Schimmel in leeren Kunststoffbeuten - Ratschläge?

  • Hallo zusammen,


    zu meinem Problem: Ich habe am Bienenstand immer ein paar leere Beuten (Segeberger) stehen, um dort Material für den Smoker etc. zu lagern.
    Da ich seit kurzem wieder einen Stand auf einer Wiese habe, bildet sich im Herbst und Winter etwas Schimmel in diesen Beuten. Trotz des Gitterbodens.
    Leider habe ich zu Hause nicht genügend Platz, um alle Beuten hier unterzubringen. Der trockene Keller ist reserviert für Rähmchen, Leerwaben etc.


    Ich habe nun pro Beute 2 kleine Kanthölzer auf die oberste Zarge auf die Falz gelegt und darauf den Deckel aufgesetzt. So überlappt dieser zwar
    die Falz, schließt aber nicht vollständig und es ergibt sich ein Schlitz, damit die Luft zirkulieren kann.


    Hat jemand vielleicht noch Ratschläge, wie man das Problem in den Griff bekommen kann und eventuell bereits Erfahrungen?


    Vielen Dank schonmal und viele Grüße
    Manuel

    Imker seit 2005. Ca. 10 Völker auf DNM 1,5 (Segeberger) im schönen Hochsauerland

  • Hallo Manuel


    dasProblem bei dir scheit die Luftzirkulation zu sein. Ich würde die Zargen auf eine geschlossene Unterlage (Platte) stellen, 4 Leisten sollten das Verrutschen verhindern und oben den originalen Deckel oder eine entsprechende Platte. Wenn die Luft zirkulieren kann, setzt sich die Feuchtigkeit fest und schimmelt. Das ist genau so wenn in der besetzten Beute irgendwo Zugluft entsteht, da schimmeln dann die Waben.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Reinhard,


    die Kanthölzer habe ich erst heute angebracht und für Luftzirkulation gesorgt, nachdem ich am Wochenende 2 Böden vom Schimmel befreit habe.


    Schimmel entsteht doch, wenn die Luft eben nicht zirkulieren kann, oder sehe ich das falsch? Deswegen soll man ja auch die Wohnung vernünftig
    lüften, damit Schimmel gar nicht erst entstehen kann.


    Viele Grüße
    Manuel

    Imker seit 2005. Ca. 10 Völker auf DNM 1,5 (Segeberger) im schönen Hochsauerland


  • Schimmel entsteht doch, wenn die Luft eben nicht zirkulieren kann, oder


    Das ist nicht ganz so einfach. Wenn sich auf der Oberfläche von Materialien eine Luftfeuchte einstellt, die so hoch ist, daß sie Schimmelpilzen Wachstum ermöglicht und organisches Material für den Schimmelstoffwechsel zur Verfügung steht, dann wächst er, der Schimmel. Manche Schimmelarten können sich in Grenzen die erforderliche Luftfeuchte selbst "herstellen" durch Auskondensieren aus der Umgebungsluft. Sie nutzen dafür selbst geringste Temperaturdifferenzen.
    Schließen ungelüftete Styroporbeuten z.B. warme Luft ein und kühlen dann ab, kondensiert die überschüssige Luftfeuchte an den kältesten Oberflächen aus. Häufige Temperaturwechsel verstärken das Problem. Mein luftig an einer vorspringenden Kellerwand außen aufgehängter Baumwoll-Imkerhut fing im Herbst auch an zu schimmeln, weil er - von der Kellerwand abgekühlt - die Luftfeuchte aus der tagsüber warmen Außenluft in der Nachtkühle auskondensierte. Im Winter reichte offenbar die Außentemperatur nicht aus, um Schimmelwachstum zu ermöglichen.
    Ob die jetzt mit Hölzchen installierte Zwangslüftung ausreicht, um die durch Temperaturwechsel herbeigeführte Feuchtigkeitsabscheidung rechtzeitig abzuführen, bevor der Schimmel loslegen kann, muß man ausprobieren.

  • Also ich lagere meine Zargen mit den Honigwaben im gleichen Prinzip wie ich es beschrieben habe in einem unbeheizten Lagerraum, mit bestem Erfolg. Die Böden sind in den Zargenturm nicht eingebaut, die stehen so rum. Die Futterzargen im Bienenhaus stehen auch auf einem Dreierboden und ich habe da auch noch keinen Schimmel feststellen können.
    Manuel, kann es sein, das du in einer Flußniederung dein Bienenhaus stehen hast, dann ist vielleicht die zu hohe Luftfeuchtigkeit dafür verantwortlich.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Das ist nicht ganz so einfach.


    Schade.. Naja ich sehe es mit den Hölzern diesen Winter als Experiment an und bin dann im Frühjahr (hoffentlich) schlauer.


    Also ich lagere meine Zargen mit den Honigwaben im gleichen Prinzip wie ich es beschrieben habe in einem unbeheizten Lagerraum, mit bestem Erfolg.


    Ich denke trotzdem, dass dieses Prinzip an meinem Wiesenstandort leider nicht funktionieren wird. Der Bienenstand (Freiaufstellung) befindet sich eher höher gelegen als die Umgebung, also keine Senke oder Ähnliches. Die Wiese transpiriert glaube ich einfach relativ viel Wasser und dementsprechend hoch ist die Luftfeuchtigkeit.

    Imker seit 2005. Ca. 10 Völker auf DNM 1,5 (Segeberger) im schönen Hochsauerland

  • Im Nahbereich über einer Wiese o.ä. unversiegelten Flächen nimmt die Luftfeuchte nach oben hin naturgemäß ab. Meine Beutenböden stehen ca. 40cm über dem Erdboden.
    Wenn ich sie dagegen auf einer Palette abstelle (ca. 15cm hoch), sehe ich vermehrt Feuchtigkeit v.a. auf der Windel bzw. am Beutenboden. Wenn es regnet, ist dieser Effekt noch stärker, da der Beutenboden im Spritzbereich steht (der reicht bis ca. 30cm Höhe), vernäßt und die Nässe auch länger behält infolge von stärkerer Verschmutzung (Dreckspritzer bei Starkregen) und schwächerer Belüftung (Windschatten durch Vegetation).

  • Das kann ich so auch bestätigen. Meine Völker stehen teils auf kniehohen Gestellen, manche aber auch auf Paletten.
    Je näher am Boden, desto mehr Schimmel konnte ich auch beobachten. Nur leider passt nicht alles auf die Gestelle.
    Vielleicht sollte ich die Paletten mit Steinen oder so etwas erhöhen, damit sie mehr Distanz zum Boden bekommen.

    Imker seit 2005. Ca. 10 Völker auf DNM 1,5 (Segeberger) im schönen Hochsauerland

  • Vielleicht sollte ich die Paletten mit Steinen oder so etwas erhöhen, damit sie mehr Distanz zum Boden bekommen.


    Häßlich, aber für sowas sehr praktisch: Die kleineren Pflanzringe kann man noch alleine tragen, kosten das Stück unter 2 Euro, sind sehr luftig, unverrottbar und stabil stapelbar.

    Coronataugliches Freiluft-Imkerforumstreffen am 3.-5.9.2021 an der Lahn.

  • Wat sollen denn diese englischsprachigen Einwürfe in einem deutschsprachigem Forim bewirken ?
    Könnte Kikibee das erläutern ?


    Hat sie zur Rettung des Themas per PN getan.
    Kikibee (deren Bienen auch auf englisch summen können)

    Coronataugliches Freiluft-Imkerforumstreffen am 3.-5.9.2021 an der Lahn.

  • Häßlich, aber für sowas sehr praktisch: Die kleineren Pflanzringe kann man noch alleine tragen, kosten das Stück unter 2 Euro, sind sehr luftig, unverrottbar und stabil stapelbar.


    Stimmt, das ist wirklich praktisch. Kommt für mich aber erst in ein paar Jahren infrage, wenn die Bienen hoffentlich im eigenen Garten stehen :)

    Imker seit 2005. Ca. 10 Völker auf DNM 1,5 (Segeberger) im schönen Hochsauerland