Milchsäure träufeln?

  • Hallo Forum,


    in einem anderen Faden zur Ox-Träufelung gab es Bedenken gegen zu frühe Träufelung, weil daduch die Winterbienen zu früh abgingen - halbierte Restlebensdauer der behandelten Bienen.


    Bieneninstitute empfehlen MS-Sprühbehandlung jetzt bei Brutfreiheit, bzw. vorher entdeckelter Restbrut. Ich habe auch ein paar Völker, bei denen der natürliche Totenfall jetzt grenzwertig ist und ich würde die gerne vor der Ox-Träufelung etwas entlasten. Mir widerstrebt es aber massiv, jetzt die Völker dermassen auseinander zu reißen. Gibt es einen Grund warum man Milchsäure, evtl auch mit Zucker, nicht träufelt?


    Hat das vielleicht schon jemand ausprobiert oder weiß warum es nicht funktioniert?


    Grüße
    Marion

    Gruß Marion


    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Hallo Marion,


    Oxalsäure und Milchsäure unterscheiden sich grundlegend in ihrer Wirkungsweise auf Bien und Milbe.


    Träufeln von Milchsäure wird deshalb nicht den gewünschten Erfolg bringen.
    Wenn deine Völker die jetzt noch bevorstehenden 3-4 Wochen bis zur Brutfreiheit nicht überstehen, wirst du auch mit einer jetzt stattfindenden Behandlung nichts retten können.


    Setz dich auf die Finger und warte ab.


    Gruss David

    "Das Wort gleicht der Biene: Es hat Honig und Stachel."

  • Völker, bei denen der natürliche Totenfall jetzt grenzwertig ist und ich würde die gerne vor der Ox-Träufelung etwas entlasten... Gibt es einen Grund warum man Milchsäure, evtl auch mit Zucker, nicht träufelt?


    Ich habe das "Träufeln" von MS unfreiwillig 2 x ausprobiert (Überdosierung beim Sprühen bzw. zu wenig Sprühabstand), allerdings im Sommer. Es ist jedesmal schiefgegangen: Verlust des Volkes bzw. vieler Arbeitsbienen und der Kö. Die Bienen vertragen es selbst im Sommer nicht, von MS durchnäßt zu werden, sie sterben davon. I.ü. soll MS nur einen Wirkungsgrad von 60% haben und deswegen 2 x gesprüht werden mit ca. 7 - 10-Tagesabstand.
    Jetzt um diese Jahreszeit sind die Winterbienen bereits erbrütet. -> Eine Entmilbung jetzt kann also die Chance des Volkes nicht beeinflussen/erhöhen, den Winter zu überleben. Sie kann lediglich die Startchancen im Frühjahr verbessern, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

  • Der Bienentotenfall sagt relativ wenig aus.
    Wenn es zu kalt ist zum ausfliegen, siehst Du die sterbenden Bienen auf dem Boden, wenn es warm ist eher nicht, weil sie dann abfliegen.
    Dass jetzt noch "Sommerbienen" sterben ist ganz normal.
    Fallen auch viele Milben?
    Die einzige schonende Zwischenbehandlung ist das Verdampfen von Oxalsäure.
    Bei vielen Völkern sind die Brutflächen schon sehr klein und der Anteil der Milben auf den Bienen steigt.
    Die auf den Bienen sitzenden Milben erwischt Du damit. Und 500 Milben auf den Bienen stören ein Volk angeblich schon ganz schön.


    Aber das ist nur sinnvoll, wenn der Milbentotenfall hoch ist.
    Bei Mobilbau haben wir im Oktober / November schon Notbehandlungen gemacht, indem wir erst die letzten Brutflächen ausgeschnitten haben und dann verdampft. Das Maximum waren dabei 1600 Milben. Bei der echten Winterbehandlung sind dann immerhin noch 100 gefallen.
    Die Völker haben meist gut überlebt. Ich hatte aber auch Völker, die sich dann im März verabschiedet haben. Im Februar war noch ganz gut Biene in der Kiste (nach Geräusch), im März waren sie leer.


    Im Zweifel nichts tun ist auch eine gute Strategie.


    Viel Erfolg, Gunnar

    Meine Bienen fliegen zu 100 % mit flüssigem Sonnenschein.

  • BaarImker - Danke für die Links .. aber so richtig hilft das nicht weiter, weil es keine Aussage gibt, wie denn die Milchsäure genau wirkt


    ribes - Danke, das ist mal eine Aussage! Daher meine Überlegung Ms ähnlich wie Ox in Zuckerlösung, damit sich das shcön über die Bienen verteilt. Bei der Ox-Träufeluing werden die ja auch nicht alle tropfnass.


    freebees - Danke, aber mein auffälliges Volk war nur ein Auslöser, primär geht's mir darum ob es Erfahrungen/Studien/ect. gibt ...


    per PN gab es den Tipp MS zu sprühen ... aber ich denke, dass das Auseinanderreißen einer jetzt schon bestehenden Wintertraube (Blick durch die Folie bestätigt das) mindestens ähnlichen Schaden anrichtet wie aufsitzende Milben. Beim "Einsortieren" der zu vereinigenden Völker bei plus 13° sind viele auf das Bodengitter gefallen - jetzt bei einigen Graden weniger und null Bienenflug finden die eher nicht mehr zurück und sind verloren.

    Gruß Marion


    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Und wenn man jetzt die ganze Kommentare so versucht auf einen Nenner zu bringen , kommt für die Gärtnerin mit Hanggarten sicher nicht mehr raus , aus dieser von vornherein schon dubiosen Geschichte : das Fahrrad noch mal neu zu erfinden , muß nicht sein .
    Konstruiere bitte nicht irgendwelche " neue Behandlungsmethoden " , befasse dich mit den Erfahrungen der Leute die klarkommen , ohne was " Neues " auszuprobieren müssen .
    Dann ist sicher Dir , und auch anderen geholfen .
    Gruß hannes

  • Danke Hannes - genau diese Erfahrungen wollte ich lesen, wissen warum oder warum nicht. So war es im Eingangspost gefragt. Niemand will hier was konstruieren oder überflüssige Leerzeichen in die Welt setzen *scnr*

    Gruß Marion


    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • ...meine Überlegung Ms ähnlich wie Ox in Zuckerlösung, damit sich das shcön über die Bienen verteilt. Bei der Ox-Träufeluing werden die ja auch nicht alle tropfnass.


    Ich bleibe bei meiner These: MS zu träufeln, bringt zumindest die benetzten Bienen um. Ich beobachtete, daß die von mir mit MS genäßten Bienen über kurz oder lang ihr Haarkleid einbüßten. MS scheint also ätzende Wirkung auf den Bienenkörper zu haben. Das ist bei OX-Sublimation bzw. -Träufelung nicht so. Unterschiede gibt es auch bei der Säurekonzentration: MS wird üblicherweise in 15%iger Konzentration gesprüht, OX dagegen nur in 3,5%iger Konzentration geträufelt. Versetzt man MS noch mit Zuckerlösung, dürfte sich die Schadwirkung auf Bienen noch erhöhen, da die ätzende Flüssigkeit dann länger auf dem Bienenkörper kleben bleibt.


    Hier bei uns sind die Völker bereits brutfrei und sitzen wegen der kalten Nächte in der Wintertraube. Das Gemüll zeigt es. In den nächsten Tagen sollen die Temperaturen weiter absinken. Man könnte also OX träufeln. Aber man hat nur diesen einen Schuß. Und der muß sitzen.


    Anders bei der OX-Sublimation. Die ist bienenschonend und kann wiederholt werden. Zählt man die behandlungsbedingt abgefallenen toten Milben, kann man aus diesen Fallzahlen der einzelnen Behandlungen die Effektivität/Wirkungsgrad der jeweiligen Behandlung, ja sogar die Anzahl der noch im Volk verbliebenen Milben berechnen nach einer von Kleingartendrohn entwickelten Faustformel (#48):
    https://www.imkerforum.de/showthread.php?t=43266&page=4
    Leider ist die Sublimation in D noch immer nicht zugelassen.