Was ist wesensgemässer, Dadant Mod. oder DNM 1,5?

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    DNM1,5 soll da ja nicht so gut geeignet sein, aber gilt das auch fuer bedrahteten Naturwabenbau?



    Marco


    Alle meine Schwärme (in diesem Jahr habe ich 14 gefangen) schlage ich auf DN 1,5 mit Anfangsstreifen ein. Ein "Abreissen" solcher Waben habe ich noch nie erlebt
    Aber sehr wohl bei "verfälschtem" Wachs...


    Drahten macht es einfacher bei den Durchsichten aber es geht auch ohne...nur so zum Thema "wesensgemäß".


    Ich finde die Hochwabe persönlich praktischer (Arbeitsebene liegt etwas höher, Tendenz zum Einlagern über der Brut in Richtung HR, Trommelraum zum Ausweichen bei AS/Aufregung, Kompatibilität zu den DN-Nachbarn...) aber das hat mit der Fragestellung "Wesensgemässer" nichts zu tun.
    Selbst wenn DN 1,5 wohl eher an den klassischen "hohlen Baumstamm" gemahnt als Dadant so wird das spätestens dann albern, wenn das "wesensgemäßere" Rähmchen in einer Segeberger Plastikkiste steckt.


    Also daher: Die Entscheidung zwischen Dadant und DN 1,5 würde ich rein nach imkerlichen Bedürfnissen fällen. Beides ist super und in meinen Augen "wesensgemäßer" als geteilte Bruträume. Aber da kommt man schon an die Krux des Janzen: Was ist eigentlich wesensgemäß und wer verrät uns das?
    Wohl nur der Bien...und da kann man so'ne und solche Erfahrungen machen. Ich meine, die Unterschiede liegen dann nicht am Bien, sondern an dem Imker hinter der Kiste. Der kommt eben manchmal mit der einen besser klar als der anderen...


    Melanie

  • An was macht man eine wesensgemäße Bienenhaltung fest ? Ich vermag diese Frage nicht zu beantworten. Wenn der Bien schwärmt, werden ihm selten metrische Maße in geometrisch regelmäßigen Kisten als Unterkunft angeboten, es sei denn der Schwarm wird durch einen Imker gefangen und in eine solche eingeschlagen. Dennoch findet der Bien eine Unterkunft, die ihm das Überleben des nächsten Winters (hoffentlich) ermöglicht. Diese Unterkunft hat viele Maße - T. Seely hatte mal die 45 Liter als optimal ausgewertet. Über die Form hatte er sich nicht zwingend geäußert. Am Ende macht die Varroa in platt, nicht die Beutenform.


    Viele praktisch und theoretisch wissende Imker haben sich über die ideale Form ausgelassen - und wie wald&wiese schon richtig bemerkt, ist dies einerseits der jeweils bekannten Erkenntnisse geschuldet, andererseits sicher auch der Mode. Dem Bien ist es ziemlich egal, solange er ausreichend Platz hat und nicht ständig den Imker über sich hat.


    Ach so - ich habe DNM 1,5 mit denen der Bien und ich sehr gut zurechtkommen.


    Beste Grüße


    Rainer

  • ...Selbst wenn DN 1,5 wohl eher an den klassischen "hohlen Baumstamm" gemahnt als Dadant so wird das spätestens dann albern, wenn das "wesensgemäßere" Rähmchen in einer Segeberger Plastikkiste steckt....


    Eine Holzkiste mit Wandstärken zwischen 18mm und 24mm gemahnt mich nicht an den hohlen Baumstamm. Der hat dickere Wände und dazu innen eine stark lufthaltige Isolierung aus morschem getrockneten Holz. Eine Wärmeisolierung wie in einer Styroporbeute halt.
    Ansonsten: In den Beiträgen wurde nur der Brutraum betrachtet, was m.E. ein Fehler ist. Das Nest mit Brut- und Honigraum ist bei jeder Magazinbeute bedeutend höher als breit.


    Gruß Ralph

  • Hallo,


    wie ja einige wissen haben "heliantus" hier im Forum und wir DNM1,5.
    Wir sind sehr zufrieden damit, würdem wohl beide wieder auf diese Maß gehen,
    insb. wegen der "leichten" DNM0,5er Honigräume.


    ... und der "gewissen" Kompatibilität beim Völker Verkauf.


    Für die Bienen sehe ich keinen wirklichen Unterschied zwischen
    Dadant und DNM1,5.


    Das naturgemäßeste ist dann aber doch sicher weder Dadant noch DNM1,5,
    sondern:
    Stabilbau
    ggf. so wie bei der Christbeute.


    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Hallo,
    bei dem Ausdruck "wesensgemäße Tierhaltung" frage ich persönlich mich immer, ob sich nicht "wesensgemäß" und "Haltung" prinzipiell ausschließen.


    Wir haben Schafe, Hühner, Enten, Bienen und Hund. Die leben alle in mehr oder minder golden angepinselten "Käfigen".
    Unsere Spatzen haben keinen "Käfig". Ob es wesensgemäß ist, daß die von unseren Hühnern und Enten das Futter klauen, ist nicht abschließend geklärt. :wink:


    Am "wesensgemäßesten" für die Bienen wäre es wohl, wenn es gar keine Imker gäbe...
    (Und keine moderne Kultur- und Forstwirtschaft, keine Globalisierung........)


    Ich habe keine sechs Beine, keine Flügel und kein dezentrales Nervensystem (obwohl, manchmal... :wink:).
    Daher finde ich es knifflig, beurteilen zu können, ob jetzt drei Centimeter mehr hier oder sieben Centimeter mehr dort wesensgemäßer wären.


    Da liegt wohl ein Teil der "Wahrheit" immer im Auge des Betrachters.


    Liebe Grüße
    Astrid

  • Davon mal abgesehen,
    und davon, dass mir noch der Schwarm als Bien verkauft wurde, was wohl bedeutet, dass der Rest in der Kiste mit der neuen Königin kein Bien ist, jedenfalls ist es für die Biene wesensgemäß, wenn man mal davon ausgeht daß man damit die Gewohnheiten der Bienen meint bevor der Mensch sie einerseits verniedlichte, benutzte und schließlich grammatikalisch verunglimpfte, dass sich der neue Schwarm ein Loch und eine Höhle suchte, meist in Bäumen oder in Felsen. Nun ist das Wesen solcher vorgefundenen Höhlen, dass sie keiner DIN-Norm entsprechen ja vielleicht sogar unterschiedlich ausfallen. Das kann nur bedeuten, dass in diesem Fall das Wesen des Schwarms ist, dass er sich eine Behausung sucht, die irgendwie schon passt, die Anpassungsfähigkeit ist das Wesensgemäße an der Wohnortwahl.
    Womit die Frage nach cm-Details wohl erledigt wäre. Also nochmal, das Wesen der Biene ist, dass es ihr egal ist ob Dadant, Zadant, Zander oder DN1,5, Warrée oder sonstwas. Nur der Mensch macht sich die Mühe Löcher zu Normen und die Biene denkt, die spinnen die Menschen.
    Viele Grüße
    Wolfgang zu dem seine Bienen flüstern

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Nochmal das Zitat über den Bien, aus dem "Lexikon für Bienenkunde" von Nitschmann und Hüsing


    Zitat:
    Besonders von Gerstung(1905) benutzte Bezeichnung für das Bienenvolk in seiner organischen Gesamtheit aus Arbeitsbienen, Drohnen, Weisel, Brut, Waben und Vorräten. Der Bien ist ein Organismus welcher besteht durch das harmonisch-zweckmäßige Zusammenwirken aller seiner Teile oder Glieder, und bei welchem jeder Teil das Ganze als Ursprung und Träger der Existenz voraussetzt.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo, Mal von DIN abgesehen, dann sind die Bienen eingezogen wesengerecht egal wo auch immer und der Imker tauscht Mal eben das Wohnzimmer gegen die Küche aus. Dann ist das Penthouse egal, weil der Wohnkomfort zerstört. Gr. Stefan

  • Mensch Stefan,
    der Vergleich hinkt etwas und setzt vorraus, dass Bienen genauso empfinden wie Menschen. Ach quatsch stimmt ja, auch bei uns Menschen gibt es welche die in einem Loft wohnen wenn sie es sich denn leisten können und die Leipziger Immomakler wüssten was das wirklich ist. Viele von uns Menschen wohnen in 12 m²-Butzen, wir nennen sie liebevoll Studenten oder Schwesternschüler, nur gut, dass sie sich das Zimmer nicht zu sechst teilen müssen wie Bundeswehrsoldaten oder Flüchtlinge. Manche wohnen im Penthaus, richtig und andere wie Harry Potter unter der Treppe, manche am Starnberger See und andere in Jena Lobbeda. Ganz schön anpassungsfähig dieser Mensch, genau wie Bienen. Bienen nehmen was sie kriegen, sonst bräuchten wir hier keine Themen die gescrollt bis zum Erdmittelpunkt reichen über Schwarmfachmethoden, Umsiedlungsaktionen oder sonst was. Wenn ich jetzt ein Böser wäre, würde ich erwähnen, dass sie sogar in Bienenkisten logieren oder in Plastebeuten mit automatischem Versuch der Honigabsaugung. Sie hängen an Bäumen und unter Felsvorsprüngen, in Klimaanlagen und schlecht verfugtem Ziegelmauerwerk.
    Ich habe nie behauptet, dass sie bzw. der Bien, Danke Drobi für den Nachweis, dass man schon 1905 gekifft hat, intelligent ist. Nach seinem Wesen ist der Bien männlich und genügsam, lässt sich leicht verarschen und ist immermalwieder für ne Überraschung gut.
    Viele Grüße
    Wolfgang, der jetzt aus seinem Kellerbüro hoch ins Wohnzimmer geht um sich dort auf das Sofa zu legen zum schlafen, und der sein Bier nicht stehend vor dem Kühlschrank in der Küche trinkt sondern im Wohnzimmer sitzend mit den Füßen auf dem etwas niedrig geratenen Tisch.

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Hallo Marco,


    ich stelle gerade von DN auf DN 1,5 um. Ich bin bei DN geblieben, weil mir das Arbeiten im Warmbau mit Schied gut taugt. Einmal vom Handling der Rähmchen her, meine Beuten stehen in Reihe (max 4 Stück nebeneinander) und ich kann von hinten gut bearbeiten. Auch finde ich die Arbeit mit dem Schied praktischer, wenn der geschiedete Raum komplett fluglochfern ist und ein breites Flugloch nicht in den abgeschiedeten Raum reicht.


    Gruß
    Marion

    Gruß Marion


    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de