Varoa trotzdem behandeln, danke für eure Meinung

  • Hallo!
    Neuimker im 2. Jahr. Im letzten Jahr mit 4 Wirtschftsvölkern kaum Varoen. 5 bis 10 gefallen in 4 Tagen. Behandlung mit Nassenheider und Ameisensäure. 2. Windel keine Varoen. Erste Ameisenbehandlung war ein Schock für mich. Habe einmal über einer Beute Luft geholt. Diese Behandlung ist für mich eine Vergewaltigung der Bienen, aber wohl notwendig.
    Dieses Jahr habe ich als Alternative Brutentnahme mit Drohnenfangwabe gewählt. Weisel sind sofort wieder in Brutablage gegangen. Nach Ca 3 Wochen Windel 4Tage eingeschoben. Ergebnis: Bei 5 Wirtschaftsvölkern , ein Volk 2 Varoen, die anderen 4 ohne Befall. 2 Sammelbrut- Ableger ohne Belall., ohne irgendeine Behandlung
    Jupp, kenne Varoen, nichts, trotz Sicherheirtssuche mit Lupe.
    Werde demnächst wieder die Windel einschieben.
    Nun meine Frage : Bei uns im Imkerverein ist man trotzdem der Meinung eine Varoenbehandlung mit Ameisensäure sollte ich durchführen. Nur bei dem Gedanken sträuben sich meine Nackenhaare.
    Dazu bitte eure Fach- Meinung.
    Meine ungenügenden Fachausdrücke bitte ich zu entschuldigen.
    Gute Nacht und tschüss ingemaus

  • Ich würde die Behandlung auch vom Befall abhängig machen. Was mich wundert ist dass keine Varroen in Brutableger. Puderzuckerprobe oder evtl. CO2 kann Dir da zusätzliche Sicherheit geben.
    Karl

    Etwa 10 Völker auf Dadant an etwa 3 Standorten. "Bienenrasse":roll:: was sich bei Nachbarimkern so bewährt hat.

  • Hallo Inge,


    falls dir die AS ein Graus ist, schau mal hier im Forum nach OS Verdampfen.
    Um einen genauen Befall zu ermitteln, brauchst du zwangsläufig die Puderzucker oder CO2 Methode.
    Ich kann dir nur sagen, das ich Völker am Stand habe, die eine TBE bekommen haben und dennoch ganz schön Milben fallen.
    Wer jetzt "schlampert" dem fliegen im Herbst die Varroen um die Ohren.

  • Bitte zu bedenken, dass OS auch nicht OHNE ist, dass es für den Menschen gefährlich sein könnte mit den Dämpfen in Kontakt zu kommen.
    Ich will auch schreiben, dass ich bei meinen Völkern noch nie OS angewendet habe - und es überleben trotzdem alle und kommen über den Winter.
    Es soll aber jeder nach seinem System glücklich werden oder die Bienen mit chitinpanzerangreifendem Mittel begassen.
    Stellt sich die Frage: was schädigt weniger? AS oder OS.
    Gruß Einstein

  • Eine ganz andere Alternative wäre eine Behandlung mit Puderzucker bzw. Bienenhilfe.
    Da kannst du zumindest erkennen, ob es überhaupt Milben in den Völkern gibt.
    Ansonsten geht nur CO2 (hab ich noch nicht gemacht) oder mit Puderzucker den Milbenbefall relativ genau bestimmen.
    Ähnlich der Ox-Methode verklebt der Puderzucker (siehe Bienenhilfe) die Füßchen der Milben, sodass sie sich nicht mehr auf den Bienen halten können.
    Mit Bienenhilfe hab ich die letzten 2 Jahre noch im Oktober/November meine Problem-Völker "behandelt", zumindest die Milbenzahl noch versucht auf ein gesundes Minimum zu drücken.
    Unbehandelt würde ich meine Völker nur lassen, wenn ich mir 100% sicher wäre, dass es keine Milben im Volk gibt.

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • dass OS auch nicht OHNE ist, dass es für den Menschen gefährlich sein könnte mit den Dämpfen in Kontakt zu kommen.
    die Bienen mit chitinpanzerangreifendem Mittel begassen.


    Oh, oh, Einstein, Du solltest Dich erst einmal über Elementares informieren, bevor Du fälschlich Angst schürst. Bspw. die Dissertation von Dr. Gumpp zur Arbeitssicherheit bei OX-Sublimation:
    https://www.deutsche-digitale-…7YYVGBQ5CCO3AZ/full/1.pdf
    oder die Beobachtungen von IF Brüning:
    http://www.varroamilbe.ch/
    Deine Frage, ob AS oder OX weniger schädige, ist von der Wissenschaft längst zugunsten der OX beantwortet.

  • Brutentnahme mit Drohnenfangwabe gewählt. Weisel sind sofort wieder in Brutablage gegangen. Nach Ca 3 Wochen Windel 4Tage eingeschoben.


    Diese Variante der TBE kenne ich nicht. Wenn sie nur 1 x die Entnahme der gesamten Brut + dann eines Drohnenfangrahmens vorsieht, halte ich sie aber für unzureichend ohne zusätzliche Nachbehandlung. Wichtig ist auch die Frage des Zeitpunktes, besonders, was nach dem Rückgang des Brutgeschäftes (nach Sommersonnenwende) gegen die dann expotentiell ansteigende Milbenbefallsrate unternommen wurde - zu der Jahreszeit werden kaum noch oder keine DrohnenFangwaben mehr angelegt von weiselrichtigen, brutlos gemachten Völkern. Wie Du den Brutsammler saniert hast, bleibt unklar. Ebenso, wie Du die Reinvasion der Brutspender mit Varroen aus dem Brutsammler verhindert hast.
    Unabhängig davon: 3 Wochen nach totaler Brutentnahme und sofortiger Fortsetzung des Brutgeschäftes werden mindestens 80%, mglw. auch weit über 90% aller Varroen längst unter die neuen Brutzelldeckel geschlüpft und deshalb auf der Windel nicht sichtbar sein. Bereits ab Tag 6/7 nach den ersten neuen Stiften werden zumindest die geschlechtsreifen Varroen in die neuen Brutzellen abtauchen.

  • ... solltest Dich erst einmal über Elementares informieren, bevor Du fälschlich Angst schürst. Bspw. die Dissertation von Dr. Gumpp zur Arbeitssicherheit ... ob AS oder OS weniger schädige, ist von der Wissenschaft längst zugunsten der OS beantwortet.


    Dann sollte man aber auch nicht alles verallgemeinern und verharmlosen wenn es um OS geht!


    Werden alle Sicherheitsvorschriften bei der Anwendung beachtet, dann sollte die Gefährdung des Menschen bei allen gängigen Mitteln zur Varroabehandlung eigentlich minimal sein. Nur sollte man nie vergessen, dass wir hier über gefährliche Chemikalien reden und da schenken sich AS und OS, aber auch Thymol sehr wenig! Alle haben grundsätzlich ätzende Wirkung auf Augen, Atemwege, Haut usw. man muß sich ja nur die Gefahrenhinweise durchlesen.


    Wo sich diese Chemikalien aber grundsätzlich unterscheiden, das ist die, ich nenn es mal, "Langzeitgefährdung", die in oben genannter Dissertation überhaupt nicht betrachtet wurde! Aber auch in anderen Studien wurde lediglich das Rähmchenholz untersucht. Einen einfachen Abstrich oder Test mit Lackmuspapier hat hier wohl noch keiner gemacht!


    Ich persönlich bevorzuge aktuell eine Behandlung mit AS, weil ich hier das Risiko genau abschätzen kann.
    Ganz ungern, worauf ich am liebsten komplett verzichten würde, führ ich die Behandlung mit OS bei Bedarf durch.


    Die AS verdunstet bei der Anwendung restlos, ist also nur während der eigentlichen Dauer der Anwendung gefährlich.
    Die OS bring ich in die Beute ein und diese ist dann ebenfalls während der Dauer der Anwendung gefährlich. Aber danach, wann geht keine Gefährdung mehr davon aus?
    Die OS ist u.A. ein Kontaktgift, d.h. jedesmal wenn ich diese auf die Haut bekomme bin ich gefährdet!


    Die Gefährdung bleibt m.E. auch über mehrere Wochen vorhanden. Das mußte ich leider aus eigener Erfahrung schon lernen!
    Fleisig im Winter im Vorjahr mit OS behandelt und dann die Völker im Frühjahr teilweise durchgeschaut.
    Komisches Gefühl an den Fingern beim ziehen der Rähmchen, natürlich ohne Handschuhe, die Oberfläche fühlt sich teilweise etwas mehlig an.
    Nichts dabei gedacht, aber nach Tagen löste sich teilweise an Zeigefingern, Mittelfingern und Daumen die Haut.
    Nicht wirklich schlimm nur oberflächlich, aber wie stark wurde ich tatsächlich kontaminiert!?


    Wie oft verträgt mein Körper soetwas, muß ich jetzt immer mit Handschuhen imkern!?
    Ist das sonst noch niemandem passiert?


    Wie lange muß man wirklich warten bis absolut keine Gefahr mehr von OS ausgeht oder ist das in Wahrheit eben gar nie der Fall!


    Für mich ist hier längst noch nicht alles so klar und toll beantwortet und so ungefährlich mit der tollen Oxalsäure!


    Gruß Ulrich

    Eine hohe Rechenleistung des Imkers klärt so manches imkerliche Problem und spart manch unnötigen Eingriff :wink:

  • Um die Oxalsäure an den Rahmen würde brauchst du dir keine Sorgen machen, die Aufnahme durch die Haut ist weitaus geringer als wenn du nur einmal Rhababer im Jahr isst.
    Direkt nach dem Winter und nach der Ox Behandlung sind Handschuhe allerdings ratsam, einfach weil jetzt die Konzentration auf den Rähmchen hoch ist. Das legt sich aber im Betrieb schnell.