Bericht über Honig in der aktuellen Ausgabe von Öko-Test


  • Das hast du aber Glück. Wir haben hier ebenfalls Sandboden: Raps-Rüben-Mais-Getreide wird alles angebaut.


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    Übrigens habe ich an der Tanke heute mal in den Test geschaut. Gefreut hat mich die sinngemäße Aussage, dass Honig aus EU - und nicht EU-Ländern nicht so gut seien und man auf die regionalen Prdukte zurückgreifen sollte.

  • da streut man sich aber Sand in die Augen, auch bei Getreide werden Herbizide/Glyphosat eingesetzt. Und in einem Radius von 5km alle Äcker zu kennen?
    Regional ist das bessere BIO - Bioprodukte als Mischung aus EU und Nicht-EU? So einen Quatsch gibts nur bei Honig! Wer kommt auf die Idee Weizen aus D mit zB aus USA und Ukraine zu mischen.
    Unser Honig ist von ein paar Völkern in einem 40kg-Hobock. Deshalb gibt es nur kleine Chargen. Oft ist jede Charge schon optisch verschieden. Mit allen Pollen und nicht vermeidbaren Rückstanden, auch wenn die bekannten Bauern erst abends spritzen.
    Gruß Fred


  • Trotz dieser Einschränkungen lohnt es sich, ökologisch zu imkern, um bestmögliche Bienenprodukte zu erzeugen.
    Vor diesem Hintergrund ist es unerträglich, wenn ein Imkerverband, zu dessen Mitgliedern auch kontrolliert ökologisch wirtschaftende Imker gehören, diesen Erzeugern in den Rücken fällt, indem er ihnen Verbrauchertäuschung vorwirft.


    ...aus diesem und anderen Gründen, bin ich aus diesem Verein (DIB) vor längerer Zeit einfach ausgetreten.


    Jonas

  • Wer kommt auf die Idee Weizen aus D mit zB aus USA und Ukraine zu mischen.


    ...da ist gang und gebe, um die Backmischungen auf einen bestmöglichen industriellen Verarbeitungszustand/Ausgangspunkt zu bekommen. Ganz einfach. Bei Futtergetreide wird es wohl ähnlich sein, dort gelten aber andere Merkmale. Sehr hochwertige Getreide (z.B. mit hohem Kleberanteil) aus dem heimischen Anbau, werden wohl, wie unser heimisch erzeugter Sorten-Honig, sicherlich auch marktstrategischen Gründen, NICHT vermischt. Ausnahmen gibt es aber sicherlich. Stichwort: Sommerhonig


    Bei EU oder Nicht-EU-Misch-Honigen werden es wohl Merkmale sein wie:
    die Konsistenz, der Geschmack, die Farbe, das Fließverhalten, die immer verfügbare großen Mengen, der Einkaufspreis und der Umsatz und der vorhersehbare Profit/Gewinn mit dem Produkt Honig. Man sollte bei dieser Betrachtung auch das Kaufverhalten 'unserer' Kunden nicht vergessen, welche auch einen solchen Misch-Honig kaufen, weil dieser konkurrenzlos billiger ist als der regional erzeugte. Zudem sollte man bedenken, dass wir deutschen Imker den heimischen Bedarf nur zu einen geringen Anteil abdecken. Der Rest kommt halt aus dem 'Ausland'. Was aber nicht gleichzusetzen ist, dass die dortigen Honige grundsätzlich schlechter sind. Wenn man schon vergleicht, dann sollte man heimische Honige aus D. mit einem heimischen Honig aus X oder Y vergleichen. Das wird aber nicht getan, weil man dies nicht übertragen kann auf die Gesamtmenge der angebotenen Honige bzw. nicht repräsentativ ist. So habe ich den Eindruck, dass gelegentlich Äpfel mit Birnen verwechselt werden.


    Jonas

  • Zitat

    dass die dortigen Honige grundsätzlich schlechter sind.

    bei Aldi gibt es Biohonig um 3,99 €.


