Varroa Totenfall nach Behandlung

  • Hallo zusammen,


    ich hätte eine Frage bezüglich der Anzahl der gefallenen Milben nach Behandlung mit Oxalsäure.
    Als Verdampfer verwende ich ein Gerät, das dem Oxamaten sehr ähnlich und in der Funktion gleich ist.


    Ich wende das Ganze in Form einer Blockbehandlung an. Das bedeutet, 5x bedampfen im Abstand von drei Tagen.
    So sollte ich eigentlich alle Milben einmal ausserhalb der Brut erwischen.


    Bedampft wurden meine beiden Völker, die jeweils in Kästen mit dem Dadant US Maß untergebracht sind.
    Ein Volk sitzt auf 4 Waben, das andere auf 9.


    Ich habe nun nach der zweiten Behandlung einmal ausgezählt.
    Beim schwachen Volk sind 220 Milben gefallen, beim starken 230.


    Wie ist denn eure Meinung zum Befall der beiden Völker.
    Liegt das ganze im Rahmen oder besteht Grund zur Sorge?


    Beste Grüße
    der Heinz

  • Da wäre natürlich interessant zu wissen, wieviele Milben bei der ersten Behandlung fielen und wie die Dosierung war.
    Auch wie stark die Völker noch in Brut sind, ist ein Faktor, weil es die Milben, die mit auslaufender Brut kommen, ja erst später erwischt und die Bruttätigkeit jetzt typischerweise abnimmt.
    Meine Erfahrung bei der Blockbehandlung ist, dass bei der ersten Anwendung deutlich mehr Milben fallen.
    Üblicherweise senkt man dann bei weiteren Behandlungen die Dosis, weil ja noch Rückstände aus der ersten Behandlung da sind.


    Ich sehe aber bei den Milbenzahlen keinen Grund zu großer Sorge, hätte aber empfohlen, früher zu behandeln, damit jetzt gesunde Winterbienen gezogen werden.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • ... danke für die schnelle Antwort.
    Rei augenscheinlich sind 75% nach der ersten Behandlung gefallen. Is aber rein subjektiv.
    In beiden Völkern sind zusammengerechnet etwa 2 komplette Waben Brut vorhanden.


    Von der Dosis her bin ich bei 2mg Säure.
    Früher behandeln war leider nicht, da ich ewig den Honig nicht erneten konnte, weil er zu viel Wasser hatte.


    Beste Grüße
    der Heinz

  • Wenn man das hochrechnet, ist der Befall nicht gering, aber auch nicht verheerend. Die Blockbehandlung wirkt erfahrungsgemäß sehr gut. Mehr kann man jetzt ohnehin nicht mehr tun.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Du solltest vielleicht in Zukunft den Befall vor der Behandlung versuchen abzuschätzen, durch Windel, CO2, Puderzucker oder was auch immer.


    Besue Grüße


    Herr Rübengrün

    Prüfet Alles und wählet das Beste!


    Erst kommt das Fressen, dann die Moral!

  • Für die, die suchen und nicht finden -> Hier wurde die Frage schon einmal eingehender diskutiert. Kleingartendrohn entwickelte eine Faustformel, aus der man den Wirkungsgrad jedes Behandlungsschrittes bzw. sogar die Anzahl der im Volk verbliebenen Milben berechnen kann (#PDF in 48). Voraussetzung der Faustformel ist allerdings Brutfreiheit:
    https://www.imkerforum.de/showthread.php?t=43266&page=4


  • Auch wie stark die Völker noch in Brut sind, ist ein Faktor, weil es die Milben, die mit auslaufender Brut kommen, ja erst später erwischt und die Bruttätigkeit jetzt typischerweise abnimmt. Meine Erfahrung bei der Blockbehandlung ist, dass bei der ersten Anwendung deutlich mehr Milben fallen.


    Wolfgang



    Die Brut ist der (!) wesentliche Faktor. Dort hält sich das "Problem" auf und kommt wieder zum Vorschein. Die Daten von Ralf (s. Anmerkung von ribes #6) zeigen es deutlich. Theoretisch müsste der Totenfall mit jeder Behandlung abnehmen - tut er aber nicht immer. Meine Daten zeigen, dass z.B. in einer Blockbehandlung der Totenfall schwankt, unabhängig von der Zahl der Behandlungen vorher. Wenn die erste Behandlung viel liefert, muss es bei den Folgebehandlungen nicht weniger sein; es kann sogar mehr werden. Ich erkläre mir das mit dem Befall der Brut, der erst nach dem Schlupf zum Vorschein kommt.


    Insofern - wenn Du noch nennenswert Brut hast - Du erwähntest 2 kpl. Brutwaben pro Volk, wird sich die Varroazahl weiter erhöhen. Das ist nix neues, muss nur beachtet werden.


    Ein weiterer Unsicherheitsfaktor ist die relative Wirksamkeit - praktische Wirkung / theoretische Wirkung auf ansitzende Milben. Auch die ist nicht immer die Gleiche, verändert sich von Volk zu Volk.


    Noch ein Wort zur Dosierung: Mit den von Dir genannten 2 mg wirst Du nichts erreichen. Vielleicht meinst Du auch 2 g, das ist 1000mal so viel. Die üblichen Tabletten enthalten 1 g, was praktisch ausreicht. Ob man die Dosierung in Abhängigkeit von der Behandlungsanzahl anpassen soll, weiß ich nicht. Volk ist Volk und Beute ist Beute - egal wie viele Behandlungen vorher schon erfolgt sind. Die Verteilung innerhalb der Beute muss halt immer stimmen.


    Beste Grüße


    Rainer

  • Hallo


    da es zum Thema paßt, ich habe am 03.11. die OS Träufelung, sprich Winterbehandlung durchgeführt. Ich bin erstaunt wie viele Milben trotz 3 maligem Verdampfen noch gefallen sind, ich habe auch den Eindruck, das die Träufelung einen vollen Erfolg gebracht hat. Es sind in der Region der Brutnester (Keine Brut mehr) sehr konzentriert Milben gefallen und so eine enorme Entlastung für die Bienen vor dem totalen Zusammenzug zur Wintertraube geschaffen wurde. Die sogenannte Sommerbehandlung, hatte dieses Jahr, zumindest bei mir eine negative Wirkung.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • ... Kleingartendrohn entwickelte eine Faustformel, aus der man den Wirkungsgrad jedes Behandlungsschrittes bzw. sogar die Anzahl der im Volk verbliebenen Milben berechnen kann (#PDF in 48). Voraussetzung der Faustformel ist allerdings Brutfreiheit:
    https://www.imkerforum.de/showthread.php?t=43266&page=4


    Die Formel kann bei der Blockbedampfung im Sommer nicht verwendet werden. Die Voraussetzungen für die Anwendbarkeit sind geringe und abnehmende Bruttätigkeit sowie ein hinreichnd großer zeitlicher Abstand zwischen den Bedampfungen, mindestens 14 Tage. Deshalb ist der Anwendungsbereich dieser Formel die Winterbehandlung, die als Doppelbedampfung mit einem Abstand von 14 Tagen durchgeführt wird.


    Gruß Ralph

  • Hallo


    da es zum Thema paßt, ich habe am 03.11. die OS Träufelung, sprich Winterbehandlung durchgeführt. Ich bin erstaunt wie viele Milben trotz 3 maligem Verdampfen noch gefallen sind, ich habe auch den Eindruck, das die Träufelung einen vollen Erfolg gebracht hat. Es sind in der Region der Brutnester (Keine Brut mehr) sehr konzentriert Milben gefallen und so eine enorme Entlastung für die Bienen vor dem totalen Zusammenzug zur Wintertraube geschaffen wurde. Die sogenannte Sommerbehandlung, hatte dieses Jahr, zumindest bei mir eine negative Wirkung.


    Dennoch würde ich dir empfehlen, im Dezember den Varroatotenfall zu überwachen. Bei mehr als 0,5 Milben/Tag war die Behandlung nicht ausreichend.


    Gruß Ralph