Gesundheitszeugnis per 'Beschauung'

  • Hallo Forum,


    ich hab noch nie in meinem Leben ein Gesundheitszeugnis für meine eigenen Bienen beantragt, da ich nicht über die Kreisgrenze gewandert bin und aus Überzeugung nie Bienen verkauft habe. Nächstes Jahr werde ich vermutlich beides und habe diesbezüglich bei meinem für mich zuständigen BSV vorgesprochen, weil das Prozedere je nach Ort ja durchaus differieren kann wie ich hier schon lernen durfte.


    Das Gehörte läßt mich einigermaßen fassungslos zurück. Futterkranzprobe is bei uns nich. Zu teuer, zu viel Aufwand, braucht man nicht. Bei mir kommt der BSV vorbei 'und schaut sich die Völker mal an'. Ist das Brutbild ok, gibt es 'ne Email an den Amtsvet und 'ne Woche später hat man sein Zeugnis in der Post. Ich so 'Brutbild? jetzt?'.... Er so: 'nee jetzt geht das wahrscheinlich nicht, wenn die brutfrei sind, da müssen wir bis zu Frühjahr warten'. Ich so: 'und bevor die so ausbricht die AFB, da ist die Sporenbelastung schon ziemlich lange erhöht, oder? Wär doch schön, wenn solche Völker nicht gewandert oder ggf. schon saniert würden bevor der Amtsvet nervös mit Streichhölzern spielt, oder?' Er so: 'ja, schöner schon, aber das wär ja so teuer für die Imker, umständlich, weil dann JEDES Volk beprobt werden müßte usw., könnte man natürlich machen, aber...'.

    Anderen BSV angerufen, gleiche Aussage. Nix für Ungut, aber es laufen BSV rum mit sechs eigenen Völkern die seit fünf Jahren Imkern. Worauf wat die alles so sehen (auch bei den Kollegen) würde ich mich nur ziemlich ungerne verlassen. Im zwei Nachbarkreisen (<30km weg) gab es letztes Jahr AFB Ausbrüche. Ein Stand wurde heiß saniert. Und ich (und alle anderen hier!) wandern und verkaufen Völker mit Brief und Siegel nach wohin auch immer, wo der BSV mal 'reingeschaut' hat!? Mich wundert ja schon lange kaum noch was, aber seit langem bin ich mal wieder richtig verblüfft. Schöne Sache, so'n Gesundheitszeugnis, aber doch das Papier nicht wert auf das es gedruckt ist. Da stell ich mir ja besser ein Schüsselchen mit Lourdes-Wasser auf den Nachttisch!? Kennt das geschilderte Verfahren noch jemand so? Oder ist das gar Standart?


    Ernüchterte Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ihr habt alle viiiel zu vie Stress ;)
    Hier gibts 2 Möglichkeiten:
    1: ins Veterinäramt fahren, 5 Euro zahlen und das Zeugnis mitnehmen.
    2: Im Vetamt anrufen, 5 Euro überweisen und das Zeugnis zugesendet bekommen.
    "Kontrolliert" wird nur ob meine Stände in nem AFB Schutzgebiet liegen.
    Der Amtsvet wollte mir eigentlich garkein Gesundheitszeugnis mitgeben, da man das ja beim Volksverkauf eh nicht braucht :p_flower01:

  • Moin
    Unser vet amt ist da ganz vorbildlich. Hier gibt es nur eines wenn:


    Der BSV eine Probe entnimmt
    Dann im Institut eine Futterkranzprobe gemacht wird
    Es im Kreis keinen verdachtsfall gibt


    Kosten rund 100 Euro


    Gruß Frank

  • Geil, wir haben:


    widerwillig gegen 5€ ohne anschauen, mit anschauen für Fahrkosten und 10€ Pauschale egal wie viele Völker, oder JEDES Volk beproben für >100€


    Langsam steigt meine Laune wieder. Wo ist eigentlich Henry, wenn man ihn braucht!?


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Es haben nur sehr wenige Völker überhaupt Sporen. Wenn man wartet bis man etwas sieht, dann ist es zu spät. Viel zu spät.
    Was soll ein Gesundheitszeugnis bringen, welches nur auf Grundlage einer Beschau ausgestellt wurde?


    Aber Imker stehen scheinbar auf Zertifikate...

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Genau wie? Es gibt ja offensichtlich der Möglichkeiten viele.
    Hier kommt entweder der Amtsvet selber zum nachsehen, jedes Volk. Geht mit der Ausstellung des Gesundheitszeugnisses am schnellsten, oder
    Sammelfutterkranzprobe für bis zu sechs Völker. Probenentnahme durch einen BSV. BSV darf nur nicht bei den eigenen Völkern. Ob diese Einschränkung sein muss, sei mal dahin gestellt.
    Es ist aber doch schön, dass das Zeugnis bundesweit gilt...:confused::roll:


    Hat die Oberlausitz noch eine andere Version?

  • rase du musst nur aufpassen wenn du in eine Gebiet wandern willst wo ein "großes" Gesundheitszeugnis mit FKP erforderlich ist, dann kommst da mit deinem kleinen Gesundheitszeugnis nicht rein oder stehst da dann ordnungswidrig

    mein Fahrradlicht ist mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs und ich ganz knapp hinterher

  • Hallo Ralf

    Bei uns gibt es auch nur mit Futterkranzprobe ein Gesundheitszeugnis, pro Sammelprobe 5-6 Euro. Proben kannste selber nehmen beim
    Kreistierarzt abgeben. Mach ich jedes Jahr zur ersten Durchsicht der Völker mit. So passt das ganze doch (Preis /Leistung).


    MfG Frank

  • Hi,


    bei uns im Bereich Jade/Weser gibt es das Gesundheitszeugnis nur nach einer Futterkranzprobe.


    Entweder durch das Monitoring oder durch eine selber beauftragte Futterkranzprobe.


    Da können von einem Stand bis zu 12 Völker beprobt werden. Durchgeführt vom BSV und Kosten für die Probe ca. 25 €.


    Gruss Joachim