Standorte über den Winter auflösen?

  • Hallo zusammen.
    Ich bin derzeit wieder am Arbeitszeit optimieren und grüble ob es sinnvoll wäre meine Stände über den Winter aufzulösen und zentral auf einer Wiese zu verlegen.
    Im Moment stehen pro stand zwischen 20 und 40 Völker. Distanz zwischen den Völkern zwischen 5 und 20 km.
    Mein "Ablegerstandort" ist eine eingezäunte Streuobstwiese, auf der sich im Moment ca 60 Ableger befinden.
    Bringt es irgendwelche Nachteile wenn ich die Wirtschaftsvölker zum überwintern ebenfalls auf die Wiese stelle?
    Das sich Krankheiten möglicherweise schneller verbreiten ist mir klar, auch das die Gefahr der Räuberei gesteigert werden würde.
    Nun kommen einige Fragen ins Spiel:
    Wann verbringt man die Völker am besten auf solche Sammelstandorte?
    Wann sollten solche Sammelstandorte aufgelöst werden?
    Die Wiese befindet sich in der Nähe eines Flusses der weitläufig mit Weiden bewachsen ist, also sollten genug Pollen vorhanden sein, nur, kann man "errechnen" für wieviele Völker wieviele Weiden zur verfügung stehen müssten.
    Ist es Sinnvoller die Völker in Reihe zu stellen oder auf einen 4 er Block. Meine Ableger stehen derzeit in Reihe, großartig Arbeiten fallen ja im winter nicht an, und zur Winterbehandlung muss ich die Völker ja nicht öffnen.


    Danke schonmal.

  • Worin besteht die Arbeitserleichterung? Ich sehe nur zwei zusätzliche Wanderungen.
    Ich sehe auch nur Nachteile in einer Zentrierung der Bienenvölker.


    Genau das waren auch meine ersten Gedanken.


    Dazu kommt noch, dass ich in diesem wirklich extrem bienenwidrigen April (hungernde Völker zwischen reichlich blühender Weide) bei mir gemerkt habe, dass meine "großen" Stände (mehr als 20 Völker) deutlich mehr Probleme hatten als die kleinen (üblicherweise 12 pro Stand, relativ engmaschig verteilt).


    Und noch etwas anderes (das mag aber von Bundesland zu Bundesland oder sogar von Kreis zu Kreis anders sein): Definitionsgemäß ist ein fester Dauerstand (der dem Veterinäramt nur einmal gemeldet wird) ganzjährig mit Bienen besetzt.
    Sonstige, temporäre Stände sind Wanderstände, für die jedesmal Wanderanträge gestellt werden müssen.
    War bei uns im Verein gerade Thema, die Wanderwarte werden da in Zukunft noch genauer überwachen, ein ganz ordendliches Bußgeld wurde gerade schon mal verhängt.


    Grüße,


    Thomas


  • Und noch etwas anderes (das mag aber von Bundesland zu Bundesland oder sogar von Kreis zu Kreis anders sein): Definitionsgemäß ist ein fester Dauerstand (der dem Veterinäramt nur einmal gemeldet wird) ganzjährig mit Bienen besetzt.
    Sonstige, temporäre Stände sind Wanderstände, für die jedesmal Wanderanträge gestellt werden müssen.


    Wo ist das denn definiert?
    Die Bienenseuchenverordnung gibt sowas nicht her.


    Und wenn der Amtsveterinär genau Buch führen will, wo wann und wielange wieviele Ableger rumstehen, dann ist der jedenfalls nicht (anderweitig) ausgelastet.


    Stefan

  • Hallo Golem


    Ich kann ebenfalls Berggeist und Thomas nur zustimmen, ich würde einer Völkerkonzentrierung von mehr als etwa 20 Völkern an einem Stand nicht empfehlen, Ausnahmen bestätigen die Regel und für die Wanderimkerei können es schon mehr sein. Das war früher anders, aber die Völker sind auch stärker wie früher. Bei uns sagt man, das 1 Weide pro Volk im Frühjahr,sehr von Vorteil ist.


    Falls du doch, die Völker auf die Sammelstandorte schaffst, sollten die Völker 1 Woche vor der Frühtracht, bei uns ist das meist zu Beginn der Weidenblüte, an die vorgesehenen Standorte.
    Falls du Buckfast hast ist eine Reihenaufstellunung nicht zu empfehlen, das hat man früher so gesagt,siehe auch Bruder Adam. Meiner Meinung nach sind kleinere Gruppen von Völkern günstig und sie sollten nicht den ganzen Tag in der Sonne stehen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Worin besteht die Arbeitserleichterung? Ich sehe nur zwei zusätzliche Wanderungen.
    Ich sehe auch nur Nachteile in einer Zentrierung der Bienenvölker.


    Naja wenn du 4 Standorte auf einen konzentrierst sparst du dir jedesmal die Fahrzeiten.
    Und Einfüttern, Varroabehandlung da fällt schon einiges an.

  • Die Überlegung läuft jetzt, und die meisten Arbeiten, die Du aufzählst, wären damit doch schon ziemlich durch. Allein wenn zwei oder drei dieser Standorte zusammengelegt werden, sind wir schon bei gut über hundert Völker. Das ist ne Nummer. Wir reden ja nicht von der Zusammenlegung von 2-4 Völkerständen. Da sollte so manche Salweide am Fluss stehen. Die Korbweiden, die oft am Fluss stehen, sind nämlich nicht so früh und ergiebig. Bei Fluss nahen Weiden sollte man auch die Überschwemmungsgefahr nicht unterschätzen.
    Nee, mir wären die Nachteile wesentlich zu gravierend um die geringe Fahrzeitersparnis zu rechtfertigen. Beispiel: Nur ein Volk auf dem Stand hat einen positiven Afb-Befund und alle Völker werden einzeln geprüft. Nix Sammelprüfung von 6 Völkern (hier).

    Tatsachen muss man kennen, bevor man sie verdrehen kann. (Mark Twain)

  • Gut, ihr habt mich überzeugt ;)Dann lasse ich das mal :) 
    Die überlegung war auch nicht für dieses Jahr, bis auf das finale auffüttern ist alles erledigt (Springkraut ist in Vollblüte).
    Und zum Thema Diebstahl. Ich kann relativ gut rechnen. Bei jedem Stand befinden sich 2 Kameras die sich gegenseitig abdecken und mir ggf. Bilder schicken. Wurde 2016 2 mal benötigt.
    Auf meinem Vermehrungsstand sind 2 Fest installierte Kameras auf Masten, auf die ich über den PC zugriff habe, also Diebstahl ist das einzige worüber ich mir keine Sorge mache :)

  • also Diebstahl ist das einzige worüber ich mir keine Sorge mache :)


    Bei unserem Nachbar hat man eingebrochen. Die Überwachungskamera lieferte gestochen scharfe Bilder. Da die Einbrecher leider keine Visitenkarte hinterließen, konnte die Polizei die Diebe nicht ermitteln. Soviel zu "über Diebstahl mache ich mir keine Sorgen!".

  • Und über den Rest reden wir nicht.


    Oh nein, das will ich mir nicht vorstellen müssen. Da bekomm ich fast schon Mitleid mit dem/den Dieb/en :wink:


    Also Völker konzentrieren ist schon ok, nur eben bevor man die ganzen Arbeiten hat. Umweiseln, Behandeln und Füttern gehen so halt recht zügig und man verplempert keine Zeit mit herum fahren. Ich selbst zieh auch bis zu 50 Stück zusammen, hab aber keinen Platz um mehr an einem Ort aufzustellen.
    Mit den Minis dazu kann es auch mal etwas mehr sein/werden.


    Block oder Reihenaufstellung ist dann dir überlassen, Wenn du mit Stromkabel im Schlepptau behandeln musst, wirst du Blöcke verfluchen und dir die Reihen herbei sehnen. Beim Füttern das Selbe.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Ich bin ja anständig geworden! Am ende bekomme ich dann zuhause wieder Anschiss ;)


    Ich denke ich werde meine Völker wohl so stehen lassen, mit den Volkszahlen pro Stand bin ich eh gut mit dabei. Und das Argument der Faulbrutproblematik kann ich auch nicht verleugnen.
    Die Kabel bzw. Schlauchproblematik bekomme ich langsam in den Griff :) nur das mit dem W-Lan Fütterer klappt noch nicht, also das futter über Funk in die Beute zu bekommen :/ ;)