Wachsskandal - Umfrage

  • Ralf, das ist natürlich EINE von mehreren möglichen Lösungen. Dass ein Betrieb, der umarbeitet, auf gar keinen Fall Wachs ankaufen, geschweige denn ein Geschäft mit Mittelwänden aufziehen dürfte.
    Ganz klare Trennlinien ziehen. Wer umarbeitet, darf nicht handeln mit Wachs, sondern nur Dienstleister für Imker sein, die eins zu eins ihre Ware zurückerhalten. Es gäbe dann in so einem Betrieb auch gar keine Vorräte oder Kontakte nach China oder sonstwohin (Chemische Industrie?).
    Wie es dann die Betriebe lösen sollen mit der Reinheit, die MW an bedürftige, sprich kaufwillige Imker, verkaufen, wäre noch weiter zu diskutieren. Es scheint sich aber doch abzuzeichnen, dass die gesamte Imkerschaft mehr dazu übergehen sollte, sich von Fremdzukäufen unabhängig zu machen, das steht ausser Frage.

  • Sagt mal, wie hoch ist der Aufwand für den Wachsverarbeiter nach jeder Charge die gesamte Anlage zu reinigen, damit der nächste Kunde 100% sicher ist, auch nur sein Wachs wieder zurückbekommen?? Ich kann mir kaum vorstellen, dass dies so einfach ist ohne eine solche Anlage live gesehen zu haben...

  • Simmerl, genau das ist doch der springende Punkt! Auch fürs umarbeiten soll ein ehrlich arbeitender Mensch ordentlich bezahlt werden! Und was ist Dir denn Dein eigenes Wachs, unverfälscht und hochrein, wert??? Was wird derzeit für Biowachs bezahlt, was vielleicht gar keines ist?
    Das muss endlich aufhören mit dem Geiz.
    Und zum Problem der Kleinmengen, ein Ansatz ist doch, mit dem/den Imker(n) eventuell in einen gemeinsamen Topf zu werfen, die Du PERSÖNLICH kennst und auch ihrer Betriebsweise vertraust. Der Kreis sollte überschaubar bleiben, damit derjenige, der anfängt, die anderen zu betrügen, jederzeit ausfindig zu machen ist.
    Ich denke einfach, dass wir alle mit erheblich mehr Sorgfalt, Bedacht, Überlegung, nenn es, wie Du willst, daran gehen müssen. Die unschuldigen Jahre sind vorbei!
    Trotzdem glaube ich fest daran, dass ein jeder von uns auf Anhieb den einen oder anderen nennen kann, dem er vertraut. Warum nicht so eine Basis nutzen?
    Altwachs, das ausgeschieden werden soll, könnte in anderen Betrieben zum Ankauf angeboten werden. Was der Betrieb dann daraus macht, ist wieder anders zu regeln. Hier geht es mir erstmal nur darum, Mittelwände erstklassiger Güte zu bekommen, das ist nunmal Handelsgut Nummer eins für die Allgemeinheit der Imkerschaft. Einer von mehreren Lösungsvorschlägen. Bitte konstruktiv mehr davon- spinnen wir doch einfach mal rum, brainstorming erlaubt :u_idea_bulb02:

  • Ralf, das ist natürlich EINE von mehreren möglichen Lösungen. Dass ein Betrieb, der umarbeitet, auf gar keinen Fall Wachs ankaufen, geschweige denn ein Geschäft mit Mittelwänden aufziehen dürfte.


    Von mir aus kann der machen, was er will! Wenn es jemandem egal ist, was er bekommt, hauptsache billig und die Bienen fallen nicht tot von der Wabe, dann soll der paraffingestrecktes Wachs kaufen, solange & soviel er lustig ist. Wer meint, für 19€/Kg Biowachs aus Neuseeland zu kaufen, bitte. Geschenkt. Ich rede von seriösen Umarbeitern, die mein Wachs zu einen fairen Preis zu MW umarbeiten. Wenn der auch von der Imkerschaft das Wachs aufkauft, an anderen Tagen in einem großen Kessel zusammenschmilzt und da MW draus bastelt, ist das in meinen Augen kein grundsätzliches Problem, wenn man das so kommuniziert und von dem Kesselinhalt eine Probe zieht. Aber was wir brauchen sind Mechanismen, die verhindern das jede Wurst sich auf Kosten der Bienen eine goldene Nase verdienen und sich dann hinter einem undurchsichtigen Vertriebsnetz und grauen und blauen Neutralverpackungen verstecken kann. Diese ganzen Zertifikate sind doch das Papier nicht wert, auf das sie gedruckt werden, solange die nicht eindeutig einer Charge zuzuordnen sind.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • ... und von dem Kesselinhalt eine Probe zieht. Aber was wir brauchen sind Mechanismen, die verhindern das jede Wurst sich auf Kosten der Bienen eine goldene Nase verdienen und sich dann hinter einem undurchsichtigen Vertriebsnetz und grauen und blauen Neutralverpackungen verstecken kann.


