Wachsskandal - Umfrage

  • Schwärme schlage ich generell nur auf Anfangsstreifen ein. Ist ein faszinierendes Schauspiel wie die großen Dadanträhmchen von diesen kleinen Wesen ausgebaut werden.


    Funktioniert Mitte Juli eine TBE mit Anfangsstreifen?

  • Ich bin weder Mod noch Admin und habe somit hier nichts zu bestimmen. Aber eine große BITTE habe ich:


    Laßt uns hier und im Nachbarfred "Synthetisches Bienenwachs" beim Thema bleiben, das ist echt zu wichtig um es ins OT abgleiten zu lassen.


    Ich danke Euch!



    Gruß, Heike

    Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung, daß etwas anderes wichtiger ist als die Angst.
    (Ambrose Redmoon)

  • Hallo,
    leider ist das "strecken" von Bienenwachs gar nicht so neu. Der Leiter eines renomierten Wachslabors wohnt bei mir im Dorf und hat
    mir diesbezüglich mal einige Illusionen genommen, er kennt den Weltmarkt für Bienenwachs seit über 40 Jahren.
    "Natürlich gibt es seriöse Wachsverarbeiter in Deutschland. Wer jedoch auf Nummer sicher gehen möchte, dem bleibt nur
    eine Wachsanalyse vom Rohwachs vor Umarbeitung und im Anschluss von den MW durchführen zu lassen. Dieses "Kontrollprüfung"
    im Rahmen des eigenen Qualitätmanagments auch umbedingt dem Umarbeiter vor Durchführung der Arbeiten kundtun........"
    so der Experte. Kosten liegen dafür komplett bei etwa 400,-€ inkl. USt. .
    Bei den Imkertagen 2016 in Soltau Anfang des Jahres habe ich einen Wachs-Workshop moderieren dürfen. Selbst für große
    Imkereien ist die Eigenwachsumarbeitung zu MW in den allerseltensten Fällen betriebswirtschaftlich sinvoll.


    LG
    Frank

  • Rein betriebswirtschaftlich rechnet sich das Umarbeiten quasi nie - das war ja im Soltauer Workshop ganz beeindruckend demonstriert. Aber es gibt ja noch eine andere Seite und das ist eben die Qualität - die ist eben nur bei der garantierten Eigenwachsumarbeitung gewährleistet. Nur macht sich das eben so nicht erkenntlich. Man müsste da halt eine Art "Gütesiegel" für haben; eben so ähnlich wie bei der Naturkosmetik wo man eben garantiert dass keine Erdölprodukte darin sind. Honigkunden müssten eben bereit sein, den Mehraufwand zu bezahlen und Berufsimker müssten das eben forcieren...halt nur etwas schwerig wenn so auf den ersten Blick nicht viel an Mehrwert rüber kommt.
    Da ist eben das Bio-Siegel griffiger, das hat halt schon so sein Profil...


    Melanie



  • Die schnelle und vor allem kostengünstige Untersuchung auf Paraffine ist nicht ganz einfach - erste Verfahren wurden etabliert aber das mach dann mal in Deinem eigenen Labor nach. Das kann ein Weilchen dauern bis das funktioniert...und vor allem warum, wenn weder Wachsaufbereiter noch Imker so richtig daran interessiert sind? Erst wenn die Immen nicht mehr schlüpfen oder die Waben zusammenbrechen ist das Krakeele groß...aber davor muss es eben hauptsächlich billig sein!


    Melanie

  • Traurige Berühmtheit hat Deutschland schon um 1910 herum gehabt, wenn es darum ging, Wachs für Mittelwände zu panschen. Zitat:


    "Combs made from foundation containing 25 to 50 per cent of adulterations of paraffine or ceresin are very liable to melt down in the hive in hot weather. Paraffine is ductile enough to make beautiful foundation, but does not stand the heat of the hive. Ceresin, on the other hand, while more closely allied to genuine beeswax in point of specific gravity and fusibility, is too tough and brittle, under some conditions, for bees to work. Work it? Yes, they will and construct combs; and in Germany we understand that considerable ceresin foundation has been and perhaps is being sold now;"
    aus: The ABC and XYZ of bee culture, Auflage 1910, Root


    Siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Ceresin

  • Hallo Radix,
    sicherlich geht die erste Überlegung da hin, sein Wachs nicht aus der Hand zu geben.
    Beim genaueren Betrachten wird es bei uns wohl in die Richtung gehen, Stammkunde im Labor zu werden.
    Naturbau kommt nicht in Frage und die eigene Herstellung muss in der Erwerbsimkerei zeitlich auch erstmal untergebracht werden.
    Zumal es ja auch ums Prinzip geht und ich der Meinung bin das wir Imker ein Recht darauf haben das Produkt auch sauber wieder zurück zu bekommen!!!
    Da muss eine Kontrolle her und zwar langfristig.


    Gruß Sanni

  • Traurige Berühmtheit hat Deutschland schon um 1910 herum gehabt, wenn es darum ging, Wachs für Mittelwände zu panschen:
    Siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Ceresin


    Ja. zum Beispiel auch in: J.M. Roth : Badische Imkerschule - Leifaden für den bienenwirtschaftlichen Unterricht und Handbuch der rationellen Bienenzucht, J.J. Reiffs Verlag (1894), pp. 308. Auf Seite 70: (der Autor verwendet durchweg den Ausdruck Kunstwaben für Mittelwände):


    "Kunstwaben aus reinem Wachse sind den mit Ceresin verfälschten vorzuziehen, wenn sie auch etwas teurer sind; denn die Bienen nehmen den Ausbau reiner Kunstwaben rascher in Angriff und führen ihn auch schneller zur Vollendung, als den verfälschter ... "


    und Huber-Bansbach: Die neue nützlichste Bienenzucht, 19. Auflage (1955). pp. 481. Auf Seite 358:


    Bei der Herstellung im großen (Hervorhebung von mir) mittels der Walzwerke wird leider oft gefälschtes Wachs (Erdwachs usw.) mit verwendet, wodurch dem Bienenzüchter arge Verlegenheiten bereitet werden können. Das Schlimmste aber ist, dass bei starker Fälschung der Neubau zusammensinkt. Gießt er sich aber die Mittelwände selbst, so weiß er sicher, dass nur echtes Wachs aus der eigenen Bienenzucht in die Waben kommt ... "


    Schön der Ausdruck "arge Verlegenheiten". Im Prinzip wurde alles schon gesagt, schon immer.


    Cheers,
    Baudus

    Und wieder ist Frühling / auf alte Torheiten / folgen neue Torheiten (Issa)