Neues Varroabehandlungsmittel OXUVAR 5,7%

  • Zitat:

    "In anderen Mitgliedstaaten der EU ist die Anwendung von Oxalsäure durch Verdampfen zugelassen. Diese ist in Deutschland aus Gründen des Bienenschutzes für alle oxalsäurehaltigen Tierarzneimittel verboten."


    Gemeint ist hier: oxalsäurehaltige TIERARZNEIMITTEL


    "Reine" Oxalsäure ist kein TAM!

    Beste Grüsse

    Horst

    Jedes Ding hat drei Seiten: Eine die ich sehe, eine die du siehst, und eine die wir beide nicht sehen.....

  • Moin,

    wir, meine Frau und ich, waren diese Woche bei einem Vortrag von Dr. Boecking, bei dem er auch das Thema Oxuvar 5,7% angesprochen hat.

    Mittlerweile empfiehlt das Bieneninstitut die Sprühbehandlung mit Oxuvar und nicht mehr Milchsäure! Sein Hinweis auch noch mal, dass die Lösung, die derzeit bezogen werden kann, für die entsprechende Anwendung noch verdünnt werden muss.

    Ich finde das sehr interessant, da wir bisher immer unsere Schwärme/Kunstschwärme mit Milchsäure behandelt haben.

    Meine Frage jetzt: Wer hat damit im letzten Jahr schon gute Erfahrung gemacht?

    Woher bekomme ich Oxuvar5,7%? Was ich recherchiert habe, muss man das Mittel über eine Apotheke bei Andermatt BioVet bestellen.

    Geht das auch direkt? Oder gibt es einen Shop, wo man das beziehen kann?

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Hamburger-Jung  
    Wie du schon richtig geschrieben hast ist Oxuvar apothekenpflichtig und deshalb nur dort erhältlich.
    Meine ortliche Apotheke besorgt mir fast alles was ich brauche und nicht direkt vorrätig ist innerhalb von einem halben Tag.
    Ansonsten kannst du Oxuvar auch in einer der Versandapotheken kaufen.
    In Baden-Würrtemberg kann ich meine Behandlungsmittel auch gefördert und damit deutlich günstiger über meinen Ortsverein beziehen.
    Gruss David

    Das Wort gleicht der Biene: Es hat Honig und Stachel.

  • https://shop.pluspunkt-apothek…Search=true&prodId=840063

  • Mittlerweile empfiehlt das Bieneninstitut die Sprühbehandlung mit Oxuvar und nicht mehr Milchsäure!

    Hallo nach Hamburg,


    ja aber wieso? Wirksamkeit (ca. 80%); Applikationsform (sprühen); Bienenverträglichkeit (gut) und Anwendungsmöglichkeiten (Behandlung brutfreier Völker bei Temp. über 0) sind doch vergleichbar mit MS. Wo bitte soll denn der Vorteil sein? Ist es billiger?


    Danke für die Aufklärung.

  • Soweit ich das gelesen habe, wird die Wirksamkeit des OS-Sprühens mit 95% angegeben, die von MS dagegen mit 80%.

    Bei guter Verträglichkeit wäre der Vorteil also klar.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Also ich habe nur den direkten Vergleich und kann sagen, dass das Sprühen mit MS wirklich um Klassen schlechtere Entmilbung bringt - die 80% bekommt man vielleicht bei zweimaliger Behandlung unter Idealbedingungen hin aber ich schaffe das offenbar nicht.

    Vorletztes Jahr waren die über das Jahr rein mit MS (im brutfreien Zustand!) entmilbten Völker bei der Winterbehandlung erheblich stärker mit Milben belastet als die OS-behandelten.


    Einfach mal zwei Völker mit vergleichbarem Milbenabfall sprühe und den Schieber nach dem Sprühen reinschieben und täglich auszählen - bei Oxalsäure bleibt der Abfall mindestens fünf Tage deutlich erhöht, bei Milchsäure hat man den Abfall nur für einen Tag lang erhöht. Und dann mal nach 5-6 Wochen den Befall prüfen...


    Die Oxalsäure scheint einfach noch über längere Zeit zu wirken bzw. als Tretminen für die Milben in der Kiste zu kleben als man das so ahnt....weshalb ich dieses offenbar munter praktizierte "Bedampfen im Wochentakt" auch nicht so dolle finde...


    Meine Milchsäure werde ich wohl verklappen.


    M.

  • Ok, war mir noch nicht so klar geworden. In der Winterbehandlung steht z.B. hier:


    https://www.bienenjournal.de/f…arroabehandlung-klein.pdf


    etwas von 80% bei einmaligen Sprühen von MS, 90 % bei zweimaligem. Für meine Winterbehandlungen kann ich das auch in etwa bestätigen.


    Die Behandlung von brutfreien Völkern im Sommer könnte aber mit OS besser funktionieren. Gut, wenn das so ist. Ich beobachte das im Sommer nicht genau genug, um da eine Meinung zu haben.


    Ich komme mit MS gut klar und bleibe erstmal dabei bis das Zeug alle ist. Dann mal sehen.

  • Liebe Melanie, Du meinst, sublimierte OX-Kristalle räumen die Bienen schneller aus als die aufgesprühten (nach Verdunstung des Lösungswassers)? Das widerspräche den Ergebnissen bspw. der Fischermühle.

    M. E.. ist auch nicht entscheidend, wieviel OX in der Kiste oder auf dem Material kleben bleibt, sondern was auf den Bienenkörpern. Dort und nur dort halten sich die Milben vorzugsweise außerhalb der Bienenbrut auf und nur dort können sie auf OX-Tretminen treffen.

    Könntest Du Deine OX-Sprühbedingten Abfallzahlen im Vergleich zu MS benennen?

    Bei den von mir beobachteten Sublimationen erreichte der behandlungsbedingte Abfall nach ca. 1,5 Tagen sein Maximum, sank am Tag 3 etwa auf Niveau von Tag 1 und danach - je nach Gesamtbelastung und evtl. Schlupfgeschehen - weiter nachlassend - aber trotzdem mindestens 5 Tage über dem Niveau des natürlichen Abfalls. Bei Flugbetrieb ging der behandlungsbedingte Abfall ab Tag 3 schneller zurück.

    Mir fehlt der Vergleich zu Sprühbehandlungen.


    p.s.: Die von mir beobachtete Taktung bitte nicht so präzise auslegen. Sie könnte ggf. mit dem Sublimationszeitpunkt zu tun haben, der jeweils abends nach Einstellung des Bienenfluges lag. Die Haupteinwirkzeit auf die Milben dürfte daher in der ersten Nacht gelegen haben. Nach den Beobachtungen von IF Brüning sind die Milben spätestens 24 h nach Erstkontakt mit OX tot. Ich vermute daher, daß mein Auszählergebnis (Windel) durch die bieneneigene Müllabführ per Luftfracht am Tag 1 deutlich verfälscht ist (Minusfehler), an den folgenden Flugtagen ebenfalls, aber mit abnehmender Fehlertendenz.

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  • 80% bei einmaligen Sprühen von MS, 90 % bei zweimaligem.

    Rein rechnerisch ist das unlogisch: 80% von den nach erstem MS-Sprühen überlebenden 20% Milben wären 4% -> Wirksamkeit nach dem 2. Sprühschritt müßte daher rein rechnerisch 96% betragen, es sei denn, die Wirksamkeit wäre beim 2. Sprühschritt abgesunken (weniger Treffewahrscheinlichkeit, da weniger Zielorganismen?).