crush & strain mal anders

  • Sicher kennen die meisten von euch das Video von Erhard Maria Klein, (www.bienenkiste.de), zur Honiggewinnung von "Bienenkisten-Honig"
    https://www.youtube.com/watch?v=gPEMkje2Wiw


    Das Verfahren nennt sich "crush & strain" - "zerstückeln & absieben", die Waben werden ausgeschnitten, Honig inkl. Wabe zerkleiner und mittels Schwerkraft über zwei Hinigeimer läuft, oder besser tropft, der Honig vom Wachs innermalb von 1-2 Tagen ab. Der Eimer unten hat ein großes Loch im Deckel und dient als Auffanggefäß, der andere (oben) hat viele kleine 1 cm-Löcher im Boden und eine Netzeinlag.


    Die Gerätschaft kann man hier bewundern:
    http://www.bienenkiste.de/medi…ndex.html?entry=galerie.9


    Nun hatte ich dieses Jahr zu früh mit dem Ende des Bienenjahres gerechnet und nach der Honigerne (Linde) nur noch 8 Wabe aufgesetzt um den Platz für die Futtertasche zu haben. Die Rechnung habe ich aber nicht mit den Läusen abgesprochen, denn es gab noch Waldtracht und die Bienen haben mir die 2-Waben breite Lücke mit Wildbau und extrem dunklen und extrem leckeren Waldhonig vollgeknallt. Das rauszuschneiden war kein Spaß, weder für mich noch für die Bienen! Jedenfalls hatte ich am Ende knapp 3 Honigeimer mit waldhonigvollem Wildbau! Zu viel zum selbst essen, zu matschig zum Verkauf als Wabenhonig!


    Nun kam mir Erhards Video wieder in den Sinn. Ich wollte allerdings nicht zwei Honigeimer opfern und Fliegengitter als Seihtuch fand ich auch nicht toll. Daher habe ich folgendes versucht:


    - Der Wildbau wurde wie bei der Bienenkiste-Anleitung zerkleiner.
    - Das Zerstechen mit dem Stockmeißel war einfacher und effektiver als das Quetschen per Hand.
    - Der Auf-und-Ab für die feine Zerkleinerung ging sehr gut obwohl der Honig sehr zäh war.
    - Als Ersatz für die beiden umgebauten Honigeimer nahm ich ein normales Entdeckelungsgeschirr und legte auf das Lochblech ein Seihtuch, da ich nichts anderes da hatte sogar das ganz feine vom Melitherm.
    - Nachdem ich geschätzte 10-15 kg des Wachs-Honig-Gemischs in der Wanne hatte war ich sehr skeptisch, dass sich da was tut. Von dem zähen Honig sind direkt danach nur ein paar Tropfen Honig durchgekommen.
    - Doch das letzte Wochenende war sehr warm und am Montag - nach ca. 2 Tagen - war in der Entdeckelungswanne sehr viel abgetropfter Honig drinnen.
    - Das Wachs war etwas "nasser" als normales, abgetropftes Entdeckelungswachs und die beiden Seihtücher hatten noch 2-3 mm Honig drauf, die nicht durchliefen.
    - Der Honig hatte wenig bis fast keinen Schaum!


    Alles in allem war es - vor allem bei der "Ernte" aus dem Volk - eine Sauerei und viel Arbeit. Die gut 10 kg Waldhonig aus dem Wildbau wären aber viel zu schade gewesen um sie einzugraben! Sehr, sehr dunkler, kräfiger, malziger Waldhonig und das in Berlin! Ich hatte die letzen Jahre regelmäßig 0,7-0,8 mS bei der Sommertracht, aber das muss > 1.0 sein! Bin auf die Analyse gespann, ein paar Waben sind aber vorher noch zu schleudern!

  • N'Abend


    Zu dieser Methode gibt es einige Videos und Varianten im Netz. Nachdem mir die Damen letztes ebenso feinen Waldhonig in den Brutraum geknallt haben, habe ich 3 grosse Dadant-Blattwaben (tlw. schon Honig in der 2 Ebene gelagert, also neue Zellen auf dem verdeckelten Honig angelegt) die auch gecrusht und abtropfen lassen. Ingesamt ähnlich wie bei dir, mit 2-3 kleinen Änderungen:
    - zum Zerkleinern eignet sich auch gut ein Kartoffelstampfer für Kartoffelbrei
    - zum ersten Abseihen und sonst als Entdeckelungsgeschirr nehme ich eine Gastronorm-SChale und ein passendes GN-"Sieb" drüber, aber das ist eher so Lochblech.
    - danach geht der Honig durch nen Doppelsieb, wird kurz stehen gelassen und abgeschäumt


    Fertig. Lecker.


    Grüsse, Robert