Synthetisches "Bienenwachs"

  • Hallo Markus!


    Ohne Beweise schwarz auf weiß würde ich hier auch nichts veröffentöichen.
    Vom Hörensagen kann ich Dir ein Lied singen.
    Also nur Zahlen und Fakten kann man beurteilen!
    Danke Dir trotzdem.
    Sicherlich sind wieder die üblichen Verdächtigen an Bord.
    Wundern würde es mich nicht!

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)


  • Ohne Beweise schwarz auf weiß würde ich hier auch nichts veröffentöichen.


    Sicherlich sind wieder die üblichen Verdächtigen an Bord.
    Wundern würde es mich nicht!


    So sieht es aus, der eine Fall betrifft mich ja persönlich und meine Beweislast ist mittlerweile so erdrückend, dass es vermutlich noch diese bzw. gleich Anfang nächste Woche zu einer Anzeige kommen wird.
    Wichtig ist nur, dass alle die ebenfalls eine Anzeige in Betracht ziehen, dann bei ihrer Anzeige auf die jeweiligen Aktenzeichen der anderen verweisen. So bekommt man einen Zusammenhang hin und schafft es, dass am Ende eine Staatsanwaltschaft die abschliessenden Ermittlungen übernimmt.



    Nicht nur die üblichen Verdächtigen sind an Board, aktuell hat wohl jeder Probleme die Nachfrage bedienen zu können und dazu noch genug Kohle zu machen.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • daß die Staatsanwälte den Ernst der Lage für uns Imker


    In Belgien geht man eher aus der Perspektive der Verbraucher an die Sache heran. Der Honig aus solchen Waben ist nicht verkehrsfähig und muß vernichtet werden. Imker sind dann nur Kollateralschaden. Wenn das Wachs nicht durch den Kohlenwasserstoffgehalt dedektiert werden kann, dann weiß niemand, wer und wieviele (und seit wann!) betroffen sind. Potentiell alle, die in den letzten Jahren Wachs zugekauft haben. Zertifikat hin oder her.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Nochmal zum besseren Verständnis, aktuell haben wir es mit 2 Problemen zu tun.


    1. Seit Jahren wird durch die Umarbeiter Paraffin beigemischt um die Masse zu erhöhen. Die gestiegene Nachfrage zum einen und die Gewinnmaximierung zum anderen sind hier die treibende Kraft des Bösen.
    Und hier wette ich mit jedem von euch, der nicht zwingend nur mit Entdeckelwachs und Naturbau seine eigene Wachsstrecke betreibt und noch im Wachskreislauf hängt, jeder wird Paraffin in seinem Wachs haben. Der eigene Wachskreislauf, behält ja im Kreislauf was er schon hat und es wird nur immer mehr verdünnt -sofern man nicht mal wieder zukauft.


    2. Hochkriminell geht es einher, wenn statt Bienenwachs ein augenscheinlich equivalentes Produkt als Bienenwachs angeboten wird. Hier sind den Umarbeiter wohl keine Grenzen in der phantasievollen Zusammensetzung ihrer Mittelwände bekannt. Manche jagen das zeug so durch wie sie es bekommen, andere mischen nochmal Paraffin dazu und die, die es besonders gut meinen, mischen noch einen Teil Bienenwachs mit hinein. Die die in Himmel kommen wollen, verwenden dazu sogar Rückstandsfreies Bienenwachs.
    Bei diesem Kunstprodukt kommt es nun in Verbindung mit einem weiteren eingesetzten Mittel in der Umarbeitung zu dem bekannten Problem mit dem Absterben der Larven.


    In beiden Fällen wird ein hochwertiges natürliches Produkt durch die Geldgier komplett versaut und dient in keinem Fall mehr zur Verpackung von Lebensmitteln.
    Bei den Umarbeitern kursieren irgendwelche Zahlen, nach denen bis zu 18% Paraffin beigemischt werden dürfen -wer denen sowas in die hohle Birne gesetzt hat ist sicherlich nicht mehr zurück verfolg bar.
    Allein wenn ich nach den Anforderungen von Bienenwachskerzen gehe, muss hierbei eine klare Angabe erfolgen, sobald Beimischungen vorliegen.


    :u_idea_bulb02:


    4.1.3 Bienenwachskerzen


    Die alleinige Bezeichnung Bienenwachskerze ist nur zulässig, wenn die Brennmasse der Kerze aus Bienenwachs ohne jegliche Beimischung besteht.


    Ist dem Bienenwachs Duftstoff und/oder Farbstoff beigemischt, so ist der Bezeichnung „Bienenwachskerze“ ein ausdrücklicher Hinweis auf diese Art der Beimischung hinzuzufügen.


    Hat die Brennmasse einen Anteil von Bienenwachs, z.B. 10 Gew.-%, oder ist die Kerze lediglich mit einer Bienenwachsschicht ummantelt, so kann dieser Bienenwachsanteil bzw. die Bienenwachsschicht angegeben werden.


    Die Art und Weise der Angabe darf jedoch keinen größeren Bienenwachsanteil vortäuschen, als in der Kerze tatsächlich enthalten ist. Es ist unzulässig, die Bezeichnung Bienenwachs in einer Weise zu verwenden, dass der Eindruck erweckt wird, als handele es sich um eine Bienenwachskerze gemäß Abschnitt 4.1.3.


    :u_idea_bulb02:


    Ich möchte hier mal allen vor Augen halten, unser Bienenwachs geht einher mit Lebensmitteln. Ob Honig oder Perga etc. ist dabei egal. In diesem Zusammenhang dient Bienenwachs als "Verpackung" im Honigraum und läuft somit nach meiner Definition als E901. In der Lebensmittelverordnung gibt es entsprechende Anforderungen an die Reinheit etc. Nachzulesen z.B. hier und die Definition von E901 findet man auch.
    Normal dürfte kein Honig aus gepanschtem Bienenwachs gleich welcher Art verkauft werden dürfen.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Bei den Umarbeitern kursieren irgendwelche Zahlen, nach denen bis zu 18% Paraffin beigemischt werden dürfen -wer denen sowas in die hohle Birne gesetzt hat ist sicherlich nicht mehr zurück verfolgbar.


    Die Kerzenindustrie hat sich selbstverpflichtet keine Kerzen als 'reines Bienenwachs' in den Handel zu bringen, deren Kohlenwasserstoffanteil > 18% ist. Bei Mittelwänden gilt ein Paraffinanteil < x% (x = je nach Hersteller) als unbedenklich, schwierig ist es bloß, ohne genaue Analyse (kostet Geld) abzuschätzen, wieviel Paraffin aus vorherigen Runden schon in der Mischung enthalten ist. So war das bisher. Jetzt das 'neue'(?) synthetische Wachs mit den gleichen Kennzahlen (bzl. der Kohlenwaserstoffe) wie richtiges Bienenwachs ist ein echter Game Changer. Das ist wohl auch nicht immer toxisch für Bienenlarven, nur in ganz bestimmten Fällen. Das ist einerseits gut, andererseits verschleiert es evtl. das Ausmaß der Panscherei.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ich wage mal zu behaupten, dass man in Groß Süstedt ziemlich viel zu tun bekommen wird, das Zeug im Auftrag wieder zu reinigen.

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • Richtig, einmal versaut, immer versaut!
    Wird mich 2-3 Jahre kosten bis ich wieder komplett auf Eigenwachs bin. Erstmal Honigräume nur noch mit Anfangsstreifen und jeden Winter abhobeln. Anders geht es nicht und kann und will ich meinen Bienen, Kunden und mir nicht zumuten.


    Erst kommt die Pest von außen in Form der PSM/Neonics und jetzt packen wir die Wurst direkt ins Brutnest. Wir fragen uns immer warum konnten Bienen früher ein vielfaches an Varroen aushalten und brechen heut mit 2-3000 Stück zusammen... Schwefel und Feuer über diese Bande, wie einst in Sodom und Gomorrha

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Lässt sich denn Bienenwachs vom Paraffin reinigen?


    Mit der entsprechenden Ausrüstung: Ja. Von kleinen Mini-Hökern, die zu Preisen anbieten, die nicht mal die Energiekosten abbilden: Nein.

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter