Hilfe - kann das klappen?

  • Hallo zusammen,


    habe leider akut eine Fragestellung auf die ich mir keine Antwort zu finden weiß. Habe dieses Jahr mit der Imkerei angefangen und mit 3 Ablegern gestartet. Soweit hat alles auch gut geklappt, Honig waren insgesamt 30kg, hab mich sehr gefreut fürs erste Jahr. Hab dann vor etwa 2 Wochen abgeschleudert und die Ameisensäurebehandlung nach der Wabenhygiene (unterste Zarge raus, leere Honigzarge als 2ten Brutraum) mit dem Nassenheider Professional durchgeführt. Bei einer Beute ist aber mächtig was schief gelaufen weil bei der 2ten Kontrolle die Flasche komplett leer und die Verdunstungssschale voll war :-( Habe befürchtet dass die Königin hops gegangen ist und das enger beobachtet.
    Vorgestern war ich an der Beute und konnte keine Stifte finden und ich habe einige Bienen stelzen sehen. Bin davon ausgegangen dass die Königin tot ist und habe eine neue bestellt. Gestern wollte ich das ganze nochmal kontrollieren und habe dann festgestellt dass jetzt doch Stifte da sind.
    De facto habe ich ja jetzt eine Königin zu viel (kommt heute per Post an). Habe dann gestern Abend sehr spontan folgendes gemacht:


    in 2 starken Beuten jeweils abgekehrt und über Absperrgitter in dritte Zarge gehängt
    - 1 Brutwabe mit hauptsächlich verdeckelter Brut
    - 1 Wabe mit Pollen und Honig
    - 1 Wabe nur mit Honig


    Habe dann etwa 1 Stunde gewartet und die insgesamt 6 Waben dann in eine eigene Beute gehängt.
    dazu dann noch aus dem dritten Stock (der nicht so ganz stark ist) eine Honigwabe mit anhaftenden Bienen reingehängt und zusätzlich noch eine Wabe in den "Ableger" abgeschüttelt


    Mein Plan ist jetzt, dass dieses neu gebildete Volk ja jetzt weisellos ist, heute Abend die Königin zuzusetzen und dadurch ein neues Volk zu bilden.
    Ich will das Volk mit Nektapoll und Flüssigfutter unterstützen damit es vielleicht noch stark genug in den Winter geht


    Habe ich damit Chancen auf Erfolg? Das Volk muss nächstes Jahr keinen Honig bringen, mir würde reichen wenn es den Winter überlebt und dann nächstes Jahr aufbaut, will die gute Königin die ich bestellt habe halt auch nicht verschwenden.
    Ein Volk weisellos zu machen ist leider auch keine Option.


    Meint ihr das könnte klappen? Gibt es noch Tipps die ich vielleicht nicht bedacht habe?


    Wie viele Bienen braucht ein Volk zum überwintern? Wie mache ich aus ob ich auf 1 oder auf 2 Zargen überwintere? Bin mir sehr unsicher da ich ja dieses Jahr erst angefangen habe. Aber die Völker scheinen recht stark zu sein. Lediglich Brut ist aktuell nur auf 2 Waben vorhanden, ich denke das liegt an der Jahreszeit und vielleicht auch an der Ameisensäurebehandlung?


    Grüße


    Fabian

  • Hallo Fabian


    Wie du das vorhast, ist das erst mal in Ordnung. Ich würde an 3.er Stelle eine bebrütete Leerwabe einhängen. Von Vorteil wären sowieso bebrütete Waben und eine Pollenwabe für diesen Ableger. Die Königin sofort mit Zuckerteigverschluß zuhängen und ab dem 3. Tag in kleinen Gaben mit 1:1 Zuckerwasser(eine kleine Zugabe von Honig bewirkt Wunder) und nach 10 Tagen mal sehen wie es aussieht. Keine AS Behandlung mehr, bei möglichem Milbenfall im Oktober eine Winterbehandlung Mit OS. Wird aber meiner Meinung nach nicht nötig sein. Viel Erfolg und willkommen im Forum.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Im Prinzip i.O., aber pass auf mit Räuberei! Die Bienen aus dem Ableger fliegen teilweise zurück und bringen frohe Kunde! Am besten nach Einbruch der Dunkelheit den Ableger verstellen.
    In 14 Tagen mit schlüpfender Brut ohne Bienen verstärken, falls die Königin legt. Sonst wird das kritisch mit der Überwinterung.


    Gruß Ralph

  • Hi Ralph,
    Hallo Reinhard,


    Reinhard : Hatte leider keine bebrütete Leerwabe. Wie gesagt habe ich dieses Jahr erst mit der Imkerei angefangen. Alle Altwaben habe ich schon eingeschmolzen...
    Aber ich habe 2 Brutwaben mit etwas verdeckelter Brut und Maden reingehängt, dazu 2 Waben mit Pollen und Honig und 3 Honigwaben.


    Ralph : Das mit der Räuberei unterschreibe ich! Ich habe gestern Abend den Ableger zusammengestellt und das Flugloch verschlossen. So war es dann über Nacht. Heute morgen vor der Arbeit habe ich das Flugloch geöffnet aber eingeengt auf 2 Bienenbreiten.
    Als ich eben die Königin zusetzen wollte ist mir schon beim Ankommen aufgefallen dass am Ableger extremer und ungewöhnlicher Flugverkehr herrschte... Habe jetzt den Ableger verschlossen (Flugloch zu) und je ein Schälchen Wasser und Zuckerwasser reingestellt.
    Habe leider keinen Standort in 3km Entfernung (habe aktuell noch garkeinen zweiten Standort...)
    Ich lasse das Flugloch jetzt denke ich mal 2 Tage zu und überlasse die Bienen sich selbst.


    Habe eben nur festgestellt dass anscheinend ein guter Teil der Bienen die ich in den Ableger gesetzt habe Flugbienen war denn der Ableger war heute schon deutlich schwächer als ich ihn gestern gebildet habe. Denke dass ein großer Teil der Bienen nach Hause geflogen ist...


    Königin habe ich zugesetzt und die Bienen sind jetzt dran die ra


    Würde gerne Bilder einfügen, wie klappt das?

  • So, hier die Bilder:


    Hier sieht man die Schale mit Wasser und Futter


    Hier die Königin im Zusetzkäfig. Da sieht man aber auch dass es doch weniger Bienen sind wie gehofft/gedacht


    So sieht der Standort aktuell aus. Rechts der kleine Ablegerkasten

  • und nochmal ich. Einen Standort in 2km Luftlinie Entfernung hätte ich. Bringt das was? UNd wenn ja, stört das die Königin jetzt nicht? Nicht dass ich da so ein Chaos verursache dass die Bienen die neue Königin direkt abstechen...


    Kann ich morgen früh vorsichtig schauen ob die Königin freigefressen ist und den Zusetzkäfig entfernen oder lieber morgen erst abends oder garnichts machen?


    Grüße
    Fabian

  • Was ich nun tun würde...


    Zum späten Nachmittag


    Honigraumbienen der Wirtschaftsvölker in Hobbog abstoßen


    Was bleibt, vor offenes Flugloch des Ablegers schütten


    Wenn ales drin ist, Flugloch schließen und 3 Tage dunkel stellen.


    Mit den paar Bienen die da jetzt drin sind, wird das nichts.


    Elk




    S

  • Hallo Elk,


    wie meinst du das genau? Ich habe aktuell keine Honigräume mehr drauf, die dritte Zarge ist eine Leerzarge weil da ein Fütterer drin steht. Ich habe kein Gitter mehr drin, also die Königin kann überall hin.


    Was ich tun könnte:


    Ein paar Honigwaben pro Wirtschaftsvolk abstoßen und über Absperrgitter nach oben hängen. Am nächsten Tag die Bienen in einen Hobbock abstoßen und dann in den Ableger schütten? Oder warum genau vor das Flugloch? Oder gibt es dann Chaos wenn ich die Bienen in den Ableger schütte? Stechen die sich dann nicht gegenseitig ab?
    Was genau meinst du mit "abstoßen" und "was bleibt". Soll ich nur das was bleibt vor den Ableger schütten? Und wenn ja warum?
    Meinst du, dass von den abgeschütteten Bienen aus dem Hobbog die Flugbienen abfliegen und das was im Hobbog zurückbleibt dann vor das Flugloch kippen damit diese Bienen dann in den Ableger einlaufen?



    Dass ich den Ableger verstärken muss habe ich mir schon gedacht weil es doch erschreckend viel weniger Bienen sind wie gestern Abend als ich den Ableger gebildet habe.


    Wenn ich dunkel stelle:


    Schale mit Wasser und Honig/Zuckerwasser rein?


    Grüße
    Fabian

  • Abstoßen
    Rähmchen am Ohr packen, Tef in din Hobbok tauchen und nit der freien Hand auf die erstere schlagen. Bienen fallen so von der Wabe.
    was bleibt
    Alle die, die ihre Heimkoordinaten haben, fliegen zurück.
    Jungbienen bleiben und krabbeln die Hobbokwand hoch; deshalb Hobbok öfters aufstoßen.
    Füttern ja
    Vorschütten bieten den Bienen die Möglichkeit sich einzubetteln, meist konfliktfrei.
    Was noch geht bezüglich Bienenmasse gewinnen, ist
    ASG und Zarge mit geschleudertn Honigwaben drauf.


    Elk

  • Hallo zusammen,
    Mein Plan ist jetzt, dass dieses neu gebildete Volk ja jetzt weisellos ist, heute Abend die Königin zuzusetzen und dadurch ein neues Volk zu bilden.
    Ich will das Volk mit Nektapoll und Flüssigfutter unterstützen damit es vielleicht noch stark genug in den Winter geht


    Meint ihr das könnte klappen? Gibt es noch Tipps die ich vielleicht nicht bedacht habe?
    Grüße


    Fabian


    Hallo Fabian. Erstmal würde ich die Königin zusetzen um dann wenn die Königin legt schlüpfende Brutwaben ohne ansitzende Bienen zuhängen. Wichtig ist 7-9 Tage nicht reinsehen ! Es könnte sonst sein das die Bienen die Königin einknäulen und so töten. Und beim flüssigen füttern 1X1 braucht auch kein Wasser zugegeben werden. Füttern ist erst angebracht wenn die Königin legt. Es kann wöchentlich eine schlüpfende Brutwabe ( die schlüpfenden Bienen sollten schon die Köpfe aus den Zellen stecken ) zugehangen werden. Die so gebildeten ableger Wachsen noch bis mitte Oktober und sollten dann auf 6-7 voll besetzte Waben sitzen.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute

  • Hi nochmal,


    also inzwischen denke ich, ihr hattet Recht und es war ein Fehler Brutwaben reinzuhängen, und zwar aus folgendem Grund: Wenn irgendwo auch nur ein Stift vorhanden war könnten die Bienen ja eine Weiselzelle angelegt haben und akzeptieren die neue Königin nicht. Ich verstehe allerdings nicht warum die Bienen das überhaupt noch mit einer Weiselzelle versuchen wenn ja keine Drohnen mehr da wären um die Königin dann zu begatten. Das müssten die Bienen doch irgendwie berücksichtigen.
    Sinn hätte es gemacht den Ableger nur mit Bienen, ohne Brutwaben zu bilden. Aber wie gesagt, bin das erste Jahr dabei und durch Fehler lernt man. Den Fehler mache ich definitiv nicht nochmal. Und eine Königin bestelle ich das nächste Mal nur noch nach sehr eingehender Kontrolle des Stocks...


    Da der Stock gestern schwer beräubert wurde habe ich das FLugloch heute zugelassen. Heute abend habe ich Neopoll N in die Beute gebracht und den Käfig entnommen. Königin ist auf jeden Fall aus dem Käfig raus. Ob Sie noch lebt weiß ich nicht.


    Habe allerdings ein sehr helles (fast panisches) Summen gehört, generell war es in dem Stock vom Geräusch her komisch.


    Kann es sein das die Königin schon abgestochen wurde?


    Ich wollte morgen eigentlich wie von ELK beschrieben Bienen zusetzen, aber wenn die Königin schon tot ist macht das ja keinen Sinn mehr, oder?
    Wenn die Chance noch da ist verstärke ich den Ableger gerne nochmal, ich will aber auch keine Bienen aus den anderen Völkern "verschwenden" wenn es keine Aussicht mehr auf Erfogl hat.
    Meine 3 anderen Völker haben je nur 2 Brutwaben... Das ist auch erschreckend wenig. Bienenmasse ist da, aber ich kann nicht einschätzen ob es ausreichend ist oder nicht.
    Daher habe ich den 3 Völkern auch mal Neopoll gegeben (je Volk und Ableger 1/4 Packung), am Flugloch sehe ich nämlich keine Bienen mit Pollen ankommen :-(


    Grüße
    Fabian

  • ELK : das war auch mein Gedanke


    was ich jetzt für morgen überlegt habe:


    Aus jedem meiner 3 Wirtschaftsvölker je eine Honigwabe wie von dir beschrieben abstoßen und damit den Ableger verstärken.
    Dann Flugloch zu, Spanngurt drum und die Kiste kommt von Freitag Abend bis Sonntag Abend in die Garage, dann bleibt die Beute bei mir daheim (das ist dann 2km weg vom Standort der Wirtschaftsvölker)
    Die einzige Frage die ich noch habe ist: Wie gehe ich sicher, dass ich aus meinen Wirtschaftsvölkern nicht versehentlich die Königin abstoße?
    Oder soll ich morgen erstmal Honigwaben umhängen in die dritte Zarge und zwischen 2te und 3te ein Absperrgitter? Dann können ja nur Bienen auf die Waben und ich könnte Samstag morgen die Bienen abstoßen und das Volk verstärken?


    Ich will auf jeden Fall versuchen den Abeger noch fit zu bekommen. Habe noch ein wenig Hoffnung dass die Königin noch lebt.

  • Hallo Fabian,


    die Annahme der Königin ist bei kleinen Einheiten erst einmal besser als bei großen Völkern (hier ist also Hoffnung). Die Anwesenheit von Brut, speziell offene Brut, ist heikel. NuN ist sie aber drin und da solltest Du Dich in Geduld üben, so wie Josef es schon schrieb. Erst mal eine Woche abwarten und die Bienen in Ruhe lassen; Flugloch ggf. ein paar Tage geschlossen halten. Danach prüfen, ob Kö da ist und in Eilage. Wenn das der Fall ist, kannst Du weitere Bienen hinzufügen (vor dem Flugloch abschütteln oder schlüpfen Brutwaben).


    Beste Grüße


    Rainer