Imkerkollege als Nachbarn

  • Hallo liebe Leute,


    ich hab da mal ne Frage: Meine Bienen stehen in meinem Schrebergarten in einer kleinen Anlage. Mein neuer Gartennachbar über Eck möchte nächstes Jahr auch Bienen halten. Jetzt habe ich gemischte Gefühle: Einerseits finde ich es schön, dass meine Mädels Verstärkung bekommen. Dem Nachbarn über Eck gönne ich die Freuden des Imkerdaseins. Andererseits finde ich, dass unsere Bienen dann ziemlich dicht beisammen stehen und frage mich, ob das förderlich ist.


    Gibt es da Erfahrungswerte und Einschätzungen zu diesem Thema?


    LG von Sandra

  • Hallo Sandra,
    von wievielen Völker reden wir hier? In beiden Gartenparzellen.
    Wenn jeder der beiden glücklichen Bienenbesitzern seine Bienen (richtig) betreut und nicht vernachlässigt ist es ganz sicher keine Problem eine Imkernachbarn zu haben.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Hallo Sandra,


    die Grundfrage lautet, von wie vielen Völkern sprechen wir? Wenn du 3 Völker und er drei Völker hat, ist alles ok. Habt ihr jedoch jeder 20 oder mehr Völker, könnte das schon etwas eng werden. Es kommt natürlich auch auf den Standort an. Schrebergarten hört sich erst mal gut an, aber was gibt es da noch? Sonst nur Mais oder eventuell noch ein oder zwei Rapsfelder, vielleicht naturbelassene Flächen, Robinienwälder etc. So ist die Antwort etwas schwierig. Ich versuche nicht mehr als 8 oder zehn Völker pro Standort zu haben.


    Gruß
    Frank

  • Ja Sandra,
    Du hast 4 Völker und dein Nachbar wird sicherlich auch nicht viel mehr dort hinstellen, das sollte funktionieren, wenn die eine Hälfte des Flugkreises nicht Ostsee und die andere Dünen sind. Ich denke, er sollte sich überlegen wieviel er hierhin stellt und das hat er sicherlich auch schon getan.
    Viele Grüße
    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Hallo Eisvogel, wir reden von 4 Völkern in meiner Parzelle und 2 Völkern auf der Nachbarparzelle. Von der Menge her ist es dann sicher OK... Danke Dir.

  • Hallo Hobbit, wie schon geschrieben, es sind dann insgesamt erstmal 6 Völker, also von der Anzahl her völlig OK. Umzu sind Felder auf denen mal Raps, mal Mais oder Getreide steht. In der Nähe sind noch Wohngebiete. Und es gibt auch ein paar extensiv bewirtschaftete Weideflächen mit salzliebenden Pflanzen. Naturbelassene Flächen kaum, nur die Weg- und Feldränder. Also sicher kein Futtermangel. Danke Dir für die Antwort.

  • Hallo Wolfgang, so karg ist es hier oben nicht, zwischen Ostsee und Garten gibt es schon noch die eine oder andere Blüte. Ich denke, es ist für alle genug da. Mein Nachbar wird nur zwei Völker haben. Danke Dir.

  • Und Ihr könnt Euch helfen, die Varroa-Behandlung abstimmen usw.
    Kann eine gute Zeit werden.


    So sieht es aus. Und wenn jetzt der Nachbar noch bei Sandra mitimkert, lernt und dann von ihr Brutwaben für 2 Ableger bekommt, dann werden beide eine Freude daran haben und sich immer wieder mal aushelfen wenn Not am Man/Frau ist

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Unser Gartennachbar ist auch zum Imkerkollege geworden.
    Wir haben eine Standplatz mit ca.40 Bienenvölkern in einer sehr großen Gartenanlage mit super Anschluss an die Stadtvegetation mit vielen Robinien, Linden ....
    Im zeitigen Frühjahr können die Bienen die vielen Weiden in den Flutwiesen gleich hinter den Gärten absammeln.
    Die Völker auf diesem Standort bringen die selbe Honigmenge wie unsere Wandervölker.
    Unser Nachbar war von den Bienen so fasziniert, dass er jetzt selber 10 Völker betreut.
    Wir bearbeiten jetzt meist zusammen die Bienenvölker - er kann viel dabei lernen und wir haben etwas Hilfe beim bearbeiten unserer Völker.
    Es macht echt viel Spaß zusammen an den Bienen zu arbeiten.
    Wichtig ist halt immer zu schauen wie sieht die Trachtsituation aus dann muss man entscheiden wie viele Völker passen.

  • Bienentrachten bis zu 1km=2km Durchmesser- schon eine gewaltige Fläche, und wenn sie nix attraktives Finden noch viel weiter als 2km-Radius.
    1960 hat mein Vater 2x15Völker als Bienenhäuser bei meiner Großmutter aufgestellt- und meine Oma- Bauernfrau animiert- nochmal 15+ca 8 Völker zu betreuen. Und hat seitdem gepflanzt... .
    Die nächsten Imker stehen in 1-2km Entfernung ca 3-5, aber mit wesentlich weniger Völkern.
    Hier in Berlin hat ja Hymenoptera schon Übervölkerung befürchtet- beim letzten Rundbrief musste ich bei den Honigerträgen schmunzeln- solange Berlin bei den von Imkern angegebenen Erträgen weit vorn steht, ist dies kaum zu befürchten.
    Mein Durchschnitt sieht besser aus..., aber der Unterschied zu Monokulturen in MV bzw wenn man auf Grund Fruchtfolge bzw Fruchtvermarktung nix von den Bauern bekommt, ist sichtbar. Da kann man im Sommer füttern- bei mir haben sie die Robinie verbrütet ;)
    Die Völkerzahl ist selbstregulierend- wenn der "erfahrene" Imker nix erntet und der Neuimker mit der Amortisation seiner Investitionen oder den Bestäubungseffekt zufrieden ist, und ob Völker überleben trotz Varroa- gehts weiter.
    Die besetzten Flüglöcher zählt man am 2.April---

  • Hallo,


    ich habe vor 2 Jahren eine Imkerkollegin als Nachbarin bekommen. Zusammen haben wir 10 Völker. Probleme gibt es keine. Im Gegenteil, wir kommen gut miteinander aus. Also keine Bange, sondern freue Dich über einen Nachbarn, mit dem Dich das gleiche Hobby verbindet. Das ist für gute Nachbarschaft immer eine prima Basis.


    Viele Grüße


    Tom

    Auch eine eierlegende Wollmilchsau gibt keinen Honig.

  • Hello!


    Solange man mit seinem Nachbarn gut auskommt ist dies kein Problem! Anders sieht es aus, wenn der Nachbar sich irgendwann nicht mehr um die Bienen kümmert. Schwärme durch die Kleingartenanlage ziehen und kein oder kein vernünftiges Konzept gegen die Varroose vorhanden ist.


    Grüße,
    Marco

    And that's the way it is (Walter Cronkite)