Bericht über Honig in der aktuellen Ausgabe von Öko-Test

  • Gott sei Dank hab ich meinen ersten Beitrag gelöscht, denn die beste Satiere schreibt immer noch das Leben.
    Während hier alle schreiben wie toll Biohonig ist,
    Wird in diesem Faden: https://www.imkerforum.de/showthread.php?t=53764
    über einen Demeterimker gesprochen, der Rapshonig mit Pestiziden hat.
    Die Ergebnisse hat er Demeter mitgeteilt und diese sagen, das es kein Problem ist, weil die gesetzlichen Grenzwerte nicht überschritten wurden und sie keine eigenen Grenzwerte für Pestizide haben.
    Ob das jetzt Verbrauchertäuschung ist, das möchte ich nicht beurteilen, es hängt halt ganz viel von der Erwartung des Verbrauchers ab.
    Wenn dem Verbraucher es wichtig ist, das die Beute aus Holz ist, der Kö kein Flügel geschnitten wird und das Winterfutter aus Südamerika importiert wird, dann muss er auf Biohonig setzen, denn das können die konventionellen Imker leider nicht alle gewährleisten.


    In diesem Sinne, viele Grüße,


    Max

  • Perizin, Bayvarol, Amitraz und Co. sowie Neonics beim heimischen Zuckerrübenanbau erwähnst du bewusst nicht, oder Max? Sonst wäre das Licht, in dem du stehst, ja etwas dunkler.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿

  • Moinsen,


    ich habe einen tollen Standort - zumindest für Rückstände:


    Kein Raps (Sandboden), kein Obstanbau (nur hier und da halt mal ein paar Obstbäume), keine Zuckerrübe. Hauptanbau bei uns ist Getreide aller Art (also nur interessant, wenn Blattläuse hier drauf sind) sowie Mais. Der Rest muss von den Eichen und Linden kommen. Meine letztjährigen Rückstandsanalysen waren komplett ohne Rückstände. Wobei ich zugeben muss nicht genau zu wissen, nach was da alles gesucht wurde. Dafür halt ein nicht so toller Ertrag in der Frühtracht (bestimmt nur halb so viel wie mit Raps) und der Tauhonig ist halt auch Glückssache. Das nächste Rapsfeld ist Fluglinie 5 km von meinen Ständen entfernt.


    Gruß
    Frank

  • Hallo Max, wo aber ist nun die Satire in Deinem Beitrag?
    Dass auch Bio-Produkte, also unter stengeren ökologischen Auflagen hergestellte Produkte, nicht absolut frei zu halten sind von den Schadstoffen der Umwelt, ist nicht nur von Anfang an bekannt, sondern - zumindest für mich - alles andere als Satire. Es ist ein deutlicher Hinweis auf die Verseuchung unserer Umwelt - falls man es Verseuchung nennen darf, wenn alles noch unter den "erlaubten" Grenzwerten bleibt.

    Seit 2005 Sächsischer* Hobby-Imker mit ca. 10 Völkern in DNM

    * sie summen weicher als die nicht-sächsischen Bienen

  • Nein, an mir nicht etwas vorbeigegangen. Veilleicht aber bei Dir.


    Wenn Du den amerikanischen Glyphosathonig mit dem deutschem Honig gleichstellst, dann solltest Du es für gut und recht halten, dass der Kunde den billigen Honig aus Amerika kauft. "Schließlich gibt es ja in Deutschland genauso Glyphosathonig wie in Amerika. Wo ist da der Unterschied? "


    Der Verbraucher, als nicht eingeweihter Imkerspezialist, erwartet bei Biohonig rückstandlosen Honig. Ob die Erwartung realistisch ist, sei mal dahin gestellt. Aber die Erwartungshaltung ist nun mal so. Dehalb wäre die Bennenung " Honig aus ökologischer Bienenhaltung" treffender und weniger täuschend. Und Frau Petra Friedrich vom DIB sprach aus, was viele Endverbraucher nicht erwarten. Nämlich, dass bei BioHonigen keine strengeren Grenzwerte bei Rückständen gelten.


