Neues Varroabehandlungsmittel OXUVAR 5,7%

  • Bei uns in der Zeitung war auch ein Beitrag zu diesem Oxuvar 5,7 von einem Imkerverein. Da wird das auch nur noch heraus gegeben und wird bezuschusst.
    Hab ich das jetzt richtig hier im Thread verstanden, dass diese Sprühlösung AS unnötig macht, wenn man z.b. eine TBE Macht und das Mittel einmal richtig angewendet Sprüht?
    Oder wann genau soll das jetzt zur Behandlung eingesetzt werden? Im Winter?


    Ich bin jetzt etwas verwirrt über den Anwendungszeitpunkt.

  • Laut Vortrag des Andermatt-BioVet-Vertreters in Celle beträgt die Haltbarkeit:...
    - der mit Wasser verdünnten Sprühlösung unter/bis ein Jahr


    Im Gegensatz dazu sichert der Hersteller in seiner Anwendungsbeschreibung sogar für die (mit Wasser auf 3%) herunterverdünnte Sprühlösung eine Haltbarkeit von 5 Jahren zu.
    bienenfred : Deine Beschuldigung der Apotheken-Lobby ist ebenso unsachlich wie falsch. Die Bedenken gegen den "Wildwuchs" bei selbst dosierenden Imkern bestanden/bestehen nicht bei den Apotheken oder gar deren Großhändlern, sondern einzig bei den Zulassungsbehörden.

  • Hier steht, dass der Zucker komplett in die Flasche gegeben wird. Und es steht, dass diese Mischung nicht lagerfähig ist. Das gilt für die Winterbehandlung.
    Für die Sommerbehandlung wird Wasser dazu gegeben und diese Mischung ist bis zu 5 Jahre (!!) haltbar.
    Es steht nirgends etwas von Teilentnahmen, im Gegenteil!!!

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Hallo Holmi,
    jetzt bist Du aber päpstlicher als der Papst.
    So habe ich Dich bisher nicht eingeschätz.
    Schon bisher war es möglich eine Teilmenge von OXUVAR anzumischen und zu verwenden und den Rest nicht angemischt aufzubewahren.
    Was hätte denn ein Imker machen sollen der 5 Völker hat und eine, wie bisher üblich, gelieferte 2'er Packung sinnvoll zu verwenden.
    Die Weitergabe von verschreibungspflichtigen Mittel ist und war nicht erlaubt.
    Es gab nur die Möglichkeit nach Anbruch wegzuwerfen oder wie beschrieben zu händeln.
    Gruß Norbert

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Wie interpretiert ihr diese Angabe aus den Zulassungsunterlagen (gefunden bei "PharmNet.Bund" https://portal.dimdi.de/amispb…402355-spcde-20161114.rtf )
    Darf man damit dann auch Wirtschaftsvölker behandeln und den Honig im selben Jahr/Saison ernten? (Brutfreiheit mal aussen vor gelassen) :confused:


    Im Gegensatz dazu steht im Beipackzettel von Oxuvar 3,5%


  • Es ist eindeutig geregelt und beschrieben: Die mit (gereinigtem) Wassser auf 3% herunterverdünnte OX-Sprühlösung ist bis zu 5 Jahre lagerfähig. Also ist es unnötig, aber auch unerheblich, ob man Teilmengen oder die ganze Flasche herunterverdünnt. Nur die Zugabe von Zucker verkürzt die Haltbarkeit der OX-Lösung -> die ja zum Träufeln in der Winterbehandlung vorgesehen ist.
    Es streiten 2 Prinzipien: Anwendersicherheit und chemische Haltbarkeit. Zu Ersterem versuchte der Hersteller die Zulassungsbehörde gewogen zustimmen durch die Verpackungs-/Anmischlösung. Das zweite Prinzip ist naturwissenschaftlich bedingt und unabhängig vom Ermessen einer Behörde.


  • Darf man damit dann auch Wirtschaftsvölker behandeln und den Honig im selben Jahr/Saison ernten? (Brutfreiheit mal aussen vor gelassen)


    Ja, sofern man sicherstellt, daß keinesfalls Waben in Kontakt zu OX kommen, "die für die Honigproduktion im laufenden Jahr verwendet werden" (4.5. der Fachinformation). Imkerlicher Sorgfalt entspricht es m.E., darunter nicht nur die Honigraumwaben, sondern alle Waben zu verstehen, in denen Nektar bzw. Honig ein- oder zwischengelagert werden könnte. Brutfreiheit ist im Rahmen der TBE auch bei Wirtschaftsvölkern herstellbar. Je nach Konzept wird dabei u.U. kein Wabenwerk gegeben bzw. Fangwaben entnommen, bevor diese zur "Honigproduktion im laufenden Jahr" von den Bienen verwendet werden können. Trotzdem hielte ich das zumindest während der Tracht (bei der ja Überfluß eingelagert und zu Honig verarbeitet wird) für zu riskant, selbst bei abendlicher Anwendung und einer "Putznacht" bis zum nächsten Trachtflug. TBE mit OX-Besprühung in Trachtpausen - darüber könnte man diskutieren. Mir wäre dieses Risiko aber zu hoch, ich würde das Volk vorsorglich auch von der "Honigproduktion im laufenden Jahr" ausschließen.
    Ich kenne aber einen Imker, der sich nicht scheut, AS-Schwammtuch während der Tracht ins Volk zu geben. Dabei nimmt er die Honigräume solange ab, bis das Schwammtich trocken ist und setzt sie danach sofort wieder auf. Er behauptet, man schmecke keine AS-reste in seinem allseits begehrten Honig. Und der ist wirklich begehrt, das bestätigen seine preisorientierten Kunden. Ich bin überzeugt, daß er Sauerdropshonig zumindest in den Futterkränzen seines Brutraumes hat.

  • Hier findet man Untersuchungsergebnisse zur Rückstandsproblematik u.a. von OX in Honig (bes. ab S. 19):
    http://orgprints.org/10384/1/1…cking-2004-varroazide.pdf
    Fazit: Einmal in den Honig gelangte OX baut sich dort nicht bzw. kaum "von selbst" ab. Durch Varroa-Behandlung verursachte erhöhte OX-gehalte sind nur durch die Bienen selbst absenkbar - durch Eigenverbrauch des kontaminierten Honigs bzw. Verdünnung durch anschließende Massentracht.

  • Hier findet man Untersuchungsergebnisse zur Rückstandsproblematik u.a. von OX in Honig (bes. ab S. 19):
    http://orgprints.org/10384/1/1…cking-2004-varroazide.pdf
    Fazit: Einmal in den Honig gelangte OX baut sich dort nicht bzw. kaum "von selbst" ab. Durch Varroa-Behandlung verursachte erhöhte OX-gehalte sind nur durch die Beinen selbst absenkbar - durch Eigenverbrauch des kontaminierten Honigs bzw. Verdünnung durch anschließende Massentracht.


    Danke ribes, das ist eine sehr interessante Studie.


    Nur zur Sicherheit - ich habe nicht vor Honig aus behandelten Völkern zu gewinnen.

  • An der Wand stand: Wartezeit Honig - 0 Tage (kennen wir ja schon von den MAQS-Streifen und die dazugehörige Untersuchung, die Ameisensäure im Honig nachweist)


    Der Referent empfahl nach der Behandlung 14 Tage mit dem Aufsetzen der Honigräume zu warten.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