Wie lange verstellen nach Räuberei?

  • Hallo zusammen


    Nun wird mir seit gestern ein Volk ausgeräubert. Ich hatte beim Füttern nicht gekleckert und auch die Fluglöcher hatte ich klein gehalten und doch ists passiert..Die ganze Beute wird belagert, fleissiges ein- und ausspatzieren. Komischerweise konnte ich keine Rangeleien am Flugbrett feststellen. Ich werte dies als weniger gutes Zeichen.. :-?
    Gestern habe ich dann das Flugloch auf eine Bienenbreite eingeengt, heute möchte ich das Volk verstellen. Wie lange soll es denn an einen anderen Ort? Kann ich es bereits nach einer Woche wieder zurückholen?


    Besten Dank

  • Hallo Asaya,


    ich würde gleich am neuen Ort mal reinschauen, damit Du das Ausmaß der Räuberei einschätzen kannst und was noch von dem Volk übrig ist.


    Gruß, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • Hallo,


    bist Du Dir sicher dass geräubert wird? Normales "fleissiges ein und ausspatzieren" und extrem erhöhten Flugbetrieb nach dem Füttern habe ich auch schon mal beobachtet ohne dass es Räuberei war. Ist allerdings erkennbar Hektik da, dann ist es wohl schon Räuberei. Ich habe kürzlich nach einem Räubereiverdacht (wohl ausgelöst durch den Geruch einer Sonnenwachsschmelzaktion) bei Dunkelheit das Flugloch verschlossen und am nächsten Morgen geschaut, ob von außen Bienen rein möchten, was der Fall war (hauptsächlich dunkle bis schwarze Räuberbienen wollten rein) auch bei mir war das Flugloch insgesamt extrem belagert. Allerdings war es ein bärenstarkes Volk (mein stärkstes) und die Fluglochverkleinerung hat ausgereicht um den Spuk nach und nach zu beenden, ich hab beobachtet wie stark und erfolgreich die Abwehr gearbeitet hat. Kaum eine dunkle Biene hat es in die Nähe des Fluglochs geschafft. Ein paar Tage waren Rangeleien zu beobachten, dann war wieder alles ruhig am Flugloch, keine feststellbare Gewichtsabnahme. Dürfte aber eher die Ausnahme denn die Regel sein. Bei Räuberei würde ich aber sonst auch generell mindestens 3 Wochen verstellen, denn manchmal sind die Bienen richtig angefixt und bringen sonst wieder neue "Freunde" mit sobald es wieder was zu holen gibt. Sind aber nur ein paar Beobachtungen/Gedanken meiner erst 4Jährigen Erfahrung als Jungimker.

  • Die ganze Beute war voller Bienen. Selbst heute Morgen im Dauerregen und kalten 14 Grad war Flugbetrieb und Belagerung. Bei der Zügelaktion konnte ich den leeren Futtereimer sehen, bei den anderen Völkern war dieser kaum angerührt.. :roll:
    Werde am Abend nochmals hinfahren und aufmachen. Bei dieser Gelegenheit werde ich auch neues Futter geben.


    Vielen Dank für eure Tipps

  • Hallo Asaya


    wenn du das Volk wegstellt hast und kontrollierst ist das erst mal Ok. Ich würde noch den Rat geben an die gleiche Stelle eine Beute mit Leerzarge zu stellen, dann merken die Räuberbienen das da nichts zu holen ist und wenn du nach 14 Tagen die vollel Beute hinstellst ist die Gefahr der Räuberei bedeutend gemindert. Wenn da die ganze Zeit nichts steht, kann es passieren das einige hartnäckige Räuber sich daran erinnern, das da was zu holen war.


    Nach deiner Beschreibung ist das meiner Meinung eher keine Räuberei, da du schreibst das es ein starkes Volk ist. Deshalb meine ich, das einfach das Flugloch zu klein ist und wenn es in der Beute zu warm ist hängen viele Bienen vor dem Flugloch. Nur nebenbei, ich habe bis jetzt die meisten Völker auf der ganzen Breite des Fluglochs geöffnet. Bei mir kommt auch im Winter nur der Originalkeil rein. Von 1 cm Fluglöchern halte ich gar nichts, Bienen brauchen Licht, Luft und Sonne.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • also ich mach Verjüngung Vermehrung wie in der Natur Mai und Juni so kann sich ob MPlus o.Ableger Wirtschaftsvolk normal
    ohne viel Stress entwickeln.
    Auch sind bei mir alle Völker zusammen gestellt auch kann man in jeder Zeit füttern von Oben,meist trägt der Bienenhalter
    immer was dazu bei bei Räuberei-Krankheiten ec.

  • Hallo Freunde,
    Räuberei kann passieren und der Imker kann sie natürlich auch auslösen. Ungünstige Faktoren sind Honiggeruch, der Monat August, spärliche Tracht und Fütterung oder Bearbeitung in dieser Zeit mitten am Tag. Man kann das Risiko vermindern indem man in diesen Zeiten spät Abends oder eben nicht an die Bienen geht oder bei oder am Anfang des Regens.
    Die Verkleinerung des Fluglochs ist eine bewährte Standardmaßnahme, besonders bei kleinen oder schwachen Völkern oder Ablegern.
    Durch die heute üblichen Lüftungen im Boden ist Licht und Luft kein Argument gegen ein kleineres Flugloch.
    Die genannte Dreiwochenfrist oder das gute Gedächtnis von einzelnen Bienen halte ich für ein Gerücht. Üblicherweise haben die Flugbienen kein langes Leben mehr, also wenn sie nicht ihre Info über den Standort eines schwachen Volkes über akribische Aufzeichnungen in Keilschrift oder Computercods an ihre Nachfolger weitergeben, sollte die Räuberei nach einem ordentlichen Regen und einer Woche fast erledigt sein.
    Ich erlebe das fast jedes Jahr aufs neue. Ich habe einen Keller der ebenerdig ist. Dort schleudere ich zwar nicht meinen Honig, lagere und bearbeite dort aber alte Beuten inkl. alter Waben.
    Das in Kombination mit einem nicht dicht schließenden Tor und der Erwärmung dieses Raumes durch die Abendsonne, führt jedes Jahr im August zu einem kleinen Problem.
    Dann dichte ich mein Tor mit Schaumstoff ab, was die Räuberei am nächsten Tag beendet aber auch dazu führt, dass ich das Tor die nächste Zeit ungern öffne. Wäre schlimm bzw ziemlich aufwändig, hätte ich drinnen noch Platz für ein Auto, hihi.
    Also, keine Panik und viele Grüße
    Wolfgang, der ja bekanntlich niemals nicht einen Fehler macht

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Franz Xaver,
    Du vergisst die Lösung bzw. das Happy-End der Profis, zusammenschmeißen und gut.
    Viele Grüße
    Wolfgang, der ja nach der Beschreibung immernoch hofft, dass es keine Räuberei ist sondern nur Hyperaktivität

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Anscheinend bin ich kein Profi :lol:ich schmeiße nichts zusammen, das ist auch ein Risiko, wo ich einmal Lehrgeld bezahlt habe.


    Habe so M. Juli alle auf weiselrichtigkeit überprüft und seitdem nicht mehr in die Völker geschaut. Mir reicht die Fluglochbeobachtung und die Schublade mit den doch stärkeren Varroaabfall als in den letzten Jahren zu überprüfen.


    Werde auch bis zum Frühjahr nicht mehr in die Völker schauen, nur die Deckel bei der Wintervarroabehandlung muss abgenommen werden.


    Bin optimistisch keine toten Völker wegräumen zu müssen.


    Ich bin ein wahnsinnig fauler Imker, ist ein Spleen geworden.

  • Gestern Abend war ich nun nochmals beim verstellten Volk und alles war ruhig, alle Bienen waren im Häuserl :wink:
    Ich gehe schon davon aus, dass es Räuberei war. War ja auch das einzige Volk von sechs, bei dem das so war. 5 Liter Apiinvert innert einem Tag wurde abgenommen, bei den anderen kaum. Sie waren ja nicht nur vorm Flugloch, die ganze Beute wurde belagert.


    Das mit der leeren Beute hatte ich auch mal wo gelesen und sofort umgesetzt. Nützts nichts, schadets nichts.


    Ich gehe auch nur spät abends Füttern, nach Beendigung des Flugbetriebes.

  • Hallo Asaya


    Wenn an der leeren Beute keine Suchbienen verstärkt rumfliegen, war es auch keine Räuberei, meine ich.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)