Käfig für Brutstop

  • Sipa habe ich keine Erfahrungen.


    Scalvini funktioniert gut.
    Habe mich dafür entschieden, weil die Königin in Eilage bleibt und keine Brut schlüpfen kann, weil kein Platz dafür ist.
    So werden die Zellen immer wieder ausgeräumt und keine Zellen nachgezogen.
    War skeptisch, aber die Italiener schwören darauf!
    :daumen:


    Ich habe hier nochmal eine Frage: können die Bienen rein zur Königin?


    Und wenn nein, sollen dann Begleitbienen und Futter mit rein, gibt es da eine ausführliche Anleitung? Irgendwer muss ja füttern und vor allem ausräumen wenn ich das richtig verstehe.


    Und wenn man das Ganze als Zusetzkäfig nutzen will dann dürfen eigentlich ja keine Bienen durchs Gitter kommen. Wird ja auch als Zusetzkäfig verkauft. Das passt aber dann nicht so richtig zur Brutstoppfunktion es sei denn da kommen wirklich keine Bienen durch und man muss die Begleitbienen mit dazu geben.


    kannst du da ein bisschen Licht ins Dunkel bringen bitte?

  • Hallo !


    Licht ins Dunkle:


    Bienen können da rein in den Scalvinicage wie auch in den Sipa.
    Zum Zusetzen NICHT geeignet, das ist ein Schmarrn.


    UND:


    Der Trick ist, dass die Königin weiter stiften kann und auch die Brut angezogen wird, sogar teilweise verdeckelt, aber dann wieder ausgeräumt, weil die Höhe nicht stimmt und die Jungbiene sich nicht entwickeln kann. Königin legt weiter ist weiter attraktiv und es wird nicht umgeweiselt oder nachgeschafft. Das ist entscheidend.


    Der Käfig kann auch aufgesetzt werden auf die Wabe, wenn man die Zellen bis auf die zurück abkratzt. Das ist aber suboptimal.


    Optimal ist das einpassen in die Wabe.


    Und noch eine Anmerkung für den Remsi:


    Dieses Hochsetzen ist wirklich nicht so toll. Diese Nachschaffung ist damit vorprogrammiert.
    Ich habe die Königin in der untersten Zarge gehabt und darüber 5 Zanderzargen mit Brut und Futter bis diese ausgelaufen sind.
    Keine Nachschaffung und gut ists!
    Das ist der Effekt wegen der dauernden Eilage der Königin, der Pheromongehalt in der Stockluft stimmt. Und wenn die Königin unten ist, dann zieht der Duft hoch und hält die Mädels ab vom nachschaffen?


    Sipa und Großkäfige nehme ich, wenn ich die Varroas mit der Wabe entnehmen will und einschmelze. Das ganze mehrmals und die Milbenlast ist weg bzw. die "Spitzenbelastung" gebrochen. Scalvini nehme ich, wenn ich behandeln will mit OS oder was anderem (?).


    Ich wollte aber Milben auf den Völkern für mein VSH-Programm zur Milbenernte.
    Dafür super geeignet!


    Weitere Möglichkeit, wenn es darum geht die Königin zu käfigen:


    Du nimmst ein Absperrgitter und bringst dieses auf ein 1 cm breites Rähmchen beidseitig auf. Und dann ab damit zwischen zwei Brutwaben mitten im Wintersitz.
    Es gibt Imker, die Käfigen damit die Königin bei Beginn des Winters rechtzeitig, um dann auf jeden Fall brutfrei um Weihnachten zu behandeln.
    Und dann lassen sie die Königin in diesem Groß-Käfig den Winter über, um bei Beginn des Spätwinters das Brutgeschäft aufnehmen zu lassen.


    Wird in Frankreich und Italien so praktiziert.
    Auch in Deutschland.
    Bei Gelegenheit gibt es dann auch mal ein Bild dazu...

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Wieso wollt ihr die Entwicklung des Bien in Ketten zwängen? Geht es nicht letzten Endes nur darum die Milben zu vernichten? Das kann man echt leichter haben! Totale Brutentnahme und jetzt auch noch Königinnen einsperren, damit sie nicht mehr legen können... irgendwas stimmt da nicht!
    :confused: Kruppi

  • War klar, dass irgendein "Bienenretter" auftritt.
    Nixy für ungut, aber:
    Lies einfach mal genau nach und dann kannste was erzählen.


    Ich wollte aber Milben auf den Völkern für mein VSH-Programm zur Milbenernte.
    Dafür super geeignet!


