Buckfast in Carnica eingekreuzt - unfreiwillig

  • Bei mir im Flugkreis ist es leider genau anders herum: Meine Carnicas, die langweiligen, grauen, sind superlieb, und die buntgemischten, mit dem einen oder anderen Kringel, sind eher die ungnädigeren.
    Das liegt aber bei mir daran, das es bei uns sehr viel Landrasse gibt, wo es eher um Vermehrung um der Bienen (oder dem Imker) selber geht als nach Zuchtlinien, die in Richtung Sanftmut und Legeleistung ausgelegt sind.
    Erst seid dem ich selber "züchte", mir also guten Zuchtstoff besorge und die Kö's zur Belegstelle bringe, weiß ich, was ein eher Sanftmütiges, starkes Volk mit einer eher überdurchschnittlichen Honigleistung ist.
    Meine Standbegatteten kommen da nicht hinterher.
    Liegt halt an den Drohnen, die bei uns so rumfliegen, daher versuche ich das zu meinen Gunsten zu ändern.
    Gegen Kringel hab ich nix, aber gegen so doofe Zicken;-)))

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Sehe das ähnlich. Kenne bei Buckfast ebenso wie bei Carnica und Mischungen von beiden ("Landrasse") sowohl Imker, die auf Sanftmut Wert legen als auch solche, denen der Honigertrag nahezu einziges Kriterium bei der Vermehrung ist. Entsprechend die Völker/Drohnen.
    Karl

    Etwa 12 Völker auf Dadant an etwa 4 Standorten. "Bienenrasse":roll:: Bunte Mischung aus Carnica und Buckfast.

  • Bei mir ist die Situation so, daß ohne Belegstellenbesuch kein vernünftiges Imkern möglich ist. Es fliegt so viel Zeug incl. Urlaubsmitbringsel rum, daß man nach bei der 2. Generation Standbegattung eigentlich die Bienenhaltung aufgeben kann.


    Sehr bedauerlich, aber warum sollten Imker klüger sein als andere Tierhalter?


    VG

  • Ich verstehe nicht, warum viele Imker glauben, dass Königinnen auf Belegstellen begattet, besser oder sanftmütiger sein sollten.
    Die Königin, welche auf die Belegstelle kommt ist bereits *fertig* - alle Funktionen und Vererbungen sind bereits *abgeschlossen*.
    Da geht nichts mehr.
    Nur die Nachzucht dieser Königin trägt das Erbgut der Belegstellendrohnen.
    Eine einfache Erklärung:
    Wenn ich eine Kalbin mit einem Superstier belege wird sie nicht besser, sondern einzig und alleine das zu erwartende Kalb.
    Auch bei mir mischt sich der Bienenbestand immer mehr durch, obwohl wir *anscheinend* in einem reinen Carnicagebiet
    imkern. Wie dominant müssen da die gelbarschigen Drohnen sein, wenn vielleicht aus 5% der gehaltenen Bienen
    die 95% so schnell durchmischt sind.
    Ich kann weder bei der Sanftmut - noch bei sonstigen Verhaltensmerkmalen Verschlechterungen fest stellen.
    Was noch interessant ist. Vor ca. 25 Jahren habe ich all meine Völker durch Cubitalindex, Farbringe und Filzbindenmerkmale
    gekört bzw. auch kören lassen.
    Das Körergebnis: 70% der Völker gehörten Merkmals mäßig der Rasse Carnica an. Aber bitte, wo kamen dann die
    30% der anderen Rassemerkmale her? Da gab es halt die Buckfast noch nicht, um ihr die Schuld in die Schuhe schieben zu können.


    Schönen Abend
    Fritz

  • Ich verstehe nicht, warum viele Imker glauben, dass Königinnen auf Belegstellen begattet, besser oder sanftmütiger sein sollten.


    Gegenfrage: wie oft ist es Dir in Deinem Imkerleben passiert, das Du beim Öffnen der Kiste oder der Durchschau von der Königin höchstselbst angegangen wurdest? Ich jetzt noch nie. Aber von den Bienen schon öfters. Und wo kommen diese Kälber her? Eeepen. Und wenn diese Königin sogar noch Mutter anderer Königinnen wird, wär da ein schönes Kalb nicht schön? Und 1990 gab es noch keine Buckfast, Ligustica und andere? Is klar. :)


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hallo Fritz,


    Die Königin, welche auf die Belegstelle kommt ist bereits *fertig* - alle Funktionen und Vererbungen sind bereits *abgeschlossen*.
    Da geht nichts mehr.
    Nur die Nachzucht dieser Königin trägt das Erbgut der Belegstellendrohnen.


    Vollkommen richtig, aber wenn wir ein Bienenvolk auf seine Eigenschaften beurteilen, beurteilen wir - anders als bei einem Kalb, nicht die Eigenschaften des Tiers (der Königin) selbst, sondern gerade eben die Eigenschaften, bzw. das Verhalten ihrer Töchter. Damit beurteilen wir die Merkmale der Nachzucht unserer Königin, in der, wie du ja ja selbst richtig schreibst, auch das Erbgut der Drohnen zum Ausdruck kommen, mit der die Königin begattet wurde.
    Die Genetik der Drohnen kommen also nicht erst zum Tragen, wenn wir die nächste Königinnengeneration betrachten, sondern bereits im Bienenvolk, welches die Königin aufbaut. Lediglich direkt von der Königin ausgehende "Leistungsmerkmale" - wie z.B. Legeleistung oder Pheromonausschüttung, sind vom Individuum Königin abhängig. Die meisten Eigenschaften, die uns Imker bei einem Bienenvolk interessieren, wie Sanftmut, Honigertrag, Hygieneverhalten etc. setzen sich aus den Eigenschaften der verschiedenen Geschwistergruppen der Arbeiterinnneschaft - also der Töchter/Nachzucht der Königin zusammen.


    Gruß
    Ludger

  • Moin,
    Sanftmut hängt aber stark von der Königin ab.
    Sowie man einem Stecher eine sanftmütige Königin verpasst hat, ist auch Ruhe. Diese Eigenschaft scheint an die Pheremone der Königin gekoppelt zu sein, denn die Arbeitsbienen sind ja immer noch die selben, aber inzwischen lammfromm.


    Manchmal fehlt unfreundlichen Bienen aber auch nur Futter. Das sanftmütigste Volk wirkt gereizt, wenn die Bienen bei Störung nicht ihren Rüssel ins Futter halten können.
    Grüße Ralf

  • Weiser, aber nicht neuer Spruch. Besonders plausibel, wenn bei 20 am gleichen Tag durchgeschauten Völkern 18 sich normal verhalten und 2 den Imker 50m bis zum Auto verfolgen.
    Karl

    Etwa 12 Völker auf Dadant an etwa 4 Standorten. "Bienenrasse":roll:: Bunte Mischung aus Carnica und Buckfast.

  • Ich seh das Problem immer eher vor der Beute stehen.....als daß es an der Königin liegt.


    Hallo Sabi(e)ne. Deswegen stehe ich bei der Durchsicht auch immer hinter der Beute, statt vor der Beute im Bienenflug.:u_idea_bulb02:


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Solche Orientierungslosigkeit kann bei Hinterbehandlung nicht vorkommen. Da bleiben die Fluchbienen immer draußen.


    Meistens - oder bessser öfter. Soweit vorhanden.


    Für die Bearbeitung der Magazine hab ich mir nun doch endlich wenigstens Schleier und Handschuhe zugelegt - meine Frau bestand darauf.


    Grüße Ralf

  • wenn man bei HB-Beuten unstetige und stechlustige Bienen hat, wird der Brutraum wirklich nur im notwendigsten Fall kontrolliert. Da sind im vorderen Drittel meist schwarze Schwarten, weil dem Imker der Spass selbst mit Handschuhen vergangen ist.
    In Magazinen haben solche Völker noch mehr Raum&Bienen, können aber schneller bearbeitet werden und auch schnell mal versetzt werden, um die alten Flugtanten einem Ableger zufliegen zu lassen.
    Ich nutze die Normbeuten nur noch für Ableger im ersten Jahr. Danach werden sie in Magazine umgehängt oder verkauft.
    Letztendlich macht es mehr Spass mit jungen Königinnen guter Herkunft- egal ob C oder B und man hat auch weniger Arbeit wegen geringerer Schwarmneigung.
    Gruß Fred