Nie wieder Hefe aus dem Baumarkt!

  • Ich wollte gerade Meet in einem 60 Liter Fass ansetzen. Zur Sicherheit habe ich gestern erst mal 4 Liter Apfelsaft mit dem Dampfentsafter und ordentlich Zucker als Starter vorbereitet. Der hat ca. 55 Oechsle, ist das ein guter Wert oder sollte ein Starter weniger süß sein?


    Das Fläschchen Hefe aus dem Baumarkt für 50 Liter und 2g Hefe-Nährsalz haben es aber nicht geschafft diese 4 Liter (abgekühlt natürlich) in einem 5 Liter Ballon innerhalb von 6 Stunden auch nur im geringsten zum Gären zu bringen!
    Morgen bekomme ich nun nochmal frische Portwein Hefe in der Apotheke, die bestellt werden mußte. Dafür wird sie aber auch kühl transportiert und gelagert. Hoffentlich klappt es dann...


    Macht ihr auch erst mal Starter, oder gleich die Hefe ins große Fass? (Das wäre in meinem Fall ja ein riesiger Reinfall geworden!)


    Würdet ihr für 60 Liter Meet die Hefe für 50 Liter oder für 100 Liter benutzen? (hab zur Sicherheit jetzt die für 100 Liter bestellt, nehme dann aber sicher erst mal nur die Hälfte?)

  • Hallo Kruppi,


    Erfahrungsgemäß ist Flüssighefe immer ein Risiko. Trockenhefe ist da viel besser, die bekommst du aber eher selten im Baumarkt oder Gartencenter, warum weiß ich auch nicht.


    Es gibt aber diverse Internetshops für Winzer und Hobbywinzer, da bekommt man die Trockenhefe. Die hält sich auch eine Weile, kann man sich also auch mal auf Lager legen.


    Ich fürchte auch dass deine Hefe nicht mehr lange hält wenn sie einmal angebrochen ist, das liegt leider an der flüssigen Darreichung, da sind die Hefen aktiv und brauchen Nahrung zum Überleben. Das ist wahrscheinlich auch der Grund warum diese Hefen oft nicht funktionieren, da die Hefen darin schon verhungert sind. In der Trockenhefe sind sie in einem inaktiven Zustand und können problemlos gelagert werden.
    Ich würde einfach alles reintun, die Hefe vermehrt sich ja ohnehin im Ansatz.


    Es gibt übrigens auch das sog. Fruchtwein und Met Forum, da werden Sie auch geholfen, sehr kompetent. Met ist nicht ganz einfach :-)


    Viel Erfolg!

  • Servus Kruppi,


    warum verdirbt Honig nicht? Aufgrund des hohen osmotischen Druckes!
    Da hast du wohl die Schuld etwas zu schnell auf den Baumarkt geschoben :wink:
    Ohne jetzt nachzurechnen ob 55°Oechsle zuviel sind sage ich deine Fehler waren:


    - Zuviel Zucker (Ich nehm ca. 0,5 Liter naturtrüben Apfelsaft und max. 50 g Zucker, 0,5 g Hefenährsalz)
    - Viel zu kurze Wartezeit: Nach 6 Stunden wirst du bei Flüssighefen, deren Stoffwechsel total runtergefahren ist und die einen richtigen Temperaturschock hinter sich haben, nichts sehen. Minimum 24, eher 48 Stunden


    Liebe Grüße


    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Ich hab das erste mal Flüssighefe im Einsatz. Eigentlich dachte ich damit geht die Gärung besonders schnell los. Auf der Flasche stand auch "bitte nicht vor dem Öffnen schütteln", weil sonst überschäumen mit Kohlensäure möglich wäre. Beim Öffnen war allerdings kein bisschen Kohlensäuredruck zu spüren. Jetzt hab ich gerade die neue Flasche aus der Apotheke aufgemacht und auch da nichts mit Kohlensäure oder schäumen. Nicht, das die auch nichts taugt?
    Sollte das Fläschchen normaler Weise zischen wie eine kleine Seltersflasche?

  • Nein, alles gut. Nimm das ganze Fläschchen und spül mit Apfelsaft nach. Dann Rezept für Starter wie von mir beschrieben. 4 Liter ist kein Starter...

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Hallo,


    halte Dich an simons Aussagen oder dem was im Frucht- und Honigweinforum steht.


    Baumarkthefe ist Mist !


    Hier bei uns führt jede zweite Apotheke (außerhalb der Stadt) 3-4 verschiedene Hefesorten,
    und günstiger als vom Hersteller.


    GdBK

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Hi,


    generell ist Flüssighefe wärme empfindlich. Das auf der Verpackung angegebene Haltbarkeitsdatum bezieht sich auf die angegeben Lagertemperatur meist bei 2-6 Grad. Wird diese nicht eingehalten verkürzt sich die Haltbarkeitsdauer. Bedeutet die Anzahl der lebenden Zellen geht zurück - Aktivitätsverlust. Ein Starter braucht dann länger, da die Anzahl der zugegebenen Zellen gering ist und erst wieder aufgebaut werden muss (vergleichbar mit schwachen Volk im Frühjahr). Die Gefahr dabei ist, dass die Dauer zu lange ist bis sich die gewünschten Heftbakterien etabliert haben und sich andere Keime oder Hefestämme ausbreiten und so Fehlgeschmäcke auftreten können oder dein MET-Ansatz komplett zerstört wird.


    Wenn ich mir nun die in meinem bevorzugten Baumarkt herrschenden Temperaturen im Sommer anschaue und sehe das die Hefe ungekühlt im Regal steht würde ich mich nicht wundern wenn hier kaum bis keine Aktivität mehr vorhanden ist.


    CO2 druck in der Flasche habe ich noch nicht erlebt, dies wäre nur der Fall wenn beim Abfüllen noch nennenswerte vergärbare Stoffe enthalten sind. So gesehen alles gut.


    Trockenhefe versus Flüssighefe: Beides sind Reinzucht Hefen von einem gewünschten Hefestamm. Diese Stämme haben gewünschte Eigenschaften die heraus gezüchtet wurden und auch den erzeugten Geschmack ausmachen. Aber auch hier gibt es eine Gaußsche Normalverteilung, sprich es gib ein hohe Anzahl von Zellen welche die gewünschten Eigenschaften hat und ein geringeren Anteil von Zellen welche abweichende Eigenschaften hat. Die Hefezellen werden bei Trocknen "gestresst", was dazu führen kann, das sich diese Verteilung zu Ungunsten der gewünschten Zellen verschiebt. Dies ist bei Flüssighefe und korrekter Lagerung ausgeschlossen.
    In wie weit Otto Normalverbraucher (zu den auch ich mich zähle) dies heraus schmecken kann, selbst im direkten Vergleich, vermag ich nicht zu sagen und ist wohl auch Fall abhängig. Vorteil ist natürlich die lange Haltbarkeit von Trockenhefe und die geringen Ansprüche an die Lager- und Transportbedingungen.


    Ob die Gärung schnell startet ist abhängig von der Aktivität der Hefe nicht von der verwendeten Art.


    Gruß Andi

  • Die Hefe aus der Apotheke (1/2 Flasche also für ca. 50 Liter gedacht) hat es jetzt endlich nach 7 Stunden geschafft, die 4 Liter Ansatz im 5 Liter Ballon zum Gären zu bringen. Nachdem ich gerade mal etwas geschwenkt habe fing es endlich im Gärröhrchen an zu Blubbern!
    Sind ja eigentlich auch gerade beste Bedingungen, 26°C Zimmertemperatur, draußen ist nochmal Sommer mit über 30°C... ! Das Meetfass kommt dann aber in den Keller bei ca. 18°C.

  • Du bist nicht belehrbar. Kühl arbeitet Hefe gar nicht. Du willst Met machen und nimmst Apfelsaft? Und dann noch die Hefe im Fläschchen. Das ist so ziemlich alles falsch. Man nimmt Trockenhefe. Dein Nährsalz ist gefühlsmäßig auch zu wenig. Wir haben das Thema hier zur Genüge diskutiert.


    Bier ist aus Wasser, Hopfen und Malz.
    Schwäbischer Most aus Äpfeln.
    Met ist aus Honig und Wasser.


    So ist es


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Du bist nicht belehrbar. (...) Das ist so ziemlich alles falsch. (...) Wir haben das Thema hier zur Genüge diskutiert.(...) So ist es


    Mensch Remsi,


    es ist das Jahr 2016, da läuft das so! Alles fragen, nix hören wollen und einfach weiter solange nachfragen bis jemand das gewünschte antwortet und fertig. So kann man auch imkern lernen! So oder bei Youtube. Dein Idealismus ehrt Dich ja, aber ist doch nur ein Quell dauerhaften Ärgers. Besser einfach zurücklehnen und genießen, vielleicht bei einem leckeren Schoppen Met? :)


    Ich fall auch noch zu oft drauf rein. Und dann bekomme ich Schelte vom Hartmut, weil ich zynisch bin anstatt lieb, oder besser noch: still.


    Hilft ja alles nix,
    Ralle 2016 The Times They Are a-Changin'.......

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Naja, wir waren vor einer Woche bei Micha (die Honigmacher - siehe http://schlossimkerei.de/ oder http://schlossimkerei.de/die-imker/) auf "Imkerfahrt" und durften seinen Metschuppen besichtigen. Da standen einige gärende Fässer und das riecht dann auch dem entsprechend "lecker"... das möchte man eigentlich nicht unbedingt im Wohnbereich haben !?!
    In der Kurzanleitung der Hefe war eigentlich eine Temperatur von ca.18°C für die Hauptvergährung im optimalen Bereich.
    Wird der Met nicht vielleicht sogar noch besser, wenn es nicht so warm ist, und er langsamer gärt und reift? Wahrscheinlich sind zum Anfang im Keller auch noch ein paar Tage ca. 20°C...


    Ich lass mich übrigens sehr gerne belehren, habe auch alles hier geschriebene studiert und denke, das ein Anteil von ca. 5 % Apfelsaft im Met eher dazu beiträgt, das er besser schmecken wird als nur mit Honig angesetzt. Schon wegen der wohl wichtigen Schwebeteilchen im mühevoll selbst hergestellten naturtrüben Apfelsaft... Es geht mir nicht darum ein unreines Produkt zu erzeugen, sondern ein möglichst leckeres, vielleicht sogar perfektes Ergebnis zu erzielen. Wäre sonst auch zu schade um den guten Honig! Fast alle Metrezepte beinhalten etwas Apfelsaft, und ein Reinheitsgebot von Bier auf Met zu übertragen halte ich für übertrieben, mal davon abgesehen, das ich es auch schade finde, das es in Deutschland nicht so leckere Biersorten wie in Belgien gibt...

  • Remstalimker tut mir leid, aber leider muss man dir da mal sagen das du das ein bisschen engstirnig auftrittst.
    Die 2 g Hefenährsalz sind schon richtig. Es geht um einen Starter in Naturtrüben Apfelsaft. Da gilt 0.25-0.5g pro 0.5 L. Apfelsaft selber ist bereits ein gutes Medium.


    Trockenhefe ist richtig, aber bitte nicht, ist so basta! Die wird genommen da der Hefeanteil einfach höher ist und weniger Nebenkulturen wie Schimmel oder Bakterien enthalten sind. Diese wachsen einfach besser in der flüssigen Medien.


    Apfelsaft ist auch kein Fehler. Wie auch immer du da immer wieder drauf kommst. Historisch ist nicht eindeutig geklärt ob Met mit Honig vergärt wurde oder Apfelwein mit Honig gesüsst wurde. Möglicherweise sind beides nur lokal verschiedene Variationen. Aber falsch ist es definitiv nicht.
    Was die bessere Variante ist liegt im Auge des betrachters.


    Die Gärtemperatur ist mit 18ºC auch nicht zu niedrig. Dies hängt viel mehr von der gewählten Hefe ab, ist diese eher eine Unter oder Obergärige Hefe. Hier macht es Sinn sich anzugucken für welchen Temperaturbereich die Hefe gezüchtet ist, ist dieser Falsch sinkt die Aktivität bzw. die Produktion von Fehlaromen nimmt drastisch zu. Da kann z, B. ein Pils schonmal nach Banane schmecken.