    Freundliche Frage:


    Machst Du aktiv etwas gegen die Varroamilben außer AS oder OS oder sonst was ins Volk zu kippen?
    :wink:


    Und was ist freundlicher zu den Bienen?


    Scalvinicage oder Ameisensäure?
    :confused:


    Darüber ließe sich jetzt vortrefflich diskutieren...
    :p_flower01:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Danke, Luffi!


    Wär ja auch zu schön gewesen wenn stimmen würde was Holtermann und Co so schreiben: Brutstopp und Zusetzkäfig.


    Aber trotzdem super hilfreich deine Infos. Ich hätte das Teil jetzt auch schon gerne zum Umweiseln meines Stechers gehabt, da müsste man dann keine NZ brechen, sondern nimmt die Kö dann ein bis zwei Tag vor Zusetzen der neuen raus und dann hab ich die auch hoffnungslos weisellos weil es ja keine Stifte und Maden mehr gibt.


    Noch eine Frage fällt mir ein: das könnte man ja dann eigentlich genauso wie die TBE zur Varroareduzierung zwei oder drei Wochen vor Trachtende machen, oder? Dann gibt es nach den letzten Maden nichts mehr für eine Brutpflege und die können nochmal ordentlich eintragen. Danach wird dann das brutfreie Volk behandelt. Oder?

  • Hallo Luffi,
    ich bin nur ein kleines Licht unter Bruder Adams Sonne. Ich habe auch nur die Ausführungen von Andreas Platzer, Fachberater für Bienenzucht aus Südtirol, wieder gegeben. Er vertrat die Erfahrung, dass die Könginnenverluste mit den kleinen Käfigen sehr hoch wären. Für mich ist das im Moment noch eine Sau, welche durch das Imkerforum getrieben wird. Warten wir mal ab, welche Erfahrungen bei der Versammlung von Buckfast Süd referiert werden. Leider sind viele Jünger von Adam nicht so ehrlich wie der Meister selbst. Anhänger anderen Couleurs mögen sich jetzt nicht die Hände reiben, sondern in den Spiegel schauen.
    Dass es zur Nachschaffung kommt, hat Platzer auch gesagt und ich nicht vergessen zu erwähnen. Bei all den Käfigen ist das auch nicht garantiert.
    In Frankreich wird das Käfigen mit Scalvini schon praktiziert. Hätte es bei Ickoalsac diese Woche mitnehmen sollen.
    http://www.icko-apiculture.com…?nosto=nosto-page-search1
    Jahrhunderte lang galt es in Imkerkreisen als wahr, dass eine länger gekäfigte Königin in der Legeleistung einen Schaden bekommt. Diese Erkenntnis habe ich auch schon mehrfach bezahlt. Die Königin mit dem lächerlichsten Ertrag dieses Jahr kam aus bestem Stall. Drei andere haben einfach das Legen eingestellt.
    Das Imkern gehört zu den wenigen Gebieten, bei welchen man virtuell schnell zu Ruhm und Ehre kommen kann. Man braucht nur genügend großspurig auftreten. Nehme das bitte nicht persönlich.
    Du erwähnst dein VHS-Programm. Ist das dein eigenes oder unseres?
    Ups, da fällt mir gerade ein, mein Enkel kann mir das Scalvini nächste Woche besorgen. Er kommt nächste Woche bei Icko vorbei und umweiseln muss ich ja auch noch. Es darf doch nicht sein, dass ich dumm sterbe.
    Ich frage mich zum Schluss, warum nicht gleich „Teilen und Behandeln“.Liegt es daran, dass dies von Liebig kommt. Die Königin wird auf jeden Fall nicht aus der Legetätigkeit genommen.
    Das Bannwabenverfahren hat sich schon vor 30 Jahren von Jenter nicht durchgesetzt.


    Wo ist die Funktion des edlen Teiles genau beschrieben?
    Lieben Gruß
    Herbert


    ps. Platzer war auch der Auffassung, dass man in Süditalien für so viele Kunstschwärme im Frühjahr gar nicht die Bienen hätte. Sie kämen wohl aus Ägypten. was die da wohl mitgebracht haben. Auch hätte die italienisch Imkerei nicht vor zwei Jahren nicht den Akazienhonigbedarf der Industrie decken können. da greife der italienische Honighändler gerne auf Ungarn zurück. Die konnten aber auch nicht liefern, weil die Chinesen auch keinen hatten.:lol:

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Lieber Remsi!


