Adamfütterer im Winter drauf lassen oder runter nehmen?

  • Moin zusammen,
    Habe neulich nach dem Auffüttern bei den Dadant Beuten das Schied raus genommen. Das war ein Fehler. Die Damen haben neben der Randwabe Wildbau angelegt und alles zugekleistert, die Waben waren nicht mehr beweglich. Also habe ich die Randwabe raus genommen und den Wildbau entfernt, Schied wieder rein, Ergebnis sieht gut aus, es sind jetzt 11 Rähmchen und das Schied im BR. Das Futter in den Entnommenen Waben wollte ich nicht umkommen lassen, hab den Adamfütterer (AF) drauf gesetzt und die Waben mit dem Futter eingelegt in der Erwartung, die Damen tragen das runter in die Beute. Jetzt sitzen Z.T. Massen von Bienen oben im AF, bauen dort am Deckel und tragen teils noch Futter hoch.
    Was tun?
    A. Bienen rausschmeißen aus AF und den mit dem Futter wegnehmen
    B. Warten und weiter hoffen, die tragen es runter
    C. Nichts machen und AF drauf lassen :confused:
    Lösung C. Kommt mir ungünstig vor wegen Wärmehaushalt. Habe den Deckel so schön isoliert mit Filzflies und 4 cm Styropor. AF im kalten Winter dazwischen isoliert nicht so gut stell ich mir vor.


    Wie soll ich vorgehen?


    Noch zur Info: ist mein erstes Jahr mit Dadant. Habe jetzt 6 Völker auf der Großwabe. Die anderen 6 sind noch auf DN, werden nächstes Frühjahr ungewohnt.


    Danke und beste Grüße Uli

  • Jetzt sitzen Z.T. Massen von Bienen oben im AF, bauen dort am Deckel und tragen teils noch Futter hoch.


    Fehlt denen ggf. Platz unten, so daß sie sich den nun durch Hochtragen schaffen? Hier bei mir verschwinden die Bienen aus dem Adamfütterer, sobald es zu kalt für sie wird. Sogar das Ausschlecken lassen sie z.T. sein, selbst wenn ich den Deckel über dem Aufstiegsdom abnehme. Die Fütterer nehme ich dann herunter, sonst beginnt es über kurz oder lang zu schimmeln (Reste von verklammten Bienen u.a. Getier, was sich dort bediente - z.B. Ameisen; Futterreste, deren Zuckerkonzentration durch Kondenswasser zu weit abgesunken ist - all das bildet einen idealen Nährboden für Schimmel).

  • Einen wunderschönen guten Morgen an diesem wunderschönen guten Morgen :-)


    Ich lasse immer die Fütterer drauf und bei mir schimmelt nichts :roll: Das Futter holen Sie sich runter wenn Sie es brauchen, denke ULiR hat etwas zuviel gefüttert oder es gab wie bei mir Tracht.

    Wer hinfällt und nicht wieder aufsteht , der hat schon verloren.

    ( von mir ;-) )


    Gruß

    Heike


  • Ich lasse immer die Fütterer drauf und bei mir schimmelt nichts


    Bis zum Frühjahr? Mglw. kommt es auch auf die Form des Fütterers an. Als Adamfütterer werden ja verschiedene Ausführungen verkauft (Plastik, Holz, im Zargenmaß oder etwas kleiner zum hineinstellen usw.).
    Es ist bei der Bezeichnung wohl das Funktionsprinzip gemeint: runder Aufstiegsdom mit kompottschüsselartiger Abdeckung. Ich beobachte Schimmel sowohl in den Plastikfütterern, aber auch in den zargen-maßigen Adam-Holzfütterern. Der Futtersirup selbst schimmelt nicht, aber dessen (verdünnnte) Reste und eben anderes organisches Material. Ich weiß nicht, wie ich das verhindern könnte. Die Fütterer werden nach Benutzung grob gewaschen, mit ätzender Natronlauge gewissermaßen "desinfiziert" und (das ist ein möglicher Verunreinigungsfaktor: ) mit gefiltertem Regenwasser aus der Hauswasserzisterne abgespült, luftgetrocknet und bis zum nächsten Jahr abgedeckt im Schrank aufbewahrt.
    Schimmel bildet sich bei Benutzung erst dann, wenn es kühler wird und Kondenserscheinungen im Fütterer auftreten. Die Bienen können ja funktionsbedingt nicht unter der Kompottschüssel heraus in die weiteren Bereiche des Fütterers vordringen und säubern. Im Futter schwimmende organische Teile (ertrunkene Ameisen o.ä.) schimmeln zuerst. Wenn ich die Schüssel zum Sauberschlecken wegnehme, ist es manchmal schon so kalt, daß die Bienen nicht/kaum hochgehen und der Schimmel entstehen kann. Gerade jetzt würde ich gern den leeren Fütterer aufgesetzt lassen und damit Kondenswasser aus der Beute wegbringen. Der Schimmel hält mich davon ab. Was mache ich falsch?

  • Hallo Uli


    ich nehme an, das du mit Waben den Wildbau meinst, also den würde ich aus dem Fütterer entfernen und den Fütterer runter. Man kann einen leeren Fütterer oben lassen, aber man sollte im Winter den Aufstieg abdichten. Grundsätzlich bin ich der Meinung, das ein Fütterer im Winter nicht auf der Beute bleibt, er hat einfach die Aufgabe zum Einfüttern. Wenn du das gleiche im Frühjahr machst, leeren die Bienen die Waben in kurzer Zeit.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Warum die Wabenreste aus dem Fütterer herausnehmen, wenn die Bienen jetzt noch hochgehen? Bienen suchen und sammeln immer Futter, auch wenn sie (nach Imkers Einschätzung) bereits genug haben. Sie holen es nur bei UliR nicht aus dem Fütterer heraus, sondern tragen sogar etwas dazu. Das hat m.E. nichts mit der Darreichungsform zu tun, sondern mit mangelndem Platz im Brutraum. Mglw. haben sie außerhalb der Beute eine weitere Futterquelle entdeckt und tragen von dort ebenfalls ein (Räuberei, Senftracht o.a.). Da kann der Platz schnell knapp werden und der Bien muß anbauen - so wie er es zuerst hinter dem herausgenommenen Schied getan hat und jetzt - die Wildbautrümmer nutzend - im Fütterer tut. Wenn Imker dem Bien seine schöne Scheune wegreißt, muß er ihm einen Ersatzbau stellen, der dem Bien so entgegenkommt, daß er die Trümmer seiner schönen Scheune verwirft und nur noch die Vorräte birgt. Orts-(Brutnest-)Nähe könnte ein solches Entgegenkommen sein. Also: LeerW an den Brutnestrand, dann werden sie die aus den Trümmern fließenden Vorräte aus der oberen Etage dort hintragen, so vermute ich - sofern die Temperaturen das erlauben.

  • Ja, das ist beides richtig. Die Völker waren bis auf eins fertig auf gefüttert und schwer genug. Nach meiner Wiegung und Einschätzung etwa 20 kg Futter. Und es gab und gibt noch Tracht. Im September war es ja auch noch warm genug, da haben sie noch etwas eingetragen. Also kann das gut sein, dass sie wegen Platzmangel da oben jetzt eine Vorratsscheune sehen.
    Um es vollständiger zu beschreiben: es waren sowohl Wildbautrümmer als auch Waben. Hatte bis auf 12 BR-Waben aufgefüllt und dann den Baurahmen raus genommen als ich das Schied wieder rein gesetzt habe. Zwei hatten im September sogar noch etwas Drohnenbrut aber da war auch viel Futter eingelagert. Und das sind ganz schöne Waben, die da jetzt im AF liegen. Die haben die Bienies erst mal festgemacht und miteinander verbunden. Und dann wurde bei den großen Völkern da oben weitergebaut.


    Ich werde denen das wegnehmen. Mein erster Versuch ist Deckel auf bei 9 Grad und schauen, ob sie runter gehen. Nach meiner Erfahrung machen sie das, wenn die Futterzarge aus geschleckt ist. Hier dauert das jetzt schon über eine Stunde. Wespen sind auch interessiert. Vielleicht muss ich nachhelfen.


    Interessant ist für mich zu sehen, dass es natürlich wieder alle Verfahren gibt: AF drauf lassen, AF runter nach dem Auffüttern. Mir leuchtet das mit dem Schimmel ein. Ein paar tote Bienen sind da oben ja schon mal gewesen. Und dann noch etwas Kondenswasser und schon ist eine schöne Suppe fertig. Und wenn im BR schon eher zu viel Futter ist, dann brauchen sie die 2 kg die jetzt oben sind nicht um über den Winter zu kommen.


    danke und Gruß Uli

  • J... Deckel auf bei 9 Grad und schauen, ob sie runter gehen. Hier dauert das jetzt schon über eine Stunde. Wespen sind auch interessiert. Vielleicht muss ich nachhelfen.


    Warum fackelst Du so lange? Wenn sie auch mit Rauch nicht runtergehen wollen -> In die Kiste abschlagen und zumachen. Die paar, die noch sitzen bleiben, werden sich alsbald in die Beute zur Wärme der Ihresgleichen begeben, wenn Du den Fütterer kurz neben das Flugloch aufrecht hinstellst. Das ist jedenfalls besser als eine längere Zeit offengehaltene Beute, wo sie versuchen, die fehlende Abdeckung durch ihre Körper notdürftig zu ersetzen.

  • Ich mache es seit 10 Jahren wie Heike: Die Fütterer bleiben drauf. Bei mir sogar das ganze Jahr.
    Schimmel gabs noch nie, und wer über angebliche Isolationsprobleme der Bienen während des Winters schwadroniert, hat nicht verstanden, wie Bienen im Winter leben.

    Grüße an alle


    Michael




    -Das größte Geheimnis ist, ein Genie zu sein, aber niemand außer einem selbst weiß es-

    (Mark Twain) Donald Duck

  • Danke für die Info, Michael. Hatte das jetzt mal nicht als "Schwadronieren über Isolationsprobleme" empfunden, sondern die Überlegung vorgetragen, dass mein zusätzlich isolierter Deckel nicht so wirksam ist über der Futterzarge. Die Empfehlung kam von Bernhard, den Deckel zusätzlich mit 3 bis 4 cm Styropor nach oben zu isolieren. Na ist ja ein anderes Thema.


    Gut zu wissen, dass es sehr erfahrene Imker so machen und den AF das ganze Jahr drauf lassen.


    Gruß Uli

  • Möchte jetzt noch berichten, was ich heute noch erleben und erfahren durfte. Von meinen 6 DD Völkern hatte ich bei vier die Futterzarge wieder drauf gestellt und dort oben Futter in Waben bzw. Wildbautrümmern reingetan. Bei einem Volk war kein Futter mehr oben, nur noch Wachs. Zwei Völker hatten das Futter nicht runtergetragen. Da waren ein paar Damen bei der Arbeit im AF. Ich weiß nicht was die da so vor hatten.


    Das vierte Volk war mit großer Mannschaft im AF und hatte eifrig am Deckel gebaut und da waren wirklich viele Bienen unter dem Deckel und an den Futterresten zugange. Habe sie mit Rauch, Abschütteln und Abfegen in den BR geschickt. Dabei hatte ich mir den Wildbau schon angesehen, ob denn da Brut zu sehen wäre. Habe ich aber nicht gesehen, v.a. keine verdeckelte. Und dann nach dem Einschmelzen des Wachses waren da Larven im Trester. Die (oder eine?) Kö hat da oben gesessen. Vielleicht ein improvisierter 2-Kö-Versuch ??


    Kommt das vor, das DIE Kö von unten in den AF geht und dann nicht mehr nach Hause findet? Hätte ich nicht erwartet, dass das vorkommt. Also vielleicht eine zweite Mama?


    Jedenfalls ist sie jetzt zusammen mit der großen Mannschaft (ich trau mich mal 1 bis 1,5 kg zu schätzen) unten. Hoffe dass eine der beiden unbeschädigt bleibt, wenn die sich einigen, wer hier die Mama wird. Das war denke ich gut, dass ich da eingriffen habe, ein Ableger in der Futterzarge mit 2-3 kg Futter, das wäre nicht gut gegangen.


    Spannend was die Mädels sich manchmal so ausdenken. Oder hab ich das gemacht? Die Futterreste waren bienenfrei oben eingefüllt worden.


    Ich hoffe auf Euere Erklärungsversuche.
    Grüße Uli

  • Nö, doch kein anderes Thema. Das war ja meine Frage: ist es gut auch für den Wärmehaushalt im Stock, wenn wir den Adamfütterer von der Dadantkiste runternehmen? Sorry.


    Gruß Uli

  • Das kommt m.E. auf die Jahreszeit/Temparaturen an. Wenn wirklich Winter ist und die Bienen in der Traube sitzen, dürfte es wohl kaum etwas ausmachen, weil sich die Wintertraube sehr gut selbst isoliert und kaum Wärme in ihre Umgebung abgibt. Aber wenn sie sich auflöst - was auch im Winter alle paar Tage passiert, wie wir aus Prof. Tautz Untersuchungsberichten wissen - da steigt Wäme nach oben und entweicht über einen schlecht isolierten Deckel schneller als über einen besser isolierten.

  • ...seit 10 Jahren wie Heike: Die Fütterer bleiben drauf. Bei mir sogar das ganze Jahr.
    Schimmel gabs noch nie


    Michael + Heike: Welche Fütterer verwendet ihr mit welcher Wandstärke? Welcher Innendeckel mit welcher Isolation? Sind Eure Fütterer mit einer Folie o.ä. dampfundurchlässigen Material abgedeckt (z.B.Sperrholzboden des Innendeckels)? Füttert Ihr fertigen Futtersirup oder selbstangerührten Zuckersirup?#


    p.s.: Können Eure Bienen den Fütterer vollständig belaufen, wenn er leer ist?

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von ribes () aus folgendem Grund: p.s.