Wie erkenne ich mein eigenes Wachs nach der Umarbeitung durch einen Dienstleister?

  • Wenn man sich unsicher ist, hilft nur eine Analyse, die etwas kostet.


    M.E. liefern die bisher bekannten Analysen nur Ergebnisse zu Stoffen, die man sucht (Rückstandsanalysen) bzw. können echtes Bienenwachs von verfälschtem unterscheiden (Echtheitsanalyse).


    Wie analysiert man aber, ob man wirklich sein eigenes Wachs vom Umarbeiter zurückbekommt? Bisher basierte das auf blindem Vertrauen bzw. eigener Überwachung des Materialstromes durch lückenlosen persönlichen Augenschein von der Einlieferung der Wachsblöcke bis zur fertigen Verpackung der MW. Die Bahn kennzeichnet ihre begehrten Buntmetallteile ja mittlerweile mit Genen. Ich nehme an, daß so etwas
    a) zu teuer (z.B.: http://www.vaterschaftstests.d…terschaftstest-Preise.asp)
    und
    b) technisch schwierig/unmöglich ist angesichts der Materialbeanspruchungen im Umarbeitungsprozeß.
    Wem fällt zur Identifizierung des eigenen Wachses etwas besseres ein?

  • Da fällt mir auch nur eine Dotierung ein; denn wenn Du eine Komplettcharakterisierung von Bienenwachs machen lässt, ist es sicher nicht mehr bezahlbar.


    Dotierungsmittel sind dann aber wieder Verunreinigungen im Wachs und müssen leicht identifizierbar sein. Ich nenne mal beispielhaft


    - Alpha-Linolensäure, eine ubiquitär vorkommende Fettsäure, die man gaschromatographisch gut detektieren kann. Das macht aber kein Imker, d.h., Beprobung und Analyse = Kosten
    - Erdalkalisulfate (CaS, BaS) dotiert mit Mn ließen sich als Pulver zumischen, sind im Umarbeitungsprozess stabil und mittels UV-Licht nachzuweisen, d.h., könnte man als Imker machen.


    Übrigens gibt es ja gerade bei den Pflanzenblüten sog. UV-Male, Stoffe, die Bienen aufgrund des UV-Anteils im Tageslicht orten können....


    Es müsste etwas ganz einfaches sein, dass man leicht detektieren kann.


    Grübel


    Rainer

  • Ich hatte auch schon diverse Gedanken zu Dotierungen, aber da müsste man dann auch feststellen können, ob das quantitativ noch stimmt, sonst würde man Beimischungen (d. h. der Umarbeiter zweigt x % gutes Wachs ab und ersetzt es durch irgendeinen Schrott) nicht erkennen können. Und das wird wohl schwierig, auch weil man mittels Versuchsreihen festlegen müsste inwieweit die Dotierung durch den Umarbeitungsprozes an sich "leidet".


    Und was passiert mit der Dotierung wenn das Wachs zumindest teilweise nächstesmal wieder beim Umarbeiter landet? Restmengen in der Maschine, die zu einer (anderen?) Dotierung des nachfolgenden Imkers mischen?


    Ich seh da eigentlich nur einen gangbaren Weg - Kerzen basteln und /oder Wachs verkaufen und Naturwabenbau.

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  • Laßt uns nach einer einfacheren, preiswerteren Methode suchen.


    Es gibt nur eine preiswerte und gangbare Methode, bei der auch Betrug ausgeschlossen ist:
    Eine eigene Mittelwandpresse kaufen und sein Wachs selber verarbeiten! Das macht nicht so viel Arbeit, als manche denken. Und die Kosten der Presse haben sich nach wenigen Jahren amortisiert.


    Alles Andere ist vergebliche Liebesmüh'!

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Es gibt nur eine preiswerte und gangbare Methode, bei der auch Betrug ausgeschlossen ist:
    Eine eigene Mittelwandpresse


    Das ist die Frage! Ich mag die Hoffnung auf andere Lösungen nicht so schnell aufgeben.


    Man kann und soll die Umarbeiter bei ihrem Schopfe packen, d.h. bei ihren eigenen vollmundigen Zusicherungen. Wenn die wirklich ernst meinen, was sie zusichern, dann dürften ihnen entsprechende Strafbewehrungen Ihrer Zusicherungen auch nichts ausmachen, im Gegenteil: Sie könnten damit die angeblich so wenigen schwarzen Schafe fernhalten. An ihrer Bereitschaft, solche Vertragsklauseln zu akzeptieren, könnten wir messen, ob sie wirklich meinen, was sie sagen. Wenn sie echtes unverfälschtes, unbelastetes Bienenwachs anpreisen, dann wäre es nur folgerichtig, wenn sie sich bereits beim Verkauf ihrer Produkte verpflichten, bei Verstößen eine Pauschale zu zahlen, die einerseits die Laborkosten gastomatografischer Fingerprints wie auch die potentiellen Schäden für den Imker abdeckt und darüber hinaus wirksam etwaige Gewinnaussichten durch Panschereien abschöpft bzw,. davor abschreckt. Was mag der Fachverband der Umarbeiter dazu wohl sagen? Man müßte durch koordiniertes Vorgehen auf die Marktmacht imkerlicher Wachslieferanten aufmerksam machen.

  • Ein nicht ganz ernst gemeinter Vorschlag:


    Den Wachsblock vor der Abgabe grün einfärben. Wenn die Mittelwände anschließen genauso grün sind, ist es dein Wachs.
    Es geht natürlich auch, wenn man das Wachs gelb oder rot einfärbt.


    Gruß
    Werner

  • Den Wachsblock vor der Abgabe grün einfärben. Wenn die Mittelwände anschließen genauso grün sind, ist es dein Wachs.



    Gruß
    Werner


    Werner, so unvorstellbar ist es nicht. Darum mein Hinweis auf die Erdalkalisulfide, die im UV-Licht dann farbig erscheinen (rot oder blau).


    Praktisch geht derzeit m. E. Nur die GC Analyse aus dem Wachsblock vorher und nochmal aus den MW nach Umarbeitung. Macht zusammen € 400 plus Umarbeitung - eher nicht realistisch.


    Grübel grübel


  • Praktisch geht derzeit m. E. Nur die GC Analyse aus dem Wachsblock vorher und nochmal aus den MW nach Umarbeitung. Macht zusammen € 400 plus Umarbeitung - eher nicht realistisch.


    Warum unrealistisch -> wenn man das Risko klar abgrenzt und die Kosten demjenigen zuweist, dessen Risikosphäre die Unreinheiten entstammen? Resp.: Ergibt die GC-Analyse exakte Übereinstimmung vor/nach der Umarbeitung bzw. bei Neukauf die Übereinstimmung mit den zugesicherten Wachseigenschaften, so bleibt der Imker auf den Analysekosten sitzen. Das wird ihn von unnötigen Analyseaufträgen abhalten. Zeigt die Analyse dagegen Widersprüche auf, hat der Umarbeiter die Analysekosten + eine Schadenspauschale + eine Vertragsstrafe zu zahlen, die ihm den angestrebten Gewinn seiner Unlauterkeit abschöpft. Wenn er solche Konditionen unterschreibt, muß er entweder ehrlich arbeiten oder aber mit erheblichem Risko ganz hoch pokern. Rückstellproben wird sich dann jede Seite mindestens 3 Jahre lang aufheben. Solange dauert zumindest die Verjährung vertraglicher Ansprüche, bei Schädigung durch Straftat 10 Jahre (Verjährungsbeginn ab Kenntnis von Straftat und Schädiger).
    Wie wäre es, wenn die Verbände solcherlei Konditionen aushandeln würden? Sollten die an der Schadenspauschale beteiligt werden, damit das was wird? Der Imker als Einzelkämpfer - da mag er so viele Völker haben, wie er will - wird solche Konditionen kaum aushandeln. Aber wenn die Imkerschaft gemeinsam entscheidet, ihr gutes Wachs nur noch zu den neuen Konditionen herzugeben, dann besteht zumindest die Chance. Es genügte schon, einen oder mehrere große Umarbeiter zu gewinnen, die das akzeptieren. Der Rest würde früher oder später auf seinem Dreck sitzenbleiben.

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von ribes () aus folgendem Grund: gesetzliche Verjährung bei Schädigung durch Straftaten

  • Das würde dann wohl auf Gegenseitigkeit beruhen - die Umarbeiter verlangen Regress von Imkern, die - oft wohl unwissentlich - gepanschtes Wachs anliefern, weil sie eben den Mist vorher irgendwo gekauft haben. Gerade die kleineren Umarbeiter dürften eher zu den Betroffenen gehören. So wie ich das mitbekommen habe, wird das gepanschte Wachs ja eher durch Großhändler, die an Wiederverkäufer liefern, in den Kreislauf gebracht.


    Und die Markiererei schützt nicht davor, dass ein krimineller Umarbeiter z. B. 10 oder 20% aus Deinem guten Wachs abzieht und durch Mist ersetzt. Der Marker ist dann ja noch da! Da müsste man wieder exakt feststellen können, ob die Konzentration noch passt und genau wissen, dass da nicht was beim Aufschmelzen z. B. durch Absetzen verloren geht. Ein Riesenaufwand, das zu testen. Und sobald es mehr als einige wenige machen - was dann?


    Da wäre es doch viel sinnvoller, einfach einen günstigen Test auf gute Wachsqualität zu haben - da wird ja dran gearbeitet.

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