Zander 1-zargig, Zander 2-zargig, Zander 2/3, Zander 1,5 das ist die Frage ?!

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    Hallo Baarimker, du imkerst halt in keinem Gebiet, in welchem schon im Februar die Pollentracht anfängt. Ich habe da Erfahrung mit 3 Versuchsvölkern Zander. Privat habe ich Dadant. Mit einem Brutraum ist der Eintrag von Pollen im März schneller als die Brutleistung der Königin. Mit zwei Bruträumen ist Ruhe im Stall. Imker, welche bei uns im Unterland mit einem BR arbeiten entnehmen nach ihren Aussagen regelmäßig Waben daraus.
    Nach meiner 40jährigen Imkererfahrung habe ich oft den Eindruck, dass Imker oft den Wunsch mit der Realität verwechseln. Ich habe allerdings keine Erfahrung mit der Baar. Fahre aber regelmäßig durch. Bei mir ist der Raps so um den 20. April durch und die ersten Völker werden schon um den 15. April übermütig. Auf der Baar, im württembergischen Sibirien, ist eine Zeitverschiebung von 4 Wochen.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Bei uns istes ähnlich früh, wie bei dir, Remsi. Ich entnehme auch früh also Pollenwaben. Aber wenn du zwei 2/3 - HR obendrauf hast, passt da genau eine BW rein!
    Wenn du das unbedingt willst.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Meine liebe gute Holmi,
    die drei Völker sind Schauvölker. Sie müssen für genügend Demonstrationen herhalten. An einer Front muss da Ruhe sein. Über 40 Führungen im Jahr und dann die üblichen Wartungsarbeiten. Sie werden schon genügend gequält.


    Nach Jahren habe ich meine erste Honigsensorik nach dem Imkerforumstreffen gemacht. War ein großer Erfolg. Im Dez. folgt ein Artikel in der Bienenpflege.


    Gruß
    Herbert

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Dann weiß ich ja, wer die schon lang gewünschte Honigsensorik beim nächsten IFT macht! :lol: Hast uns ja schon bei Arnd damals beeindruckt.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Hallo ihr 1 Zarger! Ihr schreibt immer mal wieder von dem virtuellen Brutnest im 1.HR über dem ASG bei einzargiger Führung. Mich interessiert, ob das ein Zeichen ist von zu wenig Platz im BR? Und wie weit dehnt sich das Brutnest im BR aus, über wieviele Waben?


    Grüße,
    ein Unwissender

  • Nein, ein Zeichen von richtiger, funktionierender Vorgehensweise :wink:
    Wie groß das Brutnest ist hängt vom Volk ab, deshalb spricht man ja auch vom angepassten Brutraum, OK?


    Gruß
    Reiner

    Hallo ihr 1 Zarger! Ihr schreibt immer mal wieder von dem virtuellen Brutnest im 1.HR über dem ASG bei einzargiger Führung. Mich interessiert, ob das ein Zeichen ist von zu wenig Platz im BR? Und wie weit dehnt sich das Brutnest im BR aus, über wieviele Waben?


    Grüße,
    ein Unwissender

  • :) Hallo Reiner,
    wenn man Völker anpasst, weichen sie auch bei Dadant zuerst mal mit dem Honigkranz in den Brutraum aus. Sollten sich auf diesen Waben gar noch Drohnenzellen befinden, dann muss schon eine kräftige Tracht kommen, dass diese Zellen gefüllt werden. Die Naturbauler können da sicher ein Lied singen.


    Remstalimker:lol:

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Das meine ich doch ! Wenn du ein sog. virtuelles Brutnest bekommst, hast du schon mal vieles richtig gemacht :daumen:


    Gruß
    Reiner

    :) Hallo Reiner,
    wenn man Völker anpasst, weichen sie auch bei Dadant zuerst mal mit dem Honigkranz in den Brutraum aus. Sollten sich auf diesen Waben gar noch Drohnenzellen befinden, dann muss schon eine kräftige Tracht kommen, dass diese Zellen gefüllt werden. Die Naturbauler können da sicher ein Lied singen.


    Remstalimker:lol:

  • Wie bereits bei meiner Vorstellung geschrieben habe ich mir für dieses Jahr das ein oder andere Experiment bzgl. der Betriebsweise vorgenommen. Standardmäßig imkere ich mit Zander 2-zargig, „klassische Hohenheimer“ Betriebsweise mit eigenen Anpassungen und Optimierungen für meine Rahmenbedingungen.


    Bei den 2-zargigen Zandervölkern sieht derzeit noch alles recht entspannt aus. Es gibt mehr als ausreichend Platz in der Beute und der erste Honig wandert in den Honigraum. Es zeigt sich noch keinerlei Schwarmstimmung.


    Die Völker welche ich auf Zander 1-zargig führe haben sich gut entwickelt und den Honigraum, mit einem Kern von 5 ausgebauten Waben sowie Mittelwänden, sehr gut angenommen. Trotzdem lagern fast alle Völker einiges an Nektar im Brutraum ein und beginnen sich damit selbst einzuengen, vom Pollen ganz zu schweigen. Ein Volk mit einer Königin aus 2015 ist dadurch bereits massiv in Schwarmstimmung geraten.


    Die ZaDant-Völker machen mir aktuell die meisten Sorgen. Obwohl die Völker den Honigraum angenommen haben, Mittelwände ausbauen und Nektar einlagern überschwemmen sie den Brautraum mit Nektar und Pollen, sodass die Königin kaum mehr Platz findet um ihr Brutnest auszudehnen. Auch hier ist ein Volk bereits massiv in Schwarmstimmung geraten.

  • 1-zargig Zander oder DNM funktioniert gut mit Brutraumanpassung, also mit Schiedführung. Gestartet wird bei normal starken Völkern mit 5 Waben hinter dem Schied, bei schwächeren Völkern mit noch weniger. Zur Weidenblüte kommt der Honigraum drauf. Erst wenn die 5 Waben weitgehend bebrütet sind, wird erweitert.

    Wenn man dagegen gleich die volle Wabenzahl gibt, wird der Honig im Brutraum gelagert und dann ist die verfügbare Brutfläche recht schnell zu klein ohne die Möglichkeit einer Korrektur.

    Ich führe einige Völker auf diese Weise in DNM-Liebigbeuten und habe mit Schwarmlust keine Probleme.

    Gruß Ralph

  • Susanna, in welche Richtung wird nun dein Beutensystem gehen? Hast ja nun erfolgreich alle durchgetestet und konntest dir dein eigenes Bild dazu machen ;)


    Hallo,


    nachdem Markus jetzt mal nachfragt, habe ich meinen altes Thema wieder ausgegraben!
    Ja, ich habe alle Zandervarianten außer Zadant durchgetestet!

    Zusätzlich kam noch eine ERB-Zander mit max. 25 Rähmchen dazu. Zander 2-zargig ist schon ausgeschieden


    Das Ergebnis ist nicht leider nicht eindeutig!!!!:lol::roll:

    Jede Betriebsweisen hat seine Vor- und Nachteile und das sage ich nicht aus Diplomatie!


    Zander 1,5:

    -- Vorteil: max. 6 Waben im Brutraum, viel Platz um Waben auseinander schieben, schnelle Schwarmkontrolle

    -- Nachteil: eine Wabe voller Brut ist sehr schwer und ich muss sie am Eck aufsetzen um sie zu kontrolliern,

    -- größter Nachteil: Wabenhygiene im Feb/März funktioniert schlecht, irgendwie habe ich es nicht geschafft die alten Waben rauszubekommen,


    Zander 2-zargig mit 2/3 Rähmchen im Brut- und Honigraum:

    -- Vorteil: es ist immer ausreichend Futter vorhanden, Gewicht der vollen HR ist auch leichter, Kippkontrolle funktioniert, da die Waben niedriger sind uns es keine versteckten Ecken gibt!!!!

    -- riesen Vorteil: gleiches Rähmchenmaß im BR und HR, dadurch ist die Wabenhygiene easy. Ich setzte nach der Honigernte die dritte Zarge auf, mache meine Varroabehandlung und füttere auf und im Feb/März kommt die unterste Zarge weg. Fertig!!!:daumen:

    -- Nachteil: bei Schwarmstimmung müssen 20Rähmchen angesehen werden


    Zander einzargig:

    nach der Honigernte setze ich den HR als 2.Brutraum zur Überwinterung auf
    -- Vorteil: gleiches Rähmchenmaß, weniger Rähmchen zur Schwarmkontrolle als bei zweizargern, Wabenhygiene kann im Feb/März gemacht werden in dem der unterste BR entfernt wird

    -- Nachteil: der BR ist schon sehr voll mit Bienen, im Vergelich zu den Zander 1,5 erscheint es mir sogar mehr zu sein obwohl die Wabenfläche fast gleich ist.:/ Es gibt keinen Platz zum verschieben der Rähmchen, bei Trachtmangel nach der 1. Schleuderung muss auf Futter geachtet werden

    -- Großer Nachteil: es gibt ein virtuelles Brutnest im ersten HR! Da ich allerdings keine Massentracht wie Raps habe, wird der 2.HR nicht voll. Das heißt ich habe im 1.HR nur halbvolle Waben und im 2.Hr kaum verdeckelte. Das ist echt blöd zum schleudern!


    Deshalb habe ich letztes Jahr folgendes gemacht:

    Statt einer ganzen Zarge habe ich eine Halbzarge über das Abspergitter gestellt und dann erst die Ganzzarge!

    Das hat super geklappt! Die Halbzarge hatte ihr virtuelles Brutnest, nur in den Randwaben war Honig und der 2.HR war gut voll mit Honig!

    Zur Varroabehandlung und Einfüttern habe ich die Halbzarge darauf gelassen. Diese wurde im Oktober untergesetzt und wenn alles klappt kann ich sie im Feb/März leer entnehmen


    Danke Markus für den Tipp!!!


    Jetzt hatte ich allerdings das Problem mit der Wabenhygiene. Ich werde das so lösen, indem ich alle zwei Jahre eine TBE bei den Völkern mache! Damit habe ich letztes Jahr begonnen und der Erfolg war sehr gut!


    ERB in Kaltbau:

    geführt habe ich sie auf 10Zanderrähmchen im BR mit Schied und der Rest war HR.

    -- Vorteil: kein schweres heben von Zargen, es gibt genug Platz zum auseinander schieben der Waben bei der Schwarmkontrolle

    -- Nachteil: ist die Varroabehandlung, es gibt keinen Platz auf den Rähmchen um einen Verdunster reinzustellen, Schwammtuch würde gehen.

    Ursprünglich wollte ich den neuen Nassenheider universal H im Rähmchen einhängen, allerdings war durch die TBE keine weiter Varroabehandlung mit AS nötig! OS im Winter natürlich schon!


    Zadant:

    werde ich erst dieses Jahr mit einem Wirtschaftsvolk testen


    Aber mit welche Betriebsweise werde ich nun weitermachen?:confused:


    Ganz klar: Ich werde alle Varianten beibehalten!


    Es macht so viel Spaß mit unterschiedlichem Maße zu imkern!

    Ich werde mit ca.15 Wirtschaftsvölker weitermachen!

    Die meißten Völker aber werden Zander Einzarger sein!

    Die eignen sich gut um Königinnen zu ziehen(Königin raus->Zellen brechen, Zuchtrahmen rein -> aufteilen in Dreierböden ->Standbegattung -> abgeben! Also nix mit: eine Wabe ergibt ein Volk!) , Ableger zu bilden und lassen sich gut verkaufen!


    Mein ursprünglicher Gedanke, dass es "die beste Betriebsweise" gibt und ich nur mit der imkere habe ich über Bord geschmissen!


    Frei nach dem Lied der FANTA 4:

    Es könnte so einfach sein, ist es aber nicht!


    Susanna


    Ein freundliches Wort ist wie Honig: angenehm im Geschmack und gesund für den Körper (Sprüche 16,24)

  • Hallo Susanne,

    -- größter Nachteil: Wabenhygiene im Feb/März funktioniert schlecht, irgendwie habe ich es nicht geschafft die alten Waben rauszubekommen,

    das geht doch wie bei Dadant. Du füllst bis Ende der Saison den BR mit Mittelwänden auf, so dass beim Einfüttern die neuen Waben mittig sind. Dann im Frühjahr nimmst Du die äußeren alten, meist leeren Waben weg, Brut ist im Frühjahr nur in den mittleren Waben... - weiterer Vorteil des "auffüllens" bis Ende der Saison ist, das für das Winterfutter genügend viel Platz ist, aber auch noch Platz für Brut. Die Völker müssen daher nicht massiv von der Brut gehen um Winterfutter einzulagern...


    Gruß

    Franz

  • Hallo Franz,


    theoretisch habe ich es auch so gemacht.

    Meine hatten das Flugloch an der Seite und dort waren die 5 Brutwaben den Rest habe ich im Herbst mit 5 neuen Waben aufgefüllt. Flugloch war dann mittig.

    Beim Schied setzen im Frühjahr hatten sie immer auf einer dunklen Wabe angefangen zu brüten!

    Diese Wabe und die Nachbarwabe kamen dann an den Rand an 2. und 3. Position meistens waren das dunkle Waben , ganz am Rand war eine Futterwabe.


    OK, ich überlege mal laut:

    wenn die neue Brut auf den bebrüteten Waben an 4. und 5.Stelle sind, dann kämen sie beim Schied setzen an 2. und 3. Stelle, gleich nach der Futterwabe. Die Waben die vorher auf 1-3 waren kämen hinter das Schied. Somit wären die Waben zwei Jahre drinne , denn wenn es gut läuft sehe das nächstes Jahr genauso aus und die alten wären raus!


    Also hat es eigentlich doch geklappt !?

    Angefülht hat es sich allerdings so, als hätte ich die dunklen Waben immer mit weiter geschleppt!


    Hm!:confused:


    Susanna

    Ein freundliches Wort ist wie Honig: angenehm im Geschmack und gesund für den Körper (Sprüche 16,24)