Synthetisches "Bienenwachs"


  • Dafür müssten sich aber Leute outen, die Verdächtige MW haben,


    Zuvor sollte man aber erst mal feststellen wieviel Imker selber Pressen und nix Zukaufen
    und wieviel immer welche kaufen oder umarbeiten lassen.


    Bei nur ca. 200 Antworten hätte man einen groben Überblick.


    Griass Simmerl

  • Leider muss ich dir enttäuschen, Ralf, hier haben wir das gleiche Problem.


    Tschüss, Wilfried.


    Hallo Wilfried,


    bitte informiere du uns hier mal was bei euch pupliziert wird. In Belgien wird dieses Wachs in Sammelstellen als verseuchtes Wachs entsorgt und der Honig läuft unter nicht verkehrsfähig.


    Es ist den belgischen Behörden bekannt, dass wohl über Belgien viel Wachs hereinkam und auch sehr viel nach Deutschland ging. Ich frag mich warum die Behörden sich nicht austauschen..... Allein unser aktuell am meisten betroffener Umarbeiter hat vermutlich in den nachweislich letzten 2 Jahren an die 100to verarbeitet und nun wollen mir die deutschen Imker erzählen, da hätte noch keiner was bemerkt? Hat denn hier jeder eine Bienenkiste und bestückt die nur mit Anfangsstreifen und dreht aus dem restlichen Kilo Mittelwände Kerzen?
    Wohin geht all der Honig aus solchen "Bienenwachsmittelwänden" auf denen nicht mal die Larven überleben? Ich hab direkt nach der Feststellung die Bremse gezogen und die diesjährige Ernte komplett im Lager versiegelt bis gesagt werden kann, was hier los ist.


    Ist hier dem ein oder anderen die Tragweite dieses Problems bewusst? Allein 100to Chinawachs, was uns nur von einem Umarbeiter bekannt ist...
    Wieviel Honigräume und wieviel Kilo Honig ergibt das? In Belgien als nicht verkehrsfähig eingestuft und in Deutschland nähern wir uns immer mehr dem nächsten Skandal der dann erstmal wieder alle betrifft.


    Ich kann nur hoffen, dass einige in sich gehen und sich darüber Gedanken machen, auf was für einem Pulverfass wir hier sitzen. Der Umarbeiter wird sicherlich Kudendaten im System gespeichert haben und danns teht irgendwann die Behörde auf der Matte oder man bekommt ein Anschreiben mit der Bitte um Abgabe des Honigs in der Müllverbrennungsanlage oder wo auch immer.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Ich habe mir Wachs mit Zertifikat gekauft. Da sitzen Verkäufer, der das Zertifikat ausstellen ließ und das ausstellende Institut in Deutschland. Momentan gehe ich aber davon aus, dass mein Wachs echt ist, weil es keine Probleme macht.


    Leider können wir nach neuesten Erkenntnissen nicht sagen, nur weil es keine Probleme macht ist es echt. Es spielen mehrere Faktoren zusammen und erst wenn diese alle zusammen treffen, dann kommt es zum sichtbaren Problem.
    Aktuell laufen hier die Versuche noch und erst wenn wir uns darüber sicher sind, was wir da haben und in welcher Konstellation es sich in einem Schadbild zeigt, werden wir weitere Details heraus geben können.


    Aktuell haben wir folgendes im Umlauf:


    1 Bienenwachs was mit bis zu 18% Paraffin gestreckt ist
    2 Bienenwachs gestreckt mit Chinawachs und bis zu 18% Paraffin
    3 Chinawachs mit evtl. minimalen Bienenwachsanteilen und vermutlich Paraffin
    4 Bienenwachs
    5 Bienenwachs aus Wachsumtausch indem alles andere oben stehende sein kann/dürfte.


    Am ungefährlichsten für die Larven ist aktuell Nr. 1, bei 2, 3 und 5 besteht die Gefahr und wir wissen noch nicht 100% was da passiert. Die Situation lässt sich nachstellen und ist daher sehr Besorgnis erregend.


    Solange es nur wenige interessiert, wird der ganze Schrott zwangsläufig in den Deutschen Wachskreislauf zurück gelangen und auf die Jahre gesehen versauen wir uns alle unser Wachs wenn die Umarbeiter weiterhin so wie bisher arbeiten. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Mich interessieren in diesem Zusammenhang u. a. zwei Fragen :
    1. Welche (toxischen) Stoffe können aus dem Wachs in den Honig übergehen.
    2. Gibt es beim DIB irgend welche Meinungen/Aktivitäten zu diesem Problem?
    Karl

    Etwa 10 Völker auf Dadant an etwa 3 Standorten. "Bienenrasse":roll:: was sich bei Nachbarimkern so bewährt hat.

  • Mich interessieren in diesem Zusammenhang u. a. zwei Fragen :
    1. Welche (toxischen) Stoffe können aus dem Wachs in den Honig übergehen.
    2. Gibt es beim DIB irgend welche Meinungen/Aktivitäten zu diesem Problem?
    Karl


    zu 1. genau daran wird noch gearbeitet. Aktuell sind die Einzelstoffe für sich genommen alle als sauber zu betrachten und nun, da die Institute nicht in die Gänge kommen und sich wohl alles lieber zutragen lassen um es dann als ihre Erkenntnis zu verkaufen, müssen wir schauen was da passiert.
    Aktuell warte ich noch das Bestiften der Eigenwachswaben ab, damit man belegen kann, es ist kein Problem der Bienen oder von PSM. Danach steht noch ein Versuch mit einer nachweislich betroffenen Wabe an und zudem müssten hier noch Analysen erfolgen.
    Eventuell haben wir eine Lösung die die Brutschädigung mit einfachsten Mitteln verhindern kann, ich glaub aber noch nicht so richtig daran und der Versuch steht noch aus, kann sich noch Tage/Wochen hinziehen, da ich dafür nicht noch weitere Völker opfern möchte.


    Allein letzten Juli hatte ich 30 Völker Mitte Juli aufgeteilt und 30 Ableger erstellt. Beide Teile bestanden aus je 3-4 Brutwaben mit Eigenwachs und wurden dann mit 6-7 Fremdwachsmittelwänden erweitert und aufgefüttert. Nach Kontrolle der Königinnen auf Eilage wurde nicht mehr weiter nachgeschaut, das Brutnest entwickelte sich zur Beutenmitte hin, weg von den ursprünglichen 3-4 Brutwaben am Rand, und es wurde aufgefüttert.
    Nach Urlaub im Oktober/November und Behandlung im Dezember waren 40 Beuten leer, die restlichen 20 waren nicht überlebensfähig und mussten zu 2 Einheiten zusammen geworfen werden. Davon hat ein Volk im Frühjahr eine Wabe mit beidseitig 30cm Bienenfläche besetzt und das andere 3 Waben.
    Das Brutbild der leeren Beuten sieht überall gleich aus, je älter solche Waben waren, umso besser wurde es, aber anscheinend werden auf sochen Waben keine Winterbienen erbrütet.


    2. Das Problem ist bei den Instituten und dem DIB bekannt. Sie mögen sich noch so als unwissend hinstellen, sobald man dazu an den richtigen Stellen nachfrägt ist das Problem schon weitreichend bekannt -jedoch geht man meist nur von Paraffin im Wachs aus.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Moin,


    hier tauchte einige Male die Bitte auf, von Wachsproblemen betroffene Imker mögen sich "outen". Mal davon abgesehen, daß ich persönlich den Begriff "outen" in dem Zusammenhang etwas fragwürdig finde (hört sich ja fast so an, als müsse man etwas beichten oder sich gar schämen) mache ich das dann mal:


    Bislang habe ich MW, bzw. Pastillen zum Kerzengießen gekauft und in geringen Mengen auch schon mal Eigenwachs im Tausch abgegeben. Seit Jahren ärgere ich mich über nach "Chemie" stinkendes Wachs, sowohl bei den MW, als auch bei den Pastillen. Die Pastillen lösten bei der Verarbeitung zu Kerzen bei mir Kopfschmerzen aus. Reaktion des Händlers bei der Beschwerde, bzw. Rücksendung der Pastillen: " Wir können keinen "Fremdgeruch" wahrnehmen, Sie sind wohl ein wenig zu empfindlich."
    Die MW stanken ebenfalls, waren auch bei niedrigen Temperaturen viel geschmeidiger als reines Bienenwachs und wurden von den Bienen z.T. nicht angerührt.
    Ich habe Lieferant um Lieferant ausprobiert, früher oder später überall das gleiche Problem.


