Volk flüchtet aus der Beute

  • Wieder ist einmal ein Volk wegen des Varroadruckes ausgezogen. Mich interessiert, geschieht dies wie beim Schwarm schlagartig oder über mehrere Stunden. Der Waagstock zeigt einen Auszug über mehrere Stunden. Nach meiner Analyse von 12 - 16 Uhr. Die Ausraubung der Futtervorräte hat erst im Anschluss stattgefunden. 12 Uhr = 1,1 kg; 14 Uhr = 0,8 kg; 16 Uhr = 0,8 kg aber 20 Uhr = 1,2 kg. Um den ganzen Ablauf zu sehen:https://direct.capaz.de/Webdir…a11c394#JuDatenPublicView
    Das Volk war als stark anzusehen und wurde am Tage vorher mit Sirup gefüttert, deshalb die lange Räuberei. Noch einmal, zieht das Volk schlagartig aus oder über mehrere Stunden.


    Remstalimker

  • Hallo Herbert Remstalimker,
    Von welchem Tag redest Du?
    Am 5.9. Fütterung.
    Am 13., 14., 15. und 17.9. starke Gewichtsabnahme ==> Räuberei?
    Wann soll der Schwarm ausgezogen sein? Eher Hungerscharm!!
    Gruß Norbert

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Räuberbienen bringen auch oft die Königin des ausgeräuberten Volkes um. Dann ist der Verteidigungswille beim Volk schlagartig gebrochen und die Räuberei geht richtig los. Die Bienen des ausgeräuberten Volkes - dann ohne Königin - fliegen dann irgendwann mit den Räubern mit. Nur noch die Jungbienen bleiben zurück.


    Guck' mal im Boden, oft findest Du dort die abgestochene Königin.


  • Wann soll der Schwarm ausgezogen sein? Eher Hungerscharm!!
    Gruß Norbert


    Norbert es geht um den 13.9.


    Hungerschwarm bei 9kg Futter die 8 Tage zuvor rein kamen? Selbst wenn es nur 4 gewesen wären würde noch genug Futter da gewesen sein und die folgende Tage zeigen ja, dass seither nochmal 5,9kg raus geräubert wurden.

  • Das Schadbild der Wabe zeigt deutlich Varroaschaden. Es stimmt auch so nicht, das Volk wurde am 5.9. gefüttert und ist am 13. abgehauen.


    Remstalimker


    Wenn ich mir den 'Trachtverlauf' vom 13. anschaue, passt das mit Bernhards Beschreibung/Diagnose recht gut zusammen. Unter Varroa geschwächt, wird das Volk ausgeräubert, verteidigt sich erst noch (geringer Gewichtsverlust 12h), dann bricht die Verteidigung zusammen, am Schluss werden nur noch die Reste weggetragen. (Geht am nächsten Tag noch weiter)


    Warum interessiert dich der zeitliche Ablauf? Welche Frage stellst du dir?


    Gruß
    Ludger

  • Hallo Bernhard,

    Zitat

    Das Volk wurde aber nicht zufällig auf Mittelwände eingeschlagen? (Schwarm? Kunstschwarm? Totale Brutentnahme?)


    Nein, eindeutig Varroaschaden. Dein Vorschlag wäre nicht schlechtgewesen.


    Zitat

    Weinbaugebiet, besonders findige Bienen, Spritzschaden?


    Hallo rase,
    in der Nähe kein Weinbau.


    Es geht eigentlich darum. Wie löst sich ein Volk auf. Bernhard ist der Auffassung #3. Ich habe beobachtet, dass in der ganzen Umgebung die Bienen verstreut krabbeln. Wer hat was beobachtet. In der Lehrmeinung spricht man von einem Dominoeffekt. Ich habe das noch nicht erlebt.


    Remstalimker

  • Hallo Bienenfreunde!


    Hat einen klassischen "Varroaschwarm" schon jemals jemand gesehen. Ich halte das für ein Märchen.


    Nach meiner Vorstellung fliegen die geschädigten und kurzlebigen Bienen noch bevor sie im Stock sterben, aus und verenden unter freiem Himmel. Das Rad dreht sich dann immer schneller. Die varroageschädigten Bienen werden immer mehr, die gesunden immer weniger. Wenn dann die Virusschäden noch dazu kommen, ist das Ende des Volkes besiegelt.



    MfG


    Honigmaul

  • Hallo zusammen,


    Ich habe am letzten Montag auch einen Schwarm eingesammelt. Sehr seltsam.


    Gruss Jörg


    bist du sicher, dass da nicht nur ein Kollege aus einer Spättracht abgewandert ist? Fluglöcher zur Unzeit geschlossen/viele Flugbienen noch draussen, Kiste(n) weg - und schon findest du solch ein verlorenes Häufchen, welches keine Heimat mehr hat.


    Gruß
    Ludger


  • Nein, eindeutig Varroaschaden. [...]
    Es geht eigentlich darum. Wie löst sich ein Volk auf. Bernhard ist der Auffassung #3. Ich habe beobachtet, dass in der ganzen Umgebung die Bienen verstreut krabbeln. Wer hat was beobachtet. In der Lehrmeinung spricht man von einem Dominoeffekt. Ich habe das noch nicht erlebt.


    Remstalimker


    Ich sehe 4 Szenarien

    • Die Bienen fliegen sich ab und verenden in der Umgebung
    • Die Bienen bilden einen echten Fluchtschwarm und versuchen anderswo einen Neuanfang
    • Die Bienen schließen sich dem Räuber an und verstärken diesen
    • Die Bienen verteilen sich bei den Nachbarvölkern; betteln sich z.B. bei ihnen ein


    Bei 1 wäre das Problem für die Nachbarvölker relativ gering. Allenfalls beim engen Kontakt zwischen Räuber und Beräuberten könnten direkt Milben überwechseln.
    2 halte ich für unwahrscheinlich. Bei afrikanischen Bienenvölkern gibt es dieses Verhalten (absconding), dass die Bienen ihr Nest samt Brut im Stich lassen und mit geringerer Krankheitsbelastung neu anfangen. Bei europäischen Bienenvölkern - insbesondere zu dieser Jahreszeit, ist dieses Verhalten wenig erfolgsversprechend, wird sich also im Laufe der Evolution verloren haben.
    3. könnte man unter Umständen daran erkennen, dass eines der Nachbarvölker schnell stärker geworden ist. D.h. An Gewicht und Bienenmasse zugenommen hat. Ein solches Volk hätte sicherlich auch ein schlagartig verstärktes Varroaproblem.
    4. Könnte für den ganzen Stand (oder Nachbarstände) zu einem Problem werden. Die Milbenlast des Opfers wird auf sämtliche Nachbarn verteilt.


    Wenn ihr den Varroastatus des Standes gut kennt, könntet ihr die Milben als Marker für die Bienen nutzen. Hat sich die Milbenlast verteilt? Ist die Milbenlast unverändert? Hat nur 1 Volk einen sprunghaften Anstieg an Milben zu verzeichnen? Befallskontrolle ist auf jeden Fall angesagt.


    Gruß
    Ludger


  • [*]Die Bienen schließen sich dem Räuber an und verstärken diesen


    Deckt sich alles nicht mit meinen Erfahrungen. Ich kenne aus eigener Anschauung leere Beuten mit ein paar Bienen und einer Königin, wenig verdeckelte, keine offene Brut und meistens noch reichlich Futter. Räuberei erst danach. Zusammenbruch durch kahlfliegen innerhalb eines Tages.


    Beste Grüße,
    Ralf

  • Hallo Remstalimker


    Hast du den Schwarm gesehen, oder ist dir nur der Bienenverlust aufgefallen? Bei letzterem kann ich meine Erfahrung mitteilen. Völker die das ganze Jahr ohne Pause durchgebrütet haben sind potenzielle Kandidaten für diese Erscheinung, durch hohe Milbenbelastung. Beim letzten Brutgang schlüpfen so viele Milben das man sie auf den Bienen sehen kann und es werden auch keine gesunden Jungbienen mehr nachkommen. In dieser Situation verschwindet oft auch die Königin, warum auch immer, auch wenn die Königin noch da ist, kann keine gesunde Jungbiene mehr erzeugt werden, durch die Überzahl an Milben. Das ist der Zeitpunkt wo sich das Volk auflöst, mit Milben besetzte gesunde Bienen fliegen ab und kommen nicht wieder, ein anderer Teil schafft die flugunfähigen Bienennoch aus der Beute, die findet man dann im Gras. Ich kann mir gut vorstellen das dann der Rest an gesunden Bienen sich die Honigblase vollsaugt und sich dann bei einem anderen Volk einbettelt und dann beginnt die Räuberei. Ich bin überzeugt das dieser Prozess aber schleichend, wenigstens eine Woche früher beginnt. So mal meine Gedanken.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)