Flugloch verkleinern... aber wie weit?

  • Mahlzeit,


    Ich habe gerade gefüttert, schön mit einem nagelneuen Trog... alle drei Völker je 5kg flüssig.


    Ich hab mal gelernt, man soll das auf jeden Fall das Flugloch verengen, und das hab ich getan auf das kleinste Loch.


    Letztes Jahr hab ich das auch gemacht, aber da wären meine Völker bei weitem nicht so stark gewesen. Nun bildet sich ein Stau wie bei am Irschenberg auf der A9. Totaler Flugverkehrsinfarkt...


    Kann man denn das Loch eine Nummer größer machen oder das Flugloch klein lassen oder gar ganz weglassen wenn man gefüttert hat?

  • Das kenn ich auch. Aber ich sehe kein großes Problem darin. Länger als ein paar Sekunden müssen die Mädels nicht warten, bevor sie durchs Nadelöhr können. Allerdings lege ich schon einigen Wert darauf, das Flugloch zu kontrollieren, ob überhaupt noch was geht. Die einzige Sorge die mich bei winterlich verengtem Flugloch plagt, ist die Gefahr, dass es durch Totenfall verstopft. Das dürfte aber jetzt im August noch kein großes Thema sein.

  • Also soll ich es wieder auf 2 cm verkleinern oder kann ich es eine Nummer größer lassen wir es ist?


    Ich hab den Keil gestern Abend noch gedreht damit das Flugloch eben ein wenig größer ist...

  • Voll geöffnete Fluglöcher halte ich zu dieser Jahreszeit übertrieben.
    Sollte dein Flugloch Keil zwei Größenvarianten haben, dann kann auch ruhig die Größere im Einsatz sein.
    Beim füttern würde ich auf jeden Fall die kleine wählen bzw mit Schaumstoffstreifen oder selbst gebastelten Keiler die Fluglöcher auf wenige Zentimeter auf einer Seite einengen.


    Gruß,
    Carsten

  • Hallo zusammen,


    eigentlich doch ganz einfach. Die Fluglochkeile kommen während der Trachzeit raus und den Rest vom Jahr rein.
    Also spätestens wenn die Honigräume aufgesetzt werden raus damit und frühestens wenn diese abgeräumt werden wieder rein.
    Dabei wird aber m.E. lediglich, wenn zwei Größen vorhanden sind, auf die grössere Stufe eingeengt.
    Das Flugloch sollte dann je nach Keil ca. zwischen 80x6mm und 120x6mm groß sein.
    Die kleinere Stufe ist nur zur Ablegerbildung gedacht!
    Eine zusätzliche Einengung zum Füttern bei normalen Völkern ist m.E nicht nötig.


    Gruß Ulrich

    Eine hohe Rechenleistung des Imkers klärt so manches imkerliche Problem und spart manch unnötigen Eingriff :wink:

  • Flugloch... Eine Unsitte der Neuzeit. Früher hatten die Körbe auch keine Scheunentore als Flugloch und es hat bestens funktioniert. Heutzutage muss sogar der Fluglochkeil raus weil...??? Warum denn überhaupt?
    Hab noch genügend Gitterböden die auf 38cm mit 1,5cm Flugloch versehen sind, seit letztem Jahr geh ich da aber wieder zurück und hab nur noch geschlossene Böden mit maximal 10cm x 9mm. Die großen Scheunentore sind ganzjährig mit Schaumstoffstreifen eingeengt und dennoch hatte ich dieses Jahr noch fast keinen Bienenbart am Flugloch.
    Gerade in Zeiten mit unsicheren Faktoren, wie z.B. der Kleine Beutenkäfer, muss man sich langsam aber sicher darauf vorbereiten und kann/darf nicht mehr einfach nur alles machen wie bisher.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Einmal, können die Bienen die Luft besser steuern, da ein Ventilator vor einem offenen Scheunentor gleich ist wie ein offener Boden mit ventilierenden Bienen am Flugloch. Da ist der Ventilator am gleich großen Fenster wirkungsvoller.


    Wärme/Kälteeinbrüche, Sonne, Wachsmotten und was auch immer werden nicht so schnell durch das Gitter gelassen. Der kleine Beutenkäfer kann sich darunter ansammeln und nachts geht es dann durchs Flugloch rein.


    Ablegerentwicklung ist bei wechselnden Temperaturen stabiler usw.


    Gemülldiagnose gibt es bei mir nicht. Ich schau mir die Bienen an, beobachte schlüpfende Bienen inspizier Drohnenwildbau. Erst Gestern hatte ich ein Volk um das es mir leid tut. Honigleistung und Stechfreude passen nicht zueinander. Da hier aber noch verdeckelte Drohnenbrut vorhanden war, hab ich mal kurz aufgemacht und nachgesehen. Da war keine Milbe. Die Königin wird nun doch erstmal noch im Mini geparkt.
    Völker die schon im Juli an der Varroa zusammen brechen, werden aufgelöst -als eine Art natürliche Selektion.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Welche Vorteile siehst du im geschlossenen Boden?
    Und wie führst du die Gemülldiagnose durch?


    Gemülldiagnose wird überbewertet. Offener Boden auch. Klingt immer so kernig, nach gesunder Abhärtung, aber ch bin Imker, nicht Turnvater Jahn :)


    Ich hab beides. Kann keinen Unterschied sehen, außer weniger Schimmel an Randwaben im Frühjahr bei den offenen Böden. Dafür ist die Frühjahrsentwicklung bei den geschlossenen besser. Aber die Fluglöcher hab ich im Sommer weit auf (völlig ohne Keil), jetzt sind Keile (8mm) drin. Weiter einengen tu ich nicht, das beste (und einzige) Mittel gegen Räuberei ist und bleibt starke Völker.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ich würde das Flugloch nur bei auftretender oder zu befürchtender Räuberei auf 2cm verengen.
    Ich hab die bisher noch gar nicht verkleinert, klappt auch, sollte ich aber machen, bevor es Probleme mit Räuberei, etc. gibt. Dieses Jahr sind die beim bzw. nach dem Füttern total entspannt.
    Vom Gefühl her sind 80-120mm als Flugloch ganz sinnvoll.


    Wo es in meinen Augen wichtig ist, das Flugloch schön klein zu halten, ist bei Ablegern, da die einem Ansturm eines Volkes def. nicht gewachsen sind. Da dürfen es dann auch gleich gerne nur noch 2-3cm sein.
    Ableger kommen bei mir aber auch immer (wenn geht) auf einen anderen Stand, wo die Vollvölker nicht gleich daneben sitzen.


    Ah, OK, da waren andere schneller.
    Ich bin für offene Böden, die man bei Bedarf verschließen kann, z.B. zur besseren Frühjahrsentwicklung. Und ich bin für Gemülldiagnose, weil man sonst zu wenig abschätzen kann (zumindest ich als Laie mit wenig Bienenerfahrung)

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

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  • Moinsen zusammen!


    Ich verenge mittlerweile am Abend beim Wiederaufsetzen der HR nach der Abschleuderung die Fluglöcher auf das meines Erachtens der Volksstärke angebrachtes Maß. Und zwar mit Schaumstoffstreifen: geht schnell rein, perfekt anpassbar und (!) von den Bienen mittels Zernagen individuell nachbearbeitbar, was die vom Bien gewünschte tatsächliche Fluglochbreite angeht. Daher mache ich`s mittlerweile lieber etwas enger als ich vermute das es nötig wäre und lass`es die Bienen nachjustieren.:wink:


    Erfreulicher Nebeneffekt ist eine recht entspannte Situation am Stande, da weniger Räubereiversuche zu beobachten und die Flulochwächter dementsprechend weniger gereizt sind.


    Den Vergleich zwischen offenen und geschlossenen Böden habe ich nicht.


    Gruß
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!