    Ach, den gibt es hier nicht?


    Da ist wohl was an dir vorbeigegangen.



    Gruß,


    Tom

  • Man hat so den Eindruck, dass hier über einen Artikel diskutiert wird, den die meisten User nicht gelesen haben. Auch die beleidigten Bioimker nicht. Liest man das Kleingedruckte, dann führte zur Abwertung die PVC/PVDC/clorierde Verbindungen im Twistoffdeckel. Dieses Problem ist eigentlich unter Bioimkern längst bekannt. Es fehlt auch der Hinweis an Eltern, dass Honig für Babys unter 12 Monaten nicht geeignet ist. Der Erzeuger hat bestätigt, dass aber das bei der nächsten Charge dies geändert wird. Muss wohl ein Schwabe sein.:lol:
    Es könnte diskutiert werden, ob Amitraz aus dem Ausland beanstandet wird, wenn es in Deutschland verboten in Rumänien nicht. TTIP lässt grüßen. Auch noch weitere interessante Themen stecken im Artikel, aber man sollte ihn lesen.


    Für Besserwisser, mir ist durchaus bekannt, dass Amitraz in Deutschland trotz jahrzehntelanger schwerer Bedenken zugelassen wurde.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Das Problem mit der "Erwartung" beim Verbraucher ist hier
    http://www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=108673&bernr=04&gartnr=1&suche=honig
    gut beschrieben.


    In meiner Sicht sind es dann aber weniger die Bio-Imker, die Verbraucher-Erwartungen (ent-)täuschen, sie müssen das Problem nur ausbaden. Sie halten sich, wie andere Bio-Erzeuger auch, an die entsprechende Bio-VO und dürfen ihren Honig dann Bio nennen.
    Die Täuschungen liegen generell, und das betrifft nicht nur Honig, im gesamten Industriesystem "Bio". Die Erwartungen an "reine" Produkte sind unrealistisch, je industrieller die Produktion, umso fragwürdiger wird es. Honig hat durch die Unlenkbarkeit der Erzeugertiere dazu noch eine Sonderstellung.


    Zum Schluss, angesichts vieler Widersprüche im Detail, bleibt dem Verbraucher nur die vage Vorstellung, dass zumeist Bio besser ist als Konvi.

    Seit 2005 Sächsischer* Hobby-Imker mit ca. 10 Völkern in DNM

    * sie summen weicher als die nicht-sächsischen Bienen

  • Perizin, Bayvarol, Amitraz und Co. sowie Neonics beim heimischen Zuckerrübenanbau erwähnst du bewusst nicht, oder Max? Sonst wäre das Licht, in dem du stehst, ja etwas dunkler.


    Hi Michi,


    ich benutze weder Perizin oder Bayvarol, Amitraz ist verschreibungspflichtig und benutze ich daher auch nicht.
    Alle die Amitraz ohne Rezept einsetzen machen das illegal und da hilft dann auch kein Biosiegel (siehe ausländischen Honig).
    Das du die Zuckerrüben anführst ist lustig, Zuckerrüben werden sowieso in Deutschland angebaut und gespritzt, nicht nur wegen den Bienen, die Flächen sind sowieso da.
    Anders ist das beim Bio Rohrzucker, da kann schon mal sein, das vorher Regenwald abgeholzt wurde.
    Du wirst lachen, ich war schon nahe dran an einer Bioland Zertifizierung und hab auch schon mit denen telefoniert.
    Im Moment habe ich einen Durchschnitsspreis von 6€ pro Glas (für Wald 7€), mit einem Bioland Siegel könnte ich 1€ mehr erzielen und ich könnte bei 2 Bekannten in den Bioladen.
    Ich nutze die Plastik Erlanger Abstandshalter, diese sind nicht Bioland konform aber das könnte ich ja ändern.
    Mit meinem Nicot Plastikfütterer haben sie kein Problem, solange ich nicht den Nicot Plastikböden benutze.
    Flügel schneide ich sowieso nicht.
    Dann war das Problem der Styroporminis, das geht auch nicht und da wieder zurück zu Holz fällt mir schwer. Da Holzminis echt schwer sind, deutlich teurer und vorallem irgendwann zusammenschimmeln.
    Das Ausschlußkriterium war aber, das ich meine 40 Beuten mit der sau teuren Pigrol Farbe gestrichen habe. Diese Farbe ist nachweislich Bienenungefährlich, hat eine ÖkoP Zertifizierung, wird aber von Bioland nicht akzeptiert, weil die Inhaltsstoffe nicht aufgeführt sind.
    Würde ich da jetzt viel ändern wollen und eine Bioland Zertifizerung bekommen, dann bekomm ich die wegen weniger Plastik, anderes Futter, andere Farbe.
    Danach wird mein Honig der selbe sein, aber teurer.


    Ich glaube diese große Diskrepanz zwischen Bio und konventionell kommt daher, das einige Bio Imker sich bewusst moralisch von den konventionellen abheben wollen. Die konventionellen gehen dann in die Verteidigungshaltung und schon gibt es einen neuen Zwist zwischen den Imkern.


    Mein Fazit ist, wer mehr Geld für seinen Honig erzielen möchte, kann das mit einem Biosiegel relativ sicher machen.
    Wer Bienenfreundlich und Umweltbewusst Imkern möchte, braucht deshalb nicht zwangsläufig ein Siegel.


    Aber auf einen Nenner wird man hier wohl niemals kommen.


    Grüße,


    Max


  • Ich glaube diese große Diskrepanz zwischen Bio und konventionell kommt daher, das einige Bio Imker sich bewusst moralisch von den konventionellen abheben wollen. Die konventionellen gehen dann in die Verteidigungshaltung und schon gibt es einen neuen Zwist zwischen den Imkern.


    Meiner Erfahrung nach ist der Verteidigungsreflex schon automatisiert. Da muss man gar nicht erst die Moralkeule heben (was ich auch nicht tue).
    Ich sehe das im Übrigen eher nüchtern: Bio ist für mich vor allem ein Marketingargument. Ich kann damit die Qualität des Honigs unterstreichen, die er auch ohne Zertifizierung hätte. Und in die Bioläden zu kommen, ist auch ein wichtiger Aspekt.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)



  • Genau das ist meine Erfahrung. In meinem jungen Imkerleben ist das meine Erfahrung, wenn ich auf Bioimker zugegangen bin. Anstatt einer respektvollen Koexistens wird eine Abgrenzung angestrebt. Ich verwende nur AS. MS, OS. Ab nächstem Jahr möchte ich Naturwabenbau in Ablegern und Schwärmen ausprobieren. Wachs kommt vom Wachskreislauf meines Imkervaters.... ... Und trotzdem erheben sich die Bioimker meiner Erfahrungen auf das weiße Ross der hohen Moral. Dass einer seinen Biohonig in Gläsern mit beschichteten TwistOff Deckel verkauft, lies ich lieber unkommentiert.



    Tom

  • Bzgl. Varroabekämpfung halte ich es ähnlich: Säuren und möglichst TBE. MW zunächst aus Bioimkerei, inzwischen Umarbeitung von Eigenwachs. Bisher verkaufe ich auch in Twist-off-Gläsern, deren Schadstoffproblem mir in letzter Zeit bewusst geworden ist. Habe wohl mal etwas gelesen von Twist-off-Gläsern mit blauer Dichtung, die dieses Problem nicht haben sollen. Weiß jemand, ob diese Gläser für Honig geeignet sind und kann ggf. eine Bezugsquelle nennen?
    Gibt es außer den DIB-Gläsern(?) andere, die garantiert keine Schadstoffe abgeben?
    Karl

    Etwa 12 Völker auf Dadant an etwa 4 Standorten. "Bienenrasse":roll:: Bunte Mischung aus Carnica und Buckfast.