Wie erkenne ich mein eigenes Wachs nach der Umarbeitung durch einen Dienstleister?

  • Hallo zusammen...
    Bringe ich heute meine 60kg ausgeschmolzenes Wachs zum Umarbeiten, so bringe ich ein wirres Konglomerat verschieden dicker, runder Klötze aus dem Sonnenwachsschmelzer, dem Dampfwachsschmelzer, dem Schmelztopf für das Entdeckelungswachs und dünne Scheiben ausgeschmolzenes Drohnenwachs.
    Selbst wenn ich mein Wachs noch einmal umschmelze bleiben ca. 25 Klötze.
    Wer zieht wie eine homogene Probe aus meiner Anlieferung, anhand der ich wiedererkenne, ob meine MW aus ebendiesem Wachs und ohne Beimischung hergestellt wurden?
    Sind meine MW in den Paketen überhaupt aus homogenem Material, die MW aus dem ersten Paket aus dem gleichen Material wie die die im letzten Paket?
    Gruß empetrum

    Es war schon schöner auf der Welt, als ich noch den Überblick hatte. Sofie Pfister-Odermatt

  • Sorry Leute,
    wenn wer beleidigt ist soll ers löschen.
    Ihr beschäftigt Euch seit 5 Seiten mit 71 Beiträgen mit diesem Thema, dessen Antwort nur drei Worte sein können?
    Also, wie erkenne ich ....?
    Antwort: Garnicht, machts selbert.
    Viele Grüße
    Wolfgang, der selbst noch nie ein Problem hatte sehr viel gequirlte .... zu einem OT zu schreiben.

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

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  • Eine Vermutung als Fetisch ständig vor sich herzutragen, bringt keinen Erkenntnisgewinn. Das Diskutieren verschiedener konkreter Möglichkeiten schon, wie die 5 Seiten zeigen. Und wenn es nur die Grenzen dieser Möglichkeiten aufzeigt.
    Selber Wachs verarbeiten kann nicht jeder Imker aus den verschiedensten Gründen. Auch - und vielleicht sogar verstärkt - wird es künftig verschiedene Wachsqualitäten am Markt geben. Die Inhaber teuren Wachses werden interessiert bleiben an der Wiedererkennbarkeit ihres Materials. Vor langer Zeit wurde echtes Bienenwachs von der Gesellschaft wie den Imkern als die wertvollste Gabe der Bienen angesehen. Es lohnt sich deshalb m.E., als Imker-Bien weiter darüber nachzudenken, wie man das wiedererkennen/identifizieren bzw. vor Verfälschung bewahren kann. Es wird mglw. auf ein Kombination verschiedener Möglichkeiten hinauslaufen - je mehr, um so sicherer. Bis wir eine 100%ige Lösung haben, müssen wir uns mit geringeren Quoten zufrieden geben und bemüht bleiben, diese zu erhöhen bzw. vor den Fälschern Vorsprung zu gewinnen oder wenigstens deren Vorsprung möglichst gering zu halten. Das ist bei anderen wertvollen Sachen auch nicht anders.
    Wolfgangs Ruf "Macht´s (die Umarbeitung) selber!" verdient allerdings Beachtung und sollte ggf. in der Rubrik Selbstgebautes oder den Fäden zu MW-Gießformen oder-walzen weiterdiskutiert werden. Vereinsbetriebene Walzanlagen wären bspw. eine Alternative für Imker, die keine eigenen Geräte haben, aber selbst ihr Wachs bei der Umarbeitung im Auge behalten möchten.

  • Aus welchem Grund sollte es nicht jeder selber machen können?


    Es gibt doch für jeden Geldbeutel und jede Druchlaufmenge adäquate Angebote von Waffeleisen und/oder Walzen. Und Abfüllanlagen werden ja auch schon gemeinsam genutzt und finanziert.


    Die Frage ist doch eher, das am Anfang einer "Imkerkarriere" nicht genug eigenes Wach für das alles vorhanden ist - von einer Wachsstrecke ganz zu schweigen. Hier könnte aber der Aufkauf von Rohwachs aus bekannter und - nach Abstufung - vertraulicher Quelle drüber hinweg helfen.


    Wenn dann die einzelnen Ausschmelzungen mit etwas System getrennt verarbeitet und getrennt ausgeschmolzen werden wird doch mit jedem Ausbau einer MW "verdünnt".


    Je nach Ort der Bienenhaltung ist doch der Eintrag von PSM (siehe Rückstandsanaysen diverser Honige) eher das kleiner Problem und was man so selber an VarroaMittel reinschüttet weiß man selbst und muss es vor sich und seinen Kunden verantworten.


    Ich werden z.B. Wachs, von dem ich mir über die Zusammensetzung im Moment nicht 100% im klaren bin in den HoR einsetzten und Wachs was bisher gut in den Bruträumen funktioniert hat und frischen Wachs auch dort einsetzen (Brut vor Honig - aus von mir aufgeführten Gründen)


    Dann kauf ich mir noch 10kg Rohwachs bei nem Imker, der seit vielen Jahren eine selbst überwachte/produzierte Wachsstrecke hat, auf und habe somit genug um damit zu beginnen.


    Mein größter Aufwand entsteht also in der Chargeneinteilung meines eigenen Wachses.


    Dann noch alle 2-3 Jahre eine Analyse auf Rücksände im Wachs und ich weiß was Sache ist.

    mein Fahrradlicht ist mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs und ich ganz knapp hinterher

  • Aus welchem Grund sollte es nicht jeder selber machen können?


    Ich werden z.B. Wachs, von dem ich mir über die Zusammensetzung im Moment nicht 100% im klaren bin in den HoR einsetzten und Wachs was bisher gut in den Bruträumen funktioniert hat und frischen Wachs auch dort einsetzen (Brut vor Honig - aus von mir aufgeführten Gründen)


    Dann kauf ich mir noch 10kg Rohwachs bei nem Imker, der seit vielen Jahren eine selbst überwachte/produzierte Wachsstrecke hat, auf und habe somit genug um damit zu beginnen.


    Und da weißt Du, was drin ist ??


    Zitat

    Dann noch alle 2-3 Jahre eine Analyse auf Rücksände im Wachs und ich weiß was Sache ist.


    Das ist sicher ein Bestandteil der Qualitätssicherung. Ebenso die eigene Wachsumarbeitung für die, die es können / machen.
    Auf die Betrügerei zu reagieren, in dem man den Verantwortlichen die "stoffliche Basis" entzieht, ist sicher klug. Leider bringt es für die meisten Imker keine Lösung.


    Ich finde, wenn sich der DIB um die Honigqualität kümmert, warum nicht auch für die Wachsqualität ?


    Beste Grüße


    Rainer

  • Lasst doch die Bienen ran. Die machen ein reines Naturprodukt! Ich mache es so und es klappt. Aber es geht dann nicht, wenn es um jedes Kilo Honig geht. In diesem (zweiten) Jahr hat ein Naturschwarm sogar einen Honigraum ausgebaut und noch vollgetragen. Ein Ableger vom letzten Jahr wurde im Mai auf leere Rähmchen gekehrt und das Volk hat 3 Zargen ausgebaut und hat 17 kg Honig gebracht und überwintert auf eigenem Honig. Ich hoffe: Erfolgreich!
    Gruß
    Harald

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Zitat

    Ein Ableger vom letzten Jahr wurde im Mai auf leere Rähmchen gekehrt und das Volk hat 3 Zargen ausgebaut und hat 17 kg Honig gebracht und überwintert auf eigenem Honig. Ich hoffe: Erfolgreich!
    Gruß


    Es gibt noch Imker, die leben in einem gottgesegnetem Land.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Und da weißt Du, was drin ist ??



    100% sicher nicht - aber das ist klar, das geht nur mit Start im Naturbau - darum gehts ja nicht, aber wenn ich hier einmal Vertrauen habe, dann verdünnt sich das langsam aber sicher ja immer weiter herunter und wenn ich dann noch weiterhin trenne/dokumentiere, dann kann ich über ne Wachsstrecke und Mischung auf Naturbau auf sehr hohe Wahrscheinlichkeiten kommen.

    mein Fahrradlicht ist mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs und ich ganz knapp hinterher

  • Hallo Stefan,
    da hast Du recht. Er ist Bienenhalter:daumen: Aber das müssen wir nicht weiter ausbreiten. Ist nur so ein "Flitz" von mir. Auch künftig werde ich nicht auf den Massenwahn (Masse Völker, Masse Honig, Masse Wachs) aufspringen. Ja, es ist scheinbar so, ich lebe mit meinen z.Z. 3 Völkern in einer guten Trachtlage. Wiesen, Ortslage, Gewerbegebiet, BIO-Bauer mit viel Fläche und blühenden Kulturen über den ganzen Sommer.
    Im kommenden Frühjahr ziehen meine Ableger / Schwärme auf ein etwa 30 ha großes Hochwasserschutzfläche mit unzähligen Gehölzen, Trockenrasen, Sumpfstaudenflächen, Uferzonen und absoluten Naturflächen um.
    Es kann nur besser werden!
    Das ist aber reiner Zufall.
    Gruß
    Harald

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Lieber Harald,


    es hört sich sehr gut an, was Du über die Bedingungen für Deine Bienen berichtest. Aber nicht jeder lässt die Bienen im Naturbau wohnen und das hat seine Gründe. Diese wurden im IF schon heftig und kontrovers diskutiert. Darum geht es nicht - es geht um die Fraktion, die bisher im guten Glauben ihr Wachs der Rezyklisierung übergeben haben und darauf gesetzt haben, reine Bienenwachsmittelwände zurückzukaufen. Das ist aber nicht der Fall und das ist schlicht eine Sauerei, Betrug und stört erheblich den o. g. "Guten Glauben".


    Rainer

  • Ja,
    das Problem ist doch folgendes. Wer auch immer bringt sein altes Wachs zu einem Umarbeiter. Der macht das für einige hundert Imker und er ist der Billigste weit und breit, sonst wäre werauchimmer ja nicht ausgerechnet da.
    Der Umarbeiter arbeitet rationell mit größeren Behältnissen, er nimmt auch acht Kilo von dir an und verkauft die gerne 25 kg Mittelwände. Erstes Problem für dich, eigentlich schon das zweite, weil dein abgeliefertes Wachs ist ja schon nicht ganz so rein.
    Was werauchimmer wohl möchte, ist ein Lohnumarbeiter, der für einen Stundenlohn ( am Besten praktisch Null ) zu wemauchimmer kommt, dessen Gerätschaften benutzt und sein Wachs 1:1 in Mittelwände umarbeitet.
    Deine Gerätschaften, dein Wachs, also warum nicht selbst machen, wenn Du ganz sicher sein willst?
    Willst Du oder werauchimmer die billige, einfache und keine Zeitverschwenderische Methode, dann finde dich damit ab. Ich fahre doch nicht eine Stunde nach Trossin um dort zu warten bis der Chef gerade mal Zeit hat, stehe dann hinter ihm und beobachte wie er aus meinen acht kg Wachs sechs kg Mittelwände zaubert. Ich bin schon über 4o, soviel Zeit bleibt mir nichtmehr. Also vertraue ich und wenn es schief geht, dann mache ich eben meinen eigenen Wachskreislauf, so wie es bei den Bio-Super-Bobo-Imkern auch sein sollte.
    Wolfgang, der verspricht, dass das sein letzter Betrag zu diesem Thema war

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Hallo,



    Ich kann’s grad auch nicht mehr alles (zum Wachs) lesen. So wie sich das hier darstellt, interessiert das Umarbeiten eh keine „Kleinstimker“. Die Fraktion möchte wenn sie Mittelwände kauft, diese in entsprechender Qualität haben, also ein ähnliches Thema. Das Umarbeiten von Eigenwachs spricht eher die Imker an die zusätzlich „Eigen-Wachsproduzenten“ sind. An der Schwelle stehe ich gerade und da kommt für mich aktuell nur eines in Frage: Mittelwandgießform! Dazu werde ich mich zum 24.12.2016 selber beschenken. Aus die Maus. Wenn sich das Thema mal irgendwann beruhigt (ich glaube noch an den Weihnachtsmann :daumen:) könnte man ja wieder den Weg zum vertrauensvollen Umarbeiter gehen. Da der aber den zugekauften Wachs inklusive Kleinstmengen auf seine Inhaltsstoffe kontrollieren muss um (s)eine Qualität zu gewährleisten (O-Ton auf Gewährleistung), wird der Wachspreis so in die Höhe schießen, dass ich wohl die Mittelwandgießform weiterhin nutzen werde.
    Grüße Stefan

  • ...Wenn sich das Thema mal irgendwann beruhigt ...Qualität zu gewährleisten, wird der Wachspreis so in die Höhe schießen


    Allein das Abschwellen von Ärger über Betrug und Fälschung beseitigt noch nicht die Probleme, im Gegenteil. Die immer höhere Schlagzahl der Wachsskandale lehrt, daß es grundhafte Änderungen geben muß.


    Dazu gehören betriebsinterne Sicherungsmaßnahmen bei Imkern wie Umarbeitern ebenso, wie ein Qualitätssiegel für Echtes Bienenwachs mit einem Auditierungssystem, wie es in fast allen industriellen Branchen üblich geworden ist. Nur bei der Wachsverarbeitung ist das bisher nicht etabliert, auch bei bestimmten Bio-Labeln nicht.
    Die Praxis zeigt überdeutlich, daß es eben nicht reicht, wenn Kontrollen erst veranlaßt werden (können), wenn Völker verstorben sind und die Strafverfolgungsbehörden schließlich von hinreichendem Tatverdacht und Verdunkelungsgefahr überzeugt werden konnten.
    Verdachtsunabhängige Kontrollen dagegen werden ermöglicht durch ein zum Wachssiegel zwingend gehörendes Auditierungssystem oder/und durch (muster-)vertragliche Vereinbarungen zwischen Besteller und Lieferant. Der Ehrliche hat damit kein Problem und wenn sich genug daran beteiligen, wird es auch nicht so teuer wie Mancher argwöhnt. Das Argument, daß Bienenwachs schließlich schon immer gefälscht worden sei, ist nur ein Scheinargument und darf angesichts der heutigen Nachweismöglichkeiten nicht mehr ziehen. Makaber fände ich es auch, wenn man auf die Nicht-Eigenumarbeiter zeigte und ihnen vorwürfe, daß sie nicht pfleglich mit ihren Bienen umgingen bzw. selber daran schuld seien, wenn es durch Unehrlichkeit ihren Bienen schlecht erginge. Darauf aber laufen die stringenten Hinweise auf die Eigenumarbeitung hinaus und desolidarisieren die Imkerschaft. Lachen tut dabei der Dritte, nämlich der Umarbeiter, der seine Geschäfte weiter im Trüben imkerlicher Unentschlossenheit und eigenbrötlerischer Duldsamkeit treiben will. Man kann nur hoffen, daß sich die Imkerschaft dessen bald bewußt werden und über ihren Dachverband DIB/Vertreterversammlung ihre bisher ablehnende Haltung zum Gütesiegel für Bienenwachs endlich revidieren wird. Sie hatte ihren langjährigen Vorsitzenden Dr. Schieferstein in dieser Frage ja sr. Zt. schmählich auflaufen lassen, wie ich mir anhören mußte.


    Es gilt, das Risiko für Unehrlichkeiten wesentlich zu erhöhen. Die Produktsicherheit wird man so verbessern können, das zeigen die Erfahrungen mit Auditierungssystemen in anderen Bereichen eindeutig. In diesem Faden geht es um technische Möglichkeiten der Identifizierung von Bienenwachs nach dem Umarbeitungsvorgang und deren Grenzen - also nur um einen Beitrag zur Eigensicherung in einem möglichen Gesamtsystem der Qualitätssischerung. Mit "Augen zu und durch" oder gar dem glaubensstarken Festhalten am Weihnachtsmann wird sich nichts verbessern lassen, im Gegenteil: Die Erfolgschancen für Unehrlichkeiten würden verstetigt, ausgeweitet und der insoweit "Mutige" für sein verwerfliches Tun noch belohnt. Wie zynisch muß man geworden sein, um so etwas in Kauf zu nehmen?