Hinweis:Diagnose mit Puderzuckerbecher nicht bei offenem Nektar!

  • Hallo miteinander.
    Zum 2. Mal nach meiner TBE prüfe ich derzeit den Varroabefall der Völker mittels Puderzuckerschüttelmethode.
    Es gibt aber ein Problem, auf das ich heute erstmalig bei 2 Völkern stiess:alle Waben wiesen grossflächig unverdeckeltes Futter auf (Springkraut lässt grüssen...). Schüttelt man nun die aufsitzenden Bienen ab, spritzt leider auch Futter mit ab und beregnet die Bienen, die eigentlich trocken bleiben sollen.
    Das macht eine Diagnose zu dem Zeitpunkt nicht möglich. Ich werds in ein bis zwei Wochen nochmal versuchen...

  • Grundsätzlich machbar- wenn es die Bienen nicht so eilig hätten, wieder von der zusammengeschlagenen Zeitung runterzukommen, in die ich sie - statt in Folie- einschlage.
    Halte ich für kaum praktikabel, denn nach dem Abschlagen muss es wirklich fix gehen. Erst in die Zeitung, von dort in den Messbecher, von dort in die Zuckerschütteldose. Zwischendurch muss die Wabe zurück in die Beute, ich stelle die äusserst ungern ausserhalb der Beute ab.
    Fegst Du nun vorsichtig ab und versuchst dabei, die nassen Futterstellen zu umgehen, fällt jeweis nur ein Teil der Bienen ab, Zeitung zu, damit sie nicht auffliegen oder wegkrabbeln. Und dann? Neue Stelle abkehren, gleichzeitig Zeitung wieder öffnen, mh, mir fehlt definitiv der 3. Arm...
    Mal sehen, wie die Lage am Wochenende aussieht.Hoffe aber, dass die Zeitverzögerung beim Varroazählen nicht viel ausmacht, denn die anderen Völker sind nicht behandlungsbedürftig.
    Grüsse!
    LP

  • .Hoffe aber, dass die Zeitverzögerung beim Varroazählen nicht viel ausmacht


    Alternativen: Varroen auf der Windel zählen oder (in anderen EU-Ländern bzw. bei einschlägigen wissenschaftlichen Versuchen auch in D): OX-Kontrollbedampfung bzw. in D: -beträufelung. BeOXen hätte zudem den Vorteil, Varroen nicht nur zu zählen, sondern im ganzen Volk abzutöten (Problem beim Träufeln: kurzfristig nicht wiederholbar, fehlende Wirkung in die Brut). Der Bienen-Generationenwechsel sollte bei ausreichender Volksstärke im November/Dezember (Brutfreiheit) auch noch eine weitere OX-Träufelung zur Restentmilbung verträglich machen.


    p.s.: Die Zeitverzögerung halte ich für das Zählen für vernachlässigbar. Für das Behandeln können sich - je nach Mittel - im September bereits Zeitfenster schließen...

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von ribes () aus folgendem Grund: p.s.

  • Die Puderzuckermethode oder die Alternativen mit Alkohol oder CO2 spielemn eine wichtige Rolle bei der Ermittlung des Befalls der Arbeiterinnen undkann nicht durch die Ermittlung des nat. Abfalles ersetzt werden. Siehe dzu die Ermittlung der Entwicklung des Varroabefalles im Rahmen der ARGE Toleranzzucht.


    Als ich beim Bienenmonitoring mitmachte, nahmen wir die Bienene ienfach direkt mit dem Probenbecher von der Wabe. Ein Urinbecher fast voll sind ziemlich genau 250 St. Da gibts dann auch keine Probleme mit frischem Nektar o.ä. Allen Völkern sind die Bienen schnell entnommen und die Auswertung kann in Ruhe erfolgen. Geht für Puderzucker analog genauso.


    Gruß
    Reiner

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Reiner, danke für den Hinweis mit dem abfangen direkt von der Wabe.Wahrscheinlich muss ich einfach noch mehr üben...
    Deine Ausführungen entsprechen genau meinen Beobachtungen, der natürliche Milbenfall ist zumindest bei mir eine viel zu unzuverlässige Zählmethode, auf die ich mich nicht mehr verlassen möchte. Genau deshalb bin ich gewechselt zur Puderzuckermethode (beim auszählen) und bin nur begeistert.
    Das funktioniert wunderbar, ruck-zuck ist ein aussagekräftiges Ergebnis da, unverfälscht und für jedes Volk präzise. Kann ich wirklich nur empfehlen!
    Hallo ribes,
    Ich behandele nur noch schadschwellenorientiert, und da setze ich meine Völker lieber nicht unnötigen Belastungen aus, durch welche Methode auch immer. Frei nach dem Motto, was soll das Zählen, wenn ich im gleichen Schritt behandeln kann?
    Nein, soviel Zeit muss sein.
    Stellt sich heraus, dass ein Volk nahe der Schwelle ist, wird behandelt, sonst weiter beobachtet.Trotzdem danke für die Aufzählung der Möglichkeiten, für den ein oder anderen Anfänger ist das auf jeden Fall lehrreich :liebe002:
    LP

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Landpomeranze () aus folgendem Grund: Reiner Reiner...

  • Hallo,


    Die Puderzuckermethode oder die Alternativen mit Alkohol oder CO2 spielemn eine wichtige Rolle bei der Ermittlung des Befalls der Arbeiterinnen undkann nicht durch die Ermittlung des nat. Abfalles ersetzt werden. Siehe dzu die Ermittlung der Entwicklung des Varroabefalles im Rahmen der ARGE Toleranzzucht.


    ...
    Ein Urinbecher fast voll sind ziemlich genau 250 St. Da gibts dann auch keine Probleme mit frischem Nektar o.ä. Allen Völkern sind die Bienen schnell entnommen und die Auswertung kann in Ruhe erfolgen. Geht für Puderzucker analog genauso.


    Genau so,
    Danke Reiner.




    Ich behandele nur noch schadschwellenorientiert, und da setze ich meine Völker lieber nicht unnötigen Belastungen aus, durch welche Methode auch immer. Frei nach dem Motto, was soll das Zählen, wenn ich im gleichen Schritt behandeln kann?
    Nein, soviel Zeit muss sein.
    Stellt sich heraus, dass ein Volk nahe der Schwelle ist, wird behandelt, sonst weiter beobachtet.Trotzdem danke für die Aufzählung der Möglichkeiten, für den ein oder anderen Anfänger ist das auf jeden Fall lehrreich :liebe002:
    LP


    Wir gehen auch über die Schwelle hinaus,
    aber das ist ein anderes Thema, da wir mit unseren AGT Nachzuchten immer ein wenig selektierend unterwegs sind.


    Behandlung nur wenn es absolut notwendig erscheind,
    eine Windelauszählen ist da nur ein äußerst grobes abschätzen.


    Eine pauschale OS-Vergasung sollte sich komplett erübrigen,
    hier auch nur als Gegenrede, da hier im Form schon öfters diskutiert.



    Ich habe gestern zum ersten mal die Puderzuckermethode angewendet. 35 gr. Puderzucker, oder 5 Esslöffel voll scheint mir aber für 50 gr Bienen sehr viel.
    Schüttet ihr wirklich so viel Puderzucker über die Bienen?


    Ja,
    ich mahle mir dann immer ca. 1/2 Päckchen (ca. 500g) im Thermomix,
    das geht dann auf ein Dutzend Völker ...
    ... ich bin da nicht aufs Gramm genau.
    Nur beim Ausszählen bin ich auf die Milbe exakt !



    GdBK

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Hallo maticado, bitte halte Dich unbedingt an die Vorgabe. Wie vorher schon geschrieben, darf es auch gerne lieber etwas mehr Zucker sein.
    Ich schüttele die Bienen 2x nach Zugabe des Zuckers vorsichtig um und lasse dazwischen mehrere Minuten vergehen.Die Bienen sollen möglichst viel Kontakt mit dem Zucker haben, denn er soll ja die Füsschen der Milben vom Bienenkörper lösen. Wenn zuwenig Kontakt stattfindet, passiert das eben NICHT.
    Und keine Angst, die Bienen ersticken nicht daran. Anschliessend auf den Oberträgern kannst Du sehen, wie sie sofort geputzt und abgeleckt werden. Den Prozess kannst Du beschleunigen und verbessern, indem Du die fertig bepuderten Bienen auf den Oberträgern mit etwas Wasser aus der Sprühpistole nassmachst. Dann kann der Zucker von den Kolleginnen noch besser abgetragen werden.
    Ich habe für mich die Methode noch etwas vereinfacht. Ich nehme gar kein Sieb mehr mit, sondern nur noch einen weissen Eimer (sauber), in den ich ca einen halben Liter Wasser fülle. Den Puderzuckerbecher mit den Bienen schüttele ich direkt darüber aus, der Zucker löst sich sofort unsichtbar im wasser auf, die Milben kann man wunderbar auf der Oberfläche vor dem weissen Hinter/Untergrund auszählen. Wasser verwerfen und den Eimer für die nächste Probe genauso vorbereiten. Geht ratz-fatz.
    Viel Glück!
    LP