Bienenstichtherapie bei Arthrose

  • Hallo,


    mein Schwager kam heute schon auf mich zu mit der Frage ob man Bienengift "gewinnen" könne ohne die Biene zu töten. Da ich keine Antwort parat hatte hab ich nachgehakt um was es denn genau geht.
    Und zwar geht es um folgendes: Er plagt sich schon seit Ewigkeiten mit Gelenkarthose rum (vor allem im Knie). Gestern (oder am Wochenende?) hat er eine Reportage gesehen von einem Spezialisten in
    Spanien, der wohl Arthose mit Bienengift therapiert (allerdings nur ungern, da er nicht so gern Bienen dafür opfert. Daher auch die Eingangsfrage).


    Die eigentliche Frage jetzt wäre allerdings, ob hier jemand einen kennt der das auch in DE macht oder selbst schon Erfahrungen in der Richtung hat. Für Infos wäre ich echt dankbar, gerne auch per PN.


    MfG Max

  • Also ich kann nur für Sehnenscheidenentzündungen und Eigentherapie sprechen. Hatte mich letztes Jahr ewig damit herum geplagt, beide Ellenbogen (Tennisarm?) und Daumen machten mir das Leben schwer. Hab dann alle 1-2 Tage jeweils 2-3 Bienen genommen und entsprechend platziert wo der Schmerz war, bei nur einem Stich war kaum eine Reaktion zu vernehmen. Als Imker braucht man glaub ein paar mehr als ein nicht Dauergestochener. Hab dabei auch schön bemerkt, wie es tatsächlich in dem Schmerzhaften Bereich wärmer wurde und nachdem ich mich über Monate damit geplagt hatte, war es innerhalb einer Woche weg.


    Wenn dein Schwager also nicht irgendwelche Immunerkrankungen hat und die Behandlung über die Monate mit Flugbetrieb ausreicht, würde ich ihm erklären, wie alt eine normale Biene wird und Meisen/Hornissen und Co mehr in der Stunde wegfuttern wie er pro Woche für seine Therapie nutzen wird.

  • Hallo Markus, danke schonmal für die Rückmeldung!


    Also das mit den toten Bienen ist nicht das Problem. Er hat da keine moralischen bedenken, das war der Experte aus Spanien.


    MfG Max

  • Hallo Max,


    gut zur Selbstbehandlung ist Bienengiftsalbe- Apireven oder Apireumin. Bienengift wird durch leichte Stromreizung der Bienen gewonnen, die reflexartig durch ein engmaschiges Drahtgeflecht stechen. Das Gift wird aufgefangen, getrocknet und anschließend pulverisiert. In Kochsalzlösung gelöst, kann das Gift auch als Injektion verabreicht werden, eine Spritze ist für einen Nicht-Imker vielleicht angenehmer, als die Vorstellung, sich von Bienen direkt stechen zu lassen. Vorteil wäre auch, daß die Lösung standarisiert ist.

    'If you don't have a plan, you become part of somebody else's plan.'
    Terence McKenna

  • Hervorgerufen wurde/wird die Arthrose bei meinem Schwager übrigens von Arthritis. Sprich es gilt im idealfall diese zu therapieren.


    Edit: zumindest wenn ich das richtig verstanden habe, muss nochmal genauer nachhaken.

  • Meisen fressen Bienen??
    Also, an einem grösseren Bienenstand krabbeln fast immer ein paar alte/kranke Bienen herum, besonders morgens, die man gut für sowas nehmen könnte. Aber ich würde das auch nicht so dramatisch sehen, ein paar Flugbienen für die Therapie zu opfern, ein Bienenvolk ersetzt im Frühling-Herbst pro Tag 1-2000 Flugbienen, das ist ganz natürlich.
    Gruss, Jan

  • Im Fernsehen lief dieses Jahr eine Sendung über rumänische(?) Ärzte, die dort häufig und auf Rezept Patienten mit Bienengift behandeln. Die Bienen werden gefangen und dem Patienten auf die entsprechende Stelle platziert. 2-3 Stiche pro Woche über mehrere Wochen scheinen einigen der Befragten geholfen zu haben.


    Gesendet von meinem DARKNIGHT mit Tapatalk

  • Vorsicht mit Verallgemeinerung von Einzelfällen, die angeblich Linderung oder Heilung nach Bienenstichen verkünden. Rheumatische Arthritis ist eine immunologisch bedingte Überreaktion des Immunsystems, deren Ursache bis heute nur ungenügend verstanden wird. Erfolgreiche Behandlung erfolgt als Dauermedikation mit immundämpfenden Arzneimitteln, die lindern aber nicht heilen. Wenn der Wunsch zum Vater des Gedankens wird, bleibt die Objektivität auf der Strecke. Deshalb sind m. W. bisher auch keine Studienergebnisse bekannt, die einen signifikanten Erfolg der Apithetapie gg. die derzeit eingesetzten Mittel zeigen.


