Volk in Not?!

  • Hallo an alle,


    habe heute eines meiner Völker nach Rückkehr aus dem Urlaub durchgesehen:
    keinerlei Brut, die Königin (2016) munter auf den Waben umherlaufend. Einige Bienen tragen Pollen ein. Nur noch sehr wenige verdeckelte Futterkränze über ansonsten leerem Brutnest.


    Eckdaten: 12 x DN 1,0 einzargig geführt, am 25.07. abgeschleudert und mit 3 kg Zucker (1:1) gefüttert, am 30.07. erneut 3 kg Zucker (1:1) gegeben, am 07.08. bei Durchsicht Volk aktiv, Brut in allen Stadien, alles okay. Da 5 Milben/Tag auf dem Schieber => 07.-12.08. AS60% mit Nassenheider prof.; am 12.08. dann nochmals 3 kg Zucker (1:1) gegeben - tja, und dann bin ich eben für 14 Tage verreist ... und als ich wiederkomme und das Futtergeschirr abräume: obiges Bild.


    Für mich klingt das, als ob die nicht genügend Futter hatten (haben!) und daher alles ausfressen (oh was für eine Schande über mich!!). Was meint Ihr? Liege ich da (leider!) richtig?


    Ich habe ihnen nun gleich erneut Zucker wie oben reingestellt. Hat dieses Volk jetzt noch eine Chance, ausreichend Winterbienen aufzubauen?


    Peinliche und gepeinigte Grüße, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • Ich habe ihnen nun gleich erneut Zucker wie oben reingestellt. Hat dieses Volk jetzt noch eine Chance, ausreichend Winterbienen aufzubauen?


    Peinliche und gepeinigte Grüße, Jörg


    Jaha, warum nicht...sofern die Königin nun auch wieder mit dem Stiften loslegt. Es gibt nicht "die" Winterbienen, wenn die Bienen eine Brutlücke erleben und dadurch weniger an den Proteinreserven gezehrt wird, leben sie länger. Fertig ist die WInterbiene. Du hast jetzt also schon welche. Die müssen jetzt aber ran damit sie wieder in Brut kommen - womöglich Pause infolge des Nassenheider? Gibt's Zeichen von Räuberei? Würde das Flugloch jetzt eng halten und kontinuierlich füttern und beoachten.


    Berichte mal!


    Melanie

  • Danke, Melanie. Keinerlei Zeichen von Räuberei, Flugloch ist eng.
    Wie lange kann ich so eine Brutpause jetzt noch aushalten? Oder anders: bis wann sollte die Kö wieder in Brut sein, bevor ich über einer Auflösung des Volkes nachdenken muss?


    Gruß, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • Ich habe meine Queen drei Wochen gekäfigt und dann sind sie erst wieder in Brut gegangen.


    Und Du meinst, das schadet denen nicht? Die Völker haben keine Zellen gezogen? Ich beobachte das Thema auch schon länger, auch unter dem Aspekt das sichere Brutpausen im Winter schwierig zu treffen sind (falls es sie überhaupt gibt), aber drei Wochen im Käfig ist ganz schön lang. Mein Kollege hat früher auf eine Bannwabe gekäfigt, das funktioniert wohl aber selbst da hatte ich schon Zellen. Aber das die Mutti nach drei Wochen im Käfig danach noch in der alten Qualität weitermacht glaub ich nie und nimmer. Die hat danach einen weg und die Bande weiselt gerne mal still um. Naja, wenn man immer reinschauen kann, kann man's vielleicht einfangen. Aber so richtig euphorisch würde ich das keinem empfehlen nachzumachen.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hi Jörg,


    das ist keine Not durch Futtermangel, das ist sozusagen Not durch AS-Einwirkung.
    Es ist eher üblich, das während der Behandlung und ggf. prolongiert eine Brutlücke auftaucht.
    Kleiner Futterkranz ist ja schließlich Futterkranz.


    Die fängt wieder an, mäßig bzw weiter einfüttern und dabei zugucken:u_idea_bulb02:


    Dazu gab es schon mal was bzw. ist die AS Brutlücke eine Chance dann verdeckelungsfrei noch einmal und dann aber gründlich...:daumen:


    Liest Du mal hier und das Zitat von Günther B.

    Cool bleiben, Schock bekämpfen:cool:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Und Du meinst, das schadet denen nicht? Die Völker haben keine Zellen gezogen? Ich beobachte das Thema auch schon länger, auch unter dem Aspekt das sichere Brutpausen im Winter schwierig zu treffen sind (falls es sie überhaupt gibt), aber drei Wochen im Käfig ist ganz schön lang. Mein Kollege hat früher auf eine Bannwabe gekäfigt, das funktioniert wohl aber selbst da hatte ich schon Zellen. Aber das die Mutti nach drei Wochen im Käfig danach noch in der alten Qualität weitermacht glaub ich nie und nimmer. Die hat danach einen weg und die Bande weiselt gerne mal still um. Naja, wenn man immer reinschauen kann, kann man's vielleicht einfangen. Aber so richtig euphorisch würde ich das keinem empfehlen nachzumachen.


    Beste Grüße,
    Ralf


    Ich war von Büchelers Bericht (an 30 Völkern getestet) so angetan dass ich es in diesem Jahr an 11 probiert habe - durchweg super gelaufen, selbst die Hinkebein-Königin haben sie über die Käfigung genommen und wollen sie jetzt erst umweiseln. Brutnest wieder da, voll verdeckelt, alles im Grünen Bereich. Die Italiener machen diese Methode (allerdings mit OS-Träufelung oder -Sprühen) schon seit fast 10 Jahren. Ist halt nur mit MS so aufwändig aber vom Träufeln von OS im Sommer halte ich nicht so viel. Beim Sprühen erwische ich einfach mehr Bienen aber OS sprühe ich bestimmt nicht. Werde mir Mitte September im Vergleich zu den AS-Völkern anschauen wie der Befallsgrad dann noch ist.


    Aktuelle ADIZ hat übrigens wieder was zum Thema...


    Ob die "Qualität" unverändert ist, weiss ich natürlich nicht. Allerdings: Brutpause im Winter schaffen sie doch auch locker für mehr als drei Wochen. Was ist der Unterschied? Beim Käfigen ist es sicherlich radikaler und eben "fremdgesteuert" aber grundsätzlich ist es vergleichbar.
    Eigentlich wollte ich TBE machen aber nicht genug Rähmchen und Zeit - werde ich im nächsten Jahr aber im großen Stil machen denke ich um die Hofmänner auszutauschen...



    Grüße
    Melanie

  • Ob die "Qualität" unverändert ist, weiss ich natürlich nicht. Allerdings: Brutpause im Winter schaffen sie doch auch locker für mehr als drei Wochen. Was ist der Unterschied?


    Stimmt. Jetzt wo Du so fragst, seh ich's auch o_O


    Nee. Machst Du auch ein Absperrgitter vors Flugloch, weil Du keine Zeit für Schwarmkontrollen hast? Hat bestimmt auch schon wer gemacht.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ach soooo...wochenlang die Völker mit AS traktieren ist also besser!
    Stimmt ja, das ist natürlich netter wenn sie die Brut ausräumen...


    Oder pfriemelt ihr die Varroen einzeln raus? Na los, verratet mir doch mal die geniale Super-Methode bei der Bienen und
    Queen unverändert ihr Ding machen können und die Varroen auswandern.


    Übrigens fange ich Schwärme sehr gerne...aber am liebsten der vielen Kollegen die eben nicht Zeit für ihre Bienen haben. ASG vors Flugloch habe ich noch nie probiert - hast Du damit Erfahrungen?


    Das ist ja wie zu meinen Anfangszeiten als mir alle 'n Vogel gezeigt haben wie man denn auf die Idee kommen könnte, die heilige Winterruhe für eine Milchsäure-Behandlung zu unterbrechen. Und AS war ja damals sowieso was für Spinner...gab ja schließlich Perizin...


    Käfigen der Queen ist sicherlich aufwendiger als AS drauf und fertich...aber vielleicht auch mal netter zu den Bienen und der Brut? Mal sowas wie eine Abwägung gemacht?


    Denkt ihr noch oder schreibt ihr schon?


    Melanie

  • Ich nutze seit 5 Jahren keine AS mehr, nur mal am Rande.
    Mach ne vernünftige TBE, so wie du es vor hattest, und niemand muss leiden.


    Hallo Jörg,
    sie sind wegen der AS aus der Brut. Freu dich das die Königin noch lebt und warte ab. Viele, wenn sie es überleben, gehen aus der Brut aber alle machen noch ein ausreichendes Brutnest im Spätsommer/Herbst.


    Gruß Sanni

  • Oh je, was habe ich da denn losgetreten? :eek:


    By the way: mit dem oben beschriebenen Volk hatte ich am 23.06. eine TBE gemacht, die zwar super gelaufen ist, aber dann am Anfang August dennoch 5 Milben/Tag zeigte ... Die anderen ebenso TBE-behandelten Völker hatten eine Belastung mit weniger als 1 Varroa/Tag und wurden bisher nicht weiter behandelt (Diagnostik läuft weiter).


    Danke an alle für aufmunternde Worte des - wie so oft :) - "Warte-mal-einfach, wird schon", Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.