Synthetisches "Bienenwachs"

  • Das ist auch biowachs. Das ist ne andere Hausnummer


    Das wäre nicht ausgeschlossen, denn im ganzen Zertifizierungsvorgang ist nirgends eine Materialanalyse des Wachses vorgesehen. Es wird "nur" eine Rückstandsanalyse vorgenommen. Die könnte theoretisch bei SynWachs auch negativ, sprich ohne Rückstände ausfallen. Wahrscheinlich sogar sicher so.


    Gruß
    Reiner

  • Du hattest aber keine Probleme damit, oder?


    Gruß
    Reiner


    Bislang nicht. Allerdings habe ich diese Charge auch erst zum Erweitern nach dem Abschleudern eingesetzt und es sind aktuell Futterwaben geworden und noch nicht bebrütet worden.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿

  • Ich hatte vor einigen Jahren mal Biowachs gekauft, war wohl wirklich rückstandsfrei, nur war der Wachsanteil verschwindend gering.
    Hatte das Glück, von anderen Kollegen informiert zu werden, so daß es nicht in meine Völker kam. War aber zu 100% Glück, erkannt hätte ich es nicht.


    VG

  • Der Hinweis von Ceralyse, dass man sich beim MW-Kauf die Analysenergebnisse zeigen lassen soll, hat Konsequenzen: Da müsste der Umarbeiter in jedes Paket eine Analysezertifikat einlegen, das nicht gefälscht ist und die jeweilige Spezifikation mit Grenzwerten enthält !
    Rainer


    Ja, da habe ich wohl etwas gewagt bzw. blauäugig formuliert. Ich wollte ausdrücken, dass man im Zweifelsfall lieber ein Wachs kauft, bei dem mit einem Zertifikat belegt ist, das es nicht verunreinigt ist.
    Selbstverständlich wäre es nur schwerlich machbar, jedes verkaufte Gramm zu zertifizieren. Außerdem gibt es ja auch Bienenwachs, bei dem auf Grund der Herkunft schon fast ausgeschlossen werden kann, dass es mit Paraffin versetzt ist (z.B. Australien, Neuseeland, einige Länder Afrikas). Da würde ein Zertifikat nur den Preis in die Höhe treiben.
    Bei anderen Herkunftsländern sieht es anders aus (z.B. China). Da ist es eher selten, dass kein Paraffin im Bienenwachs ist.

  • JAußerdem gibt es ja auch Bienenwachs, bei dem auf Grund der Herkunft schon fast ausgeschlossen werden kann, dass es mit Paraffin versetzt ist (z.B. Australien, Neuseeland, einige Länder Afrikas).


    Das Rohwachs, ja. Aber dann in den MW? Grade wenn ich eine gewisse kriminelle Energie voraussetze, würde ich mir den Markt mit der dann größten Gewinnspanne vornehmen. Bio. Und je exotischer (auch preislich), desto besser. Es gibt ja augenscheinlich keine Mechanismen am Markt, die das unterbinden.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Servus beinand!


    CERALYSE ,


    besten Dank für Dein umfangreiches statement, das Licht in unser Wirrwarr bringt.


    Doch löst es gleich einige heikle Fragen aus:


    Ist Honig verkehrsfähig wenn er mit gepantschten Waben in Kontakt kam?


    Ist die Stearinsäure bzgl. Honig unbedenklich, Paraffin aber nicht?


    Kannst Du uns bzgl. der von Bernhard Heuvel angesprochenen Trennmittel bei der Mittelwandherstellung was sagen?


    Daß das gepanschte Wachs den Bienen nicht taugt, steht ja fest.


    Daß wir den Dreck nicht mehr rauskriegen, hast Du uns ja schon geflüstert.



    Doch jede Niederlage bietet auch eine neue Chance.


    Ich möchte jeden Imker dazu ermutigen, Naturwabenbau, zumindest im Brutraum zu praktizieren.


    Das verschmutzte Wachs muss raus aus den Völkern und kann containerweise nach China zurückverschifft werden!


    Wer in Zukunft Naturbau macht und seinen eigenen Wachskreislauf, der wird vielleicht ein wenig weniger Honig haben, was dem Preis nicht schadet,
    aber er wird sehr viel Wachs haben, sehr, sehr vieles und vor allem sehr "Sauberes"


    Griass Simmerl

  • Sorry- leider nicht rückstandsfrei - das gab das Budget damals nicht her.
    Und wir hatten zwischendurch auch mal zugekaufte AFB , und dann alles gnadenlos in die Verbrennung geschickt und von vorne angefangen....

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Das wäre nicht ausgeschlossen, denn im ganzen Zertifizierungsvorgang ist nirgends eine Materialanalyse des Wachses vorgesehen. Es wird "nur" eine Rückstandsanalyse vorgenommen. Die könnte theoretisch bei SynWachs auch negativ, sprich ohne Rückstände ausfallen. Wahrscheinlich sogar sicher so.


    Gruß
    Reiner


    Danke Reiner, genau so würde es sich bei meinem Wachs verhalten. Laut Wallner hat es nur allerminimalste Rückstände die gerade noch so nachweisbar sind -jedoch nicht von einem der bekannten Varroazide...
    Die Institute und Bio Kontrollstellen wissen glaub ich gaaaaaaaanz genau warum nur auf Rückstände gesucht wird und nicht nach der Zusammensetzung analysiert wird.


    Die Uhr tickt!

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Sorry- leider nicht rückstandsfrei - das gab das Budget damals nicht her.
    Und wir hatten zwischendurch auch mal zugekaufte AFB , und dann alles gnadenlos in die Verbrennung geschickt und von vorne angefangen....


    Schaaaaaade :cry:

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Hier an dieser Stelle möchte ich mich erstmal bei all den Zuschriften per PN, Facebook und wo auch immer bedanken.
    Ganz besonders auch an Baudus, solche Unterstützung und Hilfe ist mehr als Geld wert!


    Am Anfang dachten wir ja noch bei allen anderen ist die Welt in Ordnung.
    Mittlerweile kamen jedoch schon soviele Anfragen und Rückmeldungen, da wurde es mir schon etwas anders bei all den Betroffenen.
    Auch Anfragen zu vielen Umarbeitern waren zahlreich dabei und wurden nach bestem Wissen und Gewissen beantwortet -meist leider nicht im positiven.


    Die ersten Anzeigen laufen, das ein oder andere Bieneninstitut wacht nun auch langsam auf und auch die Lebensmittelüberwachung reagiert sehr schnell wenn sich diese mit Aulendorf in Verbindung setzt (welch komischer Zufall, dass dort auch direkt die Zentrale des Bösen ist ^^).


    Wir können aktuell behaupten, dass jeder, wirklich JEDER der nicht seit Jahren seine eigene Wachsstrecke hat, Paraffin gepanschtes Wachs in seinen Beuten hat. Jeder Zukauf bringt einem Paraffin in die Hütte und dabei kommt es nun auf die aufgekaufte Charge und die Mischungsfreudigkeit des Umarbeiters an, wieviel % man davon abbekommt.
    Solange hier von wildfremden menschen "Wachs" direkt von der LKW Ladefläche aufgekauft wird, ohne dies im Vorfeld zu analysieren, solange werden wir aus sämtlichen Ländern mit diesem Schrott versorgt und unsere Umarbeiter kaufen dies noch ohne darüber nachzudenken. Erst wenn dann der dumme Kunde Probleme hat und Anzeigen erstattet werden sie wach und können sich sowas gar nicht vorstellen.


    Den Umarbeitern die von den Kleinimkern 1-10 Kg im Tausch aufkaufen, denen kann man nicht mal wirklich einen Vorwurf machen. Wäre ja unbezahlbar jede einzelne Position prüfen zu lassen. Hier bleibt auch nur zu vertrauen und vielleicht von einer größeren Ansammlung eine Sammelprobe zu nehmen.


    Die andere Problematik mit dem "Chinawachs" ist aufgrund den absterbenden Larven eine andere Hausnummer.


    In beiden Fällen unterstelle ich mittlerweile den Umarbeitern ein vorsätzliches Handeln, ob nun beim Ankauf solcher Ware oder bei dem Beimischen sowiso.
    Wir nähern uns hier womöglich einem gewaltigen Skandal, Lebensmittel in Verbindung mit Paraffin (aus Erdöl gewonnen) oder einer Palmitin-Stearinmischung bei der man noch nicht sagen kann was da schief läuft.



    In allen Fällen liegt Betrug am Kunden vor. Besonders dann, wenn echtes und unverfälschtes Bienenwachs angeboten wird. Hier können wir nur jedem den Rat geben, geht zur Polizei und erstattet Anzeige. Eine Klärung unter 4 Augen bringt uns alle nicht weiter und hilft nur den schwarzen Schafen die dann munter weiter machen.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Die Institute und Bio Kontrollstellen wissen glaub ich gaaaaaaaanz genau warum nur auf Rückstände gesucht wird und nicht nach der Zusammensetzung analysiert wird.


    Aluhüte! Moderne Aluhüte! Wer hat noch nicht, wer will nochmal.... und am Schluß wird genau das rauskommen. Natürlich nicht bei allen, aber irgendwo müssen die Mengen ja hin sein. Weiß man eigentlich, wieviel Tonnen 'deutsches' Wachs den Kreislauf zur Weihnachszeit wiede verlassen? Gibt es noch andere nennenswerte Abflüsse?


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife