Synthetisches "Bienenwachs"

  • Leute, das ist doch naiv. Stellt mal eine Wachsbilanz auf. Wer soll das produzieren?


    Naja Simon, probier mal ein paar Jährchen mit Natuwabenbau!


    Dein Wachslager wird zunehmen!


    Dein Honiglager etwas leiden!


    Wenns genug gibt, wirds nicht ins Gewicht fallen!


    Wenns nichts gibt, so wie bei mir, ists auch wurscht!


    Griass an d´Fiass

  • Übrigens: 90% aller in Discountern und Supermärkten verkauften "Echtwachskerzen" enthält bestenfalls hohe Anteile an echtem Bienenwachs. Das Problem ist also weder neu noch unbekannt.


    Ja, aber im Falle von Supermarktkerzen steht wenigstens drauf (wenn auch recht klein) dass das keine 100% Bienenwachs sind. Da hat der Kunde, der für 2,90 meint, ein echtes Produkt zu bekommen, wenigstens die Chance, das zu lesen. Wie auch beim Honig das leidige "aus EG- und Nicht-EG-Ländern". Bei Mittelwänden verhält sich das leider anders.

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • JDa hat der Kunde (...) wenigstens die Chance, das zu lesen. (...) Bei Mittelwänden verhält sich das leider anders.


    Deswegen, Losnummern, Datum Name Anschrift.


    Wie bei jedem Produkt auch, wo andere wichtige Dinge von betroffen sein können. Da entsteht und lagert immerhin ein Lebenmittel drin.


    Ist mir auch egal, ob die Kinesen was anderes geliefert haben, als bestellt war, oder ob sie genau das Bestellte auch geliefert haben: einer in der Kette war kriminell, und was mir bleibt, ist auf all die grauen und blauen Pakete zu starren und zu hoffen, das mein Wachs von glücklichen Bienen kommt.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Wenn ich 10 Völker hätte wär es mir vermutlich auch egal und würde nicht ins Gewicht fallen. Da kann man das Winterfutter locker wegstecken. Die paar Euro fünfzig...
    Hast aber 3 stellige Bestände, dann gehen da andere einen Monat für arbeiten um die dann einzufüttern da die Kosten nicht mehr Gedeckt werden.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Biowachs vom zertifizierten Imker. Jeder Zertifizierte Imker muss Altwachs ausschleusen. dieses Wachs ist von der Qualität her mehr als ausreichend für Mittelwände.


    Ja genau. Dann gibt Du das weg zum Umarbeiten und danach weiß Du genau was Du hast, gelle? Oder nicht? Weil sich ggf. der Umarbeiter für schlechte Zeite noch ein paar Prozent zur Seite legt und das Loch auffüttert? Also selber machen. So wie alles. Und noch ein bißchen hier und noch ein bißchen da und vielleicht auch den Tag um ein paar Stunden verlängern. Klingt alles total realistisch. Alle möglichen Baustellen gleichermaßen selber und gut zu machen ist schlicht unmöglich. Wenn ich jetzt anfange, selber meine Mitelwände zu fertigen, fällt anderweitig irgendwas runter. Und ganz sicher steht jemand bereit um mir da meine Unzulänglichkeiten aufzuführen. Was das Wachs angeht, lohnt aber vielleicht ein Blick Richtung Belgien. Guten Appetit!


    Beste, leicht frustrierte Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hallo Zusammen,
    der Untersuchungsbericht aus Österreich, den der DROHN zur Verfügung gestellt hat, sagt aus "Wir wissen es nicht" bzw. "Wir könne es nicht nachweisen"?
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Griaß Eich,


    Vielen Dank Hartmut für die Veröffentlichung !
    Ich lese den Untersuchungsbericht vom DROHN etwa so: wir (das Institut) können es nicht genau bewiesen, aber es (das Bienenwachs) ist nicht rein und geht in die gepantschte Richtung. Ich finde das immerhin einen guten ersten Ansatz.
    => Das heist für mich weiter: drann bleiben und keine Ruhe geben! Ich habe auch zwei Wachsproben bei mir liegen, die ich einschicken werde....


    Vui Griaß, Konrad

  • Ohne die genauen Hintergründe zu kennen, interpretiere ich diesen Satz aus dem Dokument:


    ..."Fazit: Bei erster Betrachtung der Literatur kommt Stearinsäure in Bienenwachs nicht in diesem Ausmaß vor."...(Hervorhebung von mir) folgendermaßen:


    Da wurde in einer Wachsprobe mehr Stearinsäure gefunden, als reingehört.


    Ob das so stimmt, kann allerdings wohl nur Markus beantworten.


    Gruß, Heike

    Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung, daß etwas anderes wichtiger ist als die Angst.
    (Ambrose Redmoon)

  • Mit dieser Methode kann man das wohl nicht unterscheiden. Schade, weil das geht schnell und einfach, wenn man das Gerät dazu hat. Man stellt nur fest, dass der Anteil an Stearinsäure anders ist als im gesichert natürlichen Wachs. Würde also für vielleicht für den Vortest reichen, um gezielt bei verdächtigten Proben genau zu suchen.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Was das Wachs angeht, lohnt aber vielleicht ein Blick Richtung Belgien. Guten Appetit!


    Leider muss ich dir enttäuschen, Ralf, hier haben wir das gleiche Problem.


    Tschüss, Wilfried.

    ...und der Blick auf die Biene wird der Blick auf die Landschaft sein (Bernhard Heuvel, 08.11.2013)

  • Leider muss ich dir enttäuschen, Ralf, hier haben wir das gleiche Problem.


    Ja, nur ist bei Euch in Belgien Honig aus belastetem Wachs ganz offiziell nicht mehr verkehrsfähig, oder? Wenn das alles so kommt, wie ich es mir vorstellen könnte, dann hat auch hier kaum noch ein Imker, der sein Wachs aus dem regulären Kreislauf bezieht (Altwachs zum Händler im Tausch für neue Mitelwände) noch verkehrsfähigen Honig im Keller. Hier bleibt es ja still. Aber spätestens wenn die ersten Zeitungen feststellen, das die Situation hüben wie drüben gleich, aber der Umgang ganz anders ist, werden wir uns Fragen gefallen lassen müssen. Da sollten wir uns besser schon mal warmlaufen. Und von dem Gedanken, den Oberschurken zur Rechenschaft ziehen zu können, können wir uns auch verabschieden. Es werden ein zwei beteiligte Personen in der Geschichte die Hand heben, insolvent gehen und leider unterversichert sein, der Rest wird dumm gucken. Das waren dann alles bedauerliche Einzelfälle. Was natürlich nicht stimmt, weil das ganze System krank ist.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Das Problem stellt sich europaweit.
    Ich hatte Kontakt zu Kollegen aus dem gesamten BeNeLux-Raum sowie auch aus Frankreich.
    Alle berichten vom "Schrotschuss-Phänomen" und von verfälschtem Wachs.
    Ich sehe es ähnlich wie Ralf, ein oder mehrere Zwischenhändler werden die Grätsche machen, aber die Zeche zahlt der Endkunde, sprich: die Imker.
    Wenn sie denn nicht endlich aufwachen.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-