    Die Option, mehrere Kleinimker sammeln und lassen gemeinsam bei einem Umarbeiter aus Altwachs MW machen ist in der jetzigen Situation immerhin pragmatisch. Jedoch fehlt es schon mal am Willen von Imkerkolleg(inn)en und dann ist wider nix.... Gleiches gilt für die eigene Umarbeitung - wer hat dafür schon Zeit (wenn ich im Ruhestand bin...) ?


    Zitat

    Diese ganzen Zertifikate sind doch das Papier nicht wert, auf das sie gedruckt werden, solange die nicht eindeutig einer Charge zuzuordnen sind.


    Genau hier muss man ansetzen. Jedes Paket MW muss einen Chargenhinweis tragen und die dazugehörige Analyse muss der Umarbeiter dem Händler zur Verfügung stellen, der ggf. diesen Nachweis zeigen kann. Es muss gewährleistet sein, aufgrund der Daten alles zurück zu verfolgen. Weiterhin ist es unabdingbar, eine unabhängige Stelle ("von Amts wegen") zu beauftragen, die Umarbeiter routinemäßig und in besonderen Fällen zu auditieren, um ggf. Proben zu ziehen und die Dokumentation der Umarbeitung zu prüfen und ggf. Maßnahmen zu verhängen. So etwas nennt man dann ein Qualitätsmanagement System. Natürlich kostet das Geld und bezahlen wird es, wie immer, der Kunde - so ist das eben. Dass ein Umarbeiter kein Wachs zukaufen darf, halte ich für illusorisch; denn wenn der nur als Serviceleister für Imker arbeiten sollte, wäre es nicht mehr zu bezahlen. Der Umarbeiter muss jedoch vor Einsatz von Fremdwachs dieses adäquat beproben und ebenfalls innerhalb des Umarbeitungsvorgangs sog. in Prozess Kontrollen machen und diese dokumentieren. Das geht schon - siehe Lebensmittelherstellung oder Arzneimittelherstellung.


    Aus den Verbandskreisen ist anscheinend nichts zu hören oder man duckt sich noch (... wird schon wieder aufhören...). Am WE beim LV auf einer Schulung mal nachgefragt - man "hat davon noch nichts gehört".


    Beste Grüße


    Rainer

    Anerkennen, was ist ! (Hellinger)

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  • Aus den Verbandskreisen ist anscheinend nichts zu hören oder man duckt sich noch (... wird schon wieder aufhören...). Am WE beim LV auf einer Schulung mal nachgefragt - man "hat davon noch nichts gehört".


    Beste Grüße


    Rainer


    Tja, die Verbände.... auch hier im Forum haben wir Mitglieder die diesen angehören und da will man es sogar hier Verschweigen.
    Der LVBI hatte letzte Woche einen Warnhinweis heraus gegeben wegen reinen Paraffin Mittelwänden... Was soll solch eine Warnung wenn sie doch den Verursacher bereits kennen und beim Namen nennen könnten, dann würden die Imker direkt wissen ob sie betroffen sind oder nicht...


    Da soll später keiner kommen und sagen wir haben nichts gewusst, wir haben die Gegenbeweise :cool:

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Tja, die Verbände.... auch hier im Forum haben wir Mitglieder die diesen angehören und da will man es sogar hier Verschweigen.


    Jetzt kommst Du auch noch mit Aluhut um die Ecke :)


    Klar gibt es Interessen, das Thema flach zu halten. Aber das findet hier nicht gesteuert statt, manche haben (verständlicherweise) Sorge, sich angreifbar zu machen, andere haben vielleicht nur vorauseilende Gehorsamsreflexe, dritte wiederum haben den Schuß noch immer nicht gehört. Aber ich glaube da kann man sich jetzt ganz entspannt zurücklehnen, der Zug ist auf dem Gleis und schon lange aus dem Bahnhof.