    Du brauchst Dein Licht nicht unter den Scheffel stellen. Man kann nicht alles wissen und Versuch macht klug. Wegen des VSH-Programms von Buckfast Bayern (Betreuung durch Arista) und Buckfast Süd (Betreuung durch Uni Hohenheim) war der Scalvinikäfig die Option, die man mir geraten hatte, damit die Bienen nicht abfliegen und das Pheromon der König im Stock haben. Dann bleiben auch die Milben mit drin und hauen nicht per Anhalter über die Flugbienen ab...


    Buckfast Süd hat dabei die Methode der Infizierung mit Varroamilben über Waben die man in ein stark befallenes Volk über mehrere Tage gehängt hat gewählt.


    Buckfast Bayern hat die Puderzuckermethode mit entfernen der Milben von stark varroamilbenparasitierten Völkern und Infizierung mit jeweils 100 Milben von einem Miniplus mit 5-6 Brutwaben gewählt.


    Ich hatte von Scalvinikäfigen auch nur von Hörensagen bisher davon gewusst. Zuletzt bei einem Besuch in Italien bei mehreren Großimkern. Insbesondere die Bioimker nehmen diese Käfige dort, um Brutstopp zu erreichen und um gegen die Varroamilbe behandeln zu können, ohne Amitraz oder was anderes chemisches zu nehmen.


    Ich hatte aber auch noch ein Volk, das ich mit 2 Streifen Beeboost ne Königin vorgegaugelt habe.


    Die Scalvinikäfig Methode hat funktioniert. Keine Nachschaffung und Umweiselungstendenzen, auch nicht nach 4 Wochen in diesem Käfig.
    Der Sammelbrutableger mit Beeboost hatte eine junge nahcgeschaffte Königin, die nach vier Wochen in Eilage war...


    Ob das jedes Mal so ist?


    Ich weiß es nicht und finde diese Dinger irgendwie nicht bienengemäß.
    Aber was macht man nicht alles für den Fortschritt für die natürliche Bekämpfung der Varroamilbe durch die Bienen selbst?

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)


  • Da hätte ich aber Bedenken - wenn die Queen gekäfigt ist, kann die Wintertraube doch nicht durch die Vorräte wandern. Wird es plötzlich sehr kalt, ziehen sie sich eng zusammen und verlieren womöglich den Futterkontakt anstatt dem Futter nach zu wandern.


    Erfahrungen/Bilder wären gut....



    Melanie

  • Hallo Luffi,


    der Referent in Weissach hat nicht davon berichtet, dass die Bienen mangels Platz die Brut ausfressen, so dass die Königin erneut legen kann. Es war somit jedem Imker klar, dass es zu Königinnenverlusten kommt. Ehrlich ich kann es auch noch nicht glauben. Ich werde noch dieses Jahr den Versuch machen und mein Imkermuseum erweitern. In meinem Hinterkopf ist immer noch die Erfahrung, dass Königinnen im Brutraum nicht überleben. Der Preis von diesem Ding ist schon unverschämt. Was man da an Teilen beim Nassenheider bekommt.:lol: In Sachen Überwinterung würde ich mich Melanie anschließen.

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Zitat

    Leider sind viele Jünger von Adam nicht so ehrlich wie der Meister selbst. Anhänger anderen Couleurs mögen sich jetzt nicht die Hände reiben, sondern in den Spiegel schauen.


    Mit dieser Aussage in #21 wollte ich nicht Luffi treffen. Ich halte ihn durchaus für einen kompetenten, auch selbstkritischen Imker, welcher keine Schaumschlägerei nötig hat.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Danke Herbert!


    Geht runter wie Öl...
    :liebe002:


    Zur "Belohnung" gibt es ein Bild wo man diesen Käfig im Einsatz (ohne Königin) sehen kann.


    Wichtig:


    Es ist Brut in allen Stadien sichtbar und man sieht auch, dass verdeckelt wird und auch wieder ausgeräumt.
    Deswegen bleibt die Königin in Eilage und interessant und wird nicht umgeweiselt.



    Das Bild ist vom Ralf Höling, einem der Teilnehmer am VSH-Zuchtprojekt Buckfast Bayern/Süd

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Nun ja, wie gesagt - auch ohne aktives Stiften bleibt die Königin offenbar interessant. Selbst die hinkende Queen haben sie klaglos über die 21 Tage Käfigung hin genommen und auch danach wollten sie nicht von ihr lassen obwohl es etwas länger dauerte eh sie mit der Stifterei wieder los legte.
    Fand das auch sehr überraschend und hatte es nicht erwartet.


    Melanie