Wachs umarbeiten

  • Moin zusammen und ein gesundes, erfolgreiches neues Jahr !


    Da sind wir nicht weit von dem entfernt, was schon vor Wochen vorgeschlagen wurde - ein Qualitätsm'mentsystem, welches durch eine Wachsverordnung gestützt wird.
    Auch wenn ich jetzt wieder Dresche bekomme - es hilft m.E. nur ein funktionierendes QM und dem Kreislauf das wertvolle Gut entziehen - sprich eigene Umarbeitung.


    Euch allen ein gutes Imkerjahr


    Rainer


  • Pestizidarm, Rückstandsfrei, Bioqualität usw. Hier bedarf es einer Definition.


    Wenigsten für "Bioqualität" bedarf es keiner weiteren Definition. Das ergibt sich aus der EU-Ökoverordnung.



    Der Imker, der sein Wachs nur umarbeiten lässt, hat doch da keinerlei Probleme.


    Das gilt aber nur, wenn eins zu eins das eigene Wachs umgearbeitet wird, was nicht der Regelfall ist.



    Diese Erklärung mit versiegelter Rückstellprobe würde helfen, schwarze Schafe der Imkerschaft auszugrenzen.


    Das Wachs wird aber doch vermischt. Dann muss bei Problemen jede Rückstellprobe der betreffenden Charge untersucht werden.
    Außerdem wird strittig sein, wer hier was versiegelt hat, wenn das nicht durch eine unabhängige Instanz passiert.
    Zudem muss für jeden Wirkstoff eine Obergrenze definiert werden. Und was ist mit Wirkstoffen, die nicht der Imker einbringt?


    Ich sehe hier vor allem einen enormen Verwaltungsaufwand und entsprechend hohe Kosten.


    Wolfgang


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Moin zusammen und ein gesundes, erfolgreiches neues Jahr !


    Da sind wir nicht weit von dem entfernt, was schon vor Wochen vorgeschlagen wurde - ein Qualitätsm'mentsystem, welches durch eine Wachsverordnung gestützt wird.
    Rainer


    da bin ich bei Dir Rainer, ich muß/darf mich im technischen Bereich auch damit befassen. Also her damit ein QS System.


    gr. Stefan

  • Wenigstens für "Bioqualität" bedarf es keiner weiteren Definition. Das ergibt sich aus der EU-Ökoverordnung.


    Eben nicht. Eine bloße Definition allein kann nicht die geringste Veränderung bewirken. Einer der Hauptverdächtigen des aktuellen Wachsskandals wirbt i.ü. bis heute mit seinem EU-Bio-Zertifikat von der IMO GmbH. Auch daß bei den Zertifikatskontrollen bspw. nicht auf Wachsverfälschungen bzw. auf Trennmittel geachtet oder gar untersucht wird, ist ja inzwischen allgemein bekannt.
    Es ist so, wie beemax, StefanH und andere sagen und die praktischen Erfahrungen in damit vertrauten Branchen bestätigen: Wir benötigen ein zuverlässiges QMS. Insofern greift die hier diskutierte Petition zu kurz, obgleich sie unterstützenswert ist..

  • ... habe ich beschrieben und werde es demnächst unserem LV vorstellen, damit das Prinzip erst einmal verstanden wird.


    Meistens verbindet man es mit "Bürokratie" und dann ist es schnell abgelehnt; steigt man detaillierter ein, wird der Sinn deutlich.


    Ich werde berichten...


    Beste Grüße


    Rainer

  • Wenigsten für "Bioqualität" bedarf es keiner weiteren Definition. Das ergibt sich aus der EU-Ökoverordnung.


    Dann nimm dir die EU Öko Verordnung mal zur Brust. und sagst mir wo da genau die Bezeichnung "Bioqualität" der Mittelwände/Bienenwachs geschützt ist bzw. worauf sich der Schutz beziehen würde, wenn die Bezeichnung doch einen Schutzstatus hat. Wirklich auf Bienenwachs als "nicht" Lebensmittel?


    Eben nicht. Eine bloße Definition allein kann nicht die geringste Veränderung bewirken. Einer der Hauptverdächtigen des aktuellen Wachsskandals wirbt i.ü. bis heute mit seinem EU-Bio-Zertifikat von der IMO GmbH. Auch daß bei den Zertifikatskontrollen bspw. nicht auf Wachsverfälschungen bzw. auf Trennmittel geachtet oder gar untersucht wird, ist ja inzwischen allgemein bekannt.
    Es ist so, wie beemax, StefanH und andere sagen und die praktischen Erfahrungen in damit vertrauten Branchen bestätigen: Wir benötigen ein zuverlässiges QMS. Insofern greift die hier diskutierte Petition zu kurz, obgleich sie unterstützenswert ist..


    Gottfried, die Petition soll aufwecken, wachrütteln und wenn sie Erfolg hat, dann müssen hier die richtigen an den runden Tisch um Bienenwachs zu definieren und die daraus resultierenden Kontrollmaßnahmen abzuleiten etc.
    Irgendwelche privaten Siegel oder was auch immer mir da schon von einigen Seiten vorgeschlagen wurde, kann und soll es nicht geben. Das Thema darf keine Bereicherungsabsichten für ein wildes Durcheinander herbei beschwören. Ich würde hier nichtmal unseren Instituten Vertrauen, denn was passiert wenn doch zuviel Rückstände gefunden werden? Wird es unter den Tisch gekehrt? Wir brauchen eine unabhängige Institution die sich darum kümmert.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit


  • Sehr schön, nur befassen sich da gerade mind. 4 verschiedene Personen mit dem selben Thema. Wo führt sowas hin? Am ende kocht jedes Bundesland seine eigene Suppe.
    Meine Damen und Herren, wenn ihr da das Fachwissen habt, dann setzt euch doch mal zusammen und arbeitet zusammen etwas aus...


    Schaut euch mal eine schöne Arbeit zum Thema Honig an und dann überlegt mal alle zusammen, ob ihr eure Energie nicht in einen Topf werft und damit unsere Verbände, DIB und Politik zuballert. Die Petition soll der erste Stein sein und dann kommen die Experten aus unseren Reihen und werfen denen deren Hausaufgaben vor die Füße.
    Hier mit Peter Leuer kontakt aufnehmen und schon kann man aus einem Honig QS ein Wachs QS umarbeiten. Das Honig QS war dieses Jahr auch Thema beim DIB...
    http://www.imkerverband-westfa…e/qualitaetssicherung.php

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • ...Petition soll aufwecken, wachrütteln und wenn sie Erfolg hat, dann müssen hier die richtigen an den runden Tisch um Bienenwachs zu definieren und die daraus resultierenden Kontrollmaßnahmen abzuleiten etc.
    ...Wir brauchen eine unabhängige Institution die sich darum kümmert.


    Ja, richtig. Die anderen Branchen machen es uns vor, nicht zuletzt unsere direkten potentiellen (Wachs-)Kunden und gleichzeitig: Konkurrenten: Kosmetik- und Pharmaindustrie. Die verlangen ganz ungeniert von den Umarbeitern ein wirksames QMS ohne Abstriche und lassen das auch durch unabhängige Dritte kontrollieren, verlangen/bekommen Zugriff auf entsprechende Daten usw. - eben alles, was ein wirksames QMS ausmacht. Staatliche/behördliche Definition oder Kontrolle ist auf keinen Fall ausreichend und selbst im Idealfall viel zu lückenhaft.
    Institutionell findet der DIB satzungsgemäß seine Kernaufgabe und -verpflichtung darin, auch diesbezüglich die Interessen der deutschen Imkerschaft zu vertreten. Wir brauchen uns nur die Geschichte des Siegels für Echten Deutschen Bienenhonig anzusehen, die über 30-jährige Handlungsverweigerung der damaligen staatlichen Stellen, aber auch die Bedenkenträgerei aus den eigenen Reihen, um daraus abzuleiten, wie unverzichtbar ein entsprechendes Siegel für Echtes Deutsches Bienenwachs ist. Einen Gestaltungswettbewerb brauchte es dafür nicht einmal, sondern nur den Austausch des Wortteiles "-honig" gegen "-wachs". Das Überwachungssystem QMS basiert auf mehreren Säulen: Eigenüberwachung, -dokumentation der Umarbeiter, unabhängige Kontrollen in Abstufungen (von der Dokumentation/Rückverfolgbarkeit bis zur Fremdanalyse systematischer Organistion/Kontrolle von Produkt, Prozeß UND System). Dafür müssen wir Imker selbst über den DIB sorgen und können/sollen uns nicht mehr auf fremde oder staatliche Hilfe verlassen.
    Den DIB wiederum können nur seine Mitglieder zum Handeln zwingen. Diese Mitglieder sind (ausschließlich) die Landesverbände. Manche sind schon bereit dazu., andere muß man offenbar noch zum Jagen tragen. Wenn möglichst viele mit anfassen, bekommt man auch den größten Landesverband bewegt...

  • Moin,


    gepanschtes Wachs hatte ich auch schon.


    Wir brauchen eine unabhängige Institution die sich darum kümmert.


    Scherzfrage Nummer 1: wieviele Institutionen in der Imkerschaft sind unabhängig und vertrauenswürdig genug, Dein Wachs umzuarbeiten?


    Scherzfrage Nummer 2: wieviele Institutionen in der Imkerschaft sind unabhängig und vertrauenswürdig genug, Dir Fremdwachs verkaufen zu dürfen?


    Scherzfrage Nummer 3: woher kommt dieser permanente Bedarf nach Fremdwachs?


    Scherzfrage Nummer 4: was tat Münchhausen, als er im Sumpfe steckte?


    Ein gutes neues Jahr Euch allen. :p_flower01:

    Mit freundlichen Grüßen -- Traugott Streicher

  • Hallo,
    nachdem nun eine weitere Mittelwandpresse eingetroffen ist, kann ich Euch ab KW 4 Mittelwände; vorerst im Zander-, und DN-Maß anbieten.
    Diese werden von uns eigens gegossen und erfüllen folgende Kriterien:
    -Chargenbildung von jeweils 75kg
    -Entseuchung des Wachses bei min. 2 Stunden mit 135 Grad Celsius, mit Entseuchungsprotokoll
    -Anschließende Analyse von Proben genau dieser 75kg vom Labor BELAN auf Zusammensetzung und Uni Hohenheim auf Rückstände
    -Danach Verarbeitung von dieser einen Charge und Verkauf der MW, wenn Analysen ok
    -Verkauf in 2kg Gebinden in einem versiegelten Packkarton, mit Kopien der Zertifikate, sowie durchlaufender Nummerierung zur Rückverfolgung
    (also max. 37 Pakete a 2kg und 1 Paket mit ca. 1kg für genau eine Charge)
    -Bildung einer versiegelten Rückstellprobe pro Charge, sowie Protokollierung der Verkaufswege
    -Meldung/Registrierung als verarbeitender Betrieb von tierischen Nebenprodukten ist erfolgt und wird in Kürze in der Liste des BMEL von den Behörden eingetragen



    Ich habe mir in den letzten Monaten viele Gedanken gemacht, wie denn die "Sauberkeit" von MW geboten werden kann.
    Dabei bin ich auf obiges Ergebniss gekommen. Vielleicht nicht perfekt, aber doch ein erster Schritt in die Zukunft der Wachsverarbeitung.


    Bitte beachtet, dass natürlich nicht jede Mittelwand der anderen gleicht, da ja keine Maschine oder Roboter produziert:-D


    Wenn Euch noch weitere Punkte einfallen, die ich übersehen habe, nur her damit. Werde versuchen, diese dann bestmöglichst umzusetzen.


    Gruß
    Butsche

    Es gibt viel zu tun; packen Wir`s an!

  • Ich beglückwünsche Dich zu diesem Schritt in die richtige Richtung: Transparenz - Qualität - Vertrauen.


    Qualität setzt sich durch - eine Frage der Zeit.


    Wer sich daß Ausmaß angesehen hat und ein wenig perspektivisch denkt, kann sich durch diese Arbeitsweise jetzt (noch) in der Nische positionieren. Das Geschäftsmodell hat Zukunft - auch wenn es etwas mehr kostet. Aber, Qualität hat ihren Preis - alles nicht neu...


    Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Erfolg!


    Guten Start


    Rainer


  • Wenn Euch noch weitere Punkte einfallen, die ich übersehen habe, nur her damit. Werde versuchen, diese dann bestmöglichst umzusetzen.


    Gruß
    Butsche


    Martin, gibt doch bitte noch bekannt, ob du hierbei ein Trennmittel einsetzt und wenn ja welches. Dann dürfte m.E. alles offen gelegt sein.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
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