    Beste Grüße


    Rainer

  • Vorsicht mit Verallgemeinerung von Einzelfällen, die angeblich Linderung oder Heilung nach Bienenstichen verkünden. Rheumatische Arthritis ist eine immunologisch bedingte Überreaktion des Immunsystems, deren Ursache bis heute nur ungenügend verstanden wird. Erfolgreiche Behandlung erfolgt als Dauermedikation mit immundämpfenden Arzneimitteln, die lindern aber nicht heilen. Wenn der Wunsch zum Vater des Gedankens wird, bleibt die Objektivität auf der Strecke. Deshalb sind m. W. bisher auch keine Studienergebnisse bekannt, die einen signifikanten Erfolg der Apithetapie gg. die derzeit eingesetzten Mittel zeigen.


    Beste Grüße


    Rainer



    Ich stimme dir absolut zu! Bei meinem Schwager soll es auch keinesfalls um eine "Selbstmedikation im Eigenversuch" gehen. Priorität hat ganz klar das finden eines spezialisten, der sich damit auskennt. Und im Idealfall mitleidende die entsprechende Erfahrungen teilen können.


    Er ist einfach mitlerweile an einem Punkt angekommen, wo es speziell bei seinen Knien, nicht mehr um das ob sondern um ein wann beim Thema künstliche Kniegelenke geht. Mit dem Rollstuhl im höheren Alter hat er sich abgefunden, die Kniegelenke würde er sich gern ersparen. Beim Ostheopath war er schon, der hat unter anderem seine Ernährung komplett umgekrempelt, was eine gewisse Linderung gebracht hat. Jetzt hat er eben die Reportage im TV gesehen wo es um genau das Thema ging (Apitherapie bei Arthrose). Aber die Liste mit den Therapeuten hilft ihm da schonmal ein Stück weiter.


    MfG Max

  • Meisen fressen Bienen??


    Ja und leider auch gerne die mit dem langen Hintern. Hab ein Meisenpaar was wohl seine ganzen Jungen mit Bienen hochzieht und wenn diese dann flügge sind, kommen da meist so 7 Meisen und sitzen über, unter und neben den Beuten im Gebüsch und warten auf die leckeren Bienchen. Vor den Fluglöchern der Beuten sind sie eher nicht, aber dahinter oder darunter. Und wenn sich eine dahin verfliegt ist sie fällig. Gerade bei Begattungseinheiten sitzen sie sogar direkt daneben und warten auf ihren Snack. Konnte schon mehrfach sehen, wie heimkehrende Königinnen eine willkommene Beute waren.


    Auf meinen Beutendeckeln gibt es immer Schlachtfelder, das Gebüsch hinter den Beuten hängt in etwa 2 m über die Beuten und da hocken dann die Meisen und zerlegen ihre Beute oder die Hornissen. Flügel, Kopf und Hinterteil werden dann artig fallen gelassen und der Brustkorb wird weggeschleppt.

  • Ich stimme dir absolut zu! Bei meinem Schwager soll es auch keinesfalls um eine "Selbstmedikation im Eigenversuch" gehen. Priorität hat ganz klar das finden eines spezialisten, der sich damit auskennt. Und im Idealfall mitleidende die entsprechende Erfahrungen teilen können.


    Er ist einfach mitlerweile an einem Punkt angekommen, wo es speziell bei seinen Knien, nicht mehr um das ob sondern um ein wann beim Thema künstliche Kniegelenke geht. Mit dem Rollstuhl im höheren Alter hat er sich abgefunden, die Kniegelenke würde er sich gern ersparen. Beim Ostheopath war er schon, der hat unter anderem seine Ernährung komplett umgekrempelt, was eine gewisse Linderung gebracht hat. Jetzt hat er eben die Reportage im TV gesehen wo es um genau das Thema ging (Apitherapie bei Arthrose). Aber die Liste mit den Therapeuten hilft ihm da schonmal ein Stück weiter.


    MfG Max


    Dein Schwager ist sicher ein erwachsener Mensch, der die Verantwortung für sein Leben und eine Selbstmedikation übernehmen kann. In Deutschland kann er wahrscheinlich lange suchen bis er einen Arzt Findet der mit Bienengift behandelt. Im ehemaligen "Ostblock" gibt es dazu mehr fundiertes Wissen und Ärzte die das praktizieren. Ich bezweifele auch, dass man das Bienengift irgendwie gewinnen kann ohne die Biene zu schädigen. Außerdem wozu der Aufwand? Die Bienen bringen schon neben der Medizin auch die richtigen Spritzen mit :-)


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  • Dein Schwager ist sicher ein erwachsener Mensch, der die Verantwortung für sein Leben und eine Selbstmedikation übernehmen kann. In Deutschland kann er wahrscheinlich lange suchen bis er einen Arzt Findet der mit Bienengift behandelt. Im ehemaligen "Ostblock" gibt es dazu mehr fundiertes Wissen und Ärzte die das praktizieren. Ich bezweifele auch, dass man das Bienengift irgendwie gewinnen kann ohne die Biene zu schädigen. Außerdem wozu der Aufwand? Die Bienen bringen schon neben der Medizin auch die richtigen Spritzen mit :-)


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    Das gewinnen ohne die Biene zu Töten geht schon. Das wichtige hierbei ist das der Stachel nicht entfernt wird. Darum wird z.B. ein Siebgitter für die extraktion benutzt. Da ist die Wahrscheinlichkeit das sich die Wiederhaken verfangen geringer. Das selbe tritt z.B. bei Chitinpanzern auf. Menschliche Haut dagegen ist elastisch und da greifen die Wiederhaken,