Wachs umarbeiten

  • Zusammengefasst: Die Spritzmittel in den Mandelbaumkulturen in USA führt zum auffälligen Völkersterben, charakterisiert durch Verluste, die Wochen später auftreten. Es wird gezeigt, dass dies auf fortwährende Exposition der Brut gegenüber Organ. Siloxanen und oberflächenaktiven Substanzen (surfactants), die in der Landwirtschaft beim Spritzen eingesetzt werden, zurückzuführen ist. ...
    Synergistische Effekte bewirken Absterben während der Entwicklung von Larven zu Puppen.
    Mittels q-PCR-Methode konnten erhöhte BQCV (Black Queen cell virus) Spiegel, kombiniert mit der verminderten Expression des sog. Toll-7-ähnlichen Rezeptor, verantwortlich für die Virenabwehr, gemessen werden. Die Folge ist eine erhöhte Anfälligkeit der Bienenlarven durch die Organosiloxane als Beimischung zu den PSM.


    Da haben wir's - nicht weit weg von der Trennmitteldiskussion.


    ... sinngemäß


    Rainer

  • oberflächenaktiven Substanzen (surfactants)7


    Nicht Oberflächenaktive Substanzen, Surfactants sind Phasenvermittler, welche die Trennung zwischen verschiedenen Phasen reduzieren.
    Die größte Klasse sind da die Tenside und damit ist die Überleitung direkt zu den Trennmitteln ersichtlich.

  • organosilicone surfactant adjuvant (OSS) habe ich für mich als Siliziumorganische Tensid-Zusatzstoffe übersetzt.


    Siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/…umorganische_Verbindungen


    Tensid + Viren (exogenous viral pathogens) rufen demnach die Schäden hervor. (In den USA.)


    Es ist natürlich sehr fraglich, welches Tensid genau bei den Mittelwänden die Schäden hervorgerufen hat (wenn es denn das Tensid war). Vielleicht sind da auch ganz andere Trennmittel benutzt worden, die gar nicht vom Maschinenhersteller freigegeben waren?

  • Hallo, im neuen Bienenjournal nimmt der Umarbeiter auch Wasser + Trennmittel....
    Ich werde meine vorhanden MW vor dem Einsatz wässern und dann nur noch selbst gießen ohne Trennmittel.
    Bis bald
    Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • Im neuen Bienenjournal wird eine Wasser-Spirituslösng empfohlen. Ein Rezept aus alten Zeiten. Spiritus ist vergällt. Sollte man diesen Schluck seinen Mittelwänden gönnen?


    Warum das heute immer noch empfohlen wird ist auch mir ein Rätsel.
    Wobei ich an dieser Stelle eingestehe, dass ich diese Variante bis vor ca. 5 Jahren auch empfohlen habe. Ich habe leider diese Wasser-Spiritusmischung ohne groß nachzudenken übernommen. Das sehe ich heute als Fehler an.


    Technisch gesehen hat der Spititus bei den Klapp-Mittelwandpressen den einzigen Sinn, die Abkühlzeiten der Silikonformen zu beschleunigen. Alkohol verdunstet eben schneller als Wasser. Kühlere Formen lassen das Wachs schneller erstarren und die MW läßt sich etwas früher aus der Form nehmen. Von einem Trennmittel ist der Spiritus weit entfernt. Ich stelle das einfach mal so hier rein und sage aus meinen persönlichen Erfahrungswerten = NULL Wirkung (ohne das wissenschaftlich beweisen zu können). Aus diesem Grund empfehle ich kaltes Wasser als Wassernebel auf die Silikon-Form UND auf die noch warme MW zu sprühen. Das ist billiger und hat eine vergleichbare Wirkung. Wenn dann noch mit ein wenig Pressluft (hat/kann ja auch nicht jeder) oder einem Ventilator als 'Belüftung' gearbeitet wird, ist die Abkühlung der Formen UND der MW eine Leichtigkeit.


    Wer die Problematik mit den Rückständen industiellhergestellter MW vermeiden/vermindern will, der sollte sich überlegen, ob er seine MW nicht zuvor in handwarmes Wasser taucht und diese abspült. Die Wirkung der Abspülung von z.B. Tensidresten ist zwar da, aber es sollte nicht vergessen werden, dass die Oberfläche einer MW sehr, sehr rauch und unregelmäßig ist, was gleichbedeutend ist mit einer sehr großen Oberfläche. Wenn ein normaler Teller die Größe 1 hätte, dann hat eine vergleichbare MW die Größe bis 10.
    Von den in Wachs 'eingedrückten' Rückstände der Trennmittel ganz zu schweigen.


    Ich will hier nicht die Kollegen angreifen die Jahrzehntelang gute MW den Imkern zu Verfügung gestellt haben. Sie haben geliefert was die Kunden wollten und haben Trennmittel eingesetzt die 'erlaubt' oder gar 'zugelassen' waren und sind. Den Vorwurf mit diesen Zusatzstoffen sich nicht richtig beschäftigt zu haben, steht nun im Raum. Auch, das sie selbst, so erscheint es mir, nicht viel dazu beigetragen haben, andere Lösungen zu finden. Und Bio-Spülmittel an Alternative zu nennen ist wirklich eine echte Nebelkerze.
    Den Imkern kann ich nur sagen, Ihr seid es gewesen die MW ohne groß zu überlegen gekauft haben. Ohne groß zu überlegen deshalb, weil es egal war wo das schöne, duftende Wachs in den unbegrenzten Mengen wohl herkommt und was wohl mit den ganzen schwarzen und mit Behandlungsmittel versetzten Altwaben geschehen ist.


    Die meisten Imker haben (der Großteil tut es leider immer noch) viel zu lange die Augen vor der Problematik verschlossen die jetzt ans Licht kommt.
    Aus meiner imkerlichen Sicht, bleibt da nur der eigene Wachskreislauf. Egal, ob mit eigener MW-Presse, einem geliehenen Gerät oder der Überwachung des eigenen Wachses bei der (industriellen) MW-Herstellung => Eigenwachsverarbeitung ohne Trennmittel. So wie ich es verstanden habe, sind bereits Überlegungen vorhanden mit viel, viel Wasser das Anhaften des heißen Wachses an den Metallwalzen zu verringern/zu unterbinden. Wenn das gelingen sollte, wäre das ein großer Fortschritt. Bleibt allerdings die Frage, wer den hohen Wasserverbrauch bzw. die Kühlung des Kreislaufwassers bezahlen möchte.



    Zitat

    Vielleicht sind da auch ganz andere Trennmittel benutzt worden, die gar nicht vom Maschinenhersteller freigegeben waren?


    hier steckt eine weitere Problematik. Der Hersteller von derartigen Maschinen wird nicht prüfen, ob ein Mittelchen bienenverträglich ist (das ist jetzt ein Unterstellung), sondern sein Augenmerk wird wohl darauf liegen, dass seine Maschine mit den unterschiedlichsten Wachsen anstandslos läuft. Die Geräte kommen i.d.R. alle 'von der Stange'.


    Jonas

  • Ganz abgesehen von der Problematik und den komplexen Zusammenhängen - wer glaubt, dass die Sache zum "Nulltarif" erledigt werden kann, hat es nicht verstanden: ob Eigenumarbeitung, Überwachung und ein solides QM - es wird mehr kosten. Auch die Zeit für den eigenen Wachskreislauf darf man nicht vergessen...


    So ist das nun mal mit Qualität.


    Rainer

  • Hallo


    Nun wurde ja schon viel über Wachs geschrieben und ich habe mir neues Wachs besorgt, und es bei der Firma Wagner umarbeiten lassen. Ich bin überzeugt, was man hinschickt bekommt man wieder. Die Bedingungen findet man unter Sonderleistungen. Damit habe ich mein Versprechen von weiter oben eingelöst.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Erstens kenne ich die Firma Wagner seit ich Magazine habe. Außerdem müssen sie nicht Ihren Unterhalt mit Wachsumarbeitung verdienen, sondern das sind bei Ihnen Sonderleistungen. Die arbeiten erst ab 50 kg um, da rentiert sich das auch für sie, in einer Charge und du schreibst selbst auf den Auftrag, was du willst.

    Ich weis auch was ich hingeschickt habe, da stimmt die Farbe und auch der Geruch überein. Dann habe ich noch keine so professionelle Verpackung für MW gesehen, da bin ich auch überzeugt, das es auch im Winter keinen Bruch, bei entsprechender Behandlung durch das Transportunternehmen, gibt.

    Wie hat doch ribes so schön geschrieben, das man mich besch...... hat und das macht man mit mir, nur einmal. Nun Überzeugt? Zu diesem Thema gibt es von mir keinen Kommentar mehr.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Drobi, ich hoffe sehr, dass Dein Vertrauen nicht enttäuscht werden wird. Nach einem Gespräch mit einem der größten Wachsumarbeiter in D kann ich noch einmal bestätigen:


    Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.


    Wir müssen dahin kommen, dass für jedes MW-Paket eine Chargenbezeichnung existiert und ein dazugehöriges Analysenzertifikat, welches die Messwerte und die Grenzwerte enthält. Sonst bleibt es eben nur "Vertrauen".


    Beste Grüße


    Rainer

  • Ich habe zum ersten Mal eigenes Wachs aus Honigraum-Dickwaben umarbeiten lassen und bin begeistert: Kein Wellen und Zusammenrutschen, auch nicht bei Querdrahtung! Sonst wurden die Waben immer wellig, egal, wo ich die Mittelwände gekauft hatte. Das ist mir eine Lehre. Nur noch Mittelwände aus Eigenwachs!

    Gruß Ralph

  • Ist das zusammenrutschen denn nicht eher bei Senkrechtdrahtung zu beobachten.

    Ich bin noch nicht ganz so weit, hoffe aber im nächsten Jahr.

    Habe mir eine Mittelwandpresse bestellt, damit ich im Winter keine Langeweile habe;)