Fertigsirup aus Vorjahr

  • Hallo zusammen,
    ich hab in meinem Lager noch zwei offene Fertigsirup Kartons (ApiInvert) in einer Ecke entdeckt.
    Beim Öffnen des Kartons kam mir die Konsistenz und Farbe des Sirups doch etwas seltsam vor.
    Der Sirup scheint nicht schlecht zu sein (kein Schimmelflaum oder ähnliches) aber im unteren Teil haben sich größere grobe kristalline Zuckerklumpen gebildet
    und an der Oberfläche ist die Lösung dünnflüssiger, schimmer leicht neongelb.


    Wenn ich warmes Wasser dazugeben würde und das längere Zeit rühre, wird sich das sicherlich wieder in einen homogenen Sirup wandeln lassen.
    Kann man den dann noch verwenden oder lieber entsorgen?


    Gruss ritterjohannes

    :daumen: Iss Honig, mein Sohn, denn er ist gut, und Honigseim ist süß für deinen Gaumen! Die Bibel - Sprüche 24,13 -> http://THEFOUR.COM

  • Wenn er schon Zuckerklumpen im Karton zeigt, willst du dann wegen fünfmarksechzig das Risiko eingehen, dass dies in den Waben auch passiert und du dann 2 Völker weniger auswinterst?
    Ich sag es immer so, alles was ich selber noch essen bzw. probieren würde, all das würde ich auch an meine Bienen verfüttern, der Rest kommt in die Tonne.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • idR ist Futter 2 Jahre haltbar, darf aber kein Frost bekommen!
    Bei 90ct/l Sirup bzw 0,65ct/kg Zucker würde ich es eher weghauen als ein Volk zu riskieren,
    da ist die lagerung von einem Hobock mit 40kg Honig oder gefüllt mit Kristallzucker unkritischer.
    Gruß Fred

  • idR ist Futter 2 Jahre haltbar, darf aber kein Frost bekommen!


    Wo steht so etwas? Mein Pate fand 2016 Futtersirup aus französischer Produktion (Weizenbasis) von 2013 in einem 12 kg-Eimer, der in seinem Anbau sicher schon in 3 Wintern Frost abbekam -> keine Kristallisation, klar durchsichtig/keine Farbänderung, kein Geruch, kein Verderb. Kostete damals 0,75 EU/kg, seit 2015 neu nur noch 0,59 EU/kg. Wurde problemlos von den Bienen abgenommen. Nein, selbstverständlich nicht von Kellmann gekauft...

  • Würde das auch entsorgen, zuviel Risiko...


    Ich sag es immer so, alles was ich selber noch essen bzw. probieren würde, all das würde ich auch an meine Bienen verfüttern, der Rest kommt in die Tonne.


    :daumen: so halte ich das auch! Hast du denn noch Platz in der Tonne?


    Liebe Grüße


    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • in Anleitung empfohlene Lagertemp 10-20 °C
    habe ich irgendwo mal gelesen, kein Frost sonst Kristallisation, solange die Futterlösung noch klar ist, kein Problem mit der Lagerdauer.


    http://www.bienenforum.com/for…Haltbarkeit-von-Apiinvert
    Ich habe die Herstellerfirma angerufen, die meinten wenn es keinem Frost ausgesetzt war und es klar ist und nicht gelblich trüb, sollte es verwendbar sein sogar länger als 2 Jahre. Wie lange genau, da wollte sich die Dame am Telefon nicht festlegen.

  • [quote='ribes','https://neu.imkerforum.de/forum/thread/?postID=518357#post518357']Wo steht so etwas? Mein Pate fand 2016 Futtersirup aus französischer Produktion (Weizenbasis) von 2013 in einem 12 kg-Eimer, der in seinem Anbau sicher schon in 3 Wintern Frost abbekam -> keine Kristallisation, klar durchsichtig/keine Farbänderung, kein Geruch, kein Verderb. Kostete damals 0,75 EU/kg, seit 2015 neu nur noch 0,59 EU/kg. Wurde problemlos von den Bienen abgenommen. Nein, selbstverständlich nicht von Kellmann gekauft...[/QUOT


    es soll Sirupe auf Weizen/StärkeBasis geben die frostsicher sind, das Problem ist wohl das der Traubenzucker im Rübenzuckersirup bei geringen Temperaturen ausfällt, und dadurch eine Entmischung bewirkt.
    Seit der Krimkrise mit Russland ist der Zuckerpreis im Keller.
    Seit ich von Berufsimkern und Vereine höre, das sie mit Sirup auf Weizenbasis problemlos füttern kommen Zweifel - die 10% im Preis im Preis sind gegen den Honigpreis und der Bienengesundheit irrelevant.
    Füttern nur Bioimker noch mit (Bio)Zucker da entsprechende Sirupe kaum vorhanden sind? Und ich in Berlin, wenn die Bíenen kurzfristig erreichbar sind- wegen Räubereigefahr und der Verderblichkeit bei 1:1 Fütterung und weil ich denke, das Bienen arbeiten wollen, sonst sind noch mehr Bienen freigestellt zum Räubern.

  • ...Füttern nur...mit (Bio)Zucker...wegen Räubereigefahr und der Verderblichkeit bei 1:1 Fütterung und weil ich denke, das Bienen arbeiten wollen, sonst sind noch mehr Bienen freigestellt zum Räubern.


    Das halte ich für einen Trugschluß: Bienen bestimmen den Zuckergehalt einer Futterquelle sehr genau und können zwischen 1:1 Futtersirup (= 50% Wassergehalt) und Honigvorräten von Schwächlingen (nur ca. 20% Wassergehalt) unterscheiden. Vorwiegend für die hochwertigere Trachtquelle werden sie tanzen und Sammelmannschaften rekrutieren egal, wieviel 1:1 Futtersirup man ihnen anbietet. Räuberei wird nicht durch Arbeitsfreistellung ausgelöst, sondern durch schwach oder gar nicht mehr bewachte Futterquellen. Resp.: Räuberei läßt sich durch 1:1 Fütterung nicht eindämmen oder gar verhindern. Testvorschlag: 1 honigfeuchte Leerwabe in der Nähe eines 1:1 gefütterten Volkes platzieren -> wird sicherlich innerhalb von 15 min gefunden und "beräubert".

  • ich habe bisher nur Apiinvert verwendet, also Sirup auf Rübenzuckerbasis , ist etwas teurer als der auf Weizenbasis. Vornehmlich um die entfernteren Stände in MV zu füttern, die erhalten alle 1-2 Wochen eine größere Portion, in Berlin idR Zuckerlösung 2x die Woche.
    bei Zuckerlösung(egal ob 1:1 oder 3:2) oder Leckwaben reizt gerade der Geruch zur Räuberei, die Spalten sind noch nicht wieder zugekittet und Räuber tummeln sich an diesen und am Flugloch. Eine mit Sirup bekleckerte Wabe wird zuerst von Wespen gefunden. Honigfeuchte Waben sind nach weniger als 5min gut besucht!

  • Der von mir verwendete Futtersirup auf Weizenbasis riecht für menschliches Empfinden nicht, für bienisches offenbar nur schwach - wird jedenfalls nicht so schnell aufgefunden wie Honigreste. Tummeleien von Räubern an eben erst zusammengesetzten Zargen/frischen Spalten oder gar am Flugloch habe ich bei Sirupfütterung noch nie bemerkt. Beim Aufsetzen von Zargen mit honigfeuchten Leerwaben kommt es gelegentlich vor, daß einzelne Bienen am frischen Zargenspalt suchen, wenn sie kurz zuvor aus der Kiste entflogen waren - das endete aber bald und ist keine Räuberei.
    Echte Räubereitendenzen beim Auffüttern mit 1:1 wären für mich ein Hinweis, daß etwas Anderes nicht stimmt (bspw. zu viele Völker auf zu engem Raum o.a.) und erst recht Anlaß, geruchsarmen Fertigsirup zu verwenden.

  • Also meine ganz aktuelle Erfahrung von gestern Abend war diese:
    Hab zwei Tage zuvor ApiInvert Sirup - was ja ne 3:2 Lösung ist - über Fütterer aufgesetzt.
    Da ich 1:1 erhalten wollte, damit Sie Mittelwände ausbauen hab ich den Sirup mit noch einem Teil Wasser verdünnt.
    Klar hätte ich auch Zucker nehmen können, wollte ich nicht wegen dem stärkeren Geruch und der Räubereigefahr.


    Ein Fütterer - obwohl der erst ein Jahr alt ist - hat wohl an einem Eck ein Leck, was mir erst gestern aufgefallen ist. Da war nämlich der Bien dran los...
    Immerhin ist nix flöten gegangen - welche Völker sich da nun auch immer dran bedient haben... Der Fütterer war sehr zügig geleert, alle Achtung.


    Hab nun den Fütterer getauscht unter größtem Bienischen Protest, dabei noch einen Stich kassiert. Hoffe das Teil ist jetzt dicht.
    Ich mag diese Übergangzeit zwischen Abschleudern, Einfüttern und Einleiten des Herbstes nicht... die Bienen sind los.

    :daumen: Iss Honig, mein Sohn, denn er ist gut, und Honigseim ist süß für deinen Gaumen! Die Bibel - Sprüche 24,13 -> http://THEFOUR.COM

  • Hallo Johannes


    Mein Apiinvert von diesem Jahr ist bis 30.09.2017 haltbar, somit würde auch dein Sirup noch verwendbar sein. Wenn du es sowieso verdünnen willst und nochmal gut durchrühren, dann sollte das Futter auch noch ohne Schden für die Bienen verfüttert werden können, Habe ich auch schon gemacht. Meine Erfahrung ist aber, das es besser ist, das Fütter im gleichen Jahr zu verfüttern, weil ich den Eindruck hatte, das alte Futter wurde nicht so zügig aufgenommen.
    Fazit: Man kann das Futter vom Vorjahr noch verwenden, besser ist, es im gleichen Jahr zu verfüttern.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)


  • ich hab in meinem Lager noch zwei offene Fertigsirup Kartons (ApiInvert) in einer Ecke entdeckt.


    Beim Öffnen des Kartons kam mir die Konsistenz und Farbe des Sirups doch etwas seltsam vor.


    im unteren Teil haben sich größere grobe kristalline Zuckerklumpen gebildet und an der Oberfläche ist die Lösung dünnflüssiger, schimmer leicht neongelb.



    Mein Apiinvert von diesem Jahr ist bis 30.09.2017 haltbar, somit würde auch dein Sirup noch verwendbar sein.
    Fazit: Man kann das Futter vom Vorjahr noch verwenden, besser ist, es im gleichen Jahr zu verfüttern.


    Drobi, schau dir mal nochmal die Schlagworte aus johannes seinem Beitrag an. Würdest du da den Finger reinstecken und neongelb schimmernde dünnflüssige Brühe vom Finger lecken wollen? Willst du sowas in deinen Waben haben und danach vielleicht im nächsten Jahr deinen Honig aus den selben Zellen schleudern?


    Klar kann man Sirup aus dem Vorjahr noch verwenden, aber dann darf er keinerlei Anzeichen für schlecht sein haben.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Also meine ganz aktuelle Erfahrung von gestern Abend war diese:
    Hab zwei Tage zuvor ApiInvert Sirup - was ja ne 3:2 Lösung ist - über Fütterer aufgesetzt.


    Hast jetzt die neongelbe Brühe verfüttert oder entsorgt und was frisches genommen?

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit