin ich überzeugt. Die Vorteile liegen auf der Hand. Weniger Arbeit durch Herstellung von Rähmchen mit Mittelwänden, Verminderung des Schwarmverhaltens (da die Bienen immer etwas zu tun haben), reiner sauberer Bienenwachs, Gute Wachserträge, Gesünderes sozialverhalten im Bienenvolk.

    Nachteile : man kann mittels Baurahmen, die Varroa durch verdeckelte Drohnenbrut nicht einfach entfernen. Die Bienen bauen auf jede Wabe Drohnenzellen. Diese sollte man dann bei der Durchsicht schneiden.


    Hoffe hier ein paar Tipps für den ein oder anderen gegeben zu haben

    Zusammen schaffen wir blühende Landschaften

  • Hallo zusammen - ich will dieses Jahr mit zwei Ablegern auf Dadant beginnen und bin gerade überlegen, wo ich am besten Mittelwände kaufe. Gibt es denn aktuell zuverlässige Quellen, denen man trauen kann?


    Alternativ überlege ich, ohne fremdes Wachs im Naturwabenbau zu starten und später meinen eigenen Wachskreislauf aufzubauen. Funktioniert das denn bei einem Ableger, den man Anfang Juni bekommt? (Ich möchte vermeiden, dass das Volk zu langsam wächst und dann gegen Winter zu klein ist).

    **R0Li84, das mit dem Naturwabenbau ist ne tolle und super Sache ! Zuerst konnte ich mich damit auch nicht anfreunden, da ich aber neuen Ideen immer offen gegenüber stehe habe ich es vorerst an drei Völker im Jahr 2016 versucht. Im vergangenen Jahr habe ich dann weitere Völker umgestellt. Es ist für mich ein Erfolg. Allerdings musst du auch intensiver und sorgfälltiger gegen Varroa behandeln. Wenn man einen Schwarm einfängt, dann ist es nichts anderes. Man füttert gut ein und der Schwarm will sofort bauen. Denn Naturwabenbau solltest du nicht sofort zu 100 % umstellen. Stück für Stück, Waben entnehmen und durch Rähmchen mit Draht und bei Bedarf auch mit Anfangsstreifen , dazu geben. Die besten Monate dafür sind April- Mitte Juni. Nach der Sommersonnenwende, fahren die Bienen Ihr Bauverhalten zurück. Auch ist nicht gleich Bienenvolk = Bienenvolk. Es kommt auf die Zuchtlinie ganz stark an. Es gibt Völker die bauen sehr gut und dann gibt es Völker, die bauen total schlecht und unmöglich. Steuern kannst du das nur mit Geduld und Anfangsstreifen. Hänge zuerst zwei leere Rahmen ins Volk und beobachte gut. Wenn du nur einen einhängst, dann wird er als Baurahmen für Drohnenzellen genutzt. Also immer mit zwei oder mehr starten. Bei einem Ableger, kannst du eine zweite Zarge aufsetzten, die nur mit gedrahteten Rähmchen bestückt ist. Die Brutzarge unten (Ableger) lässt du auslaufen und entfernst die Waben Stück für Stück. Du wirst sehen, das die Bienen die obere Zarke schnell ausbauen. und die Weisel dann auch nach oben wandert. Auch wenn Weisel , lieber dunklerer Waben annehmen, so erkennst du im Naturbau, dass dies anders ist. Versuch es einfach.

    Zusammen schaffen wir blühende Landschaften