    Frage an die Admins: Kann man rein rechtlich hier die ganzen Zertifikate einstellen, die langsam eintrudeln und von Händler zu Händler synthetisches Wachs belegen? Da ist nix mehr mit Mutmaßung, das sind Fakten. Oder ist das tatsächlich nicht gewünscht? Ich kann mir nicht vorstellen, das es hier eine Linie gäbe, das Thema klein zu halten. Wenn doch, oder wenn es andere Gründe geben sollte, die unsereins mit Tunnelblick grade nicht mehr so richtig erkennen kann, dann bitte ich um eine kurze Erklärung. Es ist ja tatsächlich ein hochpolitisches Thema und in einem Klima gegenseitigen Mißtrauens ist es doppelt schwer, die nötige gemeinsame Linie zu finden.


    Nochmal, ich selber bin durch die Panscherei nicht (glaube ich zumindest) unmittelbar betroffen, muß aber natürlich für meine Imkeei darauf reagieren.


    Allerbeste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife


  • Frage an die Admins: Kann man rein rechtlich hier die ganzen Zertifikate einstellen, die langsam eintrudeln und von Händler zu Händler synthetisches Wachs belegen? Da ist nix mehr mit Mutmaßung, das sind Fakten.


    Hallo, dieser Frage schließe ich mich auch an. In FB sieht man ja schon einiges....
    Bis bald
    Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • JA, die aus Aluminium.Die in deutschland gefertigten Walzen sind, Moment, gleich fällts mir ein, ach ja auch aus Aluminium. Die Beschichtung der Walzen ist Lebensmitteltauglich. Ich habe hier einen Aktuellen Prüfbericht meines Wachses und es gibt absolut Keine negativen oder sonstige Rückstände.
    Nur weil es nicht aus DE ist sollte man nicht gleich alles verteufeln.

    Die Walze aus Weichmetall, die schön Metalle ans Wachs abgibt?

  • Was bringen Euch hier eingestellte Zertifikate die syntetisches Wachs in den Mittelwänden bestätigen?
    Es würde doch mehr bringen, wenn einer sagt: Hey, schickt mir alle die Zertifikate zu, und gemeinsam bereiten wir eine Sammeklage vor...


    Beste Grüße
    Hartmut

  • Hallo Hartmut,


    das würde auf jeden Fall schon mal vor einigen Chargen warnen.


    Es soll ja Händler geben die das Wachs jetzt noch schnell als Angebot versuchen unter die Leute zu bringen.


    Mit Analyse oder Zertifikat gibt es auch keine Mutmassung mehr, sondern klare Beweise.


    Da mag ich mir wirklich keinen Grund vorstellen, der dagegen spricht.


    Gruss Joachim

  • Hartmut,


    die erste Frage verstehe ich jetzt nicht so ganz. :eek:


    Sonst wird im Forum gerne gefordert "Roß und Reiter" zu nennen, bzw. keine Mutmaßungen oder Hörensagen zu verbreiten.
    Dokumente, die beweisen, daß es sich eben nicht nur um haltlose Verdächtigungen handelt, wären doch dann genau das Richtige.


    Die Sache mit der Sammelklage ist gar keine schlechte Idee, sollte aber idealerweise von jemandem, der mit der Juristerei Erfahrung hat, begleitet/unterstützt werden. Haben wir solche Leute hier im Forum?


    Gruß, Heike

    Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung, daß etwas anderes wichtiger ist als die Angst.
    (Ambrose Redmoon)

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  • Was bringen Euch hier eingestellte Zertifikate die syntetisches Wachs in den Mittelwänden bestätigen?
    Es würde doch mehr bringen, wenn einer sagt: Hey, schickt mir alle die Zertifikate zu, und gemeinsam bereiten wir eine Sammeklage vor...


    Beste Grüße
    Hartmut


    Hartmut, Sammelklage gegen 95% der deutschen Händler und Umarbeiter?
    Wir haben hier nicht Einen Verursacher sondern eine aktuell nicht abschätzbare Anzahl an Zwischenhändler, Umarbeiter und Umarbeiter

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit