Wer hat ERfahrung mit dem Mullerbrett?

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    Hallo,
    ich befasse mich gerade mit alternativer Varroabehandlung. Alle Beschreibungen des Mullerbrettes sind wohl voneinander abgeschrieben. Der Pferdefuß ist doch, dass sich unter dem Brett auch noch Milben auf den Bienen befinden, welche dann in die Brut schlüpfen. Nach sechs Tagen müsste eigentlich die untere verdeckelte Brut nach oben gehängt werden. Oder irre ich mich? Wer hat Erfahrung?


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Nein,
    ich habe diesen, obwohl gesucht, nicht gefunden. Der Traed ist wirklich verwirrend, wenn man klare Info sucht.:lol: Die von mir gesuchte Info wurde kurz angesprochen von Simon.

    Zitat

    Ich habe den unteren Teil zwei Tage nach der Bildung bedampft und anschließend den oberen Teil über Muller-Brett wieder aufgesetzt. Ich möchte warten bis sämtliche Brut geschlüpft ist, und dann das Brett durch einen normalen Boden ersetzen und en oberen Teil bedampfen. Die abfallenden Milben müssten ein ziemlich eindeutiges Ergebnis liefern. Bin gespannt...


    Er hat aber seine richtige Tat nicht begründet. Ein weiteres Problem tritt noch auf. Nach meiner Erfahrung mit Futtereimern wird das untere Gitter mit Propolis zugebaut.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Ich habe im April/Mai 2016 einen Eigenbau des Muller-Brettes eingesetzt. Grund war für mich die Menge der auf den Bienen sitzenden Milben in einem "durchgebrütet habenden" Volk und das Interesse, von dem vergleichsweise starken Volk Honig ernten zu können.


    Das Feingitter habe ich flächendeckend über die Beute gebastelt, darüber ein übliches Wandergitter für die Segeberger; von unten keine "Sicherung" gegen Propolis im Frühsommer.


    Königing auf Leerwaben, Mittelwände und Futter auf das Bodenbrett gestellt, das Muller-Brett und das Wandergitter mit einem Flug-Schlitz für den auf diese Fluglings-Konstruktion gesetzten "Brutableger" kam oben drauf.


    Auseinandergenommen haben ich das dann nach 3 oder 4 Wochen - ich glaube, dass ich bis zur Eilage der Königin gewartet habe - da bin ich aber extrem unsicher - dann habe ich den Brutableger mit viel Honig auf einen anderen Standplatz verfrachtet.


    "Massig" viele Varroen auf dem Feingitter; viel Honig und keinen weiterer "Ärger" bis zum Herbst im ehemaligen Brutableger.


    Es ist etwas umständlich gewesen - das kann auch daran gelegen haben, dass es erstmals ausprobiert wurde. Da ich aus 10 mm oder 13 mm Leimholz die Konstruktion gebastelt habe, wurde sie etwas schwer und quoll in 2016 ohne Schutzanstrich bei Regen mehr als mir lieb war.


    Ich kenne keinen Weg, die möglicherweise auf Flugbienen sitzenden Varroen von der Vermehrung im Flugling abzuhalten - ich habe darauf gesetzt, dass eine erhebliche Reduzierung der Varroen wahrscheinlich war und dass die oben verbliebenen Varroen alters-schwach und bis zur "Neu-Brutverdeckelung" für eine Fortpflanzung (zumindest mehrheitlich) untauglich wurden.


    Ich habe dann noch mal bei G. Eich nachgefragt, wann diese von ihm auf einer Veranstaltung erwähnte "Fortpflanzungsuntauglichkeit" eintritt - so genau weiß ich seine Antwort aber nicht mehr - daher mag ich meine Erinnerung an seine Antwort hier nicht schreiben.

  • Ich verstehe das Prinzip, aber nicht so ganz was es bezwecken soll. Wenn man zusätzlich mit Oxalsäure behandelt, dann braucht man das Gitter eigentlich nicht, weil man ohne hin kein Honig mehr ernten darf.


    Man kann es als eine Art Behandlungsmittel freier zwischen Behandlung ansehen, aber ausser für Imker die noch sehr spät mit Völkern in die Tracht fahren wollen soll das interessant sein? Sprich man kann so im Juli/Juni die Milben druck eines Volkes verringern und dann mit einem weniger gefährdeten Volk in die Heide fahren. Grundsätzlich nicht uninteressant, wenn die Bedingungen stimmen.

    Aber ich habe das Gefühl einen zweck zu übersehen

  • Hallo Bertram,

    danke für den Link zur Untersuchung. Es bestätigt meine eigenen Erfahrungen mit dem Muller Brett. Die Wirksamkeit ist unzureichend, außerdem hat man mit dem auslaufenden, aufsitzenden Brutling eine Milbenschleuder am Stand, wodurch Nachbarvölker (und auch besonders der darunter gebildete Flugling) stark mit (Re)invasionsproblemen zu kämpfen haben.


    Was das Ziel der Behandlung angeht, ist Albert Muller Demeter Imker. Sein Bestreben ein Verfahren zu entwickeln, welches Medikamentöse Behandlungen ersetzen kann, ist absolut lobenswert und die Grundidee, ja auch durchaus nachvollziehbar. Nach Möglichkeiten zu suchen, ohne Medikamente zu imkern, ist auch ohne Schielen auf eine mögliche Honigernte sinnvoll.


    Die zusätzliche Behandlung mit Oxalsäure bei Mellifera hingegen ist diagnostischer Art, um die Effektivität der Behandlung beurteilen zu können. Diese gehört so nicht ins Konzept, ist aber im praktischen Einsatz leider auch oft notwendig, weil das Mullerbrett selten so effektiv ist, dass man bei normal befallenen Völkern darauf verzichten kann.


    Beim Einsatz des Mullerbretts wird zwar nicht direkt Brut vernichtet, dennoch ist es für den Flugling mit einer solchen Kraftantrengung verbunden, dass man das Verfahren kaum mehrfach im Jahr einsetzen möchte. Deswegen ist mein Fazit zum Mullerbrett, dass es zwar ein schöner, aber leider nicht erfolgreicher Ansatz zur Milbenreduktion ist. Ich selbst verzichte deshalb wieder auf den Einsatz des Mullerbretts in meiner Imkerei.


    Gruß

    Ludger

  • Die Wirksamkeit ist unzureichend, außerdem hat man mit dem auslaufenden, aufsitzenden Brutling eine Milbenschleuder am Stand, wodurch Nachbarvölker (und auch besonders der darunter gebildete Flugling) stark mit (Re)invasionsproblemen zu kämpfen haben.

    Um dieses Problem zu lösen, hat Kleingartendrohn sein TBE-Konzept entwickelt und auf einen weiselrichtigen Brutsammler gestützt (s. PDF in #1):

    TBE mit weiselrichtigem Brutsammler


    Im Gegensatz zum Muller-Brett führt TBE nach v.g. Konzept zuverlässig zur erheblichen Reduktion des Milbenbestandes im Spendervolk (am Tag 0: Reduktion über 90%, Tag 7: weitere 9% (=90% des verbleibenen Restbestandes von 10% von Tag =); Tag 17: weitere 0,9% des Ursprungs-Milbenbestandes) und erneuert ohne zusätzlichen Arbeitsgang das Wabenwerk in jedem Spendervolk.

    Beginnt man diese TBE 2 Wochen vor Trachtende, führt das nach Dissertation von Dr. Radtke sogar zu einem Mehrertrag an Honig:

    http://www.imkerverein-heidelb…lliferaaufdieLeistung.pdf

    Bei Spättrachten muß man Einschränkungen durch schlechtere Wetter-/Temperatur-/Tageslängenbedingungen beachten, wie der Ersteller o.g. Fadens geraten hat.

    Modifikationen seines Konzeptes hat Kleingartendrohn in ##148, 155 + 160 vorgestellt.