Brauche Eure Hilfe/Lösungsvorschläge "sichere" Mittelwände

  • Hallo zusammen,
    nachdem nun der Kreis mit verfälschtem Wachs immer größer wird und täglich mehr Anfragen eingehen,
    möchte ich auf diesem Wege Eure Meinungen/Vorschläge einholen.


    Nach vielen Tagen mit Kopfzerbrechen bin ich als "Händler" noch immer auf keinen grünen Zweig gekommen,
    wie ich eine gewisse Sicherheit für meine Kunden schaffen könnte.
    Mir schwebte zuerst eine Produktionsgemeinschaft vor, habe ich aber wieder verworfen. Was wenn einige wenige Kollegen
    z.B. nicht erlaubte Behandlungsmittel etc. einsetzen und wir wieder Rückstände im Wachs haben?
    Wie sollen denn Wachsanlieferungen in Kleinmengen untersucht werden? Kostenfaktor!


    Als nächstes war ich auf dem Trichter, nur noch Bio-Wachs anzubieten, größere Chargen kaufen, Vollanalyse machen lassen,
    wenn Wachs in Ordnung, dann Verkauf mit speziellen Behältern/Boxen mit Siegel und Analysezertifikat.
    Nachteil: Wir bewegen uns jenseits der 20 Euronenmarke pro kg und ein Tausch des Wachses auf Basis von ca. 3,- - 4,- € pro kg
    ist nicht mehr möglich, da das angelieferte Wachs ja wieder verfälscht sein könnte.


    Was haltet Ihr davon?
    Andere Vorschläge/Ideen?


    Wäre dankbar, wenn sich möglichst viele hier beteiligen.
    Zur weiteren Info: Es gibt noch keine Analyserückmeldungen seitens der Institute im Moment. Sobald was vorliegt, werde ich es posten.


    Gruß
    Butsche

    Es gibt viel zu tun; packen Wir`s an!

  • hallo Butsche,


    ich für mein Teil habe mit dem Umtausch immer bedenken, das ich nicht mein Wachs zurückbekommen. Wie solls auch gehen wenn ich Kleinmengen einsende kann ich das auch nicht erwarten dass die Maschine dann exakt bei meine 10kg Schluss macht oder extra wegen 10kg angeschmissen wird.
    Es ist auf jeden fall eine Vertrauenssache.
    Ich befinde mich in den letzten Monaten zur Umstellung auf Bio Imkerei, verwende also eh nur Bio Mittelwände da mein eigener Wachskreislauf noch nicht steht. Die Biomittelwände als Markt auszubauen sehe ich als sehr gute Idee an. Der Markt ist sehr klein, kauf mal aktuell Bio ein.....fast unmöglich bei meinen Lieferanten gibt es seit Monaten nichts mehr. Dann wo Bio drauf steht ist auch nicht immer Bio drin! Bio nicht EU kann von irgendwo auf der Welt kommen. Ich hatte mal solche Mittelwände die gestunken haben, wir kennen es, nach Rauch ohne Ende.
    Wenn mir ein Händler Bio aus DE garantiert, Farbe und Geruch stimmt, glaube ich auch eher dass die mitgelieferten Analysen oder das Zertifikat zur Ware passen.


    grüße Stefan

  • Hallo,


    Händler möchte ich auch gerade nicht sein,
    unser örtlicher hat auch Probleme mit den Abnehmern seiner "billig" MW.
    Die teureren MW eines regionalen Herstellers scheinen keine Probleme zu machen.
    Auch er weiß sich im Augenblick keinen Rat, blockt aber auch bei dem Thema - was ich verstehen kann.


    Spätestens seit der letzten Aktion mit MW vor zwei, drei Jahren sind bei uns im Verein einige Imker auf die
    Eigenproduktion von MW umgestiegen einige Neumiker versuchen dann auch den Weg alleine mit Naturbau.
    Alles nichts für Dich und den wohl größeren Teil der auf MW angewiesenen Imkerschaft .....


    GdBK


    PS: Sorry, komme gerade auch schon aus einer "Veranstaltung" OHNE notweniger Lösung ...

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Der Preis für Bio MW im Verkauf liegt momentan ja i.d.R. über 30€/kg. Ich denke, dass noch ein bisschen mehr geht, wenn die Kunden dann sicher sein können, auch sicher rückstandfreies, reines Wachs zu bekommen. Wenn es dann auch nicht so nach Rauch stinkt wie manche Importware, die man nicht im Haus lagern will, oder womöglich einheimische Herkunft garantiert werden kann, sollte das für viele Hobbyimker auch noch etwas mehr wert sein als die derzeit üblichen Preise für zertifiziertes Wachs. Wie der Großimker da rechnet, weiß ich nicht. Bei den größeren lohnt sich vermutlich die Umarbeitung von deren eigenem Wachs oder eine Analyse beim Ankauf größerer Mengen eher.
    Bei kleineren Mengen im Ankauf muss man entweder absolut vertrauenswürdige Wachslieferanten haben, die am besten nur Naturbau- und Deckelwachs abgeben und dann zur Sicherheit aus der ganzen Sammlung eine Probe ziehen oder jede Anlieferung einzeln Kontrollieren, was dann aber die Kosten extrem steigert und erst ab bestimmten Mengen wirtschaftlich vertretbar ist.
    Vielleicht kannst du ja in Kooperation mit einem Umarbeiter deines Vertrauens (oder unter deiner Kontrolle) mal einen Test machen, welche Modelle machbar sind.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Kontrollen/Tests sind wohl unumgänglich - da müsste man


    - mit den entsprechenden Instituten sprechen, wie genau die messen können
    - entsprechend aus x Anlieferungschargen eine Sammelprobe untersuchen lassen
    - nur bei Fund/Verdacht ist dann eine Einzelkontrolle der Kleinanlieferungen notwendig
    - evtl einen Vertrag mit dem Passus, dass Anlieferer gepanschten Wachses die Kosten der Untersuchungen übernehmen bzw. Vertragsstrafe zahlen müssen?


    Gruß
    Marion

    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Kontrollen/Tests sind wohl unumgänglich


    :daumen:


    Zitat

    - entsprechend aus x Anlieferungschargen eine Sammelprobe untersuchen lassen
    - nur bei Fund/Verdacht ist dann eine Einzelkontrolle der Kleinanlieferungen notwendig


    Ja. Aber wie soll das in der Praxis aussehen? Dann müsste ja von jedem Klein-Wachsblock ne Rückstellprobe mit Kennzeichnung des dazugehörigen Anlieferers genommen werden....


    Zitat

    - evtl einen Vertrag mit dem Passus, dass Anlieferer gepanschten Wachses die Kosten der Untersuchungen übernehmen bzw. Vertragsstrafe zahlen müssen?


    Nur kann der ja nicht unbedingt was dafür, weil er sein Wachs schon so gepanscht gekauft hat, ihm das vielleicht auch nicht aufgefallen ist, usw.



    Ne Lösung hab ich aber grad auch nicht parat.


    Vielleicht müssen wir uns auch davon lösen, Wachs gegen Mittelwände einzutauschen, auch wenn es so schön einfach ist.
    Ich sammle jedenfalls fleißig mein Wachs, getrennt in Entdeckelungswachs und Brutraumwachs und denke dann beizeiten über eigene MW-Produktion nach oder fahre damit direkt zu einem Umarbeiter und schau dabei zu. Oder ich setze noch mehr Völker auf Naturbau.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

  • Vielleicht müssen wir uns auch davon lösen, Wachs gegen Mittelwände einzutauschen, auch wenn es so schön einfach ist.
    Ich sammle jedenfalls fleißig mein Wachs, getrennt in Entdeckelungswachs und Brutraumwachs und denke dann beizeiten über eigene MW-Produktion nach oder fahre damit direkt zu einem Umarbeiter und schau dabei zu.


    Die Arbeit mit der Wachsrückgewinnung ist nicht unerheblich. Darum ist ja der Tausch gg. MW so gefragt. Wenn nun Fremdstoffe mit in den Kreislauf kommen, wovon ich schon lange überzeugt bin; denn nichts ist leichter als ein bisschen Paraffin dazu zu geben, muss man sich ein Bild vom eingesetzten Material machen.


    Es gibt nur zwei Wege, dem Dilemma zu entkomen:


    1. eigenen Wachskreislauf etablieren und mit Naturbau "füttern" - arbeits- und zeitintensiv, aber am Sichersten.
    2. Qualitätskontrolle mit Analysenzertifikaten für die Wachsverarbeiter vorschreiben - macht die Sache aufwändiger und teurer.


    Ich habe keine Erfahrung mit den Methoden der Wachsverarbeiter, kann mir aber vorstellen, dass ein Betrieb, der sich einen guten Namen machen möchte, mit einem höheren Aufwand seine höheren Preise rechtfertigt. Das spricht sich rum....


    Wachse und Fette lassen sich über etablierte Methoden zur Bestimmung der Inhaltsstoffe (Esterzahl, Säurezahl, Jodzahl, Hydroxylzahl, Verseifungszahl u.a.) charakterisieren - das ist industriell etabliert. Jedoch wird dann das umgearbeitete Wachs teurer; denn man muss natürlich von jedes "Los" was zurückgegeben wird, entsprechend analysieren. Das hätte aber den Effekt, dass die Panscherei dann aufhört, da ja eine Rückverfolgung möglich werden würde. Da selektiert der verarbeitende Betrieb schon seine Lieferanten - das ist tägliche Praxis in der Industrie.


    Möglicherweise bin ich zu weit weg, von der Wachsverarbeitung, jedoch kann ich mir keinen anderen Weg vorstellen, die Sache in den Griff zu bekommen.


    Beste Grüße


    Rainer


  • Ja. Aber wie soll das in der Praxis aussehen? Dann müsste ja von jedem Klein-Wachsblock ne Rückstellprobe mit Kennzeichnung des dazugehörigen Anlieferers genommen werden....


    Mindestmengen.


    Wachsanlieferungen müssen natürlich gekennzeichnet werden, dann nimmt man von x angelieferten Chargen jeweils eine Probe, mischt die und lässt untersuchen. Nur bei einem Befund müssen die angelieferten Chargen einzeln getestet werden.


    Durch die Sammelprobe wirds billiger, aber natürlich gilt dann: erst kontrollieren, dann verarbeiten. Da brauchts dann auch keine Rückstellproben, oder? Nur von den ausgelieferten MW-Chargen.


    Und im Zuge der Kennzeichnung/Zertifizierung (wer würde zertifizieren?) ließe sich auch nachvollziehen, welche MW-Charge aus welchen Anlieferchargen gemischt wurde. Könnte ja auch sein, daß da mal was drin ist, auf das bis dato nicht getestet wurde.


    Zitat

    Nur kann der ja nicht unbedingt was dafür, weil er sein Wachs schon so gepanscht gekauft hat, ihm das vielleicht auch nicht aufgefallen ist, usw.


    Ja, klar. Hilft aber nix, denn mit "ich weiß von nix" kriegt man den Wachskreislauf nicht bezahlbar sauber - da zahlen alle die Zeche, zuvorderst die Immen. Schlußendlich ist das dann auch der Anstoß nicht mit billigen MW aus unbekannten Quellen zu arbeiten, weil man den Sch... nicht mehr risikolos zum Umtausch geben kann, bzw. die Sache halt hinterher teuer werden kann.

    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de


  • Zur weiteren Info: Es gibt noch keine Analyserückmeldungen seitens der Institute im Moment. Sobald was vorliegt, werde ich es posten.


    Hab gerade vom Labor das erste Ergebnis bekommen.
    Es sieht so aus derzeit (eigene Interpretation einer Analyse): Das untersuchte Wachs stammt gänzlich nicht aus Bienenvölkern, sondern wurde rein synthetisch hergestellt und das noch dazu ziemlich schlecht...


    Wie Butsche schon sagt, es sieht so aus, als wenn sehr große Mengen des Wachses im Umlauf sind. Auch Eigenwachsumarbeitungen sind betroffen.


    Schaut in eure Völker!

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • :daumen:
    Ja. Aber wie soll das in der Praxis aussehen? Dann müsste ja von jedem Klein-Wachsblock ne Rückstellprobe mit Kennzeichnung des dazugehörigen Anlieferers genommen werden....


    Sobald ein Einlieferer eine denkbare Mindestmenge hat, kann er doch zwei Proben selbst entnehmen und mit seinen Daten kennzeichnen ( Name, Anschrift..). Z.B. mit einem Rohr einen oder zwei ca. 40mm langen "Bohrkern" von ca. D 10mm entnehmen, damit man direkt sieht, dass die Probe aus dem eingelieferten Block stammt. Kann auch eine andere Form sein, sie sollte nur für Alle möglichst einheitlich sein. Eine für sich als Nachweise für später und eine für den Verarbeiter, bzw. das Labor.


    Das sollte doch mit recht wenig Aufwand machbar sein und für die "Nachweiskette" ausreichen. Die wäre dann schließlich freiwillig, wenn man an diese externen "eigenen" Wachskreis teilnehmen möchte. Wer da einliefert müsste erstens eine Mindestmenge haben und zweitens sollte die/derjenige so schlau sein, und eben keine Reste aus gekauften MW reinpanschen. Es geht also nur Naturbauwachs aus Deckeln oder Zellen, bzw. kompletter Naturbau aus dem Honigraum - zumindest für den Anfang.
    Der Umarbeiter muss ja auch erst mal einen Vorlauf haben, bevor er überhaupt in die Produktion einsteigen kann. Bevor er das kann, muss aber das Wachs erstmal eingeliefert und dann überprüft worden sein...


    Gruß Andreas

  • Zitat

    oder fahre damit direkt zu einem Umarbeiter und schau dabei zu.


    Hallo Kudenimker,
    dein Vorschlag in Gottes Ohr. Beim Gießen wir in der regel um Abend vorher eingeschmolzen, dass sich über Nacht der Dreck absetzen kann. Da muss der lange Wache schieben.
    Renmstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Hallo, bei Anlieferung zwei Proben ziehen, die eine bekommt der Anlieferer, die andere der Händler. Wurde beim Altöl auch eine zeitlang so gemacht. Wer "versautes" Öl angeliefert hat, musste dann die Entsorgung und den Verdienstausfall von der ganzen Charge bezahlen.
    Bis bald
    Marcus

    39 Völker 30x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 2xDadant US und 2x Zander und einmal Warre :O)