    Zitat

    Vor diesem Hintergrund ist es unerträglich, wenn ein Imkerverband, zu dessen Mitgliedern auch kontrolliert ökologisch wirtschaftende Imker gehören, diesen Erzeugern in den Rücken fällt, indem er ihnen Verbrauchertäuschung vorwirft.

    Da die heimischen Bioerzeuger nur einen Bruchteil des angebotenen Biohonigs erzeugen, stellt sich die Frage schon. Liest man die Homepage mancher Bioimker kann man staunen mit was ich angeblich meine Bienen behandle. Wer austeilt sollte auch annehmen können.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • remsi,
    ich verstehe jetzt nicht, warum Du den Graben zwischen Bio-Imkern und konventionellen Imkern erneut erweiterst.


    Durch Dein unvollständiges zitieren

    Zitat

    dass die dortigen Honige grundsätzlich schlechter sind.


    entsteht ein unguter Eindruck.
    Ich habe das aber gar nicht geschrieben. Der vollständige Satz lautet:

    Zitat

    Was aber nicht gleichzusetzen ist, dass die dortigen Honige grundsätzlich schlechter sind


    Was den Preis bei Aldi betrifft, so finde ich diesen erst mal ok.
    500g/3,99 Euro. Das sollte die Richtschnur für so machen Imker hierzulande sein, welche diesen Preis unterschreiten.
    Ob das fair gehandelt oder eingekauft wurde, steht auf einem anderem Blatt. (z.B. wurde der Imker fair bezahlt?)
    Was den Kauf grundsätzlich bei Aldi betrifft, so halte ich mich da raus. Ich kaufe dort auch nicht ein. Wer z.B. über seine VK-Preise Milch und Milchprodukte die Erzeuger an die Wand drückt, bei dem kaufe ich nichts ein. Das dort jetzt auch Bio-Produkte stehen, halte ich für eine zwiespältige Angelegenheit. Das sind für mich reine Aufreißer um neue Kundenschichten anzulocken. Da ich selbst über 20 Jahre Bio-Branche gearbeitet haben, sehe ich das zugegebenermaßen mit anderen Augen bzw. anderem Blickwinkel.


    Jonas

  • Zitat

    Das ist in dieser pauschalen Darstellung Unsinn. Richtig ist, daß die meisten konventionellen Imker chemische Mittel gegen die Varroa-Milbe einsetzen (z.B. Perizin® der Firma Bayer). Diese Mittel sind aber keine Antibiotika. Richtig ist auch, daß Rückstände davon sich im Wachs und letztlich auch im Honig anreichern können.


    http://www.bioimkerhonig.de/bienenhonig/ist-honig-vegan.php


    Zitat

    Während in konventionellen Imkereien leider nicht selten die chemisch-synthetischen Mittel wie Perizin und Bayvarol Anwendung finden, wird in der Bio-Imkerei ausschließlich mit Ameisensäure,


    http://www.oekohof-flaeming.de/imkerei/bio-imkerei/


    So jetzt erkläre den geneigten Usern, dass Ameisen- und Oxalsäure nicht synthetisch hergestellt wird. Gebe ein >Bioimker Perizin< und erhältst was du suchst. In BW wird seit Jahrzehnten kein Perizin mehr bezuschusst. Der Liter Ameisensäure kostet 2€.


    Man könnte noch mehr Behauptungen widerlegen. Und die Bioflächen kann man auch suchen.


    Ein guter Link:http://www.bee-social.org/docu…80-43fd-b561-eff14d191d08


    Habe ich schon geschrieben, dass mein Wachs keine nachweisbaren Rückstände enthält.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:


  • ...ich gebe Dir anhand Deiner Zitate/Links vollkommen recht.
    Da wird teilweise ein nicht nachvollziehbarer Blödsinn geschrieben. Ich tippe mal, dass da Unwissenheit ein große Rolle spielt.


    Was das Perizin betrifft, stimme ich Dir ebenfalls zu. Es wird nicht mehr bezuschußt. Auch hier im BY nicht. Gut so.
    Was Du allerdings mit keinem Wort erwähnst ist, dass Perizin weiterhin erworben werden kann.. ...weshalb dieses Produkt immer noch freudige Anwender findet. Auch weicht man heute auf andere Mittelchen aus, die z.B. in anderen EU-Staaten ohne Einschränkung erworben und eingesetzt werden. Z.B. habe ich das auf Korsika hautnah erlebt... und es wurde mir Verwunderung entgegengebracht, warum ich so entsetzt reagiert habe. Es war dem Imkern schlicht und einfach egal, Hauptsache es 'hilft'. Diejenigen deutschen Imker, die diese erlaubten Mittel immer noch einsetzten, sind mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit KEINE Bio-Imker.


    Reine bzw. größere Bio-Flächen, ja das ist ein Problem. Im Osten von D. wohl eher. Groß suchen muß man da aber nicht. Die Standort sind bekannt und könnten bei den Verbänden/Bio-Bauern auf Nachfrage angewandert werden. Hier bei mir rund um Altusried/Allgäu gibt es - Gott sei gedankt - die größte 'Ansammlung' an Bio-Milcherzeugern, was natürlich die Monokultur an Wiese/Weiden nicht mindert. Allerdings dürfte ich meine Völker nicht ins Unterland in den Ackerbau stellen (ca. 30 km von hier), wenn dort z.B. konventioneller Raps angebaut wird.


    Der Kreislauf, dass ich mit meinen Bienen Bio-Anbaufläche anwandern will, diese aber nicht flächendeckend vorhanden sind und ich deshalb natürlich auch Nektar von konventionellen Anbauflächen in meinem Beuten habe, kann man nach meinem Dafürhalten nur durchbrechen (ein langfristiges Ziel), wenn man versucht konsequent die ganze Bio-Sache zu unterstützen und zu stärken. Sei es durch den Kauf von heimischen Bio-Produkten (Käse, Milch, Gemüse, Obst usw.), die gezielte Anwanderung von Bio-Flächen z.B. Obst- und Gemüseanbau. Und wer noch mehr dafür tun möchte, der kann auch gerne die entsprechenden Organisationen unterstützen. Mittlerweile übe ich mich darin, nicht mehr soooo große Ziele zu verfolgen. Ich bin froh dabei gewesen zu sein, als der Bio-Anbau bei 0% lag und dieser heute sich im meßbaren Bereichen bewegt. Den aktuellen %-Satz habe ich leider nicht zur Hand. Weder vom Anbau noch vom allg. Umsatz von Bio-Produkten in D.


    Sorry, dass ich etwas am eigentlichen Thema vorbeigeschrammt bin.
    Du hattest mich ja an anderer Stelle schon mal darauf hingewiesen.... grins


    Jonas

  • "Zum Ausgleich" gibt es seit kurzem legal Apitraz zu kaufen. Illegal wurden Mittel mit dem Wirkstoff Amitraz bisher schon aus Nachbarländern importiert. Ich fürchte, dass diese Mittel wegen des geringeren Arbeitsaufwand vor allem von größeren Imker trotz der Rückstandsproblematik eingesetzt werden. Und mancher Hobbyimker fragt nicht nach Inhaltsstoffen, Rückständen und Wartezeiten. Ich hoffe allerdings, dass die Mehrzahl auch der "konventionellen" lmker ein "sauberes" Produkt anbieten wollen und die Mehrarbeit mit TBE und organischen Säuren auf sich nehmen.
    Karl

    Etwa 12 Völker auf Dadant an etwa 4 Standorten. "Bienenrasse":roll:: Bunte Mischung aus Carnica und Buckfast.

  • Zitat

    Zum Ausgleich" gibt es seit kurzem legal Apitraz zu kaufen

    Ja, da war es Zeit. Seither war es ein Privileg der Bioimker. Siehe Ökotest. Es hatte den Vorteil, dass es in seine Metaboliten zerfiel. Jetzt kann man das nachweisen und ist gut für Ottonormalimker.


    Remstalimker:evil:

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol: