Anwenderfehler Nassenheider Professional

  • die Dochte sind Einmalartikel.

    Sicher?

    Mir ist beim Einsatz vom Nassenheider aufgefallen das ein nasser Docht ziemlich 'labrig' wird. Wenn der mehrmals verwendet wird, könnte ihr mir vorstellen das sich der nach unten biegt und somit das Vlies berührt.


    In der Bedienungsanleitung findet sich nichts zu dem Thema, aber ich werde das Vlies und den Docht wohl als Einmalprodukt ansehen. Die Kosten für die Dinger sind im Vergleich zu den Kosten eines toten Volkes zu vernachlässigen - zumindest ihm Hobbyimkerbereich.

  • Habe die Dochte NOCH NIE getauscht, auch die Vliese nicht.

    Dochte sehen aus wie neu, funktionieren immer wieder tadellos.


    Die Vliese werden allerdings mit der Zeit unansehnlich und bekommen auch manchmal etwas Propolis ab, weil die Bienen zum Ende der Behandlung daran herumnagen und das Ding rauswerfen oder neutralisieren wollen.


    Die muss man wohl irgendwann schon mal austauschen.


    Aber Einmalartikel sind beide sicherlich nicht!


    Dass die Flaschen bei einem Kontakt Docht zu Vlies auslaufen hat was mit Kapillareffekten, aber nicht mit verschlissenem Material zu tun. Das kann auch mit nagelneuen Dochten passieren.


    Für mich ist das übrigens auch DIE Schwachstelle an diesen Verdunstern. Und dass man sie so penibel waagrecht aufstellen muss.


    Gruß

    hornet

  • Dass die Flaschen bei einem Kontakt Docht zu Vlies auslaufen hat was mit Kapillareffekten, aber nicht mit verschlissenem Material zu tun. Das kann auch mit nagelneuen Dochten passieren.

    Natürlich laufen die Flaschen nicht wegen des Alters/Nutzungsanzahl des Dochts aus und nach Nutzung eines Dochs sieht der optisch auch einwandfrei aus.


    Aber: Die Struktur des Materials ändert sich unter Umständen. Ein Blatt Papier das mal nass geworden ist, wird ja auch wellig. Das bleibt auch so wenn das Blatt wieder trocken ist.


    Beim Docht ist das wahrscheinlich genauso, ist ja letztlich auch aus irgendeiner Art Zellstoff. Wenn der wieder nass wird hält er die Form u.U. nicht mehr so gut wie ein Neuer, knickt vorne ab, berührt somit das Vlies und via Kapilareffekt saugt es die Flasche leer.


    Der Docht schwebt ja nur 2 Millimeter über dem Vlies. Ein kleine Verformung reicht da u.U. schon.


    Klar, ist nur eine Vermutung, kann auch sein, dass ich damit völlig falsch liege. Aber so ein Docht kostet ja kaum was. Bei der letzten Bestellung haben die 73 Cent pro Docht gekostet. Das Vlies ist noch billiger. Das Zeug ist kein Plastikabfall, warum also nicht einen neuen Docht benutzen.

  • In der Anleitung steht:

    "Wiederverwendung der Dochte

    Nach Gebrauch können beide Dochte mit klarem Wasser ausgespült, getrocknet und wiederverwendet werden. (Gummihandschuhe verwenden!).

    Feuchte U-Dochte sind empfindlich, deshalb vorsichtig mit Wäscheklammer entnehmen. Beschädigte Dochte nicht wieder verwenden!"

    3 Völker, Langstroth Flachzarge / 8 Frame, Honigraum FlowHive

  • Hallo,


    der Liebig Dispenser hat das Problem, dass er ein Tellerverdunster ist. Bei nicht ausreichender Temperatur sammelt sich das Ameisensäure/Wasser Gemisch der 60% Ameisensäure in dem kleinen Teller unter der Flasche. Die Ameisensäure hat einen höheren Dampfdruck als das Wasser und verdunstet auch bei unzureichender Temperatur noch eine gewisse Zeit. Das Wasser bleibt in dem Teller stehen und blockiert das Nachströmen der 60% Ameisensäure. Der Dispenser ist durch das Wasser blockiert und lässt kein Ameisensäure/Wasser Gemisch mehr durch. Die Ameisensäurekonzentration in der Stockluft wird immer weniger und die Wirkung auf die Milben hört auf. Die Varroamilben und die Bienen atmen auf. Das System ist zum Erliegen gekommen.

    Die Bienen, die Königin und die Varroen leben weiter.


    Der Nassenheider Dispenser wird nicht blockiert. Bei ordnungsgemäßer Aufstellung tropft er die 60% Ameisensäure gnadenlos immer weiter auf das Tuch und in die Wanne, ob sie dort verdunstet oder nicht, spielt keine Rolle.


    Wenn das 60% Ameisensäure/Wasser Gemisch nun mangels Temperatur nicht verdunstet, bildet es den beschriebenen See. Nun gibt es mehrere mögliche Szenarien.


    Bei fortschreitender Kälte wird der See immer größer und füllt die Bodenschale immer weiter, bis diese überläuft. Dann tropft die Ameisensäure über die Waben unten aus der Beute. Das ist aber eher selten, da die Wanne schon einiges fasst.


    Bei moderat ansteigender Temperatur fängt die Ameisensäure an zu verdunsten und es ist möglich, dass sie ihren vorgesehenen Einsatz erbringt, die Milben killt und die Königin und die Bienen leben lässt. Das wäre der planmäßige Ablauf.


    Bei stark ansteigender Temperatur steht ja der ganze See, der sich angesammelt hat zur Verdunstung zur Verfügung und dieser verdunstet dann auch. Die Ameisensäurekonzentration steigt in erhebliche Höhen, die Milben haben ganz schlechte Karten, die Königin und die Bienen wenig bessere.


    Bei den ersten Nassenheidern war als Basis ja nur eine Folie. Da konnte sich nicht so viel sammeln. Das Abtropfen in die Beute war aber auch nicht beliebt, deshalb wurde die Kunststoffwanne eingeführt.


    Man hat hier die Wahl zwischen Pest und Cholera.


    Eine gewisse Abhilfe könnte man schaffen, indem man das Wasser aus der Ameisensäure herauslassen würde. Das stört den Prozess nämlich elementar. Die 99% Ameisensäure würde verdunsten und wäre nicht durch das Wasser behindert. Die Wirkung auf die Milben ist unabhängig von der Konzentration des eingebrachten Ameisensäure/Wasser Gemisches. Die Milben sterben an der Ameisensäurekonzentration in der Stockluft. Diese könnte durch die Größe der Verdunstungsfläche in einem brauchbaren Rahmen eingestellt werden, so dass die Milben sterben und die Bienen überleben.


    Hier handelt es sich nicht um Bienenwissenschaft sondern um Physik. Mit der vormals üblichen 85% Ameisensäure ging die Sache besser als mit der 60%. Deshalb können sich viele Imker so schwer davon trennen.


    Also die Nassenheider Flaschen laufen nicht aus, sondern funktionieren, wie sie das eben können. Es gibt auch Leute die die gute Wirkung, die dem Nassenheider nachgesagt wird, auf eine partielle Überdosierung der Ameisensäurekonzentration schieben, die ja auch an "temperaturgünstigen" Tagen infolge der Tag/Nacht Temperaturschwankungen stattfindet.


    Viele Grüße

    14301

    Gruß Bernd

    http://www.hommel-blechtechnik.de

    Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel.

    (Bertrand Russel, englischer Philosoph und Mathematiker 1872 - 1970, Nobelpreis für Literatur 1950)

  • Bei stark ansteigender Temperatur steht ja der ganze See, der sich angesammelt hat zur Verdunstung zur Verfügung und dieser verdunstet dann auch. Die Ameisensäurekonzentration steigt in erhebliche Höhen, die Milben haben ganz schlechte Karten, die Königin und die Bienen wenig bessere.

    Ich denke, dass es in der Beute nicht solche Temperaturschwankungen gibt wie außerhalb der Beute.

    Draußen wird es auch nicht schlagartig wärmer und vergesse nicht die Bienen, die durch ihre Ventilation auch die Luftströme ableiten können und das sicher auch tun werden.

  • Ich verwende seit 2013 bei allen Völker den Nassenheider prof. und hab mittlerweile

    ca. 400 Behandlungen damit durchgeführt.


    Wie 14301 schon schrieb der vertikale Docht tropft ohne Unterbrechung, was dazu führt, das der horizontale Docht nicht immer alles verdunsten kann.

    - folgt ein heißer Tag verdunstet die AS schlagartig und es kommt zu Brut schäden

    - passen Temperatur bzw. Luftfeuchtigkeit über einen längeren Zeitraum nicht,

    sammelt sich AS auf der Tasse - diese zieht Wasser aus der Umgebung

    und die Behandlung wird unwirksam


    Um dies zu verhindern gibt's zwei Möglichkeiten:

    - den horizontalen Docht mit einer Küchenrolle oder ähnlichen vergrößern

    - nur den kleinsten Docht verwenden


    Nach meinen Erfahrungen verdunsten bei Verwendung der 85%igen AS
    und dem kleinsten Docht ca. 20ml täglich.

    Was die Menge an AS betrifft sind wir Österreicher zum Sparen angehalten - 0.8 Liter kosten 18€.
    100ml für ein zweizargiges Volk sind die unterste Grenze.
    Sehr gute Erfolge erziele ich mit 150ml AS85/Behandlung.


    Gruß Sepp

  • Im Nasenheider prof. wird aber keine 85%-ge verdunstet.

    Und die Dochtgröße hängt von der Beutengröße ab.

    In Österreich steht uns nur, oder Gott sei Dank, nur 85%ige AS zur Verfügung.


    Auch die Fa. Wieland hat daran gedacht.

    In der Gebrauchsanleitung steht: Bei Verdunstung in Konzentrationen > 60% ist jeweils die kleinere Dochtgröße zu wählen und ein Viertel weniger in die Flasche zu füllen.


    Wie soll das gehen? Steht das Tuch dann über die Wanne raus und die Säure läuft dann auf die Rähmchen?

    Mit dieser Einschränkung musst leben, oder eben einen kleineren Docht verwenden.


    Gruß Sepp

  • Hallo Sepp


    meines Erachtens gibt's für die Verdunstung der Ameisensäure ein Temperaturfenster in der diese mit gängigen Dispensern nach Betriebsanweisung angewendet die erwartete Wirkung hat.


    Dann gibt's Kenntnisse Erfahrungen und Tricks, wie man dieses Fenster in Richtung niedriger Temperaturen etwas erweitern kann. (Dochtmodifikation, höhere Konzentration/85%, Grabkerzen, usw.). Dabei muss man aber wissen was man tut und wie sich das auswirkt. Der Grat, mit der Ameisensäure einerseits eine so hohe Stockluftkonzentration zu erzeugen, dass die Milben sterben und andererseits die Stockluftkonzentration so zu begrenzen, dass nicht die Bienen sterben wird mit dem jahreszeitlichen Rückgang der Temperaturen immer schmaler.


    Bei einer Außentemperatur von tagsüber 10 bis 15 Grad und nachts unter 10 Grad ist die Zeit der Ameisensäureanwendung für Otto-Normalimker m. E. vorbei. Selbstverständlich gibt's in allen Lebensbereichen Experten, die auch mit Extremsituationen umgehen können. Wer bei diesen Temperaturen noch Varroabehandlungen durchführen will oder muss, ist m. E. besser beraten mit Oxalsäure (bedampfen oder sprühen) zu arbeiten.


    Viele Grüße

    14301

    Gruß Bernd

    http://www.hommel-blechtechnik.de

    Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel.

    (Bertrand Russel, englischer Philosoph und Mathematiker 1872 - 1970, Nobelpreis für Literatur 1950)

  • Wer die aktuellen Dochte des NH Prof. mit 85%iger AS verwendet, kann das erleben, was ich in den angehaengten Bildern dokumentiert habe.


    Ergebnis: Der Docht sackt ab, weil dessen Fuss aufweicht und bekommt innert 2-3 Tagen Kontakt zum Fliess. Die Abgabe der AS erfolgt dann vollkommen unkontrolliert. Die Verdunstungsmenge mit dem kleinsten Docht betrug bei mir dann 50-60 ml 85%ige AS pro Tag =O


    Mit 60%iger AS ist der Aufweicheffekt zwar nicht so ausgepraegt, aber immer noch erkennbar, wenngleich es innerhalb der Anwendungsdauer nicht zu dem dokumentierten Absackeffekt kam.


    Da in der Anleitung zum NH die 85%ige AS ebenfalls empfohlen wird und es durchaus Situationen geben kann, in denen man auf die 85%ige AS angewiesen ist, gehe ich nicht von einem Anwenderfehler aus sondern muss erwarten, dass die Sache zuverlaessig funktioniert.


    So lange der Hersteller nicht auf ein vernuenftiges Dochtmaterial umstellt, ist das Ding nicht "Professional" sondern eine Bastelbude. Fuer mich ist das Teil vorerst "gestorben". Wer ihn verwenden wag, soll es tun. Mir ist das Risiko fuer meine Bienen jedenfalls zu gross.

  • Es wäre mal nützlich, zu wissen, wieviel Prozent der jährlichen Bienenverluste auf Varroabehandlungen im Allgemeinen zurückzuführen sind.

    Gibt es überhaupt Kriterien, an denen solch Szenarien erkennbar wäre, so wie es die für geläufige Bienenerkrankungen gibt; mal abgesehen von unmittelbaren Vergiftungserscheinungen während oder direkt nach den Behandlungen.

    Gerne schreiben wir unsere Verluste der Varroa zu, aber ist das tatsächlich so oder sind wir möglicherweise auf beiden Augen blind und somit auf dem falschem Kurs?

    Elk

  • Ich war damals einer der ersten die diesen Nassenheider prof. verwendet haben.

    Damals stellte sich heraus, dass diese einen Baufehler hatten und wesentlich zuviel verdampften.

    Ich habe damals alle zurück gesendet und noch eine Entschädigung erhalten.

    Seit dieser Zeit verwende ich wie schon zuvor den Nassenheider horizontal und für mich gibt es nichts besseres.

    Ich verwende aber den Verdunster nur im Juli und kann eine Verdunstung zur jetztigen Zeit nicht nachvollziehen, m. E. richtet diese obendrein mit 85 % AS mehr Schaden als Nutzen an. Regulierung kann auch gut per Hand erfolgen, wenn zu wenig verdunstet kann der Kontakt mit dem Docht und dem Vlies für kurze Zeit hergestellt werden. Täglich 10 - 20 ml bei Einzarger oder 20 - 40 ml bei zwei Zargern über zwölf Tage lang behandelt, so kann man das gut steuern.

    Franz Xaver aus Niederbayern

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