Bienenwachs allgemein und seine Echtheitsprüfung

  • Beim Einschmelzen von Naturwachs und manchen MW, konnte ich feststellen, das die gelbe Farbe der MW übertrieben gelb ist.


    Naturwachs ungenutzt ist bei mir weiß. Mittelwände sind meist gelb. Ebenso gelb ist Blockwachs, wenn dem Schmelzwasser Zitronensäure zugesetzt wurde. Die gelbe Farbe scheint mir kein Kriterium für eine Verfälschung zu sein. Interessant ist aber, ob sich das Naturwachs in Schwefelsäure auflöst. Paraffin löst sich meines Wissens nicht in Schwefelsäure. Wenn Mittelwände Paraffin enthalten, könnte deshalb das Paraffin die Mittelwand gegen die Auflösung durch Schwefelsäure abschirmen. Eventuell hätte man dann schon einen Nachweis für die Streckung von Mittelwänden mit Paraffin.


    Gruß Ralph

  • Die Proben 1-4 mit Blockwachsspänen sind im Auflösen begriffen, bei den MW tut sich kaum etwas. Die MW sind aber auch in der 4. Probe eingeschmolzen, na mal sehen, es ist eben zur Zeit sehr kalt.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Kurzer Zwischenstand, ich habe wahrscheinlich zu viel Wachsspäne verwendet, das Altwachs hat sich zu einer Masse aufgelöst, Jungfernwachs und kritisches Wachs befinden sich in Teilauflösung, bei den MW passiert so gut wie nix. Ich habe jetzt neu angesetzt und die Proben warm gestellt. Von allen Proben habe ich flüssiges Wachs auf eine Scheibe tropfen lassen und die dann in die Schwefelsäure gelegt. Ein Stück MW von einem Imkerkollegen liegt auch drin, ich glaube vor Weihnachten kann ich noch ein Ergebnis liefern.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Abschließende Einschätzung der Prüfung von Bienenwachs mit 94-96 %iger Schwefelsäure.
    Ergebnis:
    1. Bei Altwachs aus früheren Jahren ist die Auflösung am Besten, es bleiben die Verunreinigungen als eine Art Gelee zurück.


    2. Bei Jungfernwachs war auch eine gute Auflösung festzustellen, als eine Art trüber Film.


    3.Bei allen anderen Wachsproben, auch von anderen Imkern, war die Auflösung schlecht, es blieben dickere Klümpchen in der Säure.


    4. Mittelwandstücke verschiedener Hersteller lösten sich nicht auf, bzw ich konnte keine Veränderung feststellen, nur das sich die Stücke rötlich gefärbt haben.


    5.Paraffin löst sich auch nicht auf.


    Das Fazit ist, das diese Prüfung nicht besonders überzeugend ist, aber doch eine gewisse Verunreinigung der MW erahnen läßt. Ich würde den Test nochmal mit 100%iger Schwefelsäure wiederholen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)


  • Das Fazit ist, das diese Prüfung nicht besonders überzeugend ist, aber doch eine gewisse Verunreinigung der MW erahnen läßt. Ich würde den Test nochmal mit 100%iger Schwefelsäure wiederholen.


    ...wobei eine 100% Schwefelsäure seltener ist als 100% Bienenwachs. :roll: Reine Schwefelsäure ist so hygroskopisch, dass sie sich bei normaler Lagerung bereits mit der Luftfeuchtigkeit langsam bis auf etwa 98% verdünnt. So dicht kann das Gefäß meist gar nicht sein....


    In jedem Fall vielen Dank für deinen Bericht. Werde vielleicht nach Weihnachten auch mal eine Versuchsserie starten.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • ...wobei eine 100% Schwefelsäure seltener ist als 100% Bienenwachs. :roll: Reine Schwefelsäure ist so hygroskopisch, dass sie sich bei normaler Lagerung bereits mit der Luftfeuchtigkeit langsam bis auf etwa 98% verdünnt.


    Danke für diesen Hinweis, da kann natürlich auch ein Fehler liegen, für die Ungenauigkeit, weil ich die Proben nicht verschlossen hatte. Man lernt nie aus.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Auch wenn es abartig klingen mag: Was haltet Ihr von einem Test durch die Bienen selbst wie folgt:


    50% der Ei-Näpfchen im Nicot-käfig mit dem Wachs der zu testenden MW-Charge bestreichen, die anderen 50% mit Naturbauwachs -> Kö. dazusperren und nach gewissen Fristen immer wieder prüfen, was der Bien damit gemacht hat. Genauso gut könnte man MW-streifen von Test-MW und guten MW nebeneinander in ein TestRä einlöten und Annahme, Bestiftung, Larvenentwicklung/-pflege beobachten.


    Zusätzlich würden sich die noch immer nicht geklärten Zusammenhänge mit Trennmittelresten untersuchen lassen: 1 Tropfen des mit Trennmittel des Umarbeiters in der dort verwendeten Konzentration versetzten Kühlwassers pro Näpfchen/Zelle eintrocknen und danach bestiften lassen in 4 Proben: Tropfen mit zu testendem Wachs + Testwachs ohne Tropfen + Naturwachs mit und ohne Tropfen. Das nenne ich Reybroeck-Test, weil Dr. Reybroeck in Versuchen nachgewiesen hat, daß das stearinversetzte Bienenwachs allein bzw. Trennmittel allein das Wachstum von Bacillus cereus nur hemmt, eine Kombination aus Beiden (Stearinverfälschung + Trennmittel) das Wachstum jedoch vollständig verhindert.

  • Gottfried, diese Versuche haben wir schon in Planung. Ebenfalls ein Absammeln von Gelee Royal aus solchen Zellen bzw. bestreichen solcher Mittelwände mit Gelee Royal und anschliesendes Abtragen und Analyse um zu sehen ob das aufgetragene Gelee Royal einen Unterschied zum nicht aufgetragene Gelee Royal zeigt.


    Das Schlimme ist, es dauert noch einige Wochen/Monate bis man da wieder loslegen kann :cry:

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Hallo


    Um der Vollständigkeit halber, will ich hier die Stearinsäureprobe von Markus erwähnen, sie funktioniert sehr einfach. Ein MW-Stück in ein Glas mit Mineralwasser stecken, am Besten gleich 24 Stunden, dann weis man fast sicher, das die MW aus unverfälschtem Wachs sind.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo


    Um der Vollständigkeit halber, will ich hier die Stearinsäureprobe von Markus erwähnen, sie funktioniert sehr einfach. Ein MW-Stück in ein Glas mit Mineralwasser stecken, am Besten gleich 24 Stunden, dann weis man fast sicher, das die MW aus unverfälschtem Wachs sind.

    Und wieso weiß man das dann? Was passiert bzw. sollte passieren je nachdem ob das Wachs echt ist oder nicht?

    Der größte Fehler meines Lebens war es, mir von anderen Leute sagen zu lassen, was ich nicht kann. (Arthur Boorman)

  • Drobi bisher können wir nur sagen, die nachweislich mit Stearinsäure versetzten Proben bekamen einen hellen Belag. Versuche zeigten, selbst 5% Beimischung zeigen noch die Reaktion.

    Paraffin kann damit nicht erkannt werden.


    Wir hoffen damit zumindest was an der Hand zu haben um dieses tödliche Stearinwachs vom Markt zu bekommen.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit