Holz, Holzverarbeitung und Haltbarkeit

  • Habe meine Zargen auch alle selber gebaut und mich dazu im Holzfachmarkt von einem Schreinermeister beraten lassen,
    der meine ich soll Dreischicht-Fichte nehmen, da bei der Fläche die Diffusion so gut wie keine Wirkung hat(auch bei Voll und Stabverleimtem Holz), habe deshalb anstatt ner Folie, an welcher der Wasserdampf ja auch kondensiert, ein Jutestoff, so wie bei Warre, hatte in drei Jahren noch nie Schimmel.
    Die Zargen sind außen mit Wetterschutzlack weiß gestrichen, hat den netten Nebeneffekt das es im Sommer nicht so warm wird.
    Verbunden sind die Ecken mit Edelstahlschrauben und Wasserfestem Leim, pro Ecke sind insg. acht Schrauben(Zander 1 1/2 ist groß^^).
    Aber wie mehrmals schon erwähnt ist der Untergrund und das Dach natürlich sehr wichtig, ich habe Satteldächer mit überstehendem Rand, sodass die Zargen wenn dann Regen von seitwärts abbekommen.


    Ganz schlechte Erfahrung habe ich mit Stabverleimtem Holz aus dem Baumarkt gemacht, da diese nicht Wasserfest verleimt sind und sich somit mit der Zeit sich auflösen, habe die Bretter alle aufgetrennt und wasserfest verleimt, dienen jetzt als HR.


    Die Bretter lasse ich mir immer zusägen, zum zusammenbauen habe ich dann so Eck-Leimzwingen.
    Für die teuren Edelstahlschrauben habe ich mich entschieden, da die normalen Schrauben die AS-Behandlung nicht so gut überlebt haben, sind beim raus drehen abgebrochen^^


    Böden kaufe ich fertig, das lohnt sich nicht zum selber bauen mit Varroaschublade und Gitterboden... Kommt dann preislich aufs gleiche raus.


    Was für Pläne oder konkrete Fragen hast du?


    Gruß aus schwaben
    Flo

  • Mal kurz Grundsätzliches zur "wasserfesten" Verleimung:


    D3 Leim "wasserfest" (z.B. der mit blauer Schrift auf dem Etikett vom großen deutschen Hersteller) ist für eine Verleimung von Beuten formal völlig unzureichend.
    D4 müsste das schon mindestens sein (solcher Leim darf aber meines Wissens nach an Endverbraucher garnicht verkauft werden), aber auch nur bei "angemessen" geschützter Oberfläche, also einem vollwertigen, deckenden, hellen Anstrich.
    Bei rohem oder nur eben mit Leinöl eingewitscherten Holz müsste man wohl mit Resorzinharzleim leimen, aber das Zeug will man freiwillig echt nicht verarbeiten.


    https://de.wikipedia.org/wiki/Holzleim


    Dass in der Praxis vieles trotzdem geht, auch eine D3-Verleimung ungeschützt draußen manchmal jahrelang dichtbleibt ist mir völlig klar, aber man sollte schon wissen, dass das formal nicht reicht.


    Auch Honig mit 20,1% Wassergehalt kann ja unter Umständen lange halten....
    Muss er aber nicht.


    Grüße,


    Thomas

  • Hallo,


    hier eine alte Schreinerregel aus meiner Lehrzeit vor über 30 Jahren: 'Leim hält besser als Holz'.
    Bei Demonstrations-Versuchen in der Berufsschule ist ein verleimtes Brett nie an der Leimfuge gebrochen.
    Ich gehe davon aus, dass die Qualität heutiger Leime zumindest nicht schlechter ist.


    Viele Grüße
    Matthias


  • hier eine alte Schreinerregel aus meiner Lehrzeit vor über 30 Jahren: 'Leim hält besser als Holz'.
    Bei Demonstrations-Versuchen in der Berufsschule ist ein verleimtes Brett nie an der Leimfuge gebrochen.
    Ich gehe davon aus, dass die Qualität heutiger Leime zumindest nicht schlechter ist.


    Natürlich gilt diese Regel auch noch heute. Aber nur solange, bis du die Leimfuge ungeschützt der Witterung aussetzt.
    Wers nicht glauben will, der frage mal den Klebstoffvertreter seines Vertrauens, ob der ein Produkt in seinem Sortiment hat, das für diese Anwendung so weit geeignet ist, dass er eine Gewährleistung übernimmt.
    Da wird er bestimmt nicht mit D3 Weißleim kommen...


    Sorry, aber spätestens wenn man für Kunden arbeitet fängt man irgendwann an, so zu denken.
    Die beschweren sich nämlich sonst später in diesen Internetforen über schlechte Quälität :)


    Grüße,


    Thomas

  • Ich würde da wirklich trennen zwischen ausreichender Selbstbauqualität und makelloser Tischlerqualität.


    Meine ersten Kästen (nachdem ich einige Jahre in Segebergern geimkert hatte und von denen weg wollte) habe ich noch als Schüler aus einfachen Fichtenglattkantbrettern stumpf mit normalen Baumarktschrauben zusammengespaxt. Und das verblüffende: Die halten nun nach bald zwanzig Jahren immer noch. Auch wenn sie natürlich verzogen und nicht (mehr) exakt maßhaltig sind.


    Die paar hundert Zargen, die ich inzwischen seit Jahren selbst in Betrieb habe und die, die ich hin und wieder mal für andere Imker gebaut habe, sind aus Strobe Vollholz, 25mm stark, in der Breite unverleimt(!), mit Schwalbenschwanzzinken als Eckverbindung (d4 verleimt) und einem hellgrau deckenden Leinölstandölanstrich. Die meisten haben sogar stehende Jahrringe, weil mein Sägewerker mir das so liefern konnte.
    Das ist zwar insgesamt 150% von gut, aber ich genieße das schon ziemlich, dass die Beuten einfach nur funktionieren, maßhaltig bleiben und ich kein Verbauen zwischen den Zargen hab oder "Räuberfugen".


    Grüße,


    Thomas


    Mein Tischlerlehrmeister (selbst Hobbyimker) hat übrigens gesagt: Bienenkästen muss man bauen wie ein Imker, nicht wie ein Tischler.

  • Die halten nun nach bald zwanzig Jahren immer noch.

    Eben. Wobei die 17 cm der Flachzarge einfacher zu bewältigen sind, als ein Dadantbrutraum.

    Auch wenn sie natürlich verzogen und nicht (mehr) exakt maßhaltig sind.

    Mit D3-Leim verleimten Brettern wäre dies weniger schlimm.


    Mein Tischlerlehrmeister (selbst Hobbyimker) hat übrigens gesagt: Bienenkästen muss man bauen wie ein Imker, nicht wie ein Tischler.

    Sehr weise. Aber Deine überschüssigen 50 % sind für den Imker, nicht für die Bienen.:wink: