Bienenwachs allgemein und seine Echtheitsprüfung

  • Also ich habe heute 4 Proben gemacht, 2 von meinem guten Wachs, eine andere und eine von G. Bei den beiden ersteren war in kürzester Zeit die Lösung kristallisiert, bei den anderen beiden nach 2 Stunden noch nicht. Natürlich habe ich mit warmen Wasser abgespült, ich habe die Oberfläche nicht angeraut und die Temperatur hat auch nicht gestimmt. Ich mache das noch einmal genauer, aber bei den guten Proben deutet sich ein Fleck ab, bei den anderen eher nicht

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo zusammen,


    Dr. Frank Neumann vom STUA (Staatliches Tierärztliches Untersuchungsamt Aulendorf) hat den Test auf Stearinverunreinigung geprüft.

    Hier das Ergebnis:



    Ich denke der Test ist eindeutig. Wer hierbei eine Verunreinigung feststellt, sollte diese Mittelwände seinem Lieferanten zurückgeben!


    Viele Grüße vom Bodensee

  • Ja, danke!


    Hoffentlich gibt das keine Probleme mit de Urheberrechten.


    Hast Du vielleicht einen Link zum eigentlichen Bericht?


    Interessant wäre schon, wie der Test konkret durchzuführen ist...


    Genial wäre, wenn wir noch etwas ähnliches für Paraffin hätten. Der weiter oben erwähnte Test lässt einfach zu viele Fragen offen...

  • Jetzt bin ich auch interessiert, so gut wie das scheinbar funktioniert.
    Da würde ich direkt mal gerne das Wachs unseres lokalen Imkereibedarfs testen.

    Gruß

    Mikrowellen-Essen aus biologischem Anbau lässt uns nur so leise aufstoßen, dass sich niemand belästigt fühlt.


  • Ich bin von Brutschäden hervorgerufen durch das Wachs bis dato verschont geblieben.


    2009 hab ich mein Wachs auf "Rückstandsfrei" umgestellt, jedoch nicht auf "Paraffinfrei"

    geachtet. Immer wieder gab's Probleme mit abgesackten Wachs. Mit dem eigenen Wachskreislauf

    haben sich die Probleme von Jahr zu Jahr gebessert.


    Seit dem letzten Jahr hab ich viel versucht, Dichte bestimmt, in Benzin gelöst, in Schwefelsäure gelöst und natürlich auch mit Harnstoff.

    Harnstoff und Benzin ergeben ein ähnliches Ergebnis, wobei aus meiner Sicht

    die Harnstoff Probe einfacher und schneller geht.


    Ich sehe, dass mein Wachs nicht gleichmäßig belastet ist:

    - ca. 5% der im Vorjahr ausgebauten Mittelwände sind leicht abgesunken

    - die Hälfte der Harnstoffproben zeigen keine Reaktion mit dem Wachs

    Die wahrscheinlich verunreinigten Wachsblöcke werde ich bevorzugt zur Kerzenproduktion verwenden

    und weiterhin den eigenen Wachskreislauf pflegen.


    Gruß Sepp

  • Gekauft hab ich den Großteil meiner Wachsbestände bei zwei Lieferanten

    "A" aus Österreich

    "B" aus Deutschland, war jedoch keiner der bis dato Schlagzeilen gemacht hat


    Von beiden Lieferanten hab ich rückstandsfreies (afrikanisches) Wachs bekommen.

    Beim Lieferanten "A" waren die Mittelwände dicker, bei diesen war das Absinken

    nicht zu bemerken. Beim Lieferanten "B" waren die Mittelwände dünner und sind

    bei waagrechter Drahtung leicht abgesackt. Es war lästig, aber die Bienen haben

    es ganz normal bebrütet.


    Gruß Sepp

  • aber ein Druckfehler wäre dann doch, der für die Verwirrung sorgt: das Wörtchen "über" muß dann "unter" lauten, damit man keine Ausfällung sieht... , weil die ohne Fleck sind ja die guten!

    Kruppi, Du interpretierst da etwas hinein, was nicht da steht.


    Ich will nicht ausschliessen, dass sich da irgendwo Fehler eingeschlichen haben.


    Aber ohne genaues Hintergrundwissen können wir nur spekulieren, was der Fehler sein könnte.


    Unabhängig von eventuell vorhandenen Fehlern: es fehlt schlicht die Gegenprobe. Ob das nun die Positiv-Probe oder die Negativ-Probe ist, ist zweitrangig.

  • Hallo Imkerfreunde

    Ich habe mir bei der erneuten Paraffinprüfung alle Mühe gegeben und habe zusätzlich noch eine Probe mit Jungfernwachs (Baurahmen) gemacht. Das Ergebnis ist das alle fünf Proben den gleichen runden Abdruck haben, wo die Harnstofflösung draufgekommen ist, nachdem ich sie abgespült habe. Für mich steht fest, das mein Wachs jetzt stearinfrei und auch so gut wie kein Paraffin drin ist, da werde ich mich bemühen das es so bleibt.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo zusammen,


    Dr. Frank Neumann vom STUA (Staatliches Tierärztliches Untersuchungsamt Aulendorf) hat den Test auf Stearinverunreinigung geprüft.

    Hier das Ergebnis:

    [...]

    Hallo zusammen,


    ich habe diesen Test leicht abgewandelt (Leitungswasser, Wachs 24h einlegen, danach 1h trocknen lassen) durchgeführt´, und auch auf meinem verdächtigen "Problemwachs" bildet sich sehr deutlich diese weiße Ablagerung. In i.O. Wachs dagegen nicht.


    Weiß man eigentlich inzwischen was bei diesem Test womit reagiert, bzw. was genau zu diesen Ablagerungen bei verfälschtem Wachs führt? Auf der ansonsten sehr informativen Seite von Markus alias @Mc Fly habe ich dazu nichts gefunden.


    Danke & schöne Grüße


    Johannes

  • Servus Johannes, bisher hat sich noch niemand gefunden der diesen Belag analysieren möchte.

    Klar belegt ist aber, auch wenn man gutes Bienenwachs einschmilzt und Stearin/Stearinsäure hinzugibt kommt es zu dieser Reaktion.

    Da Palmitinsäure natürlich schon recht hoch vorkommt, muss es zwingend mit der Stearinsäure einhergehen.

    Verseifung/Ausblühung der Salze usw. waren schon im Gespräch. Vielleicht gibt es ja hier noch einen Chemiker der sich ein wenig auskennt. Mit dem Kalk hat es nichts zu tun, in Regenwasser reagiert es auch aber in dest. Wasser nicht oder wenn man Oxalsäure / Essig hinzufügt.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Mit dem Kalk hat es nichts zu tun, in Regenwasser reagiert es auch aber in dest. Wasser nicht oder wenn man Oxalsäure / Essig hinzufügt.

    Ich habe an MW-Proben von Kollegen festgestellt, daß der Kalkgehalt des Wassers doch eine Rolle spielt: Der weiße Oberflächenbelag bildete sich umso stärker aus, je höher der Kalkgehalt des Wassers war (Leitungswasser, Mineralwasser mit erhöhtem Ca-Gehalt, Leitungswasser mit Ca-Brausetabletten angereichert).

  • Stearin- und/oder Palmitinsäure können prinzipiell über eine sog. Verseifung Salze mit Calcium- oder Magnesiumverbindungen im Trinkwasser/Mineralwasser bilden, die dann wenig löslich im Wasser sind und weißen Niederschlag bilden. Dies erfordert ein basisches Mileu, kann aber im neutralen Trinkwasser nicht ausgeschlossen werden.


    Verseifungsreaktionen = Spaltung einer Verbindung von organischer Säure mit Alkoholen führen letztlich zu diesen Salzen der org. Säuren.


    Wurde früher zur Seifenherstellung genutzt, wobei wässrige Natronlauge oder Kalilauge mit Fetten gekocht wurden (Seifensieder). Die Natrium oder Kaliumsalze der Fettsäuren sind Seifen und in Wasser löslich. Kommen diese mit stark kalkhaltigem Wasser (Calciumcarbonat) in Verbindung, bilden sich dann die sog. Kalkränder, welche die Calciumsalze der Fettsäuren darstellen. Im Prinzip das Gleiche wie bei der Reaktion von Stearin-/Palmitinsäure mit kalkhaltigem Wasser.


    Aus meiner Sicht geht es nur mit mineralhaltigem (Calcium, Magnesium) Wasser.


    Regenwasser und entsalztes oder destilliertes Wasser enthält per se keine Salze - sollte damit nicht funktionieren.


    Wenn man mit Oxalsäure oder Essigsäure ansäuert, kommt es ggf. zur Umsalzung, d.h., Ca-/Mg bildet mit Oxal-/Essigsäure Salze, die aber in Wasser löslich sind. Somit geht es im sauren Milieu auch nicht.


    Soweit meine Interpretation


    Rainer