Alter Honig was tun damit?

  • Ein Bekannter hat im Keller aus einer aufgegebenen Imkerei noch ein paar Eimer alten (30 Jahre) kristallisierten Honig rumstehen. Kann man damit noch etwas anfangen oder besser gleich entsorgen ?

  • Ein Bekannter hat im Keller aus einer aufgegebenen Imkerei noch ein paar Eimer alten (30 Jahre) kristallisierten Honig rumstehen. Kann man damit noch etwas anfangen oder besser gleich entsorgen ?


    Öffnen, Riechen, Probieren - wenn beides ok ist, dann kannst du ihn essen, oder auch zum Kochen, Backen etc. verwenden. Verkaufen würde ich ihn nicht. Aufgrund der langen Lagerung wird die Enzymaktivität im Keller und der HMF Wert weit oben sein. Deswegen auch auf keinen Fall an die Bienen verfüttern, da er unter Umständen bereits toxisch für Bienen ist. (HMF ist in diesen Konzentrationen für den Menschen immer noch unbedenklich)


    Gruß
    Ludger

  • War er in einem normalen Keller, also wohl bei Temperaturen von 10-17°C, dürfte der HMF-Gehalt nach so langer Zeit doch schon recht hoch und für die Bienen deutlich zu hoch sein. Daher bitte nicht mehr an Bienen verfüttern!
    Sehr wahrscheinlich hat er sogar schon den einschlägigen lebensmittelrechtlichen Grenzwert überschritten, weshalb man ihn zwar vielleicht noch essen kann ohne gleich tot umzufallen, aber besonders scharf drauf wäre ich jetzt nicht gerade, um gleich ein paar Eimer hintereinander zu verzehren, egal ob als Honig oder Met.

  • Vielen Dank für eure Hinweise.
    Ich hab dann auch jetzt noch bissel weiter Überlegt. Wenn HMF bei optimaler Lagerung 2-3mg pro Jahr zunimmt, hätte ich jetz mind. 60-90mg wahrscheinlich eher noch mehr. Grenzwert in EU sagt 40mg, DIB 15mg.
    Also an Bienen verfüttern geht nicht
    In Verkehr bringen geht nicht
    Selber essen mag ich nicht


    Also .... ;-(

  • Wieso

    Zitat

    ;-(

    ?


    Du kannst den Honig doch immer noch für Zwecke verwenden, bei denen so oder so der Honig zerstört werden würde bzw. sowieso weiteres HMF entstehen würden z.B. bei allen Back- und Kochvorgängen.
    Backhonig wäre also eine gute Alternative, entweder verbäckst du ihn selbst oder verkaufst ihn als Backhonig.


    Allerdings wäre es fair, dann darauf hinzuweisen, dass er schon ein wenig älter ist.


    Es wird sicherlich Abnehmer dafür geben.


    Gruß
    hornet

  • Hallo,


    Invertase und HMF-Bestimmung kostet in z.B. Hohenheim zusammen 65€.


    Mich würde das genauso wie Melanie mal brennend interessieren, was bei einer Analyse da herauskommt.


    Ich meine das so ernst, dass, solltest Du selbst keinen Honig davon einschicken, ich Dich um Zusendung von 250 g oder 500 g dieses Honigs bitten würde. Ich übernehme das dann.
    Dazu PN an mich ggf.


    Danke!


    P.S.: ich würde damit backen - feddich :p


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • ...
    Ich meine das so ernst, dass, solltest Du selbst keinen Honig davon einschicken, ich Dich um Zusendung von 250 g oder 500 g dieses Honigs bitten würde. Ich übernehme das dann....



    ...


    Rein Aus Interesse würde ich nen 10er in den (bis jetzt noch nicht vorhandenen) Analysespendentopf werfen und dann um Veröffentlichung hier bitten. Das ist auch ernst gemeint.


    Noch jemand dabei ?


    Ansonsten würde ich den Honig auch verbacken oder veralkoholisieren.


    Grüsse, Robert

  • Hatte mal einen 12 Jahre alten Rapshonig. Den hatte ich damals an die Bienen verfüttert. Das ist den Bienen nicht schlecht bekommen, sie haben den Winter überlebt.
    Bin aber bei 30jährigen Honig auch sehr gespannt, wie er sich verändert hat.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • wir haben auch beim Aufräumen einen Hobbock mit trocknen Honig gefunden- anfang 90iger Jahre geschätzt. Kein Problem- war essbar.
    Mehr Problem macht der zu nasse Honig- angegoren+Phasentrennung- deshalb messe ich jeden Hobbock beim Schleudern und Honig über 18% wird bei der Vermarktung vorgezogen und auch nur mit 1 Jahr MHD verkauft.

  • Danke Robert,


    ich hab aber noch nichts dazu gehört bis jetzt.


    Natürlich würde ich auch einen Vermerk dazu legen, interessant auch, ob Hohenheim da einen Kommentar zu abgibt. Bestimmt


    Hochrechnen ist eine Sache, Analyse eine andere. Ggf käme ja interessehalber noch eine Pollenanalyse dazu plus Wasser (seitens des Institutes, vielleicht für das IF?:wink:)

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    Hans Kasper