    Nun weiß ich nicht, ob die Wachsprobleme der vergangenen Jahren dieselbe Ursache haben, wie die aktuellen Fälle. Ich hatte in der Vergangenheit auch schon mal mit der Fa. Ceralyse Kontakt aufgenommen (hatte auch im Forum darüber berichtet), die Kosten für eine Untersuchung lagen zu der Zeit bei ca. 200,-€.
    Leider zuviel für mich, um jeden Wachskauf untersuchen zu lassen.


    Nachfragen bei anderen Imkern, z.B. im Verein, ob sie ebenfalls Probleme haben, lösten in der Regel ahnungsloses Schulterzucken aus.
    Jetzt zeigt sich hier allerdings deutlich, daß ich mir diese Probleme nicht nur eingebildet habe.


    Daher habe ich heute morgen mal eine Mail an den DIB rausgeschickt, mit der Anfrage, ob und wie der DIB auf diese Problematik zu reagieren gedenkt. Eine Antwort steht natürlich noch aus. Bin sehr gespannt!


    Als Einzelkämpfer werden wir dieses Problem wohl kaum in den Griff bekommen, also müssen wir uns Gedanken machen, wie wir uns dagegen wehren können. Leider ist die einzige Idee, die ich bisher dazu habe: Ran an den DIB (ich seh´ euch grinsen...), wenn´s nur genug machen, muß er ja mal in Wallung kommen!


    Wer weitere oder bessere Ideen hat: immer her damit!


    Den Gedanken an "Zertifikate" halte ich für in der Praxis nicht durchführbar, bzw. nicht zweckmäßig. Was nützt mir ein Stück Papier, welches dem Wachs beiliegt? Wer garantiert mir denn, daß genau die MW, die ich gerade kaufe, aus dem Bestand kommen, der untersucht/zertifiziert wurde?
    Und wie beweise ich, daß die MW, die Probleme machen, bei genau dem Händler "XY" gekauft wurden?


    Gruß, Heike

    Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung, daß etwas anderes wichtiger ist als die Angst.
    (Ambrose Redmoon)

  • Mir hat mal ein Umarbeiter bei einem Vortrag gesagt, dass im Wachs für Kerzen auch bei der Bezeichnung "reines Bienenwachs" bis zu XX % (ich weiß es nicht mehr genau, es waren um die 20%) Fremdwachse, d.h. Nicht-bienenwachse dazu gemischt sein dürfen, ohne dass die Bezeichnung "reines Bienenwachs" deswegen falsch sei. 80% oder 100% gelten demnach beide als "reines" Bienenwachs!
    Alles reine Definitionssache, mit Menschenverstand darf man da also nicht ran gehen.


    Als Kerzenwachs angebotenes Wachs ist also sicher nicht mehr für Bienen geeignet.


    Vielleicht hat ja nur jemand im größeren Stil solches Wachs zum Umarbeiten in den diversen Bienenbedarfsläden zurückgegeben und jetzt kursiert es auch wieder im Bereich "Mittelwände für Bienen". Ob solches Kerzenwachs einem Umarbeiter auffallen kann? Keine Ahnung.


    Gruß
    hornet

  • Moin,


    hier tauchte einige Male die Bitte auf, von Wachsproblemen betroffene Imker mögen sich "outen". Mal davon abgesehen, daß ich persönlich den Begriff "outen" in dem Zusammenhang etwas fragwürdig finde (hört sich ja fast so an, als müsse man etwas beichten oder sich gar schämen) mache ich das dann mal:


    Kein Grund sich zu schämen, es geht darum den ganzen Umfang zu erfassen und dann mittels Sammelklage gegen die Verantwortlichen vor zu gehen.
    Daher sollten alle sensibilisiert und wachgerüttelt werden.
    Ich frag mich halt nur, wo bleibt die Masse der betroffenen, wenn man mal von der Menge des einen Umarbeiters ausgeht...


    All dieses Wachs muss eingezogen werden oder sicher zu Kerzen umgearbeitet werden oder was auch immer. Man kann es nicht mal als Bienenwachskerzen verkaufen, ist ja kein Bienenwachs

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Nö, ICH schäme mich keineswegs, wofür auch? :lol:


    Dachte nur, es könne hier und da vielleicht so rüberkommen.


    Wo die Masse der betroffenen bleibt, frage ich mich schon länger, nicht nur, wenn´s um Wachs geht. Vielleicht ist z.B. Anfängern, die erst seit einem, zwei oder drei Jahren imkern, das Problem nicht bewußt, weil sie einfach kein sauberes Wachs mehr kennengelernt haben?


    Gruß, Heike

    Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung, daß etwas anderes wichtiger ist als die Angst.
    (Ambrose Redmoon)

  • All dieses Wachs muss eingezogen werden oder sicher zu Kerzen umgearbeitet werden oder was auch immer. Man kann es nicht mal als Bienenwachskerzen verkaufen, ist ja kein Bienenwachs


    Du denkst an so eine Art "Rückrufaktion"? Hm, wie sollte das in der Praxis funktionieren?
    Der entsprechende Umarbeiter (wer auch immer das sein mag) kann sicherlich verfolgen, an welche Händler er verkauft hat, aber dann?
    OK, bestelle ich Wachs und lasse es mir schicken, hat auch der Händler die Information, wo dieses Wachs geblieben ist.
    Aber was ist mit all den kleineren Imkereibedarfshändlern, wo vor Ort persönlich gekauft wird?


    Gruß, Heike

    Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung, daß etwas anderes wichtiger ist als die Angst.
    (Ambrose Redmoon)

  • Natürlich muss sich keiner schämen. Wenn das die Assoziation zum Begriff "outen" ist, ersetzt ihn in euren Köpfen durch irgendwas passenderes. Betrugsopfer könnte ja hier jeder werden, da man die MW im Fachhandel gekauft hat und nicht aus dubiosen Quellen im Hinterzimmer.


    Das Problem ist doch, dass eine Analyse für den Kleinimker uninteressant ist. Ich kaufe im Jahr vielleicht 5 kg Mittelwände verteilt auf 3 Maße. Das wären 3 Analysen. Im Moment wirken meine Mittelwände unverdächtig, sodass ich hoffe, die beigelegten Zertifikate beziehen sich wirklich auf Proben derselben MW.
    Wir können also entweder als Gruppe "privat" einen Packen nehmen und davon eine Probe analysieren lassen. Dann wissen wir, ob diese Lieferung sauber ist. Alternativ könnte man über Vereine/Verbände sowas in die Wege leiten. Auch Händler könnten von einer Lieferung sowas machen und dir dann garantieren, dass die Zertifikate von dieser Lieferung sind.
    Damit hätte jeder Imker zumindest schon mal die Garantie, nur noch sauberes Wachs neu einzubringen und die verseuchten Bestände, die man entdeckt, könnte man aus dem Verkehr ziehen. Vielleicht lässt sich auch rückwärts die Quelle ermitteln.


    Dann müsste man die im Privatbesitz vorhandenen Bestände vor der Benutzung oder Rückgabe beproben. Da gab es ja erste Vorschläge hier http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=52665

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Offenbar eben doch, siehe in #64 das, was mir gesagt wurde.


    Dabei geht es um gepanschtes Bienenwachs (mit bis zu 18% Paraffin verschnitten)
    Unsere Problematik geht aktuell noch viel weiter, nämlich synthetisches "Bienen"wachs was nur in vielen Punkten an Bienenwachs erinnert aber keines ist. Mit etwas Glück wurde es noch mit Bienenwachs verschnitten und dazu noch Paraffin gegeben.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit