Stifte in Zellen mit Pollen

  • Hallo Leute,


    ich habe heute entdeckt, dass die Königin in einem meiner Völker Zellen bestiftet, die bereits mit Pollen gefüllt sind. Das ist ja mal nicht Sinn der Sache, oder?


    Zunächst zur Vorgeschichte:Ich habe mir als Neuimker zwei Wirtschaftsvölker im März besorgt (Ableger aus 2015) und im Laufe des Jahres zwei Ableger gebildet. Die Ableger entwickeln sich prima und die Wirtschaftsvölker haben Ende Juni eine ordentliche Menge Honig abgeworfen. Alle vier Völker werden in Segeberger Holzbeuten einzargig gehalten. Die Ableger entwickeln sich auch weiterhin super: Einfüttern vollzieht sich zügig und die Volksstärke nimmt kontinuierlich zu.


    Seit Ende Juni nimmt jedoch die Bevölkerung in meinen beiden Wirtschaftsvölkern langsam aber stetig ab. Im Juli hatte ich starken Varroabefall (mache ich mal daran fest, dass ich ein paar angeknabberte/ verkrüppelte Bienen in der Beute hatte). Nach zweimaliger AS Behandlung (Schwammtuch) fallen aber kaum noch Milben.


    Inzwischen sind gerade mal noch zwei bis drei Rähmchen mit Bienen besetzt und so richtig kommen die Guten nicht aus dem Quark. In den vergangenen Wochen fiel mir schon auf, dass nur wenig neue Brut vorhanden war (auch schon vor der AS Behandlung). Zu meiner Überraschung habe ich dann heute noch festgestellt, dass die Königin offensichtlich Zellen (teilweise doppelt!) bestiftet, die bereits zum Teil mit Pollen gefüllt sind.


    Mit meinem Laienverstand denke ich mir, dann hat sie wohl keinen anderen Platz zur Verfügung. Eine zweite, still umgewechselte Königin oder Weiselzellen habe ich nicht gesehen. Das Eigenartige ist nur, dass genau auf dem Nachbarrähmchen alles frei und frisch geputzt ist! Die Königin müsste sich also nur einmal umdrehen und alles wäre gut! Ein vereinigtes Brutnest sollte nach meiner theoretischen Erfahrung anders aussehen...


    Ich habe unten ein paar Bilder beigefügt, ich hoffe, man kann die falsch bestifteten Zellen erkennen. Das zweite Bild zeigt einfach mal die unbestiftete und von der Königin unangetastete Nachbarwabe, die aus dem ehemaligen Honigraum stammt.



    Kann mir einer sagen, was hier falsch gelaufen sein könnte, damit mir der Fehler nicht noch einmal passiert?
    Und wie geht man nun am besten weiter vor? Besteht noch eine Chance, dass sich die beiden inzwischen eher kleinen Wirtschaftsvölker noch vorm Winter erholen? Oder lieber vereinigen?
    Dann stellt sich die Frage: Jeweils ein Wirtschaftsvolk mit einem Ableger vereinigen oder die beiden Wirtschaftsvölker zusammenlegen?
    Gruß,
    Florian

  • Gibt es denn aktuell auch Brut in anderen Stadien? Hast du die Königin gezeichnet und noch gesehen?
    Wäre ja möglich, dass die ursprüngliche Königin fehlt, weil sie die AS-Behandlung nicht überstanden hat. Dann keine Brut und Volk wird kleiner. Jetzt lange genug weisellos und eine Arbeiterin beginnt zu legen.
    Sollte das der Fall sein, dann keinesfalls vereinigen, sondern in etwas Entfernung abkehren, dass Drohnenmütterchen nicht wieder in die Beute kommen. Dazu vorher gut Futter ansaugen lassen, dass sie sich einbetteln können. Alternativ vielleicht auch nach Rückflug Neustart mit neuer Königin in leerer Beute möglich, aber da habe ich wenig Erfahrung damit.


    Falls Königin noch da und Brut in verschiedenen Stadien, sowie verdeckelte Arbeiterinnenbrut, erst nochmal andere Gründe überlegen und dann entsprechend handeln.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Amape () aus folgendem Grund: Ergänzung

  • Hallo Amape,


    die Königin ist gezeichnet und noch vorhanden. Sie machte auch einen ganz vitalen Eindruck. Die stiefelte gerade genau über die (doppelt) bestifteten Zellen drüber. Gerade so, als würde sie verzweifelt nach Platz für weitere Stifte suchen. Reiner Zufall, dass sie nicht auf dem Bild drauf war.
    Brut gibt es auch in anderen Stadien, aber jeweils nur ein paar Hand voll über zwei Wabenseiten verteilt. Von Brutbrett kann kaum die Rede sein. Ich hatte den Eindruck, als wenn die Dame das Rämchen partout nicht verlassen wollte und nun nicht weiß, wohin mit den Stiften. Aber gleich nebenan wäre alles frei und frisch geputzt!?!
    Mir gehen da als Anfänger die Alternativen aus und im Imkerkurs haben wir so etwas Spezielles auch nicht besprochen (oder ich habe nicht aufgepasst...)


    Also, wenn noch einer eine Idee/ Empfehlung hat: Nur her damit!


    Gruß,
    Florian

  • Das mit dem Wachs könnte sein, dass das was hat. Ich denke mal eher, das Problem ist die unbebrütete Wabe. Diese wird bei manchen Mädels ab Mitte/Ende August äußerst ungern angenommen. Geschweige denn noch bebrütet. Hast du keine alte Wabe mehr?
    Nur im Kunstschwarm werden jetzt noch solche Waben einigermaßen gut angenommen und bebrütet.

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Michi : Das sind dieses Frühjahr bei einem norddeutschen Großhändler gekaufte Mittelwände, die im Honigraum ausgebaut und nach dem Schleudern in den Brutraum gehängt wurden, da dort noch nicht alle MW ausgebaut waren.


    luffi : Da könnten noch ein paar in den anderen Völkern sein, da muss ich nochmal schauen und ggf. umhängen.


    Danke für die Tipps, ich werde berichten.


    Gruß,
    Florian

  • @Michi&Luffi:
    Ich habe gerade noch einmal in das Volk geschaut und festgestellt, dass alle anderen 10 Rähmchen aus diesem Jahr stammen, also in diesem Jahr mehr oder minder ausgebaute Mittelwände von Holtermann sind. Die Königin saß weiterhin genau in dem handteller großen Bereich, den ich schon gestern auf dem Photo gezeigt hatte.


    Jetzt habe ich aus einer anderen Beute ein leeres altes Rämchen auf der Seite, wo die Königin sitzt, dazugehängt. Mal sehen, ob die Gute sich jetzt mal umdreht und sich müßigt, die Seiten zu wechseln. Wäre ja schön...


    Hoffnungsvolle Grüße,
    Florian

  • Moin!


    Wenn die so mickern und die Bienenmasse so ist, wie beschrieben, dann kann es auch sein, dass sie einfach nicht mehr schaffen. Wer sollte die mit Stiften zugetackerten Wabenflächen den pflegen? Zwei/drei 'Waben besetzt, da können sie keine zwei Brutbretter betreuen, das steht ja in keinem Verhältnis. Die Königin könnte mehr, nur schafft die Mannschaft das nicht.


    Könnte also sein, die legt weiter, sie räumen aber aus.


    Doppelstifte und Brut nur auf so kleiner Fläche weisen aber ggf. schon auf Platzmangel hin,passt aber in diesem Fall nicht so richtig, finde ich eben. Pollenbretter sind manchmal ein Hindernis, wirken wie ein Trennschied auf die Königin. Und pfuschneu Ausgebaute Waben am Rand nehmen sie erst, wenn die anderen voll sind. Wie schon oben gesagt, jahreszeitlich auch unterschiedlich. In der Wachstumsphase gerne auch frisch ausgebaute ins Brutnest eingehängte bzw. dort eingefügte MW frisch ausgebaut. Jetzt Ende August sieht das schon wieder anders aus.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper