Naturbau vs Honigertrag

  • Hallo,


    seit 2 Jahren überlege ich, auf Naturbau mit Anfangsstreifen umzustellen. Was mir bisher noch völlig unbekannt ist: Wie wirkt sich das auf den Honigertrag aus? Konkret geht es mir um eine überschlägige Berechungungsmöglichkeit.


    Als Basis habe ich den Brennwert von Honig mit 1400 KJ/100g. Weiterhin gehe ich davon aus, dass Kerzenwachs mit 4500KJ/100g einen ähnlichen Brennwert wie Bienenwachs hat. Da Energie nicht geschaffen werden kann müssten die Bienen mindestens 3,2 kg Honig aufwenden, um 1kg Wachs zu schwitzen. Die Bienen haben natürlich noch einen Eigenverbrauch. Sagen wir also 4kg Honig für 1kg Wachs.


    Bezogen auf Zandant: 1kg sind 9 MW (bei Bienenweber in Gera) zu einem Preis von 17.-€. Wenn ich jetzt ein Glas Honig mit 4,50€ ansetze, kostet mich 1kg Naturbau 18.-€. Damit bin ich mit Naturbau nur unwesentlich teurer. Wenn ich zur Wabenhygiene eine jährlichen Austausch von 3 Waben mache, dann würde mich das pro Volk 5.60 € an MW und 6.-€ bei Naturbau kosten.


    Ist die Rechnung einigermaßen richtig, oder habe ich wichtige Dinge übersehen?


    Viele Grüße


    Tom

    Auch eine eierlegende Wollmilchsau gibt keinen Honig.


  • Ist die Rechnung einigermaßen richtig, oder habe ich wichtige Dinge übersehen?


    Wenn man es 1:1 auf den Brennwert herabbrechen könnte wäre es vermutlich richtig Überlegt, aber wo bekommt man schon 1 raus bei dem man nur 1 rein steckt?
    Nur mal 50% "Reibungsverlust" angenommen, dann bist schon bei 8kg Honig für 1 Kilo Wachs. In der Literatur gehen die Werte von 6-15Kg pro 1 Kg Wachs, ich selbst würde es mit etwa 7-10Kg einordnen!

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Hallo Tom,


    ich finde solche Überlegung zu sehr verkopft!


    Naturbau ist aufwendiger und wird sicher Honig kosten. Wenn man es nicht mit Gewalt übers Knie bricht, dann kommt immer noch sehr viel Honig dabei heraus und spätestens nach dem aktuellen Wachsskandal sollte allen Leuten die Bedeutung von gutem Wachs bewusst geworden sein.


    Ich habe den Eindruck, dass sich meine Bienen deutlich besser entwickeln, z.B. weniger Verluste haben, seit ich konsequent auf eine Wachsstrecke und sehr viel Naturbau setze!


    Gruß Jörg

  • Jörg, da sollten wir doch mal die Experten wie dich hier berichten lassen. Hab ja das selbe ab 2017 vor und bin über alle Tipps froh um soviel wie möglich richtig zu machen.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Hallo,


    klar ist diese Überlegung "verkopft". Ich bin ein Mensch, der gern mit Zahlen spielt.


    Viele Faktoren sind nicht berücksichtigt.
    "Reibungsverluste" sind fast nicht zu erfassen. Höchstens Versuchsreihen über einige Jahre. Also mehrere Völker auf MW und Naturbau am gleichen Stand. Aber auch hier giebt es viele unbekannte Größen. Qualität der Königin, unterschiedliche Sammelplätze, etc. Die Entwicklung der Völker könnte besser werden und damit würde der Ertrag wieder steigen. Die Baubienen sind ordentlich beschäftigt, was sich positiv auf die Schwarmneigung auwirken dürfte.



    Bei 10kg Honig pro 1kg Wachs kippt die Rechnung natürlich heftig. Mir ist oben sowieso ein Fehler unterlaufen. Ein Glas sind ja 500g. Also kostet das Kilo Honig 9,-€. Damit steht es bei meiner Rechnung so:
    1kg Wachs=4kg Honig=36.-€. Bei bei 10 kg wären es schon 90.-€ pro 1kg Wachs. Die Wabenhygiene würde also 5,60€ mit MW und 30.-€ bei Naturbau kosten. Und da sind nichtmal die Honigräume berücksichtigt. Haua-ha...


    Für mich als Hobbyimker ist egal, ob ich 3kg mehr oder weniger Honig je Volk habe. Aber wer Berufsimker ist und z.B. 100 Völker hat, das ist Naturbau schon ein echter finanzieller Faktor...


    Viele Grüße


    Tom

    Auch eine eierlegende Wollmilchsau gibt keinen Honig.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Tom B. () aus folgendem Grund: Rechenfehler, hoffentllich jetzt richtig

  • Hier noch ein wenig Lektüre:


    Quelle:http://www.bee-hexagon.net/fil…nprodukte/Bienenwachs.pdf
    Die Rohstoff-Hauptlieferanten für die Wachssynthese sind die Zucker (Fructose, Glucose und
    Saccharose). Die meisten Experimente zur Bestimmung der für die Wachssynthese benötigten
    Zuckermenge sind mit Saccharose (Weisszucker) durchgeführt worden. Das Verhältnis von
    verbrauchtem Zucker zum Wachsgewicht wird Zucker:Wachs-Zahl (ZWZ) genannt. Die ZWZ
    variiert sehr stark bei den verschiedenen Untersuchungen, die in unterschiedlichen Teilen der Welt
    mit verschiedenen Bienenrassen durchgeführt wurden: von 2:1 bis 100:1. Die ZWZ-Messungen
    zwischen 3:5 und 13:1 von Weiss in Deutschland sind für mitteleuropäische Bedingungen
    wahrscheinlich repräsentativ (7). Bei stärkeren Völkern ist die ZWZ kleiner als bei schwächeren,
    d.h. stärkere Völker sind wirtschaftlicher für die Wachsproduktion. Die verschiedenen
    Bienenrassen haben unterschiedliche Fähigkeiten, Zucker in Wachs umzuwandeln. Die
    kaukasischen Bienen sind bessere Zuckerverwerter als die Carnica-Bienen (5).

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • wobei ich glaub, es hat sich hier an dieser Stelle:


    zwischen 3:5 und 13:1 von Weiss in Deutschland


    ein Fehler eingeschlichen und es sollte richtig so aussehen:


    zwischen 3:1 und 13:1 von Weiss in Deutschland

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit


  • 1kg Wachs=4kg Honig=36.-€. Bei bei 10 kg wären es schon 90.-€ pro 1kg Wachs. Die Wabenhygiene würde also 5,60€ mit MW und 30.-€ bei Naturbau kosten. Und da sind nichtmal die Honigräume berücksichtigt. Haua-ha...


    Wenn Du schon so rechnest, muss Du aber auch die Einnahmen aus dem Wachsverkauf einbeziehen.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Wenn Du schon so rechnest, muss Du aber auch ...


    Die schwarmdämpfende Wirkung vom bauen lassen reinrechnen (als Zeitersparnis). Also Zarge um Zarge im HR bauen lassen kann schwarmdämpfend sein, wenn es dagegen richtig rappelt und zu wenig Platz ist für den ganzen Nektar ist wird es schnell mal schwarmtreibend. Will sagen, all Deine Planspiele sind hinfällig, wenn Du Dir keine passende Betriebsweise drumherum klöppelst.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Wenn Du schon so rechnest, muss Du aber auch die Einnahmen aus dem Wachsverkauf einbeziehen.


    Wolfgang


    Habe ich bewusst weggelassen. Mein Wachs wird zu Kerzen verarbeitet und erhellt im Winter Raum und Seele. :-D
    OK, man kann die Kosten für gespartes Heizöl und Strom einrechnen... :lol:


    Viele Grüße


    Tom

    Auch eine eierlegende Wollmilchsau gibt keinen Honig.

  • Die schwarmdämpfende Wirkung vom bauen lassen reinrechnen (als Zeitersparnis). Also Zarge um Zarge im HR bauen lassen kann schwarmdämpfend sein, wenn es dagegen richtig rappelt und zu wenig Platz ist für den ganzen Nektar ist wird es schnell mal schwarmtreibend. Will sagen, all Deine Planspiele sind hinfällig, wenn Du Dir keine passende Betriebsweise drumherum klöppelst.


    Da hast Du Recht. Die HR habe ich nicht berücksichtigt. Da habe ich 2 HR mit 7 ausgebauten Waben Zander und 3 Rähmchen mit Anfangstreifen geplant. Das aber mehr wegen Wabenhonig. Ich mag keine Mittelwände kauen.

    Auch eine eierlegende Wollmilchsau gibt keinen Honig.

  • Habe ich bewusst weggelassen. Mein Wachs wird zu Kerzen verarbeitet und erhellt im Winter Raum und Seele. :-D
    OK, man kann die Kosten für gespartes Heizöl und Strom einrechnen... :lol:


    Viele Grüße


    Tom


    Und wo bekommst du die Anfangsstreifen her??

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi