Wachsskandal - Umfrage

  • Werbung


    Naturbau kommt nicht in Frage und die eigene Herstellung muss in der Erwerbsimkerei zeitlich auch erstmal untergebracht werden.


    Gruß Sanni


    by the way,


    momentan läuft auf Servus tv, die Honigmacher mit Stefan Mandl.


    Der hat nur 7000 Völker, produziert seine MW selbst, die Zargen werden aus einfachsten Brettern genagelt und die Rähmchen haben keine
    Abstandshalter.


    So geht imkern auch!


    Deutlich kommt dabei heraus, wie wichtig ihm sein eigener Wachskreislauf ist.


    Ob der schon was geahnt hat? - Blödsinn! Der weiß ganz genau was er tut!


    Griass Simmerl


  • ...
    (1894)


    Oh man...
    Manchmal sollte man vllt. wirklich besser nicht gründlich recherchieren... :eek:
    Als Neuling hätte ich direkt gesagt "ja klar, Hauptsache Kohle... - ...heutzutage..."


    Aber 1894 hätte ich nicht erwartet. Der quasi urkundliche Artikel von 1910 hat mich schon etwas erstaunt, weil man darin wie selbstverständlich darüber "redet". Vielleicht hatten die damaligen Imkerei noch nicht den neuzeitlichen Erfolgs-, Zeit- und Finanzdruck und vermutlich mehr Auswahl an zuverlässigen (ehrlicheren ?) Händlern, so dass sie selbst entscheiden konnten, womit sie arbeiten. Sie haben wahrscheinlich auch wesentlich mehr selbst gemacht, als wir heute.


    Gruß Andreas

  • Simon, der Stefan und der Martin sind in der Saison mit knapp 30 Mann am Start.
    Wenn man 2 Leute hat, die nur für Mittelwände zuständig sind, na dann.....
    Ich kann nur von uns reden. Wir sind zu zweit und haben das auch weiterhin vor. Nach der Saison ist man froh noch gerade aus gucken zu können und dann kommen die Weihnachtsvorbereitungen. Ist halt ne Frage von:
    Wo will man hin.
    Da kann jeder nur für sich reden.


    Gruß Sanni

  • Ich kann nur von uns reden. Wir sind zu zweit und haben das auch weiterhin vor. Nach der Saison ist man froh noch gerade aus gucken zu können und dann kommen die Weihnachtsvorbereitungen. Ist halt ne Frage von:
    Wo will man hin.


    Ich bin allein und hab schlicht den Platz und die Mittel nicht, mir da jetzt 'ne Anlage hinzustellen. Und wenn die da stehen sollte, dann muß die auch laufen, nicht bloß die drei Tage im Jahr bis mein Wachs durch ist. Aber ich will imkern, nicht als Wachsumarbeiter arbeiten. Und selbst wenn, dann wäre ich halt der Wachsumarbeiter und das System wäre das gleiche wie jetzt, nur mit vertauschten Rollen. Ich blute jetzt schon aus den Augen, da werd ich mich die langen Wintertage hinstellen und im Keller MW um MW gießen o_O


    - Könginnenvermehrung (nee, Zucht!)
    - Wachsernte u. Umarbeitung
    - Honig
    - Vermarktung (HP pflegen, Endkunden und Wiederverkäufer pampern, Märkte beschicken, Weihnachtsgeschäft)
    - Büro
    -
    -
    -
    -
    Leben. (Ach, keiner mehr da? Da kann ich ja noch mehr Zeit in die Imkerei stecken).


    Das sagt sich alles so leicht, 'da muß man eben xy selber machen'. Geht nicht, zumindest ich kann's nicht. Wenn jemand das drauf hat, das alles und selber noch sein Brot backen (was da alls drin ist!?) und geichzeitig noch auf FB seinen letzten Fallschirmsprung dokumentiert.... ich nicht. Ich halte das auch für ungut, da jetzt 'ne Querfront aufzumachen, wer dies und das machen muß um ein guter Imker zu sein, ich denke der Imkereibedarf verdient an uns Imkern mehr als auskömmlich und den darf man dann auch mal fordern! Die sind jetzt in der Pflicht! Die sollen sich jetzt überlegen, was sie tun können, um sowas einzufangen. Ich finde nicht der Versuch die Imker zu betrügen ist der Skandal, sondern das Fehlen jeglicher Instrumente, das zu unterbinden. Ich erkenne da (glaube zu erkennen) eine ungute Mischung aus Naivität, Vorsatz (kriminelle Energie) und Gleichgültigkeit (und aktuell echte & gespielte Überraschung). Und das hat auch eine emotionale Komponente, ich fühl mich so dermaßen hilflos, mit dem Rücken zur Wand, das ***** mich alles so an, und das dann Faden um Faden mit der Thematik geschlossen wird macht es auch nicht besser.


    Aber da hat Sanni natürlich Recht:


    Zitat

    Da kann jeder nur für sich reden.


    Frustrierte Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Bin allein mit rrund 40 Bienenvölkern und habe seit Jahren Naturbau und gieße die Anfangsstreifen selbst. Ich brauche ja nicht so viele MW zu gießen, eine MW gibt 5 Streifen. Wenn die MW noch warm sind, lassen sie sich gut schneiden.
    Klar sind da die Händler und Umarbeiter in der Pflicht. Aber die Imker sind auf die angewiesen, müssen also abnehmen was im Angebot ist.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Bin allein mit rrund 40 Bienenvölkern und habe seit Jahren Naturbau und gieße die Anfangsstreifen selbst. Ich brauche ja nicht so viele MW zu gießen, eine MW gibt 5 Streifen. Wenn die MW noch warm sind, lassen sie sich gut schneiden.


    So isses! Ich mit meinen 20 lebe in der Regel von weniger als 4 kg Mittelwänden im Jahr weil eben auch viele Anfangsstreifen (und die DN 1,5er geben viiiiiele Anfangsstreifen wenn man nur so 2 cm braucht...).


    Aber ich kann mir halt auch nicht vorstellen wie es mit 10x mehr Völkern wäre...stelle es mir aber schrecklich anstrengend vor. Womöglich würde ich mich mit gleichgesinnten Berufsimkern zusammentun und ein Qualitätssiegel kreiieren und eine eigene, kleine Wachsumarbeitung mit integrierter Qualitätskontrolle durch Laboruntersuchungen aufbauen. Irgendwer hat bestimmt einen Platz dafür, Maschinenen anschaffen und los geht's. So eine Art Genossenschaft und die Kosten kommen auf den Honig drauf. Dafür garantiert "P"-frei:


    Schätze mal, das würde viel mehr Druck aufbauen denn dann werden die Konsumenten plötzlich wach. Jeder Sch... wird kontrolliert, OS darf man nicht verdampfen, Honiggläser bitte spülen und ja keine Geschirrtuchfusseln und bitte nur schön AS us.vet. aber Mittelwände, sozusagen die Honig-Verpackung, dürfen weiss-der-Himmel-was enthalten?


    Nur so eine Idee...vielleicht auch mal ein Thema für den DBIB, der hat ja mehr Biss während der DIB wohl schlechte Presse fürs Honigglas fürchtet...und die Bio-Imker machen ja nun schon lange auf eigenen Kreislauf. Da ist das Interesse wohl gering.


    Melanie

  • Na gut, ich kann mir auch die Schuhbänder von einem Bediensteten binden lassen!


    Aber sicher doch - kann jeder selber entscheiden, was er tun will/kann und was nicht.


    Wir sollten hier nicht streiten, eher zusammenhalten und uns überlegen, was in Zukunft zu tun ist.


    Ich hatte schon knapp unter 150 Völkern im Nebenbetrieb und machte alles selbst, außer Stockmeissel, Smoker, Draht und Nagel!


    Irgendwo hört der Spass auf, selbstverständlich.


    Nur wie wollt Ihr weitermachen?


    Ihr habts ja gehört: Der Dreck lässt sich nicht rauszaubern!


    Also, entweder verdünnen wir die "Schoße" mit mehr Naturwachs - oder wir reichern sie weiter an mit Paraffin, Stäerin und was weiß der Teufel noch!


    Sucht es Euch aus!


    Oder findet bessere Wege!


    Griass Simmerl

  • Also das mit dem Schuhbinden...naja!
    Ich hab keine Ahnung wie deine Rahmenbedingungen zu Hause sind, meine lassen eine eigene Wachsverarbeitung nicht zu. Zumal wir zu 100% auf neuen Wabenbau setzen jährlich.
    Wenn alles so einfach wäre, hättest du ja deine knapp 150 noch, oder sogar schon mehr!?
    Ich habe 300 kg umarbeiten lassen für knapp 500 Euro.
    Plus Analyse komme ich auf knapp 700. Mach ich die sogar doppelt bin ich bei 900.
    Dafür kann sich keiner hinstellen und 50 h gießen oder sich eine automatische Walze für 10 tsd. kaufen, die übrigens auch bedient werden will.
    Was ist moralisch verwerflich am Umarbeiten ?
    Der Imker hat nichts falsch gemacht, keiner von den 70% der Umfrage hier.


    Gruß Sanni

  • Hallo Sanni, ich habe einen Umarbeiter gefunden, der ist nur 20 km von meiner Arbeit weg und macht es privat. Ich glaube kaum, dass so ein kleinst Umarbeiter große Panschversuche unternimmt. Ein wenig vertrauen muss man natürlich haben, aber das ist ja bei allem der Fall. Der Preis ist etwas höher als der Aulendorfer. Ich werde es einfach dieses Jahr mal versuchen.
    Selbst gießen ist auch für mich keine Alternative.
    Bis bald
    Marcus

  • Aber sicher doch - kann jeder selber entscheiden, was er tun will/kann und was nicht.


    Jein, es würde vllt. jeder, wenn er auch so könnte - aber egal, das sind Feinheiten. In der Sache bleibts gleich. Die entscheidendere Frage erscheint mir, was die Verbände und Institute dazu sagen und was sie dagegen tun werden? Ich sage es mal so:
    Wenn man weiß, was man in den Einkaufskorb legt, kann man auch schon selbst entscheiden - denn nicht jeder kann oder will alles selbst machen. Muss auch niemand können, dafür gibt es Fachleute, aber die müssen ehrlich sein und nicht nur ihre $$$ und €€€ vor Augen haben. Hersteller/Anbieter müssen offenbar nicht dieselben Vorschriften um Lebensmittel herum einhalten, wie wir (Groß- und Kleinimker). Da muss viel dringender etwas passieren. Wir am Ende können nur den bequemen oder unbequemen Weg gehen. Wir können uns nicht auf Hersteller und Händler verlassen - wobei Händler ja noch über uns in der Kette stehen.


    Im Zweifel werden dieselben Literatur-Quellen als Ausrede oder Rechtfertigung auf den Tisch gelegt, die hier im Forum verlinkt, bzw. genannt wurden. Dann heißt es "was stellt ihr euch an, Ihr jammert auf hohem Niveau, weil diese Methode schon seit 120 Jahren bekannt ist und praktiziert wird - was Ihr im Übrigen selbst dokumentiert habt". So sind die raus aus der Nummer und der schwarzue Peter bleibt wo? Bei uns am Ende der Hierarchie.


    Zitat


    Nur wie wollt Ihr weitermachen?
    ...
    Oder findet bessere Wege!


    Ich gehöre zu den zweifelhaft Glücklichen, die sich ihre Zeit weitgehend frei einteilen können und nur eine einstelleig Völkerzahl besitzen. Daher kann ich anders entscheiden, als viele Andere hier. Und ich stehe gern an der Werkbank. Ich habe mir jetzt auch eine Walze aus Russland geordert, nachdem ich mit dem Forumiten Golem zwecks Rücksprache noch mal Kontakt aufgenommen hatte. Ist zwar vorerst relativ teuer, aber die wird ihr Geld recht schnell wieder reinwalzen, wenn sie das hält, was darüber berichtet wurde. Meine Presse, die ich vor Monaten angefangen hatte, werde ich trotzdem weiterbauen. Man muss ja auch weiterdenken.


    Gruß Andreas

  • Guten Morgen.


    Das Kind ist in den Brunnen gefallen. Wir haben ein immenses Wachsproblem.
    Ich finde es zunächst mal gut, eine Diskussion am Laufen zu halten, denn nur so lassen sich Strategien und Massnahmen finden, wie damit in Zukunft am besten umzugehen ist.
    Schade finde ich, dass vereinzelt Beiträge auftauchen, die in meinen Augen etwas herablassend rüberkommen.
    Ein jeder arbeitet an den Bienen, so gut es eben geht. Immer mit den besten Absichten (unterstelle ich jetzt einfach mal), und der eine oder andere hat da einfach sehr angenehme Voraussetzungen, die nicht auf die gesamte Imkerschaft zu übertragen sind.
    Einige von Euch sind da komfortabel aufgestellt, sei es an den Faktoren Zeit, Ausrüstung und/oder personeller Unterstützung.
    Das sollte aber nun nicht gerade dazu führen, sich an derlei Dingen zu verzetteln.
    Ich fände es zB hilfreich, die Saubermänner, die Ehrlichen im Geschäft, zu nennen, zu fördern. Soll heissen, denjenigen Wachsanbietern, die offen ihre Methoden und Herkünfte darlegen und die es begrüssen, wenn man als Imker dabei sein kann, die also grösstmögliche Transparenz ermöglichen, durch Mundpropaganda zu mehr Kundschaft zu verhelfen.
    Natürlich mag man sich momentan fragen, ob es solche Betriebe überhaupt gibt, aber daran glaube ich einfach.
    Dass hier im Forum sowohl Werbung wie auch unbewiesene Straftaten bzw Ordnungswidrigkeiten kein Thema sein dürfen, ist klar. Aber sich gegenseitig zu unterstützen und sich in Zukunft bewusster mit der Problematik auseinanderzusetzen, das dürfte doch gehen. Nötigenfalls eben der Austausch solcher Betriebe über PN.
    Vielleicht bekommen ja gerade solche Umarbeiter eine Chance, die versuchen, sich gegen die Grossen zu etablieren, mehr Regionalität wäre auch hier vielleicht die Lösung.
    Euch allen einen angenehmen Tag!
    LP
    Nachtrag:Die Geiz-ist-geil-Mentalität hat auch in diesem Bereich nichts verloren. Wir Anbieter und Käufer von Wachs in Personalunion sollten uns da auch klar drüber sein, dass wir ein sehr gutes Produkt zu angemessenen Preisen anbieten, müssen aber im Gegenzug auch bereit sein, adäquate Preise für Umarbeitung oder Fremdmittelwände zu bezahlen. Auch das wurde bereits geschrieben, aber vielleicht sollte man erst gar nicht über die Preise reden, die ein Umarbeiter verlangt, sondern die Seriosität als Hauptkriterium ansetzen. Der Preis sollte m.E. zweitrangig sein.

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von Landpomeranze () aus folgendem Grund: Nachtrag und RS

  • Hallo Sanni, ich habe einen Umarbeiter gefunden, der ist nur 20 km von meiner Arbeit weg und macht es privat. Ich glaube kaum, dass so ein kleinst Umarbeiter große Panschversuche unternimmt. Ein wenig vertrauen muss man natürlich haben, aber das ist ja bei allem der Fall.


    Das Problem ist ja, dass der eine Umarbeiter alleine nix ausrichten kann. Der verarbeitet angeliefertes Wachs und wenn er nicht jede Lieferung einzeln oder gesammelt beprobt und einschickt kann der für nix garantieren. Das würde nur funktionieren, wenn kein Anlieferer jemals anderweitig zukauft.


    Gruß
    Marion

    Gruß Marion


    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Das würde nur funktionieren, wenn kein Anlieferer jemals anderweitig zukauft.


    Wieso? Ich schick da 200kg Bienenwachs hin und bekomme 200kg MW wieder und es handelt sich um das gleiche Wachs wie vorher. Nicht 180kg, die mit 20kg Paraffin aufgefüttert wurden oder gar 200kg Vollsynthetisches. Also einfach das was vereinbart war. Schwer vorstellbar, das sich einfach jemand an eine Vereinbarung hält, aber ansich nicht unmöglich.


    Die Händler müssen sich in der Tat was einfallen lassen.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife