Bericht über Honig in der aktuellen Ausgabe von Öko-Test

  • Ich gebe folgenden Protest nach dem jüngsten Honig Bericht in der aktuellen Ausgabe von Öko-Test
    hier mal zur Info.


    LG
    Frank



    Werden Verbraucher von Bio-Imkern getäuscht?


    Das zumindestens läßt der Deutsche Imkerbund DIB durch seine Pressesprecherin in der aktuellen Ausgabe von Ökotest im Zusammenhang mit der Überprüfung von 8 Honigen behaupten.
    Richtig ist jedoch, dass Bio-Imker in Deutschland durch ihre Betriebsweise eine bestmögliche Honigqualität erzeugen.
    Bio-Imker sind Idealisten, welche zu diesem Zweck erhebliche Bewirtschaftungserschwernisse in Kauf nehmen. Bio-Imker greifen im Kampf gegen die Varroamilbe nur auf eine kleine Auswahl organischer Säuren zurück. Die Behandlung gegen diesen Parasiten mit diesen Mitteln verlangt großes Fingerspitzengefühl und einen hohen Arbeitseinsatz. Dies gilt auch für biotechnische Methoden der Varroakämpfung, welche zunehmend in Bio-Imkereien Anwendung finden. Dadurch werden bedenkliche Rückstände aus Medikamenten vermieden.
    Ein eigener Wachskreislauf beugt der Einschleppung von Schadstoffen und künstlichen Wachsen in Waben und Honig vor. Dies erweist sich vor dem Hintergrund aktueller Wachsskandale durch Verfälschungen als zukunftsweisend.
    Die Winterfütterung ausschließlich mit Zucker aus ökologischer Landwirtschaft fördert eine saubere Umwelt für Mensch und Tier. Mit der Ausweitung des ökologischen Landbaus sinkt auch das Risiko, dass Bienenprodukte kontaminiert werden.
    Die auferlegten Richtlinien werden von unabhängigen Kontrollstellen auf ihre Einhaltung hin überprüft.
    Trotz all dieser Bemühungen ist ein Eintrag von Schadstoffen in den Honig aus konventioneller Landwirtschaft nicht immer zu vermeiden. Der Flugradius und das Sammelareal der Bienen sind so groß, dass es sich nicht auf Naturflächen und ökologisch bewirtschaftete Flächen begrenzen lässt. Gespräche und Vereinbarungen zwischen Imkern und Landwirten über die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln haben nur eine eingeschränkte Wirkung.
    In der Regel liegen die Schadstoffgehalte, wenn überhaupt vorhanden, unterhalb der gesetzlichen Höchstmengen, welche für Honige aller Herkünfte gelten.
    Trotz dieser Einschränkungen lohnt es sich, ökologisch zu imkern, um bestmögliche Bienenprodukte zu erzeugen.
    Vor diesem Hintergrund ist es unerträglich, wenn ein Imkerverband, zu dessen Mitgliedern auch kontrolliert ökologisch wirtschaftende Imker gehören, diesen Erzeugern in den Rücken fällt, indem er ihnen Verbrauchertäuschung vorwirft. Der DIB hat den Anspruch, Vertreter aller Imker zu sein und erhebt von allen Mitgliedern Werbekostenbeiträge.
    Jedoch ist der Deutsche Imkerbund als Vertretung der Imker nicht alternativlos. Jeder Imker sollte kritisch überlegen, wo seine Interessen am besten vertreten werden.


    Dr. Jan-Dirk Bunsen
    Bio-Imker &
    Vorstandsmitglied im Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbund DBIB

  • Na, dass passt wieder mal zum DIB. Die haben es sogar geschafft, in der vorletzten Ausgabe ihres Zentralorgans einen Artikel über ökologisches Imkern zu bringen, ohne auch nur einmal zu erwähnen, dass es sowas wie Biorichtlinien auch für's Imkern gibt.
    Betonköpfe!
    Wir haben gerade auch so ein typisches Problem mit unseren Landesverbandsvorsitzenden, der die Mitgliedschaft im BUND kündigen will und sich lieber mit den anderen Betonköpfen vom Bauernverband zusammentut.


    Wolfgang
    (neuerdings Vorstand eines Bioimkervereins)

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Ist doch ganz einfach: einfach den Redakteuren von Ökotest schreiben. Die sollen doch mal DIB-Honige mit Bio-Honigen vergleichen. Einfach mal 20-50 Honige testen. Und dann die Ergebnisse veröffentlichen. Ich glaube, ich kenne das Ergebnis...

  • Ne, wird er nicht sein. Aber das sind die Tests von Trinkwasser auch nicht. Das juckt (fast) gar keinen. Schon traurig, daß ein Journal oder Magazin die Erzeuger an das gute Gewissen erinnern muss. Normalerweise müßten die Imker selbst dafür sorgen, daß der Honig sauber ist und bleibt. Nur, wie viele lassen denn ihre eigenen Honige untersuchen?

  • Im genannten Heft des ÖKÖ-Test-Magazins schneiden die deutschen Honige (es sind nur zwei von 20) so schlecht gar nicht ab.
    Einer (Kornblume) bekommt bei den Inhaltsstofffen ein "sehr gut", wird aber insgesamt nur mit "gut" bewertet, weil der Hinweis fehlt, dass Honig als Rohkost für Babys nicht geeignet ist und weil PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung sind.
    Der zweite (Akazienhonig, Gesamtbewertung "gut") enthält Thiacloprid in Spuren und hat nicht den trachttypischen Geschmack (Beimischung von Kornblume). Auch hier fehlt der Hinweis auf die fehlende Eignung für Babys.
    ÖKÖ-Test nimmt halt vor allem die großen Marken ins Visier und da fehlt es an Honigen aus Deutschland.


    Dass sich (in ausländischem) Biohonig Amitraz findet, gibt freilich schon zu denken.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Und dann Fragt euch mal was man in konventionellen Honig mancher Berufsimker so findet ;)


    Auch wenn viele von euch denken, dass Bio nur Schall und Rauch, Esoterisch oder sonstwas ist, Bio hat seine Daseinsberechtigung.
    Zum einen verzichten Wir auf Chemische Behandlungsmittel - was bei Berufsimkern sehr hoch im Trend ist, und mit der Bio Betriebsweise fördert man die Biolandwirtschaft.
    Je mehr man sich mit dem Thema befasst desto mehr steht man hinter dem was man da tut.

  • Nach meiner Meinung unterscheidet sich Bioimkerei von normaler Imkerei im Wesentlichen nur durch die Haltung der Bienen. Die Weide der Bienen ist dieselbe. Wenn man hier von wenigen Säuren spricht, so ist das von bis auf wenige Schwarzen Schafen normal. In meinem Wachs sind keine Rückstände über der Nachweisgrenze und doch ist es nicht Bio. In BW wird schon seit vielen Jahren kein Perizin mehr bezuschusst. Mir soll einer mal erklären, wie das geht, wie in einem Land in kurzer Zeit Apistanstreifen zur Resistenz geführt haben und danach alle zu Bioimkern wurden. Wo kam das Wachs her, in Deutschland aus Bioimkereien. Aber wo dort?


    Zum Artikel:
    Wie schon geschrieben. Es wurde ein deutscher Biohonig getestet, abgewertet mit leichteren weiteren Mängeln 1)3)4). Es kommt auch Herr Bröcker (Bioland)zu Wort. Er stellt übrigens fest:...."kann in Deutschland kein Bienenstock aufgestellt werden, in dessen Nähe kein konventioneller Acker liegt. Das ginge in ganz Europa nicht. Hundertprozentig rückstandfreien Honig kann man selbst in den entlegenen Gebieten kaum garantieren." Bioimkerei definiert er in der Folge anders. Wenn der schlechteste Biohonig zu stolzen 61,80 stark erhöhte Glykophosat Rückstände hat und auch solche von Amitraz ist auch ist das ein Problem für alle Gläser auf welchen Bio steht.


    Meine Frau hat durch Arbeit einen Bioladen unterstützt. Mein Honig wurde dort nicht verkauft aber der eines Biohändlers, welcher gleich danach durch das Raster fiel.


    Mit dem Euro-Biosiegel wurden alle ehrlichen Bioimker hintergangen. Wenn bei Aldi Biohonig weit unter meinem Preis verkauft wird, wird mit dem Begriff Bio Schindluder betrieben.


    Remstalimker


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Nach meiner Meinung sollte die "Weide der Bienen" bei Bio-Imkerei nicht dieselbe wie bei konventioneller Imkerei sein. Die EG-Öko-Basisverordnung bestimmt: "Der Standort von Bienenstöcken muss so gewählt werden, dass Nektar- und Pollenquellen vorhanden sind, die im Wesentlichen aus ökologisch/biologisch erzeugten Pflanzen oder gegebenenfalls aus Wildpflanzen oder nichtökologisch/nichtbiologisch bewirtschafteten Wäldern oder Kulturpflanzen bestehen, die nur mit Methoden bewirtschaftet werden, die eine geringe Umweltbelastung mit sich bringen". Richtlinien der Bio-Verbände enthalten ähnliche Bestimmungen. Dies ist keine Gewähr dafür, dass die Bienen nicht auch zu "konventionellen" Feldern fliegen. Wenn sich die Bioimker daran halten, was ich nicht von allen, aber doch von der Mehrzahl der Bioimker erwarte, sollte die Pestizidbelastung des "Bio-Honigs" trotzdem im Mittel geringer als bei konventioneller Imkerei sein.
    Ein wichtiger Aspekt ist für mich auch die eingeschränkte Wahl der Varroa-Behandlungsmittel. Ich habe z. B. von Fällen gehört, wo deutsche Imker vor der Zulassung von Apitraz sich Amitraz aus dem Ausland beschafften. Auch Perizin und Bayvarrol dürften durchaus noch häufig im Einsatz sein, da ebenso wie beim Amitraz der Arbeitsaufwand geringer als bei den organischen Säuren ist. Hier sind der Mehr-Arbeitsaufwand der ehrlichen Bioimker ebenso wie die Vermeidung der Rückstandsproblematik zu würdigen.
    Die Erwartungen der Kunden dürften - ebenso wie bei "Biofleisch" - unterschiedlich sein: Die einen erwarten vor allem artgerechte Haltung (wie immer die bei Bienen auch aussehen mag), andere geringere Schadstoffgehalte auf Grund "Fütterung", darüber hinaus evtl. strengere Grenzwerte.
    Vor diesem Hintergrund empfinde ich die Äußerung des DIB nicht als angemessen.
    Beim DIB erkenne ich subjektiv ansonsten kein besonderes Engagement für Verbraucherschutz: So viel ich weiß, kann man bei der Honigprämierung ein "sehr gut" bzw. "Gold" bekommen, auch wenn Schadstoffgehalte Grenzwerte nur knapp unterschreiten bzw. überhaupt keine Schadstoffanalyse durchgeführt wurde. Vor etwa zwei Jahren habe ich digital - wenn ich mich richtig erinnere über die Seite "Honigmacher" - nach Amitraz-Analysen des DIB gefragt. Die Antwort war nach meiner Erinnerung sinngemäß "Das wird nicht analysiert, weil es nicht drin sein kann, weil es nicht drin sein darf". Zum Problem der gefälschten Mittelwände sind mir auch keine besonderen Aktivitäten des DIB bekannt. Zwecks Hinterfragung der Aussage zur Bio-Imkerei könnte der DIB seine Schadstoffanalysen auswerten und einen anonymisierten Vergleich der Schadstoffgehalte (z. B. Mittelwerte) von Honigen aus Bio- und aus konventioneller Imkerei durchführen.
    Eine Schadstoffanalyse für jede Charge Bio-Honig würde vor allem kleinere Chargen stark verteuern, es sei denn es würden kostengünstigere Analysenmethoden entwickelt. Über strengere Grenzwerte mit stichprobenhafter Überwachung für Biohonig könnte man evtl. diskutieren; da bin ich aber kein Fachmann. Bio-Imker bin ich übrigens auch nicht.
    Karl

    Etwa 12 Völker auf Dadant an etwa 4 Standorten. "Bienenrasse":roll:: Bunte Mischung aus Carnica und Buckfast.

  • Nach meiner Meinung sollte die "Weide der Bienen" bei Bio-Imkerei nicht dieselbe wie bei konventioneller Imkerei sein. Die EG-Öko-Basisverordnung bestimmt: "Der Standort von Bienenstöcken muss so gewählt werden, dass Nektar- und Pollenquellen vorhanden sind, die im Wesentlichen aus ökologisch/biologisch erzeugten Pflanzen oder gegebenenfalls aus Wildpflanzen oder nichtökologisch/nichtbiologisch bewirtschafteten Wäldern oder Kulturpflanzen bestehen, die nur mit Methoden bewirtschaftet werden, die eine geringe Umweltbelastung mit sich bringen".


    Wenn Du mal überschlägt, wie groß der Flugkreis der Bienen ist, ist das bei der heimischen Agrarstruktur nicht realistisch.
    Die Kontrollstellen legen die Regelung deswegen pragmatisch aus. Problematisch sind ja vor allem bestimmte Trachten (allen voran Raps).
    Ich bin hier mit meinen Standort absolut privilegiert (rund anderthalbtausend Hektar Biofläche im Flugkreis. Der Rest zur Hälfte Wald und Brache. So ein Flugkreis ist aber 3.000. bis 4.000 Hektar groß! Und für Raps fliegen die Bienen gern mal ein bisschen weiter.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Ich halte auch Raps für die problematischste Tracht bei uns in Deutschland, obwohl mir keine Daten dazu vorliegen. Selbst hatte ich dieses Jahr Bienen auf der Streuobstwiese eines kleinen Biohofs in der Hoffnung, dass die Bienen überwiegend Löwenzahn von wenige hundert Meter entfernten Wiesen und Weiden holen. Wenn ich dort war, habe ich die Bienen meist zu einem Bio-Getreidefeld fliegen sehen, in dem Senf oder Hederich als gelbes Unkraut wuchsen. Eine Pollenanalyse aus Mayen wies neben Obstblüte und ein klein wenig Löwenzahn vor allem Raps, wohl von ca. 1,5 km entfernten Feldern hinter den Löwenzahnwiesen aus. Vor diesem Hintergrund könnte die "Bio"-Kennzeichnung von Raps- bzw. Frühtracht-Honigen fallweise etwas fragwürdig sein. Selbst habe ich mich als Hobbyimker mit etwa 10 Völkern entschlossen, zumindest bis auf Weiteres, auf eine Bio-Zertizifierung zu verzichten.
    Karl

    Etwa 12 Völker auf Dadant an etwa 4 Standorten. "Bienenrasse":roll:: Bunte Mischung aus Carnica und Buckfast.