Bericht über Honig in der aktuellen Ausgabe von Öko-Test

  • Ich glaube diese große Diskrepanz zwischen Bio und konventionell kommt daher, das einige Bio Imker sich bewusst moralisch von den konventionellen abheben wollen. Die konventionellen gehen dann in die Verteidigungshaltung und schon gibt es einen neuen Zwist zwischen den Imkern.


    ... da gebe ich Dir Recht. Das kann passieren.


    Ein Aber möchte ich trotzdem dagegen setzen.
    (Mir ist bewußt, dass es hier auch etliche Graustufen gibt z.B. Bio-Zucker aus Übersee .....)


    Der Bio-Imker arbeitet anders. Es muß sein Imker-System einem anderem System unterordnen. Hier den Bio-Richtlinien. Diese berücksichtig den Bio-Anbau ganz allgemein und fördert zudem mit seinem geschlossenen Bio-Anbau-System grundsätzlich die Umstellung zu einer sinnvolleren und nachhaltigen landwirtschaftlichen Erzeugung.
    Das ist der Unterschied.
    Ich nenne da nur den Zucker.
    Hier MUSS der Bio-Imker z.B. den Bio-Zucker(rüben)-Anbau unterstützen und den Bio-Zucker kaufen.
    Das macht der normale Imker, der auch seine Bienen nach biologischen Vorstellungen hält, nicht. Er kauft den normalen Zucker und fördert somit den Bio-Anbau der Bio-Zuckerrübe nicht und somit auch nicht den nachhaltigen Anbau.


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    Und was den Preis eines Honigs ganz allgemein betrifft, so habe ich ja schon vor Jahren hier im Forum auf die 'Pisa-Imker' verwiesen, die sich Ihren Honigpreis schönrechnen. Die meisten Honige werden viel zu billig angeboten. Hier im Dorf ab 3,50/500g. Mit so einem Preis erniedrigt man den Wert der Bienenhaltung nachhaltig.


    Bei uns z.B. geht kein 250g Glas Honig unter 5 Euro und die 500g Gläser unter 8 Euro raus.
    Unsere reinen Tropf-Honige liegen bei 250g/6,60 Euro bzw. bei 500g/12 Euro.
    Wir verkaufen ausschließlich an Wiederverkäufer/Läden. Die Nachfrage ist gut bis sehr gut. Wir haben daran auch über 15 Jahre hingearbeitet. Ich will mich hier nicht als der bessere Vermarkter hinstellen, aber Honig ganz allgemein wird vieeeeeel zu billig verkauft.


    Jonas

  • Die Weichmacher in Twist-off-Deckeln sind bei fett/ölhaltigen Lebensmitteln ein Problem, weil sich die Weichmacher gut in Fett lösen. Honig enthält kein Fett und außerdem kommt der Honig bei ordentlich abgefüllten Gläsern nicht/kaum mit dem Deckel in Berührung. Ich sehe das als unproblematisch an, aber natürlich gibt es Kunden, die darauf Wert legen.


    Blue-Seal-Deckel müssen beim Verschließen 60-80°C warm sein, damit die blaue Dichtung weich genug ist, um sich dicht an den Glasrand anschmiegen zu können. Inwiefern eine minderdichter Verschluss bei kalter Anwendung (entweder gleich beim Abfüllen oder spätestens nach dem ersten Öffnen) die Honigqualität beeinflusst, hängt wahrscheinlich von den Lagerbedingungen ab. Wirklich absolut dicht im Sinne von vakuumerhaltend wird ja auch der Pappdeckelverbund vom DIB-Glas nicht sein.


    Aus was bestehen eigentlich diese DIB-Pappdeckeleinlagen noch - außer aus Pappe? Sie sind zur Honigseite hin bedruckt und irgendwie beschichtet, so dass die Pappe nicht gleich durchweicht, wenn Honig drankommt.


    Kikibee

    Coronataugliches Freiluft-Imkerforumstreffen am 3.-5.9.2021 an der Lahn.

  • Ich verkaufe im DIB-Glas.
    Tom


    ... dann wohl auch mit DIB-Deckel.
    Also Voll-Plastik.
    Dann kommt Dein Honig mit dem Kunststoff in Kontakt.
    oder alternativ
    mit DIB-Deckel-Einlage?
    Mit was meinst Du, sind die DIB-Deckel beschichtet? (Nur nebenbei: wie wird die Folie auf der Pappe fixiert?)
    Richtig. Mit einer Folie.
    Wer sagt Dir, dass diese Folie KEINE Stoffe abgibt?
    Da wirst Du selbst vom DIB nur zu hören bekommen, dass diese Folie 'lebensmittelecht' ist.
    Und das ist der TO-Deckel ebenfalls.


    Was nicht bedeuten soll, dass es besser wäre, wenn die Dichtlippen der TO-Deckel weniger Weichmacher abgeben würden.
    Aber auch hier gibt es Unterschiede, je nach Anforderungen, welches das Füllgut stellt (heiß, kalt, Vakuum, steril ....)


    Jonas

  • Sicher, dass das so ist?


    Sicher, dass das nicht so ist?



    Das kenne ich aus meiner Gegend auch. In meinem Imkerverein gibt es einen, der sogar deutlich sagt, dass er für seinen eigenen Honig nicht mehr als 3,50€ bezahlen würde. Ich zeigte mich erstaunt, wie schlecht sein Honig denn wäre, dass er ihn für diesen Preis verkaufen muss. Da war er erstmal beleidigt. In diesem Umfeld muss ein Neuimker viel Mut haben um für den Blütenhonig 4,50€ und Waldhonig 5,50€ zu verlangen.


    Ich kann verstehen, wenn Bio-Imker aus Überzeugung bioimkern. Aber bitte nicht als Moralapostel auftreten. Wenn sie aber bioimkern, um einen höheren Preis für das Pfund zu rechtfertigen, fehlt mir die Akzeptanz. Wenn 125g Gläser als luxuröse, exlusive Wahre angeboten wird um den Preis besser rechtzufertigen, wende ich mich innerlich ab. Dann lieber "normal" imkern und den Leuten vermitteln, dass Honig sein Preis wert ist.



    Tom


  • Ich kann verstehen, wenn Bio-Imker aus Überzeugung bioimkern. Aber bitte nicht als Moralapostel auftreten. Wenn sie aber bioimkern, um einen höheren Preis für das Pfund zu rechtfertigen, fehlt mir die Akzeptanz. Wenn 125g Gläser als luxuröse, exlusive Wahre angeboten wird um den Preis besser rechtzufertigen, wende ich mich innerlich ab. Dann lieber "normal" imkern und den Leuten vermitteln, dass Honig sein Preis wert ist.


    Das verstehe ich jetzt nicht: In einem Atemzug die niedrigen Honigpreise beklagen und über Imker schimpfen, die es schaffen, mehr Geld für ihren Honig zu bekommen.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)




  • Gibt es denn Untersuchungen, die zeigen dass die DIB Gläser Stoffe abgeben? Oder ist das nur eine Vermutung?

  • Hallo Kikibee und Jonas,
    da bleiben wohl Fragen offen: Die 60 bis 80°C bei den TO-Deckeln mit blauer Dichtung wären vielleicht bei Marmelade, die wir nur für Eigenbedarf kochen, realistisch. Für meine Honigglasdeckel bze. ggf. noch Ränd der Honiggläser kann ich mir das schwer vorstellen. Bei Ökotest wurden von TO-Deckeln stammende Schadstoffe in einigen Honigen nachgewiesen. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob es sich dabei um Weichmacher aus den Dichtungen handelt.
    Die offenen Fragen zu den DIB-Gläsern sind berechtigt. Kunststoffe können auch bei Produktion und Entsorgung problematisch sein, wenn sie z. B. PVC oder evtl. PVDC enthalten. Ich weiß leider nicht, aus welchem Material die DIB-Deckel sind. Dieses Problem relativiert sich allerdings, wenn Deckel mehrfach verwendet werden und nur das Papier, dessen Beschichtungsmaterial wir nicht kennen, ausgetauscht wird. Von aus Deckeln der DIB-Gläser in Honig übergegangenen Schadstoffen habe ich bei Stiftung Warentest und Ökotest bisher nichts gelesen.
    Karl

    Etwa 12 Völker auf Dadant an etwa 4 Standorten. "Bienenrasse":roll:: Bunte Mischung aus Carnica und Buckfast.

  • Das verstehe ich jetzt nicht: In einem Atemzug die niedrigen Honigpreise beklagen und über Imker schimpfen, die es schaffen, mehr Geld für ihren Honig zu bekommen.


    Wolfgang


    Ich schimpfe nicht, ich diskutiere. :-)


    Was ich meine, ist dass es doch kein Siegel (Bio, oder irgendein anderes) braucht um Honig zu vernünftigen Preisen zu verkaufen, wenn alle Imker solidarisch eine gewisse Preisspanne einhalten würden. Zumindest nicht für 3,50€ das Pfundglas. Und was das 125g Glas angeht. Manche (nicht alle!!!!!) werden übertrieben als glitzernde Luxusartikel angeboten. Das halte ich nicht für autehntisch. Es sollte alles im Rahmen bleiben. Dieser Rahmen kann natürlich endlos diskutiert werden.


    Tom

  • Das halte ich nicht für autehntisch.


    Die Authentizität ist nicht im Glas, sondern im Kopf des Kunden (Ich lasse mal die Fälle beiseite, wo nicht im Glas ist, was drauf steht). Sie zu generieren ist eine Sache des Marketings.
    Ich verstehe Dein Problem mit dem hochpreisigen Honig aber noch immer nicht: Jeder überteuerte Honig wertet das Produkt Honig als solches auf, jeder zu billige wertet es ab. Deswegen kann man jedem Imker, der teuer verkauft, nur dankbar sein.
    Unser Problem sind einzig Imker, die ihren Honig verschleudern.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • In diesem Umfeld muss ein Neuimker viel Mut haben um für den Blütenhonig 4,50€ und Waldhonig 5,50€ zu verlangen.


    ...es braucht keinen Mut um einen bestimmten Preis zu verlangen.
    Diese Einstellung halte ich für ungeeigent etwas zu verändern, was nur einen selbst betrifft. Wieso Mut? Was soll den schiefgehen? Wenn niemand den Honig kauft weil der zu teuer ist, kann der Mutige doch einfach sich wieder in die Reihe der Imker-Kollegen sich einreihen. Fertig. Aus mit 'mutig'.


    Ich halte nun mal ganz bewußt dagegen, es braucht:
    a) ein Konzept, wie man seine eigenen Produkte verkaufen will ( das schließt schon mal aus, dass ich es genauso mache wie alle anderen Imker-Kollegen)
    b) der Preis ist durch ein einfaches Rechenbeispiel zu ermitteln. (ich kann es nicht mehr hören.... "...es ist ja nur ein Hobby' und macht damit all jenen Imker das Leben schwer, die gerade angefangen haben und erst mal ihre Investitionen reinholen müssen.


    Dann lieber "normal" imkern und den Leuten vermitteln, dass Honig sein Preis wert ist. Tom


    ..ich bin dann lieber nicht 'normal'.
    Ich habe mit dem Vermitteln schon so meine Probleme. Es ist schlicht und einfach nicht möglich, einem Imker der seinen Honig 500g/3,50 Euro anbietet, zu vermitteln, dass dieser Preis (hier im Allgäu) seinem Honig nicht gerecht ist. Es ist nicht möglich. Ich habe das über 5 Jahre probiert. Aus diesem Grund bin ich 'unnormal' geworden. Jetzt 'vermittle' ich meinen Kunden (Wiederverkäufer und deren Kunden) das Besondere an unseren Honigen und dass sie diesen Preis auch wert sind.


    Jonas


    Der Preis an sich hängt nicht davon ab, ob da Bio oder konventionell drauf steht.
    Es ist die Einstellung zum Produkt grundsätzlich und die Wertschätzung und Anerkennung seiner ganz persönlichen bzw. der eigenen Arbeit.

  • nur mal kurz zu den TO Deckeln:


    Lipfert hat sich vor zwei Jahren dem Problem, der sich evt. lösenden PVC- und weichmacherhaltigen Beschichtungen angenommen
    und bietet jetzt TO 66 und 82er Verschlüsse für Imker an, die PVC und weichmacherfrei und mit unbedenklichem Innenlack versehen sind.