Wespen: Nachbar ignoriert Bekämpfung

  • Und wie kann man die 5kg Verbrauch exakt den Wespen zuordnen, wo doch die Bienen selbst auch verbrauchen?

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Genau Drobi,


    genau so sieht es hier auch aus. Wespen versuchen es ganztags, abends halt viel länger als Bienen fliegen und morgens viel früher, bevor Bienen fliegen.
    Sie kommen auch früher oder später alle rein.
    Nach einiger Zeit kommen sie aber auch wieder raus, die einen gesättigt und vollgetankt für die nächsten Flugkilometer, die anderen, weil sie abgewehrt wurden und wieder andere weil sie drinnen verletzt oder getötet wurden.


    Aber sie kommen rein, sind drin und gerne fliegen auch mal welche oben raus, wenn man wie ich einen aufgesetzten Fütterer hat und dessen Dom kurz abnimmt. Doch selbst wenn es mal 10 oder 20 sind, ist das kein Verhältnis zur Bienenmasse.


    Störend ist auch weniger der Honigverlust, der sicherlich nicht nennenswert ist, sondern eher die etwaige Beunruhigung der durch Kälte gebremsten Völker. Doch das können die schon ab, wenn sie in Ordnung sind, das konnten sie die letzten Millionen Jahre auch. Hatte da bisher auch nie ernsthafte Probleme.


    Wie jemand behaupten kann, die Wespen hätten 5 kg "geraubt", ist mir so oder so ein Rätsel. Hat er die Wespen einzeln gewogen, beim Ein- und Ausfliegen? Haben die Bienen nichts verbraucht? Wie hat er das getrennt?
    5kg können von vielen Tausend Bienen locker und schnell verbraucht werden, nie und nimmer aber von ein paar Dutzend Wespen (wenn man mal von relativ vielen Wespen ausgeht). Auch nicht von 100 oder 200.


    Gruß
    hornet

  • ...wenn die Wespen 5kg Futter aus einem Volk holen können ist da was faul.


    Wie exakt Bandwurms Messung des Raubgutes ist, wissen wir nicht (bspw. Abzug des Eigenverbrauchs der Völker usw.), auch nicht, auf wieviel Völker sich die 5kg beziehen. Nur den Zeitraum hat er mit 4 Wochen angegeben.
    Überschlagen wir die Zahlen, die wir haben:
    120 Wespen können bei nur einem Raubflug mindestens 2,4g Futter wegtragen (wenn sie soviel tragen können wie eine Honigbiene: 0,02g). Wieviele Raubflüge schafft eine Wespe in 2 bis 3h auf kurze Distanz? Nehmen wir an: 60 => 144g Raubgut täglich x 28 Tage = 4,032kg in 4 Wochen. Ist etwas falsch an dieser Überschlagsrechnung?

  • Moin, moin,


    ja, ist was falsch. Die tragen nicht große Mengen Süßkram nach Hause, wo sollten sie damit hin, in ihrem papierenen Heim? Also holen die sich da höchstens das, was sie dann auch zeitnah wieder verbrauchen. Wieweit die einander füttern, weiß ich nicht.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Wenn sie noch Brut haben sollten, dann tragen sie bestimmt auch etwas heim und füttern Brut und Jungwespen. Wenn sie bis zum Rigips sitzen, dann haben sie mglw. auch Zugang zu jahreszeituntypischer Fremdwärme und brüten noch.

  • Ich mag mich täuschen - aber füttern die die Brut nicht überwiegend mit eiweißhaltiger Nahrung? Und werden deshalb erst im Spätsommer/Herbst so richtig lästig, weil die schon heimat- und brutlosen "Restwespen" nur noch auf Süßes anspringen für den eigenen Verbrauch? Brutenede bei den Wespen ist auch nicht so stark mit Aussentemperatur gekoppelt - die erbrüten die Geschlechtstiere und das wars. Die sächsische Wespe z. B. löst ihre Nester schon im Sommer (Juli/August) auf - die hatte ich mal im Strohschober. Als das Stroh kam, waren die Wespen schon weg.


    Für das eigene gute Gefühl ist der Tip mit Fluglöcher (nur bei Gitterboden!) ausserhalb der Bioenenflugzeiten schliessen doch am zielführendsten. Ansonsten kann ich leider aus eigener Erfahrung nur bestätigen was andere schon schrieben - massiver Wespenflug ist schon die Beerdigungsgesellschaft, dann hat(te) das Volk schon andere Probleme - Varroa - und wäre so oder so eingegangen


    Grüße
    Marion

    Gruß Marion


    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Ich hab seit ein paar Tagen die Mäusegitter dran. Heut morgen hab ich das Treiben mal länger beobachtet (...war ziemlich kalt bei uns). Es gibt tatsächlich Wespen, die gehen nicht durch das Mäusegitter. Scheint ihnen nicht geheuer zu sein.


    Klar gibt es noch welche, die durch marschieren - aber alle sind deutlich vorsichtiger. Vielleicht haben sie Angst hängen zu bleiben, falls schneller Rückzug notwendig wird. Sie sondieren sichtlich erst mal die Lage.


    Hier hatte jemand geschrieben, dass Mäusegitter helfen - ich würde das bestätigen. Die Klauerei hört zwar nicht ganz auf, wird aber sichtbar weniger...

  • Vielleicht sogar Absperrgitter? Das ist noch enger! Drohnen sind ja nicht mehr und Schwärmen erst recht nicht.
    Hier nochmal das kurze Filmchen, das ich neulich schon mal beim Thema Mäusegitter eingestellt hatte. Da sieht man gut, wie so ein bisschen Gitter den Durchgang / Durchflug erschwert:



    Dieses Gitter ist auch etwas schräg gezogen, um die Löcher noch etwas enger zu machen. Leider war anfangs der Knick nicht direkt am Boden, das habe ich noch verbessert, sieht man dann erst die letzten paar Sekunden im Film.

  • Für weniger Behinderung hätte man das Gitter ja auch so anbringen können, dass der untere Draht am Boden aufliegt und eher wie ein Bordstein ist, statt die Damen vollbeladen zum Hürdenlauf zu zwingen.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Naja, zum Glück ist der Film vor 2 Jahren gemacht worden. Mäuse kamen da nicht durch.
    Der Hürdenlauf ist wie gesagt nur am Anfang vom Film. Daraufhin hatte ich damals auch das Gitter gleich nochmal tiefer umgebogen, wie es am Ende des Filmchens kurz zu